Previews: Lost Horizon:

Lost Horizon - Zweites Preview


Das neue Spiel von Animation Arts, den Machern von 'Geheimakte Tunguska', und Publisher Deep Silver, wird mit Spannung erwartet. Glaubt man den Informationen auf der Website des Spiels, so soll 'Lost Horizon' nichts geringeres, als „das große Abenteuer zurück in das Genre der klassischen Adventure-Spiele“ bringen. Dabei haben sich die Entwickler von James Hiltons gleichnamigem Roman inspirieren lassen. Der Spieler darf sich also auf eine echte Abenteuergeschichte freuen, die wie ein Film aufgezogen und in einzelne Kapitel unterteilt ist. Bereits das Menü des Spiels ist wie das Äußere eines Lichtspieltheaters designt und deutet auf die cineastische Machart des Spiels hin. Adventurecorner durfte für die Preview die ersten zwei von insgesamt sieben Kapiteln spielen und vorab in den Genuss der Story kommen.


Das abgelegene Kloster, die Weltstadt und der Schmuggler

Die Geschichte beginnt mit einem geheimnisvollen Artefakt.

Am Anfang des Spiels verschlägt es einen zunächst ins verschneite Tibet des Jahres 1936. Richard Weston, ein britischer Offizier, und seine Kameraden wollten in einem Kloster Mönche beschützen, als sie von unbekannten Mächten angegriffen werden. Im folgenden Feuergefecht können Richard und einer der Mönche als einzige in eine geheime Kammer flüchten. Der schwer verwundete Mönch übergibt Richard ein Artefakt, einen Schlüssel, und ermahnt Richard, dass er ihn unbedingt in Sicherheit bringen muss.

In Hongkong hat zur gleichen Zeit der draufgängerische britische Pilot und Schmuggler Fenton Paddock ganz andere Probleme, denn weil er der örtlichen Triade einige Aufträge weggeschnappt hat, ist sie gar nicht gut auf ihn zu sprechen. Fenton bekommt das schnell am eigenen Leib zu spüren, als man ihm ein vorzeitiges Grab auf dem Grund des Meeres verschaffen will. Doch mit List und Tücke kann er dem verfrühten Tod entkommen. Der Tag wird nicht besser, als in seinem Büro ein britischer Offizier wartet, der Fenton zu Gouverneur Lord Weston, Richards Vater, führt. So erfährt Fenton, dass sein alter Freund Richard in Tibet verschollen ist, und natürlich zögert er nicht lange, und bereitet eine Rettungsmission für Richard vor. Auf seiner Reise wird er von Kim, einer alten Bekannten, begleitet.

Exotische Orte, Regen und Schnee

Die Figuren bewegen sich vor handgezeichneten, detailreichen Hintergründen.

Die Figuren bewegen sich vor handgezeichneten Hintergründen, die wirklich sehr gut gelungen sind und dem Spiel einen ganz eigenen Stil geben, ohne dabei wie ein Comic zu wirken. Die Auflösung kann automatisch festgelegt werden oder man wählt manuell zwischen 1024 x 868, 1280 x 800 oder 1440 x 900 Pixeln. Ebenso lässt sich im Konfigurationsmenü die Kantenglättung und die Qualität der Grafikdetails festlegen. Für Monitore, die 16:9 oder 16:10 Bildformate darstellen können, gibt es die Option „Breitbild ausnutzen“. User anderer Monitore sehen im Spiel einen schwarzen Balken auf der linken und rechten Seite.

'Lost Horizon' bietet viele unterschiedliche Locations, die mit viel Liebe für Details gemalt wurden, und gekonnt unterschiedliche Stimmungen und Settings vermitteln. Sei es nun ein Nachtclub, ein Flugzeughangar oder die Residenz des Gouverneurs, es macht einfach Spaß die Orte zu erkunden. Im Laufe des Spiels soll die Reise zu noch mehr Schauplätzen rund um den Globus führen, die Preview beschränkte sich allerdings auf Hongkong und Tibet. Auch Regen und Schnee sind schön animiert und tragen viel zur Atmosphäre bei.
Die Charaktermodelle der Hauptfiguren sind kürzlich überarbeitet worden und bekamen von den Entwicklern verbesserte Haar- und Zahnmodelle mit auf den Weg. Ebenso hat man an der Lippensynchronität gewerkelt und die Texturen verbessert. Es hat sich jedenfalls gelohnt, da nun die Lippenbewegungen mit der Sprachausgabe synchron sind, etwas, was wir in einer früheren Preview noch bemängelt haben. Allerdings sind die Gesichtsausdrücke insgesamt noch immer ein bisschen steif. An einigen Stellen wird bei Dialogen der Charakter, der gerade spricht, in einer Nahaufnahme gezeigt - ein schönes Stilmittel, um noch mehr die Atmosphäre eines Films herauszuarbeiten. Auch die Vertonung ist im Übrigen filmreif.

Ein wahrer Hörgenuss

Bei der Dialogauswahl hat man sich für ein großes, mittiges Fenster entschiedet.

Sowohl die kurzweiligen Cutscenes, die die Geschichte immer wieder voran treiben, als auch das eigentliche Geschehen im Spiel werden von stimmiger Musik begleitet, die zu den jeweiligen Settings passt. Auch auf Soundeffekte wie Wind oder Regen wurde nicht verzichtet. Bei der Besetzung hat man sich Mühe gegeben und die Figuren alle mit professionellen Schauspielern besetzt, die auch gut in die jeweiligen Rollen passen. Da kommt wahres Kinofeeling auf. Dialoge kann man mit einem Rechtsklick überspringen, aber warum sollte man, bei einer so gelungen Vertonung? Einzig die Figur der Kim kommt doch extrem zickig rüber, aber das mag jeder Spieler anders empfinden. Vielleicht überwindet Kim im weiteren Spielverlauf ihre schlechte Laune auch noch. Wer sich übrigens gefragt hat, ob man mit Fentons Begleiterin einen zweiten, spielbaren Charakter hat, dem sei gesagt, dass dies nur bedingt der Fall ist. In den ersten zwei Kapiteln ist es jedenfalls so, dass man nur vorübergehend in Kims Rolle schlüpfen kann und dann besteht ihre Aufgabe hauptsächlich darin, Fenton Sachen anzureichen, an die er selbst nicht herankommt. Dialogoptionen werden übrigens in einem Fenster angezeigt, das nahezu den gesamten Bildschirm für sich in Beschlag nimmt. Obwohl man sich hier gegen die gängigere Methode, die Auswahlmöglichkeiten im unteren Bildschirmbereich einzublenden, entschieden hat, stört das große Fenster nicht, zumal man die Szene dahinter noch sehen kann.

Nicht nur im Kloster gibt es Symbole

An der Steuerung gibt es nichts zu meckern, benutzerfreundlicher geht es eigentlich kaum noch.

Navigiert wird in typischer Point-&-Click-Manier mit der Maus. Bei längeren Wegen rennt der Charakter automatisch, was einem das sonst übliche Doppelklicken erspart. Der keilförmige Cursor verwandelt sich in das Symbol einer Computermaus, wenn man ihn über den Bildschirm bewegt und dabei auf ein interessantes Objekt stößt. Dabei sind die Maustasten grün gefärbt, mit deren Klick der Spieler eine Aktion ausführen kann. Zusätzlich erscheint direkt neben der Maus ein kleines Symbol, das auf die Art der Aktion hinweist, z.B. ein Auge, um Gegenstände zu betrachten. Ein Beispiel: Fenton möchte den Blasebalg ins Inventar aufnehmen, mit dem sein Mechaniker den Motor des Flugzeugs sauber gepustet hat. Mit einem Rechtsklick kann er den Blasebalg betrachten, mit einem Linksklick kann er ihn aufnehmen. Daher sind beide Tasten des Maussymbols grün gefärbt und neben ihnen befinden sich ein Hand- und ein Augesymbol. Die Steuerung geht sofort in Fleisch und Blut über und die Maus wird schnell zur Verlängerung des eigenen Arms. Damit einem auch keine wichtigen Gegenstände entgehen, kann man durch einen Klick auf eine Lupe im unteren, rechten Bildschirmrand die Szene untersuchen. Es werden alle Objekte oder Personen hervorgehoben, mit denen die Spielfigur interagieren kann. Eine nette Idee ist auch die Funktion „Spielhilfe“ gleich neben der Lupe. Hat man mal den Faden verloren oder längere Zeit nicht gespielt und eigentlich keinen Schimmer mehr, worum es eigentlich im Spiel ging, so wird das bisherige Spielgeschehen hier von einem Erzähler kurz und bündig zusammengefasst inklusive dessen, was die Figur als nächstes zu tun hat. Sehr praktisch.

Wenn das mein Kater sehen könnte

Neben den typischen benutze Objekt A mit Objekt B-Rätseln gibt es auch einige Puzzles.

Dem Spieler werden verschiedene Spezialitäten aus dem Menü „Rätselkost“ serviert. Die meiste Zeit über geht es darum, bestimmte Objekte aufzunehmen, um sie mit anderen zu benutzen. Aber es gibt auch Inventarrätsel, bei denen Fenton etwas erfinderisch sein muss, um bestimmte Objekte selbst herzustellen, ebenso wie klassische Puzzles. Ein netter Einfall hierbei ist, dass man den Schwierigkeitsgrad der Puzzles selbst wählen kann: Entweder man spielt die herausfordernde Variante oder die leichte. Um ein Gefühl für die Art der Rätsel zu bekommen, sei das Ganze mit einem Beispiel untermauert:

Fenton ist seine Brieftasche abhanden gekommen, die er aber unbedingt braucht, weil sich in der darin ein Foto befindet, das er jemandem zeigen will. Nun hat ein Junge am Hafen seine Geldbörse gefunden, will sie Fenton aber nur zurückgeben, wenn er ihm im Gegenzug dabei hilft, Fledermäuse zu fangen. Dummerweise regnet es gerade und bei Regen kommen die Insekten nicht raus – und somit auch nicht die Fledermäuse. Aber der findige Spieler weiß, dass am Hintereingang eines Nachtclubs ein Fliegenschwarm begeistert um den Müll dort herumsaust. Dummerweise kommt Fenton nicht so ohne weiteres an die Fliegen heran, da ein kleines Kätzchen auf den Mülltonnen hockt und vermutlich Lärm machen wird. Lärm wiederum ist äußerst ungünstig, da um die Ecke am Haupteingang die Triade auf uns wartet. Zuerst muss also die Katze abgelenkt werden. Vor der Residenz des Gouverneurs steckt ein kleiner Ball im Baum, der dazu prädestiniert wäre, doch hier gibt es gleich das nächste Problem: Die Wache zickt rum, weil Fenton den englischen Rasen beschädigen würde. Nach einem Ablenkungsmanöver gehört der Ball endlich uns, doch so richtig weckt er noch nicht das Interesse der Katze. Erst, als Fenton den Ball an ein Maßband bindet und das andere Ende des Bandes an eine Holzstange, damit der Ball wie ein Pendel hin- und her schwingt, fängt die Katze an, begeistert damit zu spielen, und wir haben endlich freien Zugang zu den Fliegen. Diese werden mit dem bereits erwähnten Blasebalg aufgesaugt.

Die Rätsel sind fair und logisch. Wie das Beispiel zeigt, bauen sie aufeinander auf. Nichts passiert also willkürlich. Dabei wird die Story auch immer ein kleines Stückchen vorangetrieben, wenn man wieder eine Hürde genommen hat. Der Erzählfluss wird somit nicht gestört. Allerdings werden erfahrene Spieler die Rätsel schnell verdaut haben, daher bleibt zu hoffen, dass die Story schön lang ist.


Galerien

Fazit:

Wertung: Sehr gut

Animation Arts hat sich vorgenommen, ein Spiel zu entwickeln, das wie ein Abenteuerfilm funktioniert, und bisher scheint dies gut gelungen zu sein. Da 'Lost Horizon' seinen Schwerpunkt deutlich auf die Geschichte gelegt hat, bleibt zu hoffen, dass sie auch weiterhin spannend und interessant genug ist, um den Spieler über sieben Kapitel hinweg bei der Stange zu halten. Die Rätsel jedenfalls sind mit einiger Überlegung zu lösen und so weit auch gut in der Geschichte integriert. Es kommen weder Frust noch Langeweile beim Spielen auf. Die Handlung wird an dramaturgischen Stellen mit Actionsequenzen angereichert, so gibt es zum Beispiel in Hongkong eine Autoverfolgungsjagd oder Fentons Flugzeug wird in der Luft von einer feindlichen Maschine unter Beschuss genommen. Angereichert wird die Geschichte durch schön gerenderte Zwischensequenzen, die man bei anderen Spielen oft schmerzlich vermisst. Die ersten zwei Kapitel waren vielversprechend und der Start des kompletten Spiels wird schon sehnsüchtig in unserer Redaktion erwartet.

geschrieben am 08.07.10, Maren Keitel

Systemanforderungen Weitere Links

Windows XP/Vista/Windows 7
Pentium IV 2 GHz Single Core oder 100 % kompatibler Prozessor
512 MB RAM
DirectX® 9-kompatible AGP oder PCI Express Grafikkarte mit mind. 64 MB Speicher
DirectX® 9-kompatible 16 Bit-Soundkarte (optional)
DVD-ROM-Laufwerk
4,5 GB freier Festplattenspeicher
Maus
Offizielle Homepage


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Dieses Preview gehört zu  Lost Horizon.




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