Previews: Orwell:

Orwell - Vorschau


1984: Big Brother is watching you. Der große Bruder verfügt über eine vollständige Überwachung. George Orwell hat einen Pfad vorgezeichnet, der 1949 noch etwas dystopisch wirkt. Heutzutage ist die vollständige Überwachung aber immer wieder ein Thema in den Nachrichten. Darauf setzt Osmotic Studios mit ihrem Werk 'Orwell' und lässt den Spieler in die Haut eines Regierungsbeamten schlüpfen. Das Spiel gaukelt dabei eine normale Programmoberfläche vor und erschafft so die alternative Realität des Überwachungsstaats. Mit Unterstützung des Abteilungsleiter Symes sollen wir den Täter und die Hintergründe eines Terroranschlags auf einen geschäftigen Platz aufklären. Trotz der wenig klassischen Oberfläche ein Adventure mit großem Potential. Werfen wir einen Blick auf die fiktive Stadt Bonton.

 

 

Alles wird abgehört und ausgewertet

 

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Freigesprochen aufgrund des Einflusses der Familie oder doch wegen Mangel an Beweisen?

Als neuer Mitarbeiter der Regierung sind wir zuständig für das Überwachungsprogramm 'Orwell'. Da das ganze Projekt erst begonnen hat, werden Segmente Schritt für Schritt freigeschalten und wir dürfen auch nicht unverhofft jeden Bürger ausspionieren – aber die Software könnte es! Symes erklärt uns zu Beginn schnell die wichtigsten Programmelemente und zeigt uns die erste Verdächtige: Cassandra Watergate. Eine Künstlerin aus reichem Haus mit leichten abweichlerischen Allüren. Wir sammeln dazu sogenannte Datachunks aus Zeitungen, Social Media und Chats und bauen uns so ein Profil samt Freundesnetzwerk auf. Dabei müssen wir aber aufpassen, was wir Orwell übermitteln. So gibt Cassandra ihrer Freundin Juliet keine Muffins ab. Juliet beschuldigt sie der Folter. Loggen wir dafür ein, dass sie Menschen foltert? Verklicken oder nur flüchtiges Lesen können schon einmal zu solchen 'kleinen' Fehlern mit ordentlichen Auswirkungen führen. Wir sehen also schnell, dass 'Orwell' nicht nur mit dem aktuellen Thema der Überwachung spielt, sondern auch viele moralische Fragen stellt. Während das Beispiel noch einfach ist, sind es später komplexere Fragen, wie die Planung einer Demonstration mit mehreren Auswahlmöglichkeiten. Als Beweis hat man nur Aussagen und Blogeinträge. Wie entscheidet sich der große Bruder? Wir haben es in der Hand.

 

Ein Spiel, ein Programm

 

Da die Entwicklung des Spiels schon vor 'Her Story' gestartet hat, kann man den Osmotic Studios nicht vorwerfen, dass sie es kopiert haben. Eine gewisse Ähnlichkeit in der Idee ist klar zu sehen. Das Spiel ist eigentlich ein Programm. Wir spielen und machen dabei die Arbeit eines fiktiven Regierungsbeamten. Was grenzenlos langweilig klingt, ist aber durch die Geschichte und Brisanz hochspannend und auch nicht immer einfach. Wir zeigen Euch im Video, auf was man sich in den ersten Spielminuten so einstellen kann:

 

 

Terror und Verdächtige im Wochentakt

 

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Das Wetter von Bonton darf natürlich auch nicht fehlen

'Orwell' ist zwar ein episodisches Spiel, ist aber eher wie eine TV-Serie aufgebaut. Wöchentlich am Donnerstag erscheint seit dem 20. Oktober eine Episode. Das Finale trudelt also schon am 17. November ein. Dabei kostet das Spiel 9,99€ und bietet pro Episode, je nach Leselust, ungefähr eine Stunde totale Überwachung. Hier fällt auch schon das Stichwort Leselust. Das Spiel kommt ohne Sprachausgabe aus, da man ohnehin nur Texte liest und 'Orwell' auch E-Mails, Telefongespräche und Chatmitteilungen 'digitalisiert' und so lesbar macht. Pro Stunde ist man also hauptsächlich mit Lesen beschäftigt. Genau das zieht aber noch tiefer in die Atmosphäre rein. Man liest sich förmlich in die Welt und versteht Zusammenhänge. Es wirkt fast schon realistischer, denn das Stöbern durch Internet-Seiten und Mails fühlt sich einfach echt an. Von diesem atmosphärischen Sog lebt das Spiel. Durch die Nähe zur Realität und durch die brisanten Entscheidungen fühlt man sich für Arreste ebenso verantwortlich wie für die Terror-Anschläge.

 

Überwachen ist spaßig

 

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Wöchentlich geht es weiter

Das voyeuristische Spiel kann durch die Atmosphäre absolut punkten und macht durchwegs Spaß. Für jene ohne voyeuristischer Ader bietet die Demo weitere Aufschlüsse. Vorsicht nur beim Weiterspielen nach der Demo, denn hier herrscht derzeit noch ein Bug und man muss nochmal von Vorne anfangen. Eine Lösung findet man im Steam Community-Hub des Spiels.

Zur Atmosphäre trägt auch der unaufdringliche Soundtrack bei, der nur bei schwierigen Daten-Konflikten für zusätzliche Spannung sorgt. Die Geschichte entwickelt sich so innerhalb der ersten Episode zum spannenden Grundstock und regt noch einmal zur alten Debatte an: Ist der gläserne Bürger notwendig oder ist individueller Datenschutz wichtiger als das Gemeinwohl? Was anfangs fast schon klar zu beantwortet ist, wird mit ‘Orwell‘ immer schwieriger.


Galerien

Fazit:

Wertung: Sehr gut

Oh nein! Ich habe sie aus Versehen der Folter bezichtigt. Genau so ging es mir beim ersten Durchspielen. Ich hatte also ein schlechtes Gewissen, weil ich in einem Spiel jemanden falsch beschuldigt habe. Das haben noch wenige Spiele geschafft, 'Orwell' schon. Genauso schafft das Spiel im Handumdrehen den Job eines Regierungsbeamten spannend darzustellen. Neben dieser Spannung werfen die Damen und Herren von den Osmotic Studios jedoch nicht die moralische Grundfrage der Überwachung zum Wohl der Gesellschaft über Bord. In den ersten beiden Episoden empfand ich bis jetzt Spaß, Spannung und ein relativ großes schlechtes Gewissen. Man spioniert schamlos unbekannte fiktive Personen aus. Gleichzeitig urteilt man dann auch noch aufgrund von Blog-Einträgen und Aussagen über sie. 'Orwell' bietet eine unglaubliche Brisanz und Aktualität. Der einzige Wermutstropfen ist der Umstieg von der Demo zum Hauptspiel gewesen, da ich noch einmal kurz die erste Episode spielen musste. Da ich sonst partout keine negativen Aspekte am Spiel finde, hat es mir offensichtlich sehr gut gefallen. Schauen wir, ob die weiteren Episoden ähnliche Qualität haben.

geschrieben am 01.11.16, Peter Färberböck

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