Previews: A Stroke of Fate:

A Stroke of Fate


Im Jahr 2007 konnten wir zum ersten Mal einen Blick auf das russische Adventure 'A Stroke of Fate' aus dem Hause Akella werfen. Thematisch orientiert sich das Spiel an historischen Ereignissen wie dem Stauffenberg-Attentat sowie dem Tod von Adolf Hitler. Doch schon vor 3 Jahren war mehr als unklar, ob das Spiel aufgrund der verwendeten Symbole des dritten Reichs, die laut §86a des StGB als verfassungsfeindlich eingestuft sind, jemals in Deutschland erscheinen wird. Daran hat sich auch bis heute nichts geändert und einen Releasetermin gibt es für Deutschland auch weiterhin nicht. Freundlicherweise hat uns Akella dennoch eine englischsprachige Vorschau-Version zukommen lassen, in der ein kurzer Abschnitt des Titels spielbar ist. Wie sich 'A Stroke of Fate' bei diesem ersten Thema schlägt, haben wir uns detaillierter angesehen.


Das Attentat auf Hitler

Zwischensequenzen werden in comichaft gezeichneten Standbildern dargestellt. Die Themen des Spiels sind dagegen eher ernster Natur.

Wir schreiben das Jahr 1944 in der deutschen Reichshauptstadt Berlin. Gerhard Detlef Mayer, der sieben Jahre lang treu dem dritten Reich diente und an die Ideen Adolf Hitlers glaubte, ist ein angesehener SS-Standartenführer in der geheimen Staatspolizei Gestapo. Doch der Glaube an Hitler begann vor einigen Jahren langsam zu bröckeln, als er vor einiger Zeit ein Konzentrationslager besuchte und die dortigen Gaskammern und die vielen ermordeten Menschen sein Weltbild ins Wanken brachten. Jahre später nun also, nach den folgenschweren Kriegsniederlagen in Stalingrad und Kursk, die das Ableben und die Gefangennahme unzähliger Soldaten zur Folge hatten, kann es für ihn keinen Zweifel mehr geben: Adolf Hitler brachte nur Krieg und Unheil über Deutschland und schließlich über die ganze Welt. Es ist an der Zeit, dass er von der Bildfläche verschwindet - und zwar für immer. Und dieses Ziel verfolgt Mayer nicht alleine, denn in Nazi-Deutschland regt sich auch an anderen Stellen im Verborgenen der Widerstand. Ihm ist zu Ohren gekommen, dass ein gewisser Otto Hefner zu einer geheimen Organisation gehört, die vom Generaloberst Ludwig Beck geleitet wird. Mit der Zeit wurden Mayer und Hefner Freunde und Letzterer immer offener ihm gegenüber, ohne sich ihm aber vollständig anzuvertrauen. Am Abend des 19. Junis und bei feuchtfröhlicher Runde rutschten jenem Hefner dann aber unbeabsichtigt einige Worte mit unzweideutigem Inhalt über die Lippen, die seine wahre Einstellung zum Führer klar zu erkennen gaben. Voller Angst vor den Konsequenzen versuchte er sogleich vom Thema abzulenken und die gerade gefallenen Worte mit noch mehr Alkohol vergessen zu machen. Doch Gerhard Mayer hatte nun seine endgültige Bestätigung.

Genau an dieser Stelle startet dann das eigentliche Spiel. Nach jener durchzechten Nacht wacht Mayer morgens mit einem gehörigen Kater in seiner Wohnung auf. Den Abend zuvor und die gerade geschilderten Ereignisse hat er allerdings noch relativ gut in Erinnerung. Hefner ist also tatsächlich ein Teil einer Verschwörung gegen Hitler. Unter normalen Umständen hätte Mayer als Mann der Gestapo und Mitglied der SS sofort Bericht erstatten müssen. Doch sein zuvor gefasster Entschluss, Hitler ein für alle Mal loszuwerden, ist unumstößlich. Im nächsten Schritt zur Umsetzung seines Plans wäre es vorteilhaft, zu dieser Geheimorganisation Kontakt aufzunehmen. Bis dieser jedoch erfolgreich hergestellt werden kann, muss er zuerst deren Vertrauen gewinnen und bis dahin versuchen, möglichst nicht aufzufallen. Das gilt besonders für seine Aufgabe als Standartenführer, weshalb ein Klingeln des Telefons fast wie eine unmissverständliche Anweisung für ihn ist. Am Apparat ist sein direkter Vorgesetzter, SS-Gruppenführer Heinrich Müller, und verlangt nach der "Canada"-Fallakte, die er heute längst hätte vorlegen sollen. Doch wo hat er diese nur hingelegt?

In Farbe…und bunt

Neben der üblichen Darstellung in Farbe, kann A Stroke of Fate auch mit Schwarz-Weiß- oder Sepia-Filter gespielt werden.

Auch wenn 'A Stroke of Fate' nicht mehr ganz taufrisch ist, optisch macht das Spiel noch immer einen ansprechenden Eindruck. Zumindest die Hintergründe sind detailliert und hübsch vorgerendert, wenn auch zwischen verschiedenen Auflösungen leider nicht ausgewählt werden kann, denn unterstützt werden ausschließlich 1280x1024 Bildpunkte. Im Falle von Breitbild-Monitoren hat dies unschöne schwarze Balken am linken und rechten Bildschirmrand zu Folge. Eine nette Idee sind zudem die beiden optionalen Schwarz-Weiß- und Sepia-Darstellungsmodi, die zusätzlich für einen besonderen historischen Touch sorgen und statt der üblichen Darstellung in Farbe ausgewählt werden können.

Einen eher weniger guten Eindruck hinterlassen dagegen die Animationen der Charaktere, die doch sehr steif, ruckartig und dadurch unnatürlich wirken. Zusätzlich getrübt wird das Spielerlebnis durch einige Bugs und Performance-Probleme, die in unserer Preview-Fassung noch enthalten sind. Neben kleineren Rucklern weigerte sich das Spiel auch einmal aus einem der vielen Ladebildschirme

Erinnerungssequenzen finden in Schwarz-Weiß-Optik statt. Wichtige Personen und Gegenstände werden hier farblich hervorgehoben.

wieder zurückzukehren. Das darauf folgende Laden eines älteren Spielstandes bewirkte, dass Gerhard Mayer fortan nicht mehr sichtbar war, das Spiel aber dennoch weitergespielt werden konnte. Nach einem Szenenwechsel tauchte der Protagonist dann zwar wieder auf, schwebte fortan allerdings in sitzender Haltung durch die Umgebung. Auch spiellogisch gibt es noch so einige Ungereimtheiten. Gerhard Mayer kann Dokumente lesen, die außerhalb seines Sichtfeldes an einem ihm abgewandten Regal hängen oder Personen verhalten sich abwegig (Mayer telefoniert offen mit einen Verschwörer, während neben ihm ein Gestapo-Offizier steht). Auch wenn 'A Stroke of Fate' in Russland bereits erhältlich ist, bis zu einer Veröffentlichung in Deutschland dürfte noch ausreichend Zeit sein, um derartige Fehler und Unschönheiten hoffentlich zu beseitigen.

Spaziergang im Ledermantel

Das schwarze Auto inklusive Fahrer steht immer zur Verfügung, um Gerhard Mayer bei seinen Aufgaben in Berlin zu unterstützen.

Gesteuert wird Gerhard Mayer durch sein ambitioniertes Vorhaben auf klassische und bodenständige Point-and-Click-Manier. Benötigt wird dazu im Grunde eigentlich nur die linke Maustaste, mit der sowohl Objekte betrachtet oder aufgenommen, als auch mit Personen gesprochen werden kann. Je nach Interaktionsmöglichkeit verändert der Mauszeiger seine Form in eine Lupe, Hand, Tür oder Mund und ein Mausklick sorgt für die entsprechende Handlungsweise. Alternativ kann über die rechte Maustaste jedes Objekt noch zusätzlich betrachtet werden, woraufhin Gerhard eine kurze Detailbeschreibung von sich gibt. Auf zusätzlichen Komfort muss bei der Suche nach Hotspots allerdings verzichtet werden, denn die heute fast schon obligatorische Hotspot-Anzeige gibt es in 'A Stroke of Fate' nicht.

Um gar noch schneller voranzukommen, können diverse Ziele direkt über eine Stadtkarte angewählt werden.

Ein wenig anders sieht dies bei der Fortbewegung aus. Um die Laufwege etwas abzukürzen, bewirkt ein Doppelklick auf einen Ausgang einen sofortigen Szenewechsel. Dies ist überaus hilfreich, da Gerhard als angesehener Mann der Gestapo wohl nicht gerade einen Hang dazu hat, sich besonders schnell durch die Gegend zu bewegen. Anders ist es nicht zu erklären, dass der SS-Standartenführer statt in den Laufschritt zu wechseln, lieber gemächlich durch das Bild schlendert, um den Anweisungen des Spielers Folge zu leisten. Erschwerend kommt hinzu, dass auf Mausklicks nicht immer besonders zügig reagiert wird und die Steuerung dadurch ein wenig hakelig erscheint. Noch mehr wird der Spielfluss allerdings durch ständige Ladezeiten ausgebremst, die nach jedem Wechsel der Szene bzw. der Ansicht auf das Geschehen das Weiterspielen für 2-3 Sekunden unterbrechen. Dies mag zuerst nicht als besonders lang erscheinen, wird aber mit zunehmender Spieldauer aufgrund der Häufigkeit ziemlich lästig, vor allem wenn eine etwas längere Wegstrecke zurückgelegt werden soll. Für die meisten dieser Fälle steht glücklicherweise aber eine Stadtkarte zur Verfügung, die genutzt werden kann, um schneller von einem Ort zu einem anderen zu gelangen.

Geheimbotschaften entschlüsseln für Verschwörer - Band 1

Mit diversen Zeitungsschnipseln und etwas Geschick ist es Gerhard möglich, eine chiffrierte Botschaft zu entschlüsseln.

Doch was wäre ein Adventure ohne ausreichend fordernde Rätsel? In der rund vierstündigen Preview durften natürlich auch einige Aufgaben gelöst werden, die von weitestgehend unterschiedlicher Natur sind. Meistens reicht es bereits aus, mit der richtigen Person zu sprechen, einfach ein bestimmtes Objekt zu finden oder zwei Objekte miteinander zu kombinieren. Hin und wieder dürfen aber auch ein wenig anspruchsvollere Aufgaben gelöst werden. So muss eine Geheimbotschaft mit Hilfe einer Zeitung entschlüsselt, ein Fotoapparat zu Überwachungszwecken korrekt zusammengesetzt oder anschließend die Negative aus selbiger mit dem richtigen Timing im Badezimmer entwickelt werden. Zu Beginn der Preview-Version durchlebt Mayer sogar eine kleine Erinnerungssequenz, in der er anhand von vorgegebenen Hotspots sein Verhalten des Vorabends gedanklich noch einmal nacherleben muss, um einen verlegten Schlüssel zu finden.

Doch vor allem bei den gewöhnlichen Aufgaben ist nicht immer klar ersichtlich, was denn nun eigentlich im nächsten Schritt zu erledigen ist. Zwar werden die aktuellen Ziele im Journal vermerkt, das jederzeit zur Ansicht aufgeschlagen werden kann, doch ist daraus nicht immer auch automatisch die erforderliche Handlung ablesbar. Oftmals muss zuerst noch ein bestimmter Hotspot gefunden oder mit der richtigen Person gesprochen werden, bevor die eigentliche Handlung fortfahren kann. Gerade durch die vielen Ladebildschirme und die fehlende Hotspot-Anzeige kann das zu einer müßigen Sucharbeit ausarten

Die Hand zum Gruße

Das Journal ist unser ständiger Begleiter. Zu erledigende Aufgaben werden hier noch einmal schriftlich festgehalten.

Zur akustischen Untermalung laufen im Hintergrund hin und wieder klassische Klänge mit Klavierunterstützung, die in einigen Szenen energischer vorgetragen werden und sich so zu einer bedrohlichen Kulisse entwickeln können. Zudem sind natürlich auch die Charaktere vollständig vertont. Wie bereits eingangs erwähnt, handelt es sich bei unserem Muster um eine ins Englische übersetzte und synchronisierte Version von 'A Stroke of Fate'. Die Sprecher machen ihren Job weitestgehend solide, stolpern höchstens einmal bei deutschen Begriffen und Namen, die für nichtdeutsche Zungen ein wenig schwierig sind. Die Dialoge, die durchgehend mit bekannter Grußformel und hoch erhobenem Arm beginnen, finden in einem bildschirmfüllenden Dialogkasten statt, in dem etwaige Gesprächsthemen ausgewählt werden können. Das Spielgeschehen wandert somit fast vollständig in den Hintergrund, woraus resultiert, dass auch die Charaktere inklusive der Lippenbewegungen oder Animationen kaum noch wahrnehmbar sind. Stattdessen werden zwei unbewegliche Köpfe der beteiligten Gesprächspartner als Grafiken eingeblendet, um zu verdeutlichen, wer gerade der sprechende Akteur ist. Die Dialoge selbst können mit der linken Maustaste Abschnittsweise oder mit der rechten Maustaste komplett übersprungen werden. Daraufhin verschwindet das Gesprächsthema aus der Liste der Optionen, wird aber wieder eingeblendet, sobald ein anderes Thema angeschnitten oder die Person erneut angesprochen wurde. Abgehandelte Dialoge bleiben somit auch weiterhin zugänglich, werden aber leider nicht sichtbar aus der Liste ausgegraut.


Galerien

Fazit:

Eines ist ganz sicher: Aufgrund der ausschweifenden Darstellung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen wird 'A Stroke of Fate' zumindest In dieser Form nicht hierzulande erscheinen können, dem ist sich Entwickler Akella natürlich auch bewusst. Anders als bei Filmen, dürfen bei in Deutschland veröffentlichen Computerspielen keine verbotenen Kennzeichen und Symbole verwendet werden. Somit bleibt es abzuwarten, ob eine Anpassung an den hiesigen Markt wirklich stattfinden wird, so müssten doch sehr viele Hintergründe und sonstige Grafiken zu weiten Teilen überarbeitet und verändert werden. Ebenfalls wird es interessant zu sehen sein, ob sich die bis zum Ende der Preview-Version eher dahinplätschernde Story noch steigern und damit mehr Spannung aufbauen kann, als bislang geschehen. Des weiteren gehören bis zu einem Release im deutschsprachigen Raum auch hoffentlich die gelegentlich auftretenden Bugs und Logikprobleme der Vergangenheit an. Sollte Akella also noch an einigen Kritikpunkten feilen, dürfte uns ein zumindest solides, historisch angehauchtes Adventure erwarten. Nach derzeitigem Stand sind allerdings noch zu viele Fragen offen, um ein abschließendes Urteil über 'A Stroke of Fate' fällen zu können.

geschrieben am 29.10.10, Andreas Baumann

Systemanforderungen Weitere Links
Betriebssystem: Windows XP/Vista/7
Prozessor: Pentium IV / Athlon 2 GHz
Speicher: 1024 MB RAM
Festplatte: 1.5 GB
Grafikkarte: 256 MB 3D Grafikkarte (Geforce 4 / Radeon 9500, 1280x1024 Mindestauflösung)
DirectX®: 9.0
Offizielle Homepage
Teaser im Adventure Corner Videoplayer
A Stroke of Fate: Operation Valkyrie bei Steam kaufen


Spiel kaufen

Ähnliche Spiele

Dieses Preview gehört zu  A Stroke of Fate.




+1 Gefällt mir
Kommentare 7
Marlowe
02.11.2011, 10:38

Das Spiel ist jetzt bei Steam erhältlich. Die Ladezeiten sind wirklich lang für die doch eher mäßigen Grafiken. Ansonsten finde ich das Spiel bis jetzt ganz gut.

giuseppe
23.12.2011, 08:56

kommt das Spiel eigenlich auf Deutsch in den Handel, ist da schon was bekannt?

Indiana
23.12.2011, 09:46

Der letzte Stand ist, dass sich kein deutscher Publisher an die heikle Thematik herantraut (speziell wegen der Symbole). Die sind in der Version von Steam aber ja auch enthalten. Vermutlich ist das nur einfach ein so "kleines" Produkt, dass es bislang keinen Kläger gefunden hat.

giuseppe
23.12.2011, 12:27

bleibt also nur zu hoffen daß es ein deutscher Publisher übernimmt.

Bei Steam ist es nur auf Englisch ohne deutsche Untertitel, Oder?

Indiana
23.12.2011, 13:25

Genau. Da gibts keine deutschen Untertitel.

giuseppe
16.03.2012, 07:23

Gibt es inzwischen was neues?

Indiana
18.03.2012, 10:43

Nein, immernoch nur auf englisch und nur über Steam. Ich befürchte auch, dass sich aufgrund der Thematik kein deutscher Publisher finden wird.


Als Gast kommentieren

Benutzername
Zeichenkombination eingeben: b1e2cf


Anmelden

Name
Passwort

[ Registrieren | Passwort vergessen? ]
 







PCGamesDatabase.de Tayrint-Lets Play Adventures-Kompakt Adventuresunlimited.de Tentakelvilla.de All-Inkl Serverhosting

Der Adventure Corner Award
 Newsfeeds!  Twitter!  Become a fan!  del.icio.us