Nach den aufregenden Abenteuern des ersten 'Runaway'-Spiels für den PC, machen der ehemalige Physik-Student Brian Basco und die Ex-Stripperin Gina Timmins Urlaub auf Hawaii. Doch statt sich einfach mal auf die faule Haut zu legen, drängt Gina Brian dazu gemeinsam mit ihr in einem klapprigen Wasserflugzeug mit einem nicht minder klapprigen Piloten zur Insel Mala zu fliegen, um dort einen Tiki-Tempel zu besichtigen. Als der Pilot mitten in der Luft sein Leben aushaucht, beginnen die Probleme für die beiden von neuen. Brian schafft es zwar Gina mit dem einzigen Fallschirm aus dem Flugzeug zu schubsen, doch statt sicher auf der Insel zu landen, fällt diese genau in einen See, der von einem Militärlager umringt ist. Brian selbst stürzt mit dem Flugzeug mitten im Dschungel der Insel ab, überlebt aber unverletzt. Beim Versuch Gina zu finden, gerät Brian schnell wieder in ein Abenteuer rund um Militärverschwörungen, Berufskiller und Außerirdische…
'Runaway - the dream of the turtle' ist die Portierung des PC-Spiels 'Runaway 2' für den Nintendo DS. Auch wenn die 2 aus dem Titel des Spiels gestrichen wurde, um nicht die Existenz eines ersten DS-Teils zu suggerieren, bleibt es doch eine Fortsetzung, die Spieler ohne Kenntnisse des ersten 'Runaway'-Spiels mitten ins kalte Wasser wirft, da die alten Charaktere nicht weiter eingeführt werden. Weil unverständlicherweise auch ausgerechnet auf die Videozusammenfassung des ersten Teils verzichtet wurde und diese auch in keinster Weise im Handbuch erwähnt wird, stellt sich Neulingen schnell die Frage, wer diese Gina überhaupt ist, die Brian unbedingt retten möchte. Gut, Brian teilt sich zu Beginn des Spiels ein Bett mit ihr auf Hawaii und schmeißt sie aus einem fliegenden Flugzeug, aber sonst? Gegenüber der Inselschönheit Lokelani nutzt er jede Gelegenheit zu betonen, dass Gina nicht seine Freundin ist und auch ansonsten drängt sich der Eindruck auf, dass Ginas Verschwinden nur Mittel zum Zweck ist, um das Abenteuer beginnen zu können.
Stylus und Tasten benötigt
Die Steuerung von 'Runaway DS' erfolgt, wie auf dem Nintendo DS üblich, mit einer Art Kunststoff-Stift, dem sogenannten Stylus. Mit einem einfachen Tipp auf den unteren Bildschirm, bewegt sich Brian sogleich zur angetippten Stelle oder führt die ausgewählte Aktion aus. Um die Aktion von „Betrachten“ auf z.B. "Nehmen" oder "Sprechen" zu ändern, benötigt man das Steuerkreuz, bzw. die Y- oder A-Taste. Es ist daher nicht möglich, dass Spiel ganz ohne Verwendung der Sondertasten zu beenden. Gegenstände aus dem Inventar können entweder in mehreren Schritten über den Stylus oder direkt mit Hilfe der L- und R-Taste ausgewählt werden. Um Pixelhunting auf dem kleinen DS-Bildschirm zu minimieren, haben die Entwickler von Cyanide eine Hotspottaste integriert. Ein einfacher Tipp auf das Kartensymbol in der oberen Mitte des unteren Bildschirms unterlegt sämtliche interagierbaren Gegenstände und Ausgänge des Bildschirms mit verschiedenen Farben. Ein zweiter Tipp auf das Symbol wechselt wieder in den normalen Spielmodus. Wenn man mit dem Stylus für längere Zeit den Bildschirm angetippt lässt, zoomt das Spiel automatisch auf die doppelte Größe heran. Auf diese Weise kommen Grafikdetails deutlich besser zur Geltung und auch die Interaktion mit kleinen Hotspots vereinfacht sich merklich.
Über die Start-Taste bzw. einen Tipp auf das DS-Symbol auf dem unteren Bildschirm, erscheint ein Menü, in dem jederzeit einer von drei Speicherplätzen zum Laden oder Speichern verwendet werden kann. Da jedes Kapitel, das zumindest einmal erreicht wurde, direkt vom Startmenü aus anwählbar ist, sollte diese limitierte Speicherplatzzahl auch Vielspeicherern ausreichen.
Der zweite Bildschirm wird in der Regel nur dazu genutzt, um das Inventar anzuzeigen. Eine Ausnahme davon bildet das Dialogsystem. Während sich Brian mit anderen Charakteren unterhält, können auf dem unteren Bildschirm verschiedene Gesprächspunkte per Stylus ausgewählt werden. In dieser Zeit wird die ursprüngliche Spielgrafik kurzerhand auf dem oberen Bildschirm abgebildet. Leider sind manche Gesprächspunkte nur sehr klein und nicht immer ganz einfach anzutippen. Daher kann es manchmal mehrere Versuche benötigen, ein Gespräch auf die gewünschte Weise zu beenden.
Zwiespältige Präsentation
Da die Grafik-Auflösung des Nintendo DS sehr gering ist, die Grafik von 'Runaway DS' aber direkt von der PC-Version des Spiels übernommen wurde, wirken die Hintergründe und die Charaktereinbindung ohne Verwendung der Zoomfunktion oft sehr pixelig. Die Beschriftung der Übersichtskarte der Insel Mala, lässt sich beispielsweise im ungezoomten Zustand nicht entziffern. Mit aktivierter Zoomfunktion verbessert sich die Grafik dank der höheren Auflösung zwar deutlich, ist aber immer noch weit von der hervorragenden PC-Grafik entfernt.
Eine klare Stärke von 'Runaway DS' sind die zahlreichen Videos. Von der fehlenden Zusammenfassung des ersten Teils abgesehen, wurde jedes Video der PC-Version in hervorragender Bildqualität übernommen.
Beide 'Runaway'-Spiele können auf dem PC vollends mit ihren perfekt passenden Synchronsprechern überzeugen. Leider kann die DS-Version von 'Runaway 2' in diesem Bereich nicht punkten, da die Sprachausgabe der geringen Speicherkapazität der DS-Cartridge zum Opfer gefallen ist. Statt seine Ohren verwöhnen zu lassen, muss sich der Spieler durch unzählige Texte in winziger Schrift kämpfen, so dass so mancher Wortwitz aus der gesprochenen Version schon mal auf der Strecke bleibt. Auch bei der musikalischen Untermalung müssen DS-Spieler Abstriche hinnehmen. Während die instrumentalen Stück teilweise schon etwas nerven können, aber zumindest noch eine gute Klangqualität haben, bringen die gesanglich unterlegten Musikstücke schnell die Ohren zum Schmerzen. Hier wäre es deutlich besser gewesen eine Instrumentalversion der Lieder einzubinden, anstelle sie so stark zu komprimieren, dass sie weit unter Radioqualität daherkommen.
Leider nicht Bug-frei
Ein großer Vorteil einer Konsolenumsetzung von PC-Spielen ist natürlich, dass zwangsläufig sämtliche Bugs behoben werden müssen, da man auf einer Cartridge ja nicht einfach einen Patch aufspielen kann, der die Probleme beseitigt. Dies sollte man zumindest annehmen können. Im Fall von 'Runaway: the dream of the turtle DS', wurde es jedoch versäumt in diesem Bereich zu punkten. Während des Testspiels ist nicht nur ein Blocker aufgetreten, als das Spiel nach einem Dialog hängengeblieben ist, sondern auch der aus der PC-Version bekannte Stäbchen-Bug aufgetaucht. Dabei weigert sich Brian im vierten Kapitel den Holzklotz mit der Axt zu verwenden, um so an ein paar Sushi-Stäbchen zu gelangen. Einzige Lösungsmöglichkeit ist es, einen alten Spielstand zu laden, oder falls man bereits alle älteren Spielstände aufgrund der limitierten Speicherkapazität überschrieben hat, das Kapitel noch einmal von vorne zu beginnen. Angesichts solcher Fehler fällt einiger Kleinkram bei der Implementierung des deutschen Schriftzeichensatzes oder Unzulänglichkeiten bei der Benennung von Hotspots kaum noch ins Gewicht.
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