Previews: Alpha Polaris - a Horror Adventure Game :

Alpha Polaris


In ihrem Erstlingswerk 'Alpha Polaris' schicken die Independent-Entwickler von Turmoil Games den Spieler auf eine gleichnamige Forschungsstation tief in die grönländische Kältewüste. Dort beginnt in völliger Abgeschiedenheit und Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt nach einem seltsamen Knochenfund ein Kampf um Leben und Tod. Wir konnten einen ersten Blick auf das Spiel werfen, und verraten in dieser Preview, ob das Spiel auch die Nerven der Spieler zu gefrieren vermag.


Von einem Knochenfund zum Kampf ums Überleben

Ein Ionensturm tobt über der grönländischen Eiswüste.

Auf der amerikanischen Ölforschungsstation Alpha Polaris inmitten des eisigen Ödland Grönlands ist ein vierköpfiges, interdisziplinäres Team aus Wissenschaftlern auf der Suche nach Erdölvorkommen. So auch Norweger Rune Knudsen, seines Zeichens Biologe und Protagonist des Spiels. Neben der Ölsuche widmet sich dieser der Eisbärforschung und schreibt an einer wissenschaftlichen Arbeit über die Korrelation zwischen dem Zurückgehen der Meereisbedeckung und Mustern in der grönländischen Eisbärjagd. Insgeheim hat er außerdem einen Blick auf seine Arbeitskollegin Nova geworfen, weswegen er verdächtig oft zur gleichen Zeit wie sie Kaffepause macht. Zu dem Team gehört zudem noch der irische Allround-Mechaniker Tully, der - statt in einem Zimmer - lieber in einem Zelt neben seinen Werkzeugen in der Garage schläft. Der letzte in der Runde ist der Dienstälteste Al, der schon viele Jahre in Grönland als Ölforscher auf dem Buckel hat.
Das Spiel beginnt mit einem zunächst recht typischen Tag auf der Forschungsstation. Tully hilft Rune dabei, eine frisch gesichtete Eisbärin zu betäuben, ihren Gesundheitszustand zu überprüfen und sie mit einem Peilhalsband zu versehen. Wegen einer Entzündung im Gebiss und daraus resultierenden Unterernährung der Bärin entschliessen sich die beiden jedoch, sie für ein paar Tage im Hundezwinger der Station zu halten, um sie mit Antibiotika in regelmäßigen Abständen wieder auf die Beine zu bringen. Nach getaner Arbeit kehren die beiden abends zurück in die Station, wo Al bereits auf sie wartet. Dieser hatte den Tag etwas abseits der Station auf der Suche nach Öl verbracht, und war endlich fündig geworden, wie er der versammelten Mannschaft mitteilt. Neben dem sensationellen Ölfund auf dem Grund einer Gletscherspalte hat er aber auch eine weitere, eher außergewöhnliche Entdeckung in Form einer Höhle gemacht, die vor vielen hundert Jahren wohl als Kultstätte eines indigenen, kannibalistischen Volkes diente.

 

Überstunden im Labor der Station.

Laut einer Legende soll dieser Stamm primitiver Wildmenschen sich in ihrem unersättlichen Hunger nach Menschenfleisch an böse Geister gewandt und sich letztendlich in den Wahnsinn getrieben haben. Ein paar menschliche Knochen mit seltsamen Einschnitten sowie ein mit unbekannten Symbolen verziertes Hautstück, die Al in der Höhle fand, nahm er mit, um es von dem Team analysieren zu lassen. Seitdem werden die Wissenschaftler in den Nächten von Albträumen heimgesucht, und am darauffolgenden Morgen fehlt von der Eisbärin bis auf ein paar Blutflecken jede Spur. Nach einer tiefergehenden Untersuchung der Knochen und des Hautstückes stellt sich den Froschern die Frage, was Al aus den eisigen Tiefen noch mit an die Oberfläche geholt hat.



Soziale Abgeschiedenheit in eisiger Kälte

Nächtliche Albträume machen den Bewohnern der Alpha Polaris zu schaffen.

'Alpha Polaris' setzt in seinem Plot gezielt die soziale Isolation des Teams und die extremen Naturverhältnissen ein, um beim Spieler ein konstant beklemmendes Gefühl zu hinterlassen. Dazu trägt vor allem auch die dezent ausgearbeitete Hintergrundmusik und Soundkulisse bei, die auch in weniger spannenden Situationen eine schaurig kalte Atmosphäre erzeugt, dabei aber nie aufdringlich wird. Nach dem Einstieg gewinnt die Geschichte angenehm an Geschwindigkeit. Einen großen Pluspunkt erhält das Adventure für die glaubwürdige, in sich stimmige Spielwelt. Sowohl die einzelnen Hintergründe der Charaktere als auch deren Interaktion sind gut ausgearbeitet. Auch der Tag-Nachtwechsel ist gekonnt in Szene gesetzt. Grafisch macht 'Alpha Polaris' mit seinen 1280x800 Bildpunkten ebenso einen guten Eindruck. Die Hintergründe sind qualitativ hochwertig vorgerendert, die Charaktere werden als 3D-Modelle dargestellt. Bei den Dialogen gibt es ausdrucksstarke, gemalte Nahansichten der Spielfiguren, allerdings mangelt es diesen an einer Lippenbewegung beim Sprechen.



Das Interace ist schlicht und simpel gehalten: ein Rechtsklick auf ein Objekt lässt Thule letzteres betrachten, und bei einem Linksklick wird es benutzt, angesprochen oder eingesteckt. Gegenstände im Inventar werden am unteren Bildschirmrand aneinandergereiht dargestellt, mit einem Klick auf die Tasche kann man das Inventar außerdem öffnen oder schließen. In einem Notizbuch, das der Protagonist mit sich führt werden einige wichtige Informationen festgehalten oder für Rätsel wichtige Artikel eingeheftet. Mit der Leertaste lassen sich zudem alle interagierbaren Objekte anzeigen.

Rätselkost vom Feinsten

Auch grafisch kann das Adventure punkten. Größere Gegenstände, wie hier eine Ölsonde und ein Gewehr trägt der Protagonist auf dem Rücken.

Ein weiteres großes Lob hat die Gestaltung der oft wissenschaftlich angehauchten Rätsel des Independent-Projekts verdient. Zum einen sind diese nahtlos in die Rahmenhandlung integriert, zum anderen sind sie originell, kreativ und nie unlogisch. Der Schwierigkeitsgrad variiert zwischen sehr einfachen Kombinationsrätseln und Aufgabenstellungen, bei denen öfter mal um zwei Ecken gedacht werden muss. Besonders erwähnenswert sind die sporadisch auftretenden Texteingabe-Rätsel, bei denen der Spieler die richtige Lösung als Wort in die Tastatur eintippt. Das Adventure bietet zudem ein geschickt implementiertes Tippsystem: mit einem Linksklick auf den Protagonisten gibt dieser seine aktuellen Gedanken, und damit eine grobe Richtung der anstehenden Aufgaben preis, ohne dabei zuviel zu verraten.

Etwas nörgeln kann man allerdings bei der Sprachausgabe. Zum einen ist diese nur bei Dialogen der Charaktere untereinander eingebaut, und der Protagonist bleibt beim Interagieren mit der restlichen Spielwelt stumm. Zum anderen wirken einige Sprecher etwas laienhaft. Hin und wieder kommt es ferner vor, dass Rune beim Laufen etwas hin und her wackelt, zudem gibt es außer dem Gehen und dem obligatorischen Hand-Ausstrecken kaum weitere Animationen des Protagonisten. Auch etwas negativ anzurechnen ist dem Spiel, dass es zwar im großen und ganzen eine spannende, düstere Stimmung aufrechterhält, aber so richtige Schock-Momente, die man von einem Horror-Adventure etwartet, bleiben aus. Ebenso die Entwicklung der Story zum Ende hin wird wohl bei vielen Spielern einen etwas unzufriedenen Eindruck hinterlassen. Außerdem ist die Spielzeit mit vielleicht 6-7 Stunden für geübte Rätsellöser ein wenig knapp. Diese Negativ-Punkte kann man dem Projekt aber im Hinblick auf das Gesamtprodukt verzeihen. Abstürze oder Bugs sind beim Spielen der Preview-Version nicht vorgekommen.


Galerien

Fazit:

Wertung: Gut

Das Independent-Projekt 'Alpha Polaris' weiß mit einer stimmigen und glaubwürdigen Darstellung der Spielwelt und der Charaktere, originellen Rätseln und insbesondere seiner schaurig-kalten Atmosphäre zu überzeugen. Ein waschechtes Horror-Adventure darf man von dem Spiel jedoch nicht erwarten, denn so richtige Schock-Momente bleiben leider aus. Trotz kleinerer Schwächen wie die streckenweise fehlende Sprachausgabe, die kurze Spielzeit und das etwas unbefriedigende Ende bleibt ein insgesamt guter Gesamteindruck.

geschrieben am 19.05.11, Jonas Jelli

Systemanforderungen Weitere Links

Windows® XP / Vista / Windows 7
DirectX® 9.0c,
Pentium 4 mit 2,0 GHz oder 100% komptibler
Prozessor 512 MB RAM,
2 GB freier Festplattenspeicher, DirectX® kompatible Grafikkarte mit Pixel Shader 2,
DVD-Laufwerk
Offizielle Homepage
Teaser im Adventure Corner Videoplayer


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Dieses Preview gehört zu  Alpha Polaris.




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