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Sherlock Holmes und das Geheimnis der Königin

Koch Media und 'Frogwares' schicken den wohl berühmtesten Detektiv der Welt in ein neues Abenteuer. Nach der recht spannenden Jagd auf Jack the Ripper, die auf mehreren Systemen gespielt werden konnte, gucken dieses Mal jedoch alle Spieler in die Röhre, die kein Nintendo 'DS' ihr Eigen nennen. Auf dem beliebten Handheld erwartet uns zudem kein klassisches Adventure. Das Spielprinzip gleicht eher dem der erfolgreichen 'Prof. Layton'-Serie. Wir haben uns die Rätselsammlung mit Adventureelementen angeschaut und klären in unserem Test, wer der DS-Rätselmeister ist.


Familienbande

Zu Zeiten eines Sherlock Holmes gab es noch richtigen Hofadel – gekaufte Prinzentitel waren eher an der Seltenheit. Da auch die Demokratie zumindest im Spiel noch nicht bekannt war, führte der einzige Weg zur Macht über den Stammbaum einer adeligen Familie. Entweder hatte man also Glück und konnte in ein Königshaus einheiraten oder man blieb eben bürgerlich. Doch ein Bösewicht ist mit seinem bürgerlichen Dasein gar nicht mehr zufrieden und entwendet kurzerhand den Stammbaum ihrer Majestät. Selbstverständlich kann die britische Königin Victoria das nicht einfach so auf sich sitzen lassen, was schließlich den berühmten Detektiv und seinen Gefährten Dr. Watson auf den Plan ruft. Diskret nehmen sie ihre Ermittlungen auf und stoßen dabei auf einen niederträchtigen Plan.

Layton lässt grüßen

Nicht immer ist die Rätselstellung offensichtlich.

Wer schon einmal ein Spiel aus der 'Professor Layton'-Reihe gespielt hat, weis, was ihn erwartet: Eine kurzweilige Geschichte wird immer wieder durch unterschiedlich schwere Rätsel unterbrochen. Wie im großen Vorbild finden wir auch bei 'Sherlock Holmes und das Geheimnis der Königin' einen bunten Strauß verschiedenster Rätsel. Mal will ein Code geknackt, mal ein Zahlenschloss geöffnet, dann wieder ein Puzzle zusammengesetzt werden. Die Aufgaben werden in drei verschiedene Schwierigkeitsgrade eingeteilt, je nach Komplexität gibt es mehr oder weniger Punkte für ein gelöstes Rätsel. Das Problem: Oft muss zuerst einmal herausgefunden werden, was der Spieler überhaupt machen soll. Eine Erklärung des Rätsels suchen wir vergebens. Damit man trotzdem eine Chance hat, das Spiel zu beenden, gibt es ein zweistufiges Hilfesystem. Die erste Stufe erklärt, worum es bei dem Rätsel eigentlich geht, die Zweite beschreibt den Lösungsweg. Leider kosten beide Stufen wertvolle Punkte, so dass man am Rätselende mit einem Punktabzug leben muss, sofern man sich das Rätsel erklären lassen hat. Für die gesammelten Punkte können zum Schluss bis zu vier Bonusrätsel freigeschaltet werden, die jedoch nichts mit der Handlung zu tun haben. Zusätzlich zu den Rätseln sammelt der Detektiv immer einige Gegenstände ein, die dann im Inventar miteinander kombiniert oder in der Spielgrafik eingesetzt werden müssen, damit es weitergeht. Da die Inventargegenstände aber in einer überschaubaren Anzahl bleiben und sich auch nie weit vom Einsatzort entfernt finden lassen, stellen diese Aufgaben für geübte Abenteurer kein Hindernis dar.

Kurzer Spaß

Im Inventar finden sich neben gesammelten Items auch eine Übersicht bereits geführter Gespräche sowie eine Speichermöglichkeit. Ruft man letztere auf, wird auch eine Statusseite angezeigt, die dem Spieler mitteilt, wie viel Zeit er schon mit dem Spiel verbracht hat und wie viele der 39 Rätsel bereits gelöst wurden. Schon beim ersten Blick auf die Statusseite überkommt den Spieler unweigerlich das Gefühl, das das Spiel kurz werden könnte. Immerhin warten beim großen Konkurrenten rund drei Mal so viele Aufgaben. Leider wird man von dem Gefühl nicht getäuscht, denn trotz der Tatsache, dass man für manche Rätsel einfach etwas länger benötigt, stand die Uhr am Ende des Spiels auf etwas über drei Stunden. Definitiv zu wenig für einen Titel, der es mit Spielen aufnehmen will, die weit mehr als 10 Stunden Spielspaß mitbringen.

Kindgerechte Präsentation

Die Comic-Grafik ist hübsch, leidet aber an zu wenigen Animationen.

Die Comic-Grafik von 'Sherlock Holmes und das Geheimnis der Königin' ist definitiv hübsch, könnte aber deutlich mehr Animationen vertragen. Fast alle Räume bestehen aus handgezeichneten, statischen Grafiken, die nur selten mal z.B. durch ein Feuer etwas belebt wirken. Genauso verhält es sich mit den Figuren. Bei Dialogen wird ein Bild des Gesprächspartners eingeblendet – leider ebenfalls unanimiert und wie beim 'DS' gewohnt, ohne Sprachausgabe. Durch die Texte, die auch ein wenig Humor nicht vermissen lassen, wird auch die Geschichte weitererzählt. Leider finden sich nur recht wenige Gesellen im historischen London, so dass Holmes und Watson nicht viele Gesprächspartner finden. Immerhin unterhalten sich beide oft über den Fall und Watson darf seine den Fall betreffenden Überlegungen mit Holmes in Form eines kleinen Quiz teilen.

Galerie:

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Fazit:

68 von 100'Sherlock Holmes und das Geheimnis der Königin' ist ein kurzweiliges Rätselspiel für laue Sommerabende, wenn man ohne große Anstrengungen ein paar kleine Rätsel lösen möchte. Doch Vorsicht: Das Spiel ist nicht sonderlich schwer und dazu noch recht kurz, so dass weder harte Kopfnüsse erwartet werden dürfen noch Unterhaltung für einen ganzen Urlaub. Für Kinder ist 'Sherlock Holmes und das Geheimnis der Königin' aber vielleicht genau das Richtige – sofern die 'Prof. Layton'-Spiele noch zu schwer oder zu lang sind. Am Ende bleibt jedoch die Erkenntnis, dass man beim großen Konkurrenten sehr viel mehr Spiel fürs Geld bekommt. Zusammen mit der fehlenden Einweisung bei den Rätseln und der statischen Präsentation ist die kurze Spielzeit einer der größten Kritikpunkte.

geschrieben am 15.07.2010, Tobias Maack

Systemanforderungen:

Nintendo DS
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Dieses Review gehört zu Sherlock Holmes DS.

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