Previews: We. the Revolution:

We. The Revolution


Die polnische Entwicklerszene ist mittlerweile äußerst vielfältig. Krakau ist hier ein großes Zentrum der Gaming-Branche. Nun wird auch diese Szene für Fans von experimentellen Adventures spannend, denn Polyslash arbeitet an 'We. The Revolution'. Während der französischen Revolution sollen wir als Richter eine Machtbasis aufbauen und gleichzeitig überleben. Das klingt zwar im ersten Moment nicht nach einem Adventure, spielt sich aber wie eine Mischung aus mehreren Adventures und Subgenres. Auf der gamescom 2017 konnten wir einen Blick darauf werfen und es zog uns sofort in seinen Bann – so sehr, dass es gleich eines unserer „Best of gamescom 2017“-Adventures wurde. 

 

Weiterführendes Interview zum Spiel

 

 

 


Macht und Überleben

 

Richter

Des Richters Leben ist hart.

Als Richter während der französischen Revolution am Revolutionären Tribunal hatte man so einiges zu tun. Freiheit oder doch Guillotine? In 'We. The Revolution' geht es glücklicherweise nicht immer so drastisch zu und man kann auch eine Gefängnisstrafe oder Verbannung aussprechen.

Das scheint zunächst ein recht abgesichertes Leben zu sein, wenn man nicht dadurch Teile der drei Fraktionen verärgern könnte. Gleichzeitig können unsere Entscheidungen und Urteile Auswirkungen auf unsere Familie oder gar uns selbst haben. Eigentlich wollen wir im Spiel aber nur unsere Machtbasis aufbauen und so merken wir schnell, dass es gar nicht so sehr immer um gerechte Urteile geht. Wir wollen unsere Interessen und jene der einzelnen Gruppierungen möglichst befriedigen. Dabei ist der Gerichtssaal nicht der einzige Schauplatz und nur ein Teil des Spiels.

 

Auf den Spuren von Phoenix Wright

 

Urteilsfindung

Wie wir urteilen, bleibt völlig uns überlassen.

Im Gerichtssaal kommt ein gewisses familiäres Gefühl auf. Einerseits erinnerte es uns an 'Ace Attorney' und andererseits auch an 'Papers, please'. Während der Gerichtsverhandlung bekamen wir Informationen von Informanten, konnten die Geschworenen bestechen oder unter Druck setzen. Nebenher können wir den Täter befragen und hören uns Zeugenaussagen an. Im Gerichtsjournal stand auch deutlich geschrieben, welches Urteil uns was bei den Fraktionen bringen würde. Durch Kombination von Hinweisen konnten wir dann auch entsprechende Fragen stellen. Aber Achtung: Nicht alle Fragen können beliebig gefunden wird, denn Beweise können nur einmal kombiniert werden, dann erlöschen sie.  

Wenn geschickt Fragen oder ganze Indizien weggelassen werden, kam dann auch das gewünschte Urteil heraus. So wurden wir schon im Gerichtssaal vor einige Herausforderungen gestellt und gleichzeitig hinterfragten wir, was denn der moralisch richtige Weg wäre. Selbst wenn man die Moral über Bord wirft, kämpft man förmlich um das Überleben. Auf das Urteil versuchen sowohl Fraktionen, Geschworenen als auch das Volk Einfluss zu wirken. Der Richter versucht dabei, die Meinungen simpel und einfach zu steuern. Die Wahrheit ist völlig egal, denn wir befolgen entweder das Gesetz, den politischen Interessen oder unseren eigenen Interessen. Ein Urteil kann schnell zum politischen Mord werden.



Ständig Ziel der Feinde

 


Action gibt es nicht, trotzdem erwartet uns Hochspannung.

Mit dem gesammelten Einfluss kann der Richter dann im zweiten Teil Spione, Diplomaten, Schläger und andere Verbündete aussenden, um so an Informationen oder Einfluss in einzelnen Zonen in Paris zu kommen. Diesen rundenbasierten Modus konnten wir leider nur sehr kurz testen, da uns die nötigen Einflusspunkte fehlten. Es sah ein bisschen nach strategischem Management aus und abermals bieten sich dem Richter eine Menge an Möglichkeiten in der Revolution voranzukommen. Feinde sitzen förmlich überall, trotz dessen ist der Richter machthungrig. So kann er auch Briefe durch vordefinierte Bausteine schreiben. Man kann ironische Elemente einfügen, ehrliche Elemente oder direkt drohen. Das sind nur ein paar Beispiele, wie man Briefe für das eigene politische Interesse schreiben kann. Neben den Missionen soll es auch kleine Minigames in diesen Modus geben. Hierzu konnten sie uns leider noch nichts zeigen.


Low-Poly Optik trifft Entscheidungen

 
Im dritten Teil sahen wir einen Dialog mit der Ehefrau, wo der Richter sich abermals entscheiden muss, wie er auf sie reagiert. Dieser Teil ist entweder textbasiert, oder durch Zwischensequenzen in der Low-Poly Optik gelöst. Polyslash befindet sich aber noch in einem sehr frühen Stadium, denn sie sind gerade einmal sieben bis acht Monate in Produktion und die gezeigten Szenen hatten noch Pre-Alpha Status. Die Benutzeroberfläche sah zwar schon ordentlich aus, wird aber noch einmal komplett verschönert und umgekrempelt. Der stilisierte Low-Poly-Look bleibt jedoch, denn sie wollten einen klassischen Stil mit modernem Finish erzeugen. Pablo Picassos Werke dienten hier auch als Inspiration. 


Wiederspielwert wird großgeschrieben

 

Überraschung

Die Überraschung der gamescom 2017.

Die Französische Revolution bildet somit nur das historische Setting. Polyslash legt bewusst den Fokus rein auf die Atmosphäre der Zeit, denn durch die Machtspielchen erstellt man seine eigene alternative Geschichte. Moral und Macht stehen dabei im Zentrum der Entscheidungen. Frühestens Mitte 2018 können wir mit 'We. The Revolution' für Windows, Mac und Linux rechnen. Da das Spiel in Unity läuft, sind Konsolenversionen noch nicht ausgeschlossen, können aber auch noch nicht bestätigt werden. Es wird englische Untertitel geben, deutsche Untertitel sind auch sehr wahrscheinlich. Ihr Ziel wäre es außerdem authentisch zu sein und französische Sprachausgabe mit englischen/deutschen Untertitel kombinieren. Insgesamt darf man sich auf 90 Gerichtsverhandlungen pro Durchspielanlauf freuen, die zufällig aus einem Pool von über 100 Gerichtsverhandlungen gewählt werden. Dadurch soll jedes Durchspielen anders sein, weil man nicht zu jeder Gerichtsverhandlung die gleichen Ressourcen hat.

 

Weiterführendes Interview zum Spiel


Galerien

Fazit:

Wertung: Sehr gut

'We. The Revolution' war die Überraschung der gamescom 2017. Es erinnerte uns an eine ganze Vielzahl an Spielen. Elemente von 'Orwell' sind ebenso zu finden wie 'Papers, please'. Wogegen im Gerichtssaal richtiges 'Ace Attorney'-Feeling aufkommt. Wir konnten zwar nur einen kleinen Blick in die Pre-Alpha-Version werfen, aber bereits dieser spielte sich sehr spannend und zog sofort in den Bann. Wenn die Qualität über alle Fälle und auch bei den anderen beiden Spielelementen ähnlich bleibt, steht ein neuer Experimental-Kracher bevor. Nichts wirkt deplatziert und alles greift fließend ineinander. Neben dem Gameplay ist auch die Optik außergewöhnlich und äußerst hübsch. Jetzt bleibt nur noch gespannt auf Mitte 2018 zu warten und schon Pläne für die eigene Machterweiterung zu schmieden.

geschrieben am 30.10.17, Peter Färberböck

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Dieses Preview gehört zu  We. the Revolution.




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