Previews: Memento Mori 2 - Wächter der Unsterblichkeit:

Memento Mori 2


Vor knapp vier Jahren haben 'Memento Mori' und dessen tschechischer Entwickler Centauri Productions unter Beweis gestellt, dass Point-and-Click und 3D nicht unbedingt in einem Widerspruch zueinander stehen müssen. Im Gegensatz zu vielen weiteren Titeln, die diesen Sprung in die dritte Dimension nicht erfolgreich umsetzen konnten, war 'Memento Mori' eine der wenigen positiven Ausnahmen. Vor allem aber wusste die atmosphärische Handlung und die filmreife Inszenierung zu gefallen, weshalb auch die Vorfreude auf die 2010 von dtp angekündigte Fortsetzung natürlich entsprechend groß sein dürfte. Ob 'Memento Mori 2' aber auch an den Erfolg anknüpfen und das zwischenzeitlich erschienene und nicht ganz so gelungene 'Alternativa' des gleichen Entwicklers vergessen lassen wird, darauf durften wir in unser Vorschau schon einmal selbst einen kleinen Blick werfen.


Kapstadt: Heiter bis sonnig, mit Aussicht auf gelegentliche Visionen

In Kapstadt verbringen Lara und Max ihre Flitterwochen. Der Galeriebesuch war aber sicherlich unter anderen Umständen eingeplant.

Frisch verheiratet verbringen Lara und Max Durand ihre Flitterwochen in Kapstadt, fernab vom Stress und den Ereignissen vergangener Tage. Lara ist mit ihrer neu geschaffenen Abteilung für Kunstraubermittlungen inzwischen weitestgehend unabhängig von Interpol, während Max seine Brötchen mit dem Anfertigen, Ausstellen und Verkaufen von Kunstwerken verdient. Entsprechend hat sich die junge Liebe auf den Urlaub im sonnigen Südafrika schon seit einiger Zeit gefreut. Beste Voraussetzungen also, um die gemeinsame Zeit so richtig zu genießen. Doch so ganz kann Lara aber auch in dieser entspannten Umgebung nicht aus ihrer Haut. Als Renier, Laras ehemalige Vorgesetzte bei Interpol, die Nachtruhe mit einem Telefonanruf vorzeitig beendet, ahnt Max schon, worauf dies schlussendlich hinauslaufen wird. In der letzten Nacht wurde die Galerie Kapstadts um einige wertvolle Objekte erleichtert. Die örtliche Polizei scheint allerdings nicht einmal das Nötigste zu unternehmen, um die Einbrecher aufzuspüren und die verschwundenen Objekte wieder seinem Besitzer zurückzuführen. Und da Lara nun schon einmal vor Ort ist, schlägt Renier kurzerhand eine vorübergehende Unterbrechung des Urlaubs vor.

Bei einem Autounfall verschwindet Max spurlos. Doch damit kann sich Lara nicht einfach so abfinden.

Irgendwie kommt Lara diese Situation auch ganz gelegen. Max wird erneut von Albträumen und Visionen geplagt, doch so richtig will er mit der Sprache nicht rausrücken und nimmt, stur wie er ist, zudem auch die ihm speziell dazu verordneten Tabletten nicht regelmäßig ein. Daher dürfte eine Ablenkung sicherlich nicht schaden und was würde besser passen um Max wieder auf andere Gedanken zu bringen, als eine kleine gemeinsame Ermittlung wie in alten Zeiten. Tatsächlich stoßen die beiden schon bald auf einige Ungereimtheiten und fühlen einigen Personen daraufhin vielleicht etwas zu deutlich auf den Zahn. Als die beiden Durands dann kurzzeitig getrennt ermitteln und Max auf einer kurvigen Klippe einen schweren Autounfall erleidet, ist die Katastrophe perfekt. Während der Mietwagen den Abhang hinunter gestürzt ist und nur durch einen Kran wieder geborgen werden kann, fehlt von Max hingegen jegliche Spur. Die Behörden sind sich schnell einig, dass nur wenig Hoffnung auf Max' Rettung besteht - nicht jedoch Lara. Zurück in Lyon, widmet sie sich dennoch widerwillig wieder ihrer regulären Arbeit, nur um bereits im nächsten Fall eine seltsame Verbindung zu den Vorfällen in Kapstadt und zu Max zu entdecken. Vielleicht eine Spur?

Eintauchen in die dritte Dimension

Auch in der Nahansicht sind die Charaktere überaus detailliert.

Wie bereits beim Vorgänger baut auch 'Memento Mori 2' erneut auf die Kombination einer detailreichen 3D-Welt mit klassischer Point-and-Click-Spielmechanik. Dabei begibt sich der Titel von Kapstadt über Lyon und San Francisco bis hin nach Finnland und Mexiko auf eine Reise rund um die Welt, die mit einer komplett neu entwickelten 3D-Engine prachtvoll in Szene gesetzt wird. Neben den abwechslungsreichen Schauplätzen beeindruckt dabei besonders das Spiel mit dem Licht, wodurch effektiv eine stets zum jeweiligen Setting passende Atmosphäre erzeugt wird. Während in Kapstadt noch die Sonne auf die Erde brennt und für Urlaubsfeeling sorgt, greift das verregnete Lyon die Hoffnungslosigkeit von Lara auf und geht daraufhin mit einer düsteren Mordserie und den vermehrt dunklen Gewölben vollends zu einer bedrückenden und irgendwie unheilvollen Grundstimmung über.

Um dies auch glaubhaft zu vermitteln, bekommen die Charaktere ebenfalls mit Sorgfalt virtuelles Leben eingehaucht. Neben den meist gelungenen Bewegungsanimationen wurde gleichermaßen auch die Darstellung verschiedener Gemütslagen bedacht. Damit ist nicht nur am Tonfall der hervorragenden und passend gewählten Sprecher zu erkennen, ob ein Charakter nun gerade aufgebracht, niedergeschlagen oder erfreut ist, sondern auch an der jeweiligen Mimik, die sich allerdings abseits dieser grundlegenden Gesichtszüge sonst nur spärlicher Animationen erfreuen darf. Trotzdem wirken die Charaktere gerade in Nahaufnahmen sehr detailliert und fügen sich so hervorragend in die atmosphärischen Hintergründe ein.

Rationalität oder Glaube? Die Entscheidung liegt bei dir!

Die Reise führt fast einmal komplett über den gesamten Globus.

Bei der Navigation durch diese 3D-Welt offenbart sich die Steuerung dabei angenehm unkompliziert. Das rührt auch daher, dass jede Szene in der Regel aus einer weitestgehend festen Kameraposition dargestellt wird, wobei sich der Blickwinkel auf diese lediglich durch unaufgeregte Kameraschwenks und sanfte -bewegungen geringfügig verändert. So vermitteln die sich ändernden Blickwinkel und kleinen Kamerafahrten eine gewisse Dynamik, wodurch die 3D-Kulissen noch authentischer wirken. Gleichzeitig gerät man selten in Verlegenheit, die Aktionen nur unsauber ausführen zu können. Um in der Welt aktiv zu werden, sind die direkten Interaktionsmöglichkeiten durch die Darstellung des Mauszeigers entsprechend vorgegeben. So ist unmittelbar ersichtlich, ob sich mit den beiden Maustasten nun ein Objekt entweder nur betrachten oder ebenfalls benutzen lässt. Besonderer Komfort zeigt sich vor allem beim Inventar, so dass auf dieses nicht nur über die sich einblendende Leiste am Bildschirmrand zugegriffen werden kann, sondern die Objekte auch bequem über das Mausrad erreichbar sind. Gerade wenn sich die Taschen der mit Max, Lara und deren Freundin Keira insgesamt drei spielbaren Charaktere mit der Zeit mehr und mehr füllen, erweist sich das Scrollen durch die einzelnen Gegenstände häufig als nette Zeitersparnis und willkommene Ergänzung.

Vor allem das Spiel mit dem Licht weiß zu gefallen und sorgt für eine tolle Atmosphäre.

Wichtige Notizen werden zudem in einem Notizbuch vermerkt, sodass die Gedankengänge stets nachvollziehbar sind, aber auch Dokumente abgelegt werden können, ohne dabei das Inventar zusätzlich zu belasten. Ebenfalls werden darüber hinaus im Notizbuch Statistiken über das Abschneiden im aktuellen Kapitel des Spiels geführt. Dieses Punktesystem basiert einerseits auf den Hinweisen, die Lara bei ihren Ermittlungen und Beobachtungen sammelt, andererseits aber auch auf den daraus folgenden Reaktionen. So dienen die Dialoge mit anderen Charakteren nicht nur dem reinen Informationsgehalt, mehrfach verlangen diese auch eine Entscheidung des Spielers. Ist Lara noch bereit, nach den Geschehnissen in Kapstadt ihre Arbeit fortzusetzen? Bleibt sie bei ihren Ermittlungen stets rational oder kann sie akzeptieren, dass sich eventuell mehr hinter den Geschehnissen verbirgt, als sie sich bislang eingestehen wollte? Zwar haben die Entscheidungen keine direkten Auswirkungen auf den Fortgang der bisweilen übersinnlichen Handlung, doch zumindest werden je nach Vorgehen verschiedene Enden das Spiel auch unterschiedlich abschließen.

Ein genauer Blick kann ja nicht schaden

Zahlreiche Minispiele sollen für etwas Abwechslung bei den Rätseln sorgen.

Bis dahin ist es aber ein weiter Weg, den man sich über ganze sieben Kapitel recht umfangreich erknobeln kann. Die wenigen und zu einfach geratenen Rätsel waren in 'Memento Mori' noch ein großer Kritikpunkt, weshalb Centauri sich dem im Nachfolger nun verstärkt angenommen hat. Mit an Bord natürlich auch wieder klassische Dialog- und Kombinationsrätsel. Wandert entsprechend dem üblichen Standard also ein Objekt ins Inventar, so kann dieses nun allerdings nicht nur an anderer Stelle verwendet, sondern ebenfalls erneut aus einer Nahansicht und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Das ist nicht nur eine nette Spielerei, sondern hat darüber hinaus auch einen spielerischen Wert. So kann sich durch das Drehen eines Objekts und der damit wechselnden Perspektive eine neue Verwendungsmöglichkeit erschließen, die auf den ersten Blick vielleicht noch nicht gleich offensichtlich war.

Bei den Ermittlungen muss Lara selbst tätig werden, um der Lösung im Fall näher zu kommen.

Daneben werden über den gesamten Spielverlauf immer mal wieder Minispiele eingestreut, die glücklicherweise aber lästigen Reaktions- oder Geschicklichkeitseinlagen fern bleiben und somit auch nicht hastig gelöst werden müssen. Stattdessen wird mehr Wert auf die Kombinationsfähigkeit des Spielers gelegt, so dass es zunächst einmal herauszufinden gilt, was eigentlich zu tun ist, bevor man sich der Frage nach dem "wie" widmet. Zur Unterstützung des Spielers wird dabei bislang allerdings nicht mehr als eine kleine Erklärung zur jeweiligen Steuerung zur Verfügung gestellt. Bleibt des Rätsels Lösung aus, so ist es in der aktuellen Vorschauversion leider auch nicht möglich, bei Bedarf das jeweilige Minispiel zu überspringen. Aus der Sicht des Unterhaltungsfaktors sind diese kleinen Einlagen zwar eine ganz nette Abwechslung zu den sonst vorherrschenden Kombinationsrätseln, insgesamt aber auch von schwankender Qualität. Während einige noch recht gut in die Handlung integriert und somit auch noch einigermaßen spaßig sind, werden andere mit zunehmender Spieldauer auch zunehmend uninteressanter. Das bekannte Verschieben von Paletten, um damit einen Weg freizuräumen, machte schon in der Vergangenheit wenig Freude, was sich auch in 'Memento Mori 2' nicht ändern wird.

Aktuell bereiteten uns in der zur Verfügung gestellten Vorschauversion noch ein paar Bugs Probleme, weshalb es zu gelegentlichen Abstürzen oder Gamestoppern kommen konnte. Da es sich aber auch nicht mehr um den aktuellsten Entwicklungsstand handelt, dürfte bis zum Release noch ausreichend Zeit bleiben, um derartige Fehler zu beseitigen.


Galerien

Fazit:

Wertung: Sehr gut

2008 war 'Memento Mori' noch einer der Überraschungshits im Genre, weshalb von vielen Seiten auch entsprechend hohe Erwartungen in den Nachfolger gesetzt werden. Und diesbezüglich ist 'Memento Mori 2' auf einem guten Weg. Nicht nur wurde die Grafik noch einmal ordentlich aufgebohrt, auch die Geschichte zeigt sich durchgehend atmosphärisch und spannend. Zwar bieten die Rätsel immer noch ausreichend Entwicklungspotenzial, dennoch ist der etwas höhere Anspruch zum ersten Abenteuer von Lara und Max erkennbar. Wenn es Centauri Productions bis zum Release nun auch noch gelingt, die letzten kleinen Kinderkrankheiten auszumerzen, dann dürfen sich vor allem Freunde einer übersinnlichen und immer düster werdenden Story auf einen würdigen Nachfolger freuen.

geschrieben am 05.04.12, Andreas Baumann

Systemanforderungen Weitere Links

Mindestvoraussetzung:
Windows XP, 32 Bit oder Vista/7, 32/64 Bit
Intel Pentium IV 2,0 GHz oder vergleichbarer Prozessor mit SSE2
1GB RAM (Windows XP) bzw. 2 GB RAM (Windows Vista/7)
Grafikkarte: NVIDIA GeForce 7800 oder ATI Radeon HD X1600 mit 256 MB VRAM und Shader 3.0 Unterstützung

Empfohlene Voraussetzungen:
Intel Core2 Duo 2,4 GHz oder vergleichbarer Prozessor mit SSE2
2GB RAM (Windows XP) bzw. 3GB RAM (Windows Vista/7)
Grafikkarte: NVIDIA GeForce 8800 oder ATI Radeon HD 3850 mit 512 MB VRAM oder besser
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Dieses Preview gehört zu  Memento Mori 2.




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