Reviews: Blackwood Crossing:

Blackwood Crossing


Das First-Person-Adventure 'Blackwood Crossing' stammt von PaperSeven und dreht sich um zwei Geschwister in einem mysteriösen Zug, wie auch mit Magie und einem seltsamen Hasen, der entfernt an 'Donnie Darko' erinnert. Was es mit dieser Coming-of-Age-Geschichte auf sich hat und ob ein Blick darauf sich lohnen könnte, das sehen wir uns nun im Test an. Das Testexemplar hat uns GOG.com zur Verfügung gestellt.

 

Blackwood Crossing

 

Am Ende der Kindheit

Blackwood Crossing

Die Beziehung zwischen Finn und Scarlett steht im Fokus der Geschichte

Scarlett findet sich beim Erwachen unerwartet in einem sonderbaren Zugabteil wieder. Hier ein Koffer, da ein Buch, dort ein paar voll Kaffeepappbecher. Von Passagieren fehlt zunächst jede Spur. Dafür hält sie ihr jüngerer Bruder Finn mit 'Simon sagt' auf Trab. Ist es nur ein Traum, oder doch mehr? Es wird immer verwirrender. Ihre früh verstorbenen Eltern tauchen auf und ein beunruhigender Hase auf zwei Beinen will ihr etwas zeigen. Bald stellt sich heraus, dass der Zug ein Tor zu alten Erinnerungen ist.

Zwischen den beiden Geschwistern gibt es Spannungen, denen wir allmählich auf den Grund gehen. Obwohl nur Scarlett gesteuert wird, ist der kleine Finn die treibende Kraft dieser persönlichen Coming-of-Age-Familiengeschichte. Seine Schwester bleibt in seinem Schatten - wir hätten gern mehr über sie erfahren. Angesichts der kurzen Spielzeit von zwei bis drei Stunden, wollen wir aber nicht zuviel über die Story verraten. Die surreale Mischung ist jedenfalls unterhaltsam gelungen und richtet sich an reifere Jugendliche und Erwachsene.


Technisch saubere Umsetzung

Blackwood Crossing

Die Grafik ist sehr ansprechend, doch gibt es nicht viele unterschiedliche Schauplätze

Kaum Grund zum Meckern bietet die grafische und akustische Umsetzung. Im Gegensatz zu rein explorativen First-Person-Spielen wie 'Gone Home' sehen wir uns nicht nur die 3D-Umgebung an, sondern interagieren auch ein bisschen mit anderen Figuren. Scarletts Gesicht ist wiederum z. B. in Spiegelungen sehr deutlich zu erkennen. Während die Grafik stilsicher ist, gibt es leider nicht besonders viele Schauplätze, was aber angesichts der ohnehin überschaubaren Spieldauer nicht allzu störend ist.

Die englische Vertonung tönt engagiert aus den Boxen und vermittelt die Emotionen der zentralen Charaktere glaubwürdig. Deutsche Untertitel sind optional zuschaltbar. 'Blackwood Crossing' versucht nicht lustig oder erschreckend zu sein, es ist eher ein Drama mit Fantasy-Aspekten und viel Symbolik. Die sehr professionelle musikalische Untermalung rundet die Atmosphäre passend ab. Sie wurde recht gut auf den Verlauf der Handlung abgestimmt, ohne sich übertrieben in den Vordergrund zu drängen.

Gesteuert wird das 3D-Adventure entweder mittels Controller, oder via Maus und Tastatur. Die Benutzeroberfläche kommuniziert dabei immer recht deutlich, welche Taste wann zu drücken ist. In der Rätsel-Abteilung wird eher leichte Kost geboten. Hier fährt der Zug auf eher holprigen Gleisen.


Die korrekte Reihenfolge

Blackwood Crossing

Häufig geht es darum, Dinge in die richtige Reihenfolge zu bringen

Die meiste Zeit verbringen wir bei 'Blackwood Crossing' damit, Finn hinterherzulaufen, Objekte zu sammeln und diverse Erinnerungen in die richtige Reihenfolge zu bringen. Zwischendurch gilt es Dinge per Knopfdruck zu reparieren, oder wir basteln und zeichnen etwas (beim Zeichnen werden einfach zwei Tasten abwechselnd gedrückt). Manchmal entscheiden wir selbst, wie Scarlett auf ein Ereignis reagieren soll. Sarkastisch? Wütend? Oder anders? Die Auswirkungen scheinen sich jedoch in Grenzen zu halten.

Für gewöhnlich wird eindeutig kommuniziert, welche Taste wann zu drücken ist. Viel Raum für selbstständiges Denken bleibt da nicht. Nur im Schlussteil fühlt man sich freier. Dass wir von Finn herumkommandiert werden, passt natürlich zur Geschichte, doch vereinzelt hätte man das geschickter lösen können. Einmal beauftragt uns der launische Junge zum Beispiel, ein Klebeband und eine Schere holen. Selbst wenn wir einen Gegenstand bereits schon entdeckt haben, ist dieser erst dann aufnehmbar, nachdem Scarletts Bruder explizit danach gefragt wurde, wo dieser Gegenstände zu finden sei.

Immerhin sind sämtliche Herausforderungen aber sehr nachvollziehbar und logisch und das Gameplay ist eng ans Narrativ gekoppelt. Gespeichert wird automatisch nach wichtigen Ereignissen, wobei leider nur ein Speicherpunkt zur Verfügung steht.


Galerien

Fazit:

Wertung: 76%

Im optischen und akustischen Bereich gibt es bei 'Blackwood Crossing' wenig zu meckern. Lediglich ein paar Schauplätze mehr wären wünschenswert gewesen. Die symbolhaft verpackte Kurzgeschichte ist recht kurzweilig und wohl durchdacht. Rätsel gibt es einige, doch sie wurden dem Storytelling klar untergeordnet und sind deshalb durchwegs simpel gestrickt. Im Endeffekt erledigt man vorwiegend das, was einem das Spiel aufträgt. Aufregend ist das nicht, aber zumindest zweckdienlich. Für kommende Projekte würden wir uns trotzdem mehr Freiheiten wünschen. Wer keinen Wert auf anspruchsvolle Rätsel legt und das Thema reizvoll findet, der kann ohne gröbere Bedenken zugreifen. Nett!

geschrieben am 19.05.17, Matthias Glanznig

Systemanforderungen Weitere Links
Mindestsystemanforderungen: Windows 7/8/10; Prozessor: Corei3-550 2.5ghz; Speicher: 4GB RAM; Grafik: NVIDIA GeForce 460 mit 1GB Memory; Direct X Version 11; Festplatte: 5GB; Mouse, Keyboard - Controller-Support Offizielle Webseite


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Dieses Review gehört zu  Blackwood Crossing.




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