Reviews: Prezzemolo - in una giornata da incubo:

Prezzemolo in una giornata da incubo


In Italien ist er längst schon Kult: Prezzemolo, der sympathische Drache und das Maskottchen des grössten südländischen Freizeitparks Gardaland findet nach unzähligen Fernseh- und Comic-Auftritten nun auch seinen Weg auf die Festplatte. In seinem ersten Adventure sucht der kleine, grüne Naturliebhaber einen verschwundenen Freund und entdeckt in knuddligem 3D die Highlights vom Gardaland.


Es ist ein wunderschöner Tag im Gardaland: Während rundherum die Vögel zwitschern, befestigt Prezzemolo die Hausnummer an sein geliebtes Baumhäusschen. Gleich darauf kommt auch seine Freundin Aurora, die schöne Prinzessin und Tochter König Astors und bringt dem fleissigen, jungen Drachen Prezzemolo zwei Pizzas. Doch plötzlich geschieht das Unvorstellbare: Die Pizzas erwachen wie von Geisterhand erweckt zum Leben und fressen die arme Aurora mit einem Bissen auf. Prezzemolo, der unter Stock steht, kann den beiden weghüpfenden Pizzas nur noch steif hinterher sehen. Als wäre das alles nicht genug, erscheint ihm am Himmel auch noch der verrückte Panda Bambù, welcher schreiend auf ihn herabstürzt..
Mitten in einer regnerischen Nacht wacht Prezzemolo aus seinem Bett auf und realisiert, dass alles nur ein Traum gewesen ist. Als am nächsten Morgen aber wild verstört sein geflügelter Freund Pagüi durch das Fenster in seine Wohnung bricht, um mitzuteilen, dass Freund Bambù spurlos verschwunden ist, merkt Prezzemolo, dass hinter seinem Traum doch mehr steckt, als er zu hoffen wagte..

Die dreidimensionale Petersilie

Nun liegt es am Spieler, Prezzemolo zu helfen und den kleinen Panda aufzuspühren. In einem "avventura 3D real-time" durchstreift man die Welt von Gardaland, trifft dabei auf acht ziemlich unterschiedliche Charaktere des Parks und erforscht 20 detaillierte Locations (u.a. das kleine Städtchen Tanaboo, den Strand oder den dunklen Wald).
Um das Gardaland auch angemessen zu visualisieren haben sich die Macher von 'Tony Tough' richtig ins Zeug gelegt: 'Prezzemolo' präsentiert sich in schickem 3D mit wirklich wunderbar vorgerenderten Hintergründen. Grafisch wirkt das Spiel durch die Symbiose von 3D-animierten Objekte in den berechneten Landschaften wie aus einem Guss. Die Animation der Figuren ist vorbildlich und vor allem Prezzemolo wurde mit viel Hingabe zum Leben erweckt. Je nachdem wie man weiterkommt wird der Spieler mit FMV-Sequenzen belohnt, die Prezzemolos Geschichte in Cartoon-Form weitererzählen.
Stilistisch wurde das ganze - dem Plot angepasst - äusserst kinderfreundlich umgesetzt. Düstere Sequenzen gibt es wenige (das Gardaland selbst glänzt in dauerndem Sonnenschein) und die knuddlige, liebenswürdigen Charaktere runden diesen Eindruck ab.

Pädagogisch wertvolle Rätselkost

Zielkonsument von 'Prezzemolo in una giornata da incubo' ist sicherlich nicht der durchschnittliche Adventurespieler: Mit der Lizenz vom Gardaland musste sich Prograph Research strikt und in jedem Bezug an ein pädagogisch-multiples Konzept halten. Auch das Rätseldesign unterliegt diesem, womit wohl kaum jedermann den gewünschten Anspruch erhalten wird. Das soll aber nicht heissen, dass man bei 'Prezzemolo' nicht zu denken braucht. Obwohl viele Rätsel offensichtlich und "kinderleicht" sind, haben sie dennoch ein gewissen Nährwert: Prezzemolo bringt beispielsweise schon früh in Erfahrung, dass Bambùs Verschwinden irgendwie mit einer rätselhaften Maschine in Zusammenhang steht. Er fühlt sich dazu geneigt, diese zu reaktivieren, um so seinen Freund aufspüren zu können. Dazu benötigt er einen Kristall, den er bei einem rosaroten Affen, der im Wald lebt, für einige Goldmünzen erhalten könnte. Er bittet nun um die Hilfe aller seiner Freunde, um die gewünschte Menge an Münzen zusammen zu tragen, womit er wieder an verschiedene Sackgassen gelangt. Da wäre z.B. sein gestreifter Tiger-Freund Ti-Gey, welcher ihm gerne 3 Goldmünzen abgeben würde, dafür aber eine Gegenleistung erwartet. Prezzemolo soll dazu sein Auto waschen, braucht dafür allerdings wiederum drei neue Gegenstände.
Was äusserst trivial klingen mag, stellt sich mit der Zeit als nicht minder knifflig heraus. Die Rätsel sind und bleiben zwar durchwährend einfach, was allerdings viel eher daran liegen mag, dass sie total logisch sind. Der Spielfluss wird dadurch sehr beeinflusst und man erlebt durch stetiges Weiterkommen immer wieder neue Zufälle und Sackgassen, die es zu meistern gilt. Somit verkürzt sich auf negative Art und Weise das gesamte Spiel und viele Veteranen werden sich nach ein, zwei Tagen durch das ganze Szenario geklickt haben.

Mit Point and Klick und Sarkasmus durch's Gardaland

Die Steuerung bietet sich dabei ebenfalls als äusserst simpel an: Mit einfachen Mausklicks wird auf klassische Art und Weise alles eingesammelt, was nicht niet- und nagelfest ist. Die Gegenstände werden in einem Inventory gespeichert, welches wahlweise am oberen, oder unteren Bildschirmrand aufgerufen werden kann.
Man merkt schon ziemlich früh, dass dem kleinen, dicken Drachen seine Fettreserven ziemlich zu schaffen machen. Durch ein Doppelklick an den gewünschten Ort, begibt sich Prezzemolo aber glücklichweise auch ein bisschen schneller voran. Leider hilft dies allerdings bei längeren Fussmärschen (vor allem durch den Wald) oder grösseren Szenenbildern auch nicht besonders viel.
Per Rechtsklick kann man verschiedene Interaktionsmöglichkeiten durchklicken, für welche u.a. Symbole wie eine Lupe oder ein Schraubenzieher stehen. Sobald eine Aktion ausgeführt wird, kommentiert Prezzmolo angenehm ausführlich alles Auffallende und Wichtige, was teilweise für weniger ersichtliche Details im Spielverlauf sehr hilfreich sein kann. Einer der grössten humoristischen Aspekte des Spiels liegt vor allem in solchen, meist sarkastisch-penetranten, Kommentaren, die Prezzemolo zu wirklich fast jeder Situation loszuwerden weiss. Wer sich aber an den oft etwas längeren (wahrscheinlich nicht für jedermann amüsanten) Monologen des kleinen Drachen langweilt, kann diese mit einem Doppelklick überspringen. Diskussionen oder kurze Dialoge mit anderen Charakteren fördern aber meist das Weiterkommen und viele Rätsel sind auch nur mit Hilfe der NPCs zu lösen.
Ebenso klassisch wie die Steuerung laufen die meist Spieler-gesteuerten Gespräche per Multiple-Choice-Auswahl ab. Fragen, zu denen man wichtige Informationen erhält, bleiben meist nach einmaligem Anklicken vorhanden. Dead Ends oder Todesfälle gibt es natürlich durch irrationales Auswählen in den Gesprächen keine.

Zwitschernde Vögel und krächzende Pelikane

'Prezzemolo in una giornata da incubo' hört sich im Grossen und Ganzen sehr schön an. Die relative Starrheit der vorgerenderten Hintergründe wird hauptsächlich durch eine recht ausgewogene akkustische Untermalung kompensiert: Zwitschernde Vögel, Wind- und Meeresgeräusche erwecken das Gardaland erst richtig zum Leben. Auch der Score bietet einige schöne Elemente, obwohl man sich dadurch viel zu oft an kitschige Zeichentrickserien zurückerinnert fühlt.
Ebenso wird den Maskottchen des Gardalands durch wirklich passend ausgewählte Synchronsprecher zusätzlich Leben eingehaucht. Wo die grässlich-krächzende Stimme von Pagüi den Adventurespieler zuvor abschreckt, zeigen sich doch vor allem nach einigen Spielminuten und Gesprächen mit einigen NPCs, dass man kaum eine bessere sprach-akkustische Besetzung für die bunten Viecher hätte finden können.


Galerien

Fazit:

Wertung: 72%

Eine objektive Bewertung von 'Prezzemolo in una giornata da incubo' fällt nicht besonders leicht: Auf der einen Seite ist das Spiel wirklich schön präsentiert, die Figuren wirken allesamt lebendig und sind auch technisch wunderschön umgesetzt worden. Minuspunkte für den graphischen Aspekt können kaum vergeben werden und im Spielprinzip orientiert sich das zweite Adventure aus dem Hause Prographs ganz klar an klassischen Genre-Grössen, womit ein funktionierendes Gameplay bereits vorausgesetzt ist.
Andererseits ist das Gesamtkonzept des Spieles viel zu "kindlich". Computerspieler ab fünfzehn, die keine überzeugte Adventurefans sind, werden sich mit dem Stil des Gardalands kaum anfreunden können. Dieser Stil wirkt sich ausserdem mehr oder weniger negativ auf die Rätseldichte aus, welche durch ihre Trivialität erstens Adventure-Veteranen langweilen wird und zweitens merklich die Spiellänge um einiges verkürzt. Da für ältere Spieler (im Gegensatz zu den Jüngeren) beinahe kein Wiederspielbarkeitswert vorhanden ist, wirkt sich das auch negativ auf die Gesamtbewertung aus.
Alles in allem ist 'Prezzemolo' ein ordentlich unterhaltendes Spiel, dass durch seinen witzigen Plot und die wirklich schöne Aufmachung angefressene Genrefans begeistern kann, für ältere Spieler bzw. wenig heitere Gemüter aber eher unattraktiv ist.

Anmerkung: Zu diesem Test gehört ausserdem ein knapp 3-minütiger Videoreport mit Ingame-Sequenzen aus dem Spiel. Das ACTV Review zu Prezzemolo könnt ihr hier runterladen.

geschrieben am 09.05.04, Philipp Thalmann

Systemanforderungen Weitere Links
Win 98/2000/ME/XP
CPU mit 400 Mhz
64 MB Ram
3D-Grafikkarte
Soundkarte
400 MB freier Festplattenspeicher
Ähnliche Spiele

Dieses Review gehört zu  Prezzemolo.




+1 Gefällt mir
Kommentare 0

Als Gast kommentieren

Benutzername
Zeichenkombination eingeben: 424a89


Anmelden

Name
Passwort

[ Registrieren | Passwort vergessen? ]
 






Gamesvote.de PCGamesDatabase.de GamesNews.de Adventures-kompakt.de Adventuresunlimited.de Adventure-Treff.de Tentakelvilla.de

Der Adventure Corner Award
 Newsfeeds!  Twitter!  Become a fan!  del.icio.us