Previews: Life is Strange: Before the Storm:

Life is Strange: Before the Storm


Neben der Gelegenheit, ein kurzes Video-Interview mit Deck Nine-Producer David Hein zu führen, konnten wir am Square Enix-Stand an einer dreißigminütigen Präsentation zu 'Life is Strange: Before the Storm' teilnehmen. Dieses spielt vor den Geschehnissen aus der ersten Staffel und wird vom amerikanischen Studio Deck Nine Games entwickelt. Das ursprüngliche Entwicklerteam von Dontnod arbeitet derweil an 'Life in Strange 2', das nicht auf der Messe zu sehen war. Den Eindruck eines Lückenfüllers vermittelte 'Before the Storm' während unseres Termins jedoch zu keinem Zeitpunkt.

LiS Before the Storm

Rückkehr nach Arcadia Bay

Die Handlung von 'Life is Strange: Before the Storm' ist etwa drei Jahre vor den Ereignissen des Originals angesiedelt. Max ist noch nicht nach Arcadia Bay zurückgekehrt, stattdessen konzentrieren sich die drei Episoden insbesondere auf Chloe. Diese leidet immens unter dem Tod ihres Vaters und kann sich nicht damit arrangieren, dass ihre Mutter in einer neuen Beziehung lebt. Zum Handlungszeitpunkt von 'Before the Storm' ist Chloe an der elitären Blackwell Academy eingeschrieben und macht dort regelmäßig durch ihr aufmüpfiges Verhalten von sich reden. Etwas Halt könnte ihr die Freundschaft zu einer gewissen Rachel Amber geben – ein Charakter, deren Schicksal bereits in der ersten Staffel enthüllt wurde.

Before the Storm

Chloe und Rachel stehen im Fokus

Wie genau es zu eben diesem Schicksal gekommen ist, werden wir laut David Hein allerdings nicht erfahren, da sich diese Ereignisse nicht während der Handlung von 'Before the Storm' abspielen. Vielmehr möchten die Entwickler andere Aspekte thematisieren, die auch Kenner der ersten Staffel nicht absehen können. So wird beispielsweise eine Tragödie in Rachels Familie von Bedeutung sein. Laut David Hein können Spieler mit ihren Entscheidungen auch direkten Einfluss auf die Beziehung zwischen Rachel und Chloe nehmen. Andeutungsweise bezieht sich dieser Aspekt auch auf die Frage, ob die beiden ein Paar werden oder nicht.

Im Rahmen des Termins äußerte Hein, es habe ihm zunächst “das Herz gebrochen“, die vertraute Stimme von Protagonistin Chloe für 'Before the Storm' neu besetzen zu müssen. Zweifelsohne hatte Sprecherin Ashly Burch einen wichtigen Anteil daran, dass die rebellische Chloe einen Platz im Herzen vieler Spieler/innen finden konnte. Dass Burch einfach 1:1 ersetzt werden könnte, war dementsprechend nicht zu erwarten. Dennoch verdeutlichte die Präsentation: auch die neue Sprecherin wurde exzellent besetzt und Chloe Price fühlt sich in ihrer charakteristischen Ausdrucksweise immer noch wie Chloe Price an. Wie schon im ersten Teil wurde für 'Life is Strange: Before the Storm' übrigens keine deutsche Sprachausgabe aufgenommen, deutschsprachige Untertitel sind allerdings auch dieses Mal aktivierbar.


Zeitreise: Nein - Schmetterlingseffekt: Ja

Before the Storm

Trotz neuer Sprecherin kommt Chloes Persönlichkeit gut zur Geltung

Klar ist auch: Das Zeitreise-Feature aus Staffel 1 wird im Prequel keine Rolle spielen. Weiterhin werden weder Chloe noch Rachel über irgendeine andere Form von übersinnlichen Fähigkeiten verfügen. Auch ohne Zeitreise-Aspekt wird der Schmetterlingseffekt im Prequel von zentraler Bedeutung sein. Im Rahmen der Präsentation wurde uns anhand einiger Szenen demonstriert, inwiefern sich unsere Entscheidungen auf andere Spielsituationen auswirken können. Aus Spoiler-Gründen betonte David Hein jedoch, bewusst keine Szenen ausgewählt zu haben, die zu viel über den möglichen Handlungsverlauf preisgeben.

Mit Chloe besuchen wir das Konzert ihrer Lieblingsband. Am Veranstaltungsort stehen uns diverse Möglichkeiten zur Verfügung. Unter anderem können Spieler/innen entscheiden, ob sie ein Bandshirt stehlen wollen. Trägt Chloe dieses Shirt am nächsten Morgen, wird sie von ihrer Mutter auf das Kleidungsstück angesprochen, da Chloe nicht die Erlaubnis hatte, das Konzert der Band zu besuchen. Um das Shirt überhaupt stehlen zu können, muss zunächst während des Konzerts ein simples Ablenkungsmanöver gestartet werden. Sind wir den Verkäufer los, entdeckt Chloe am Stand 200 Dollar. Ob sie diese stiehlt oder nicht, dürfen die Spieler/innen entscheiden. Entscheiden sie sich für das Geld, können sie bei Dealer Frank ihre Schulden abbezahlen und zudem etwas Gras kaufen. Wie wir mit Frank umgehen, wird – so wurde uns gesagt – später darüber entscheiden, ob wir an einem späteren Punkt auf Franks Hilfe zählen können oder nicht. 

Before the Storm

Manche Schauplätze kennen wir schon von 'Life is Strange'

Wurde das Geld nicht gestohlen, endet der Abend damit, wie Chloe gedankenverloren in ihrem Bett sitzt und eine Zigarette raucht, anderenfalls handelt es sich um einen Joint. Am nächsten Tag begegnet Chloe an der Blackwell Academy dem Schuldirektor, der Chloe ohnehin schon auf dem Kieker hat. Auch hier wurden uns mehrere Möglichkeiten gezeigt, wie sich die Situation entwickeln kann. Haben wir Gras bei uns oder nicht? Wenn ja, schaffen wir es im Idealfall, uns aus der Situation herausreden. Genauso ist es aber möglich, dass wir uns nicht einfach herauswinden können und im schlechtesten Fall eine Vorladung ins Büro des Direktors erhalten. (was im Rahmen dieser Vorladung geschieht, haben wir während der Präsentation nicht sehen können)

Womöglich haben wir uns vor unserer Begegnung mit dem Direktor aber auch mit einem bekifften Schüler unterhalten, der uns freundlicherweise mit seinem Anti-Geruchsspray ausgeholfen hat. Nun wird der Direktor bei der anschließenden Begegnung keinen Grasgeruch mehr an Chloe feststellen. Etwaige Probleme können wir somit bereits im Keim ersticken. Inwiefern derlei Verstrickungen für den Rest des Spiels repräsentativ sind, lässt sich noch nicht beurteilen. Das Gesehene beeindruckte jedoch mit einer Fülle an inhaltlichen Abweichungen.


Vielversprechendes Dialog-System

Before the Storm

Im Gespräch müssen wir geschickt kontern und argumentieren, um das Gegenüber zu überzeugen

Ebenfalls überzeugt hat uns das neue “Backtalk-Feature“, das wir mehrmals in Aktion erlebt haben. Exemplarisch sei eine Situation genannt, in der Chloe von einem Türsteher am Betreten des Konzerts gehindert wird. In einem Multiple-Choice-Dialog stehen uns verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, wie wir mit dem Türsteher umgehen wollen. Während das Backtalk-System aktiv ist, wird in einer Anzeige dargestellt, welcher der beiden Charaktere näher dran ist, das „Dialog-Duell“ für sich zu entscheiden. Wählen wir mehrmals die richtige Option, zeigt sich der Türsteher beeindruckt und lässt Chloe passieren. Können wir verbal nicht standhalten, erhalten wir keine neue Gelegenheit, auf diesem Weg Zutritt zu erlangen und müssen uns einen Plan überlegen, um auf andere Art in den Club zu kommen.

Wichtiges Element der Dialog-Rätsel: Umso genauer wir die Umgebungen erkunden, desto mehr Hintergrundwissen steht uns gegebenenfalls in Gesprächen zur Verfügung. Sehen wir uns beispielsweise in der Nähe des Clubs um, erfahren wir mehr über den Türsteher und können dieses Wissen gegen ihn einsetzen. Angenehm aufgefallen ist uns auch, dass die korrekte Auswahl der Antwortmöglichkeiten etwas an Nachdenken erfordert. So sollte nicht einfach eine scheinbar naheliegende Antwort ausgewählt, sondern sich konkret auf ein Detail bezogen werden, dass unser Gegenüber im letzten Satz untergebracht hat. Fragt uns der Türsteher etwa, ob wir nicht längst im Bett sein müssten, wählen wir aus mehreren Antworten eine, die sich auf das Wort „bedtime“ bezieht und eine direkte Retourkutsche zur Folge hat. Idealerweise kommen wir kurze Zeit später an den Punkt, an dem der Türsteher sich von Chloe beeindruckt zeigt und sie mit einem anerkennenden Lachen in den Club lässt.


Déjà-vu der angenehmen Sorte

Visuell hat der neue Ausflug nach Arcadia Bay keine Quantensprünge gemacht. Auch akustisch orientiert man sich am Vorgänger, so darf natürlich auch dieses Mal nicht der obligatorische Indie-Soundtrack fehlen. Einen starken Eindruck haben die Texte des Spiels hinterlassen. Erneut fühlt sich Chloe wie ein lebensnaher Charakter an, deren Sorgen und Nöte von den Autoren ernst genommen werden. Wie in der ersten Staffel macht sich dieser Umstand in teilweise vermeintlich banalen Alltagsmomenten bemerkbar. Beispielweise in zuvor erwähnter Küchen-Szene, in der Chloes Mutter ihre Tochter auf ihre Fehlzeiten in der Schule anspricht.


Galerien

Fazit:

Wertung: Sehr gut

Natürlich lässt sich zu diesem Zeitpunkt nicht abschätzen, inwiefern der Plot am Ende überzeugt oder nicht. Festhalten lässt sich, dass das Gesehene einen sehr positiven Ersteindruck hinterlässt. Das neue Backtalk-Feature macht Lust auf mehr und die Konsequenzen unserer Handlungen scheinen deutlich weitreichender zu sein als beispielsweise in den Titeln von Telltale Games. Die vielleicht wichtigste Erkenntnis ist wohl die, dass 'Before the Storm' nicht nur den Namen 'Life is Strange' verwendet, es fühlt sich auf Anhieb auch wie 'Life is Strange' an. Wer mit Staffel 1 nichts anfangen konnte, dem wird 'Before the Storm' wohl ebenso wenig zusagen, wer hingegen das Original mochte, darf der Prequel-Staffel optimistisch entgegenblicken.

geschrieben am 01.09.17, Ingmar Böke

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