Previews: The Rockin' Dead:

The Rockin' Dead


Leichtbekleidete Frauen, eine Horde Untoter und harte Gitarrenriffs - das sind nicht nur die Zutaten, die aus einem Zombie-Splatterfilm stammen könnten, sondern auch die wesentlichen Bestandteile des Adventures 'The Rockin' Dead', das Mitte April von Bitcomposer Games auf den Markt gebracht werden soll. Punkten will das Spiel mit einer trashigen Handlung, der Synchronstimme von Angelina Jolie und einem 3D-Modus, für den bis auf eine beiliegende Farbfilterbrille keine extra Hardware benötigt wird. Mit einer bereits durchspielbaren Version des Spiels konnten wir uns einen ersten Eindruck verschaffen.


Eine Armee rockender Untote

Die Band Deadly Lullabyes bei ihrem Auftritt vor einem untoten Publikum.

Die wenig erfolgreiche Heavy-Metall-Band "Deadly Lullabyes" soll nach einer Einladung, die die Bandleaderin und Protagonistin Alyssa im Briefkasten findet, auf einem Festival auftreten, das den Namen ihres einzigen produzierten Songs "Creator's Creation" trägt. Stattfinden soll der Gig auf der mysteriösen Burg Knatterfels. Nachdem Alyssa ihre zwei nicht weniger attraktiven und nicht mehr bekleideten Bandkolleginnen Cassandra und Sahara von der Sache informiert hat, machen sich die drei mit dem Bandbus auf den Weg. Wegen einer Meute auf der Straße tanzender Untoter kommen sie jedoch von der Straße ab und bauen einen Unfall. Nachdem Alyssa wieder erwacht, fehlen von ihren Freundinnen und dem Bandequipment jede Spur. Auf der Suche nach ihnen trifft die Heldin des Spiels jede Menge teils musikaffine Untote und seltsame Kreaturen, die alle Teil eines größeren perfiden Plans sind: mit der Untotenarmee will kein geringerer als Graf Waldemar von Schreckensknecht die Welt erobern.


Das erste B-Movie-Adventure

Einige Nahansichten vermitteln fast den Eindruck eines Wimmelbildspiels.

Was sich zunächst noch nach einer etwas seichten Geschichte anhören mag, entpuppt sich relativ bald im Laufe des Spiels als richtiger Trash, wie man ihn aus dem Filmgeschäft von vielen B-Movies her kennt. Das Merkmal der geistigen Anspruchslosigkeit findet sich nicht nur in der Story, sondern breitet sich auch auf andere Bereiche des Adventures aus.
So sind die vereinzelnd vorkommenden Dialoge allesamt platt und müssen teils wiederholt durchgeklickt werden um zu einem Ziel zu gelangen. Auch wirken die Rätsel absolut aufgesetzt und dilettantisch, und liegen auf einem Spektrum zwischen trivial einfach und abstrus unlogisch. Eher in Ausnahmefällen treibt außerdem die Lösung eines Rätsels die Handlung voran, wie man es sonst von Adventures gewohnt ist. Vielmehr werden hier neue Bereiche der Spielwelt begehbar gemacht, auf denen neue Rätsel sowie einer Menge roter Heringe auf den Spieler warten. Mit einer Hilfe-Funktion erfahren die Spieler aber für jeden Raum konkreter werdende Tipps zum Lösen des darin befindlichen Rätsels.
An einigen Stellen macht 'The Rockin' Dead' auch den Eindruck eines Wimmelbildspiels als den eines echten Adventures, was durch die teilweise wie in einer Photomontage zusammengeklebt aussehenden Hintergründe begründet liegt. Ein weiterer Grund dafür sind bestimmte Nahansichten einiger Orte, in denen sich die Hauptdarstellerin zwar nicht bewegen kann, aber trotzdem weit entfernte Gegenstände einheimst. Dazu kommt noch das fehlende Interface: Objekte werden eigentlich nur mit der linken Maustaste angeklickt, und die Spielfigur betrachtet oder benutzt den Gegenstand, je nachdem was mit ihm möglich ist, automatisch.
Die Animationen der vorgerenderten Charaktere sind flüssig, wiederholen sich aber etwa beim Sprechen nach einer kurzen Zeit. Aufgelockert wird das Spiel durch die in schwarz-weiß gehaltenen Zwischensequenzen, die auch tatsächlich durch Körnung und Bildrauschen den schmutzigen Look der alten 8mm-Filme einzufangen versuchen.
Zugute halten muss man 'The Rockin' Dead' jedoch die durch zahlreiche Animationen belebten Hintergründe und eine einigermaßen stimmige Soundkulisse, allerdings schlägt die sich wiederholende, rockige Hintergrundmusik auf Dauer aufs Gemüt, was sich aber noch bis zur finalen Version ändern kann.
Negativ ins Gewicht fallen auch die sehr langen Laufwege. Zwar aktiviert man im Laufe des Spiels verschiedene Portale, mit denen man schneller von festgelegten Orten zu anderen reisen kann, aber trotzdem vermisst man eine Übersichtskarte für die insgesamt etwa 90 Kulissen und Nahansichten. Außerdem lässt sich das Gehen der Protagonistin zu einem bestimmten Punkt nicht einmal abbrechen, falls man doch in die andere Richtung will, was in einem Adventure eigentlich Standard sein sollte.


Sprung in die dritte Dimension

Wie in einem Plattformspiel klettert Alyssa über schwimmende Tonnen von Steg zu Steg, die im 3D-Modus unterschiedliche Tiefen besitzen.

Als erstes Grafikadventure überhaupt kommt 'The Rockin' Dead' mit einem optionalen 3D-Modus. Das sogenannte Anaglyphenverfahren sorgt dabei für die räumliche Tiefenwirkung, eine Technik, die mittlerweile über 150 Jahre alt ist.
Die beiden perspektivisch etwas verschobenen Halbbilder für rechtes und linkes Auge werden in Komplementärfarben eingefärbt und überlagert auf dem Computerbildschirm dargestellt. Setzt man die beiliegende Farbfilterbrille auf, entsteht der Eindruck eines dreidimensionalen Bildes.
Leider ist 'The Rockin' Dead' der Sprung in die dritte Dimension nur teilweise gelungen: die dreidimensionale Spielwelt wirkt einfach nicht wie aus einem Guß. Hauptursache dafür ist die Architektur der 3D-Szenen, welche eigentlich nur aus verschiedenen flachen Ebenen mit einer unterschiedlichen Tiefe zusammengestückelt sind, wie man es vom im Titel ebenfalls viel verwendeten "parallax scrolling" her kennt. Dies hat auch den unangenehmen Nebeneffekt, dass sich einige Objekte wie auch die Protagonistin in bestimmten Kulissen nicht nahtlos in die 3D-Umgebung integrieren. Es wirkt, als schweben diese frei im Raum. Ein weiterer Grund, warum 'The Rockin' Dead' eher flach wirkt, ist dass sich die Spielfigur lediglich nach links oder rechts auf einer Linie bewegen kann, nicht aber nach vorne oder hinten. Ausnahmen sind bestimmte Siutationen, wenn sie beispielsweise über Fässer von einem Steg im Sumpf zum nächsten klettert, oder über Leitern verschiedene Ebenen einer Mine erklimmt, was an ein Plattformspiel erinnern mag. Bemerkenswert ist auch, dass für solche Kletterpartien sämtliche Animationen fehlen. Die Hauptdarstellerin verschwindet einfach an ihrer alter Position und taucht an der neuen Position auf. Insgesamt wirkt der 3D-Modus, der sich aber jederzeit deaktivieren lässt, also trotzdem etwas flach, ist aber dennoch ein nettes Gimmick. Rätsel, die von der dritten Dimension Gebrauch machen würden gibt es leider keine.


Galerien

Fazit:

Wertung: Mäßig

'The Rockin' Dead' versucht sich an einer Adaption der Qualitäten eines B-Movies ins Adventure-Format. Unsere Testversion ließ sich schon zu Ende spielen, und während der etwa fünf bis sechs Stunden langen Spielzeit erwarten den Spieler eine absolut trashige Handlung, unlogische, aufgesetzte Rätsel und lange Laufwege. Ein Gefühl von Spannung oder Grusel mag so gar nicht aufkommen, dafür aber höchstens mal ein Schmunzeln über den vielleicht gewollt niedrigen Anspruch des Spiels. Der optionale 3D-Modus ist eine nette Spielerei, nutzt aber sein Potential keinesfalls aus. Hartgesottene Adventurespieler spricht 'Rockin' Dead' also nicht an, aber Casual-Gamer und Trash-Fans könnten dafür einen Blick riskieren.

geschrieben am 14.03.11, Jonas Jelli

Systemanforderungen Weitere Links

Windows 98/ME/2000/XP/7
Pentium 4 mit 2Ghz
1GB Hauptspeicher
DirectX 5.0 oder höher
4MB DirectX kompatible Grafikkarte
DirectSound kompatible Soundkarte
DvD Laufwerk
Anaglyph-3D Brille (rot/cyan) für den 3D-Modus
Offizielle Homepage


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Dieses Preview gehört zu  The Rockin' Dead.




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Kommentare 5
Redman
15.03.2011, 14:15

bah, die grafik ist der größte abturner.

Minniestrone
15.03.2011, 18:19

Ich find die ganze Prämisse voll daneben.

Redman
20.03.2011, 11:29

ja spinn ich. man merkt ja die daz/poser grafik vom feinsten an, aber die nutzen ja sogar modelle, die nichtmal selber erstellt worden sind.

der rucksack auf dem zweiten und dritten bild ist von einem tomb raider modell. lol

Indiana
20.03.2011, 14:26

Bist Du Dir da sicher?

Redman
30.08.2011, 01:01

ja, bin ich mir. sorry für die späte antwort.
hab jetzt zwar nicht mehr die produkt seiten gefunden, aber das sind schonmal 3 sachen aus meinem archiv.
noch nichtmal die textur für das fernglas selber gemacht. auch wenn kleines studio, für mich wär das ein no-go als spielentwickler.

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