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Einleitung
Erste Schritte in Paris Die Ankunft in Paris findet bereits unter denkbar ungünstigen Vorzeichen statt. Das Wetter ist trostlos und regnerisch. Zögernd und tief durchatmend begibt sich George in die Rue Jarry, um die Wohnung seiner Freundin Nico näher zu inspizieren. Als er die Türe öffnet, bleibt ihm das Herz für ein paar Sekunden stehen. Nico lebt! Offensichtlich war der Brief gefälscht. Doch irgendetwas scheint mit seiner Freundin nicht zu stimmen. Als George sie mit dem Inhalt des Briefes konfrontiert, wirkt sie unerwartet abweisend und schickt George mit der Begründung vor die Türe, sie hätte noch etwas Wichtiges zu erledigen. Verwirrt und sprachlos steht George nun vor der verschlossenen Tür seiner Freundin. Als er sich abwendet, bekommt er mit, wie Nico mit einer Person telefoniert und dieser berichtet, daß George den Brief erhalten hätte und jetzt in Paris eingetroffen wäre. Alles sehr mysteriös. George entschließt sich, zunächst eigene Nachforschungen anzustellen. Bereits vor Nicos Haus entdeckt er die Blumenverkäuferin, die ihm bereits in der Vergangenheit wichtige Informationen gegeben hat. Diese gibt ihm neben einer Warnung, daß er ein gefährliches Abenteuer erleben würde, auch einen Zeitungsartikel mit. Dieser Artikel besagt, daß das Cafe de la Chandelle Verte, das einst von dem mysteriösen Clown in Schutt und Asche gelegt worden war, wieder neu eröffnet hätte. Da George ohnehin nicht weiter weiß, entschließt er sich, das Cafe aufzusuchen. Dort trifft er seinen Nebenbuhler Andre Lobineau, der ihm berichtet, daß Nico unter Verdacht stehen würde, am tödlichen Attentat auf den Pariser Bürgermeister Lemere beteiligt gewesen zu sein. Einem ausgewiesenen Kritiker geheimer Bünde. Nach dem Attentat verschwand Nico für drei Wochen von der Bildfläche. George kann es kaum fassen. Nico eine potenzielle Attentäterin? Der Kontext wird zunehmend konfuser, als Andre seine Ausführungen damit fortsetzt, daß sich Nico einer mysteriösen Gruppierung angeschlossen hätte, die sich des nächtens am Montfaucon treffen würde. Offensichtlich handelt es sich hierbei um die Neo-Templer, die nach den Ereignissen in Schottland offensichtlich zu neuer Stärke gefunden haben. Nach dem Gespräch beschließt George weitere Nachforschungen anzustellen. Im Archiv der Zeitung France Nationale wird er kurze Zeit später fündig. In einem Artikel wird darüber berichtet, daß Nico von der Polizei aus Mangel an Beweisen freigelassen wurde. Des Weiteren wird darin erwähnt, daß ein Journalist mit dem Namen Irvine im Besitz belastender Beweise wäre, die Nico eine mit Täterschaft attestieren würde und er diese der Presse in absehbarer Zeit präsentieren wolle. Als George den Artikel durchgelesen hat, wird ein Brandanschlag auf das Gebäude verübt, dem er nur ganz knapp entgehen kann. Offensichtlich möchte ihn jemand daran hindern, weitere Nachforschungen über diesen ominösen Fall anzustellen. Zurück in Nicos Apartment ist diese plötzlich verschwunden. Über Nicos PC findet George die Adresse von Irvine heraus. Das Hotel Ubu. Umgehend begibt sich George in besagtes Hotel und läuft dabei dem tot geglaubten Gangsterduo Flap und Guido in die Arme. Mit viel Glück kann er jedoch ins Hotel flüchten. Dort verschafft sich George Zugang in Irvines Zimmer und kann dessen Informationsquelle, einen englischen Historiker mit dem Namen McLaughlin ausfindig machen. George entschließt sich daraufhin, McLaughlin in England aufzusuchen. So kommt er nach und nach einer Verschwörung auf die Schliche, die über England bis ins alte China zurück-reicht. Offenbar wollen die Neo-Templer mithilfe eines uralten Siegels den Lauf der Geschichte verändern. Jetzt liegt es an George, diesen Plan zu vereiteln und herauszufinden, was mit Nico tatsächlich passiert ist. Ein gefährliches Abenteuer nimmt seinen Lauf, bei dem nichts mehr so sein wird, wie es zunächst den Anschein hat. Die Atmosphäre
Die Dialoge sind für ein Fan-Projekt wirklich ausgesprochen gut gelungen und führen letztendlich dazu, daß die Geschichte glaubhaft und spannend erzählt wird. Selbstverständlich dürfen auch die von George gewohnten Seitenhiebe und Anspielungen nicht fehlen. So gibt es durch das gesamte Spiel hindurch immer wieder Anspielungen auf 'Baphomets Fluch 1 bis 3'. Unter anderem findet man in Portugal eine Armbanduhr, auf der „Il akel kalb“ steht. Eine Referenz an den Kebapverkäufer in Marib. bekannt aus dem ersten Teil. Eine ausgesprochen tolle Anspielung auf Teil 1 und 2 erlebt man, wenn man das erste Mal den Montfaucon betritt. George erinnert sich dann an seine zwei vergangenen Abenteuer, die er mit diesem Ort verbindet. Passend mit eingeblendeten Schwarzweiß Fotos, die einige Momente aus dieser Zeit darstellen. Wirklich ein sehr schönes Atmosphäre-Stilmittel, das mir sehr gut gefallen hat! Auch einen kleinen Seitenhieb auf 'Baphomets Fluch 3' konnten sich die Designer nicht verkneifen. So weigert sich George durchweg, irgendwelche Kisten zu verschieben, geschweige denn anzufassen. Damit wurde mit einem ironischen Seitenhieb das ausufernde verwenden von Kistenrätseln kommentiert. Bekanntlich einem der Schwachpunkte aus 'Baphomets Fluch 3'. Neben diesen offensichtlichen Anspielungen gibt es auch noch unzählige andere. Diese alle aufzuzählen würde jedoch den Rahmen dieses Artikels schlichtweg sprengen. Man merkt aber auf Anhieb, daß an diesem Projekt richtige Fans gearbeitet haben. Auch die Charaktere können überzeugen. Neben alten Bekannten, wie Duane und Pearl Henderson, oder Andre Lobineau, dem Nebenbuhler von George um die Gunst von Nico, gibt es auch unzählige neue Charaktere. Besonders hervorzuheben ist dabei der Charakter um Dr. Blackter, eine Hannibal Lecter Kopie, der sogar noch vom passenden Synchronsprecher vertont wurde und dabei einige Zitate aus „das Schweigen der Lämmer“ von sich gibt. Daneben gibt es auch noch einen Obdachlosen, der ein gewisses Faible für Damenunterwäsche hat. Was die Handlung betrifft, so wird diese, begünstigt durch die bereits geschilderten Charaktere und Dialoge glaubwürdig und spannend erzählt. Ist man zunächst in Frankreich auf Recherche um herauszufinden, was während Georges Abwesenheit mit Nico passiert ist, kommt man anschließend in andere Länder. In Frankreich plätschert die Story dabei noch recht gemächlich vor sich hin. Ab York wird es dann schon rasanter und man erlebt dort bereits eine große Überraschung. Leider geht dem Spiel gegen Ende etwas die Luft aus. Der Charakter Christophe Brai wurde gerade erst eingeführt und ca. 10 Minuten später ist das Spiel bereits abrupt zu Ende! Da wurde leider viel Potenzial verschenkt. Auf mich hat speziell das sehr abrupte Ende den Eindruck gemacht, als ob man mit dem Projekt endlich fertig werden musste. Anders kann ich mir das nicht erklären. Zudem führt das Spiel leider nicht die angedeuteten Handlungsstränge von Flap und Guido sowie McLaughlin vernünftig zu Ende. Die Charaktere sind auf einmal verschwunden und man bekommt keine zufrieden stellende Antwort über ihren Verbleib bzw. deren Schicksal serviert. Vor allem was die angedeutete Beziehung zwischen McLaughlin und Andre Lobineau tatsächlich auf sich hat, wird nicht geklärt. Hier wurde auf jeden Fall einiges an erzählerischem Potenzial verschenkt. Dennoch macht das Spiel auch ohne die kritisierten Punkte großen Spaß und ist wie Eingangs erwähnt, spannend inszeniert. Das Gamedesign
Vertraute Umgebung – die Grafik
Besonders hervorzuheben sind die mit viel Liebe zum Detail ausgestatteten Charaktere, Locations und Hintergründe. Jeder Schauplatz strotzt nur so vor Details und wirkt überaus authentisch. Befindet man sich in der Rue Jarry, so sieht man im Hintergrund gelegentlich ein Auto vorbeifahren, oder die Blätter eines Baumes wiegen sich im Wind. Grafisch sehr gut gefallen hat mir vor allem das Haus von McLaughlin in York, das sehr schön gezeichnet ist und von einem Regenbogen gespeist wird. Hier sieht man wirklich ganz gut, mit was für einem Talent die beteiligten Grafikdesigner gesegnet wurden. Neben diesem Vorzeigebeispiel sind auch altbekannte Schauplätze grafisch exakt so umgesetzt worden, wie man es von den beiden Vorgängerspielen aus dem Hause Revolution gewohnt ist. Der grafische Wiedererkennungswert ist also definitiv gegeben! Auch die schön gezeichneten Charaktere wissen zu überzeugen und zeigen auf, mit welcher Detailverliebtheit die Designer zu Werke gingen. Zudem gibt es an spielrelevanten Stellen gelegentlich einen schön animierten Renderfilm zu sehen, der die Geschichte vorantreibt. Was den ansonsten wirklich sehr positiven Gesamteindruck leicht trübt, sind die gelegentlich fehlenden Animationen. An einigen Stellen sind diese praktisch nicht existent bzw. werden nur grob angedeutet. Das Bild wechselt dabei vorher ins off, von wo aus man dann hört, wie die entsprechende Aktion gerade ausgeführt wird. So beispielsweise beim betreten von Nicos Apartment, wo man lediglich aus dem off hört, wie George die Tür öffnet und den Raum betritt. Die entsprechende Animation wurde vermutlich aufgrund des komplexen Programmieraufwands durch diese Lösung zugegebenermaßen gekonnt umgangen. Trotz dieser "Kaschierung" ist die Grafik, vor allem der Stil, wirklich sehr gelungen und bringt das Flair der beiden Vorgänger voll und ganz zur Geltung. Wenn man es nicht besser wissen würde, könnte man meinen, daß an diesem Projekt ehemalige Grafikdesigner aus dem Hause Revolution mitgewirkt haben. Die Hintergründe und liebevoll designten Locations kommen nämlich ihren zwei Vorbildern wirklich sehr nahe. Hier hat das Team wirklich sehr gute Arbeit geleistet! Der Sound – hochprofessionell
In neuem Gewand – die Bedienung
Verfügbarkeit Da es sich um ein reines Fan-Projekt handelt, ist das Spiel komplett Freeware. Diverse Download-Mirrors sind auf der offiziellen Seite des Spiels zu finden. Hier klicken |
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Galerie:
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Fazit:
Die lange Wartezeit hat sich definitiv gelohnt! mindFactory haben sich wirklich große Mühe gegeben und ein Spiel von Fans für Fans entwickelt. Es ist keine Seltenheit, daß Fanprojekte nach einiger Zeit aufgrund von Demotivation eingestellt werden müssen. Viele Jungentwickler nehmen sich einfach zu viel vor und überschätzen dann die ungeheuren Strapazen, die ein ambitioniertes Projekt von allen Beteiligten abverlangt. Aus diesem Grund ist es mehr als beachtlich, daß die Leute von mindFactory es tatsächlich geschafft haben, rund acht Jahre lang am Ball zu bleiben. Eine wirklich außergewöhnliche Charakterleistung, die meinen vollsten Respekt verdient! 'Baphomets Fluch 2.5' ist ein wirklich gutes Spiel geworden. Der Grafikstil wurde sorgfältig um eigene Ideen erweitert, ohne dabei den Gesamtkontext aus dem Blickfeld zu verlieren. Neben der schönen, überaus detaillierten Grafik, sticht vor allem die Soundqualität hervor. MindFactory haben es doch tatsächlich geschafft, hochkarätige Synchronsprecher aus der Filmbranche für ihr Fan-Projekt zu gewinnen. Diese Professionalität kommt vor allem der Atmosphäre zu gute. Leider kann das Spiel nicht durchgängig überzeugen. Beim Rätseldesign wurde viel Potenzial verschenkt. Zudem ist das Ende für meinen Geschmack viel zu abrupt. Charaktere wie Christophe Brai hätten weitaus mehr Spielraum verdient und durchaus Potenzial gehabt. So verkommt der Charakter zur austauschbaren Nebenfigur. Schade! Trotz alledem ist 'Baphomets Fluch 2.5' ein ausgesprochen gutes Fan-Adventure geworden, das in einigen Bereichen bereits klar an der Professionalität kratzt. Es ist wirklich erstaunlich, in was für einer überragenden Qualität das Spiel zustande gekommen ist. Davon kann sich so manches Vollpreis Spiel eine große Scheibe abschneiden! Sehr gute Arbeit und meinen vollsten Respekt, mindFactory!
geschrieben am 29.09.2008, Mr. Brain
| Systemanforderungen: Windows 2000/XP/Vista |
Weitere Links: Spiel bewertenOffizielle Seite |
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Hype-o-Meter: 8.6 von 10 (12 Stimmen) |
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