Previews: The Next BIG Thing:

The Next BIG Thing


Seit den 'Runaway'-Titeln sind die Pendulo Studios ein Name, an den man sich erinnert. So sind die Erwartungen hoch, wenn sich das Entwicklerstudio Anfang des kommenden Jahres mit einem neuen Point-&-Click-Adventure zurückmeldet. Die Idee ist jedenfalls schon einmal schräg: Die Geschichte spielt in einer Welt, in der Monster und Menschen Seite an Seite leben. Da das gesamte Setting in den 50ern spielt, fühlt man sich als Spieler schon ein wenig in einen der klassischen Horrorfilm der damaligen Zeit versetzt – mit Absicht versteht sich. Die Geschichte läuft vor liebevoll handgezeichneten Hintergründen im Comic-Stil ab und dreht sich um zwei Reporter des Quill: die exzentrische Liz Allaire und den charismatischen Dan Murray. Doch fangen wir am Anfang an.


Die Feder ist mächtiger als das Schwert … oder so

Alles beginnt ganz harmlos: Dan und Liz sollen über ein Horrorfilmfestival berichten.

Der Quill hat seine besten Leute losgeschickt, um vom diesjährigen Horrorfilmfestival zu berichten: Liz Allaire und Dan Murray. Doch die zwei schaffen es nicht mal vom Parkplatz zum Gebäude, ohne dass sie sich streiten. Liz will nämlich eine sensationelle Reportage mit möglichst vielen Interviews, Dan hingegen sieht es eher gelassen und bleibt einfach im Wagen sitzen. Kein Wunder also, dass Liz auf hundertachtzig ist, als sie vom Festival zurückkommt, muss sie doch die ganze Arbeit allein machen. Doch während sie Dan die Leviten liest, bemerkt der etwas Interessantes: Das Monster Big Albert steigt durch ein offenes Fenster in die Villa des berühmten Produzenten FitzRandolph ein, seines Zeichen ebenfalls ein Monster. Das sieht nicht nach einem Kaffeeklatsch aus und insbesondere Liz‘ Neugier ist geweckt. Was hat Big Albert nur in der Villa zu suchen? Was er findet, wird schnell klar: Probleme.

In der humorvollen Geschichte steuert der Spieler abwechselnd Liz und Dan, beginnend mit Liz, die einen Weg sucht, um in die Villa und an Big Albert heranzukommen. Über ihr weiteres Schicksal soll hier noch nicht zu viel verraten werden, nur so viel: Als sie am nächsten Morgen nicht pünktlich auf der Arbeit erscheint, ist der Chef stinksauer und schickt Dan los, um sie zu suchen. So wird die Geschichte zunächst aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, die am Ende aber ein großes Gesamtbild ergeben. Dabei führt durch die gesamten Ereignisse ein Erzähler. Der passt nicht nur gut zur Stimmung, sondern auf diese Weise werden auch immer wieder Ereignisse zusammengefasst und Ziele klar definiert. Wer dennoch mal den Überblick verliert, kann auf das innovative Aufgabensystem zurückgreifen: Hier werden übersichtlich strukturiert die nächsten Etappen angezeigt, die man zurücklegen muss, um ein Kapitel abschließen zu können. Hat man eine Aufgabe erledigt, wird diese mit einem Häkchen versehen.


Hübsch bunt ist es

Für ihre skurrile Welt bediente man sich des Comicstils. Extra Lacher gibt es für Anspielungen auf bekannte Filme.

Der Comicstil erinnert an die 'Runaway'-Titel, ist aber bunter und verspielter, was sehr gut zum skurrilen Setting passt. In einer Cutscene fehlten zu diesem Zeitpunkt noch Hintergründe und Lokalisation, aber das hat den Spielspaß nicht verdorben. Für die Figuren bediente man sich der Cellshading-Technik, sodass auch die 3D-Charaktere wie von Hand gezeichnet wirken. In Großaufnahmen mangelt es manchmal etwas an Lippensynchronität, was vor allem beim Erzähler auffällt, aber auch dieses Problem wird bis zum Release vielleicht noch behoben. Es macht auf jeden Fall Spaß, sich durch die farbenfrohe Welt zu klicken. Apropos klicken: Die Steuerung geht sofort in Fleisch und Blut über. Klickt man auf den Boden, bewegt sich die Figur an Ort und Stelle. Führt man einen Rechtsklick durch, kann man sich durch drei verschiedene Symbole schalten: Auge, Hand oder Sprechblase. Ein Linksklick führt dann die entsprechende Aktion aus, wie z. B. Objekt betrachten. Mit dem Hand-Icon werden Gegenstände näher untersucht und dank der Sprechblase kann man mit anderen Figuren kommunizieren – was man tunlichst machen sollte, denn sonst entgeht einem eventuell der ein- oder andere Witz.


Die Irre und der Blödian

Um ihren Partner Dan zur Kooperation zu bewegen, bedarf es harter Bandagen: Karten für einen Boxkampf.

Das Spiel lebt nicht nur durch seine Skurrilität, sondern auch durch seine Figuren. Die stehen und fallen natürlich mit ihren Sprechern, aber die Rollen sind hier sehr passend besetzt und die Schauspieler leisten gute Arbeit. Dan klingt wie ein echter Sonnyboy, während Liz manchmal recht verwirrende Sachen von sich gibt, die für sie aber offensichtlich einen tieferen Sinn ergeben, z. B. will sie einen größeren Kühlschrank für ihre Bücher. Besonders nett ist es, weil sich die zwei ja eigentlich gar nicht leiden können. So nennt er seine Kollegin immer nur „die Irre“, während sie ihn abfällig als „Blödian“ tituliert. Ob doch mehr dahintersteckt bleibt abzuwarten. Auch die Soundeffekte sind stets treffend. Die Schritte der Figuren haben je nach Untergrund den passenden Klang verpasst bekommen, sodass es anders klingt, wenn man über Asphalt, Gras oder ein Gitter geht. Auch Vogelgezwitscher oder Grillen fehlen nicht. Schade nur, dass die Musik auf einige wenige Orte beschränkt ist.


Rätselspaß

Tobby, die fleischfressende Pflanze, ist uns gleich in mehrfacher Hinsicht behilflich.

Rätseltechnisch geht es meistens darum, Gegenstände zu finden, einzustecken und etwas später wieder mit anderen Gegenständen zu benutzen. Dabei bauen die Rätsel aufeinander auf und erfordern manchmal auch ein „um-die-Ecke-denken“. Das Ganze sei mit einem Beispiel untermauert: Dan muss in den Tempel der Ewigen Illusion, in den man aber natürlich nicht so ohne Weiteres hineinkommt. Zufällig baut Professor Fly gerade eine Teleporterkabine, die aber noch in der Testphase steckt. Dan meldet sich selbstredend freiwillig als Testperson, doch der Wissenschaftler will nur Testpersonen zulassen, die - unter anderem - eine sehr geringe Lebenserwartung haben. Dan erfreut sich aber bester Gesundheit. Zum Glück findet der Reporter ein Blatt von Tobby, der fleischfressenden Pflanze, die auch gleichzeitig FitzRandolphs Hofhund ist. Er kaut das Blatt und kann so das Gerät zum Messen der Lebensspanne austricksen. Die Rätsel machen vor allem deswegen Spaß, weil immer eine Logik dahintersteckt und sie stringent auf ein größeres Ziel zulaufen. Außerdem hat man beim ersten Spielstart die Möglichkeit, das Hilfesystem freizuschalten. In dem Fall kann man im Spiel über einen entsprechenden Button zusätzliche Tipps bekommen, die einem dann der Erzähler liefert.


Galerien

Fazit:

Wertung: Sehr gut

Das Spiel bietet nicht nur ein ausgefallenes Setting, es hat auch zwei Hauptfiguren, mit denen man gerne auf die Jagd nach einer guten Story geht. Besonders positiv fallen das am Anfang zuschaltbare Hilfesystem oder das fest integrierte Aufgabensystem ins Gewicht. Die Hilfe enthält kleine Tipps, die oft schon ausreichen, um einen wieder auf den rechten Pfad zu bringen. Wem das gegen seine Spielerehre geht, der kann die Hilfe beim ersten Spielstart deaktivieren. Im Aufgabensystem sind klar die nächsten Dinge, die man erledigen muss, verankert. So verliert man nie den Überblick und kann bei Bedarf einfach nachsehen, sollte man doch mal auf dem Schlauch stehen. Die Rätsel sind so angelegt, dass sie lösbar sind. Dabei ist es häufig erforderlich, erst ein kleineres Problem zu lösen, um dann eine größere Aufgabe zu bewältigen, wie z. B. in den Tempel einzudringen. Die Geschichte ist zwar überschaubar, macht aber dennoch Spaß, nicht zuletzt, weil sie einen durch wirklich schön gestaltete Bilder führt. Bisher verspricht 'The Next Big Thing' die Erwartungen zu erfüllen und tatsächlich eine runde Sache zu werden. Wir wissen jedenfalls, worauf wir uns im neuen Jahr freuen.

geschrieben am 30.12.10, Maren Keitel

Systemanforderungen Weitere Links

Windows XP, Vista, 7
1,6 GHz Prozessor
512 MB Ram
DirectX 9 kompatible Grafikkarte mit 128 MB
DirectX 9 kompatible Soundkarte
8 GB Festplattenplatz
DVD-Laufwerk


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Dieses Preview gehört zu  The Next BIG Thing.




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