Reviews: Yonder: The Cloud Catcher Chronicles:

Yonder: The Cloud Catcher Chronicles


Ein 3D-Open-World-Adventure ohne Action-Einlagen und klassische Rätsel, bei dem Handeln und der Einsatz von Talenten im Fokus stehen? Wie gut diese Mischung funktioniert, sehen wir uns im Review zu Prideful Sloths 'Yonder: The Cloud Catcher Chronicles' näher an. Veröffentlicht wurde das Third-Person-Abenteuer am 18. Juli für Windows PC und PlayStation 4.

Yonder

Schiffbruch auf Gemea

Wie die Hauptfigur von 'Yonder: The Cloud Catcher Chronicles' grob aussehen soll, bestimmen wir zu Beginn selbst, wobei der Charakter-Editor sehr limitiert ist: Statur und Geschlecht lässt sich festlegen, wie auch die Haut- und Haarfarbe. Letzteres ist aber nicht entscheidend, da die Haarfarbe später gefärbt werden kann. Wirklich individuell fühlt sich die Spielfigur im Endeffekt erst an, sobald wir ihr bestimmte Kleidungsstücke und Accessoires verpassen.

Ist dieser Schritt getan, finden wir uns zu Beginn auf einem Schiff wieder, das auf der Suche nach einer geheimnisvollen Insel ist. Die Hauptfigur scheint mit diesem Ort irgendwie verwurzelt. Allerdings steuert das Schiff geradewegs in ein plötzlich aufkommendes, heftiges Unwetter zu. Schiffbrüchig finden wir uns schließlich auf der gesuchten Insel wieder: Gemea.


Vielfältige Landschaft

Die Insel Gemea präsentiert sich in den ersten Minuten von der besten Seite: üppiges Grün, Bäume, Berge, Sandstrände, sonderbare Tiere, die fröhlich vor sich hingrasen... und sogar die erste kleine Stadt, in der uns die Bewohner willkommen heißen. Es gibt noch weitere Städtchen dieser Art.

Yonder

Die Spielwelt ist der Star des Spiels

Unterteilt wurde die Insel in mehrere Regionen, die jeweils mit einer anderen Vegetation aufwarten, was für Abwechslung sorgt. Selbst Tag-Nacht-Zyklus wird geboten und die Wetterlage kann variieren. Mal erwartet uns ein prächtiger Sternenhimmel mit Sternzeichen und allem was dazu gehört, mal blitzt und donnert es.

 

Allerdings zeigt sich bald, dass die Insel hinter ihrer schönen Oberfläche eine dunkle Seite verbirgt: Die Bewohner fühlen sich von einer dunklen Macht bedroht. Viele mussten ihr Zuhause verlassen, da es von der Finsternis heimgesucht wurde. Auf dem Weg durch die Natur findet man immer wieder Notizen, die davon erzählen. Den genauen Ursprung dieser Macht gilt es herauszufinden, wie auch die eigene Rolle in diesem Abenteuer. Wir versuchen dazu, den Bewohnern zu helfen und schrittweise Teile der Finsternis zu beseitigen.

Narrativ gesehen ist 'Yonder' leider nicht besonders aufregend, auch zumal es die Entwickler verabsäumen, Charaktere mit Tiefgang zu kreieren. Stattdessen wirkt fast jede Figur nur wie ein Questgeber ohne Persönlichkeit. Auch die versteckten Notizen, die von der Düsternis berichten, sind austauschbar. Da wäre sicherlich mehr möglich gewesen.


Handel und Ressourcen

Yonder

Die Charaktere geben einem zwar Aufgaben, aber viel Persönlichkeit vermitteln sie nicht

Im Gameplay-Mittelpunkt stehen neben dem Erkunden insbesondere der Handel und das Crafting. Oft laufen uns NPCs über den Weg, die bestimmte Gegenstände benötigen. Vieles davon lässt sich selber im Inventar basteln, sofern man die nötigen Ressourcen besitzt und in die dafür zuständige Gilde aufgenommen wurde. Zum Beispiel gibt es die Schneidergilde und die Händlergilde, oder man beweist sich als Schreiner. Je mehr man hilft, desto glücklicher wird die Bevölkerung und desto besser ist es für die gesamte Insel.

Unsere Spielfigur kann in beliebig vielen Gilden Mitglied sein. Wer wenig Lust darauf hat, der kann viele Aufgaben freilich auch durch Tauschgeschäfte bewältigen. Allerdings handelt jeder Händler mit unterschiedlichen Dingen und je nach Region sind bestimmte Gegenstände mehr oder weniger wert. Geld gibt es nicht, denn sämtliche Geschäfte laufen als Tauschgeschäfte ab. So gesehen ist es also erforderlich, Gegenstände mit entsprechendem Gegenwert zu bieten, sonst gibt es keinen Deal.

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Im Inventar kann man viele Dinge selbst herstellen

Andere Aufgaben laufen wiederum darauf hinaus, Tiere zu finden. Optional können auch mehrere Farmen in Besitz genommen werden, für die man diverse Tiere mit Futter anlocken kann (die uns auf der Farm mit neuen Ressourcen versorgen können). Hier können wir sogar selbstgebastelte Scheunen, Tore und dergleichen platzieren. Mit der Pflege dieser Farmen beauftragt man im nächsten Schritt NPCs, die man zuvor allerdings ausreichend mit Nahrung versorgen muss. Auch das ist optional.

Die vielleicht komplexeste Gameplay-Mechanik ist das Angeln, bei der es darum geht, schnell der Bewegung des Fisches entgegenzuwirken. Via Gamepad klappt das sehr gut und macht einigen Spaß. Sämtliche Aufgaben sind im Quest-Tagebuch vermerkt und sobald eine Aufgabe aktiv ist, scheint sie auf der Karte auf. Wer wiederum die Orientierung verliert, kann per Tastendruck ein Licht aktivieren, welches den Weg zur Aufgabe zeigt.


Kampf gegen die Düsternis

Abgesehen von den bereits erwähnten Aufgaben ist es essentiell, die Düsternis auf vielen Teilen der Insel zu besiegen. Dazu sind Geister zu sammeln, die sich überall auf der Insel verstecken. Teilweise entdeckt man diese seltsamen Wesen durch das bloße Untersuchen von Fässern, in anderen Fällen sind bestimmte Gaben im Austausch notwendig. Mitunter erfordert das Beseitigen der Düsternis sehr viele Geister und manchmal ist es schon mit wenigen getan. Auch Orte der Düsternis werden auf der Karten per Symbol vermerkt, wodurch man den Überblick nicht so schnell verliert.

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Geister brauchen wir, um die Düsternis zu beseitigen

Die Spielwelt ist gewaltig. Laut den Entwicklern ist die Hauptgeschichte von 'Yonder' theoretisch in sechs bis acht Stunden durchspielbar. Das erfordert allerdings ein sehr ökonomisches Vorgehen. In der Regel wird man deutlich mehr Zeit in der Fantasy-Welt von Gemea verbringen und um die 15 Stunden sind durchaus realistisch.

Zwar existieren Schnellreiseportale, doch die verbinden immer nur zwei Punkte der Insel. Teilweise ist es dadurch umständlich, zum passenden Portal zu gelangen. Laufwege sind die Folge, was den Spielspaß erheblich schmälern kann. Auf Gemea kann man problemlos 30 Minuten herumwandern und trotzdem wieder etwas Neues entdecken. Leider laufen viele Quests in Botengang-Manier darauf hinaus, dass man von A nach B laufen um in B zu erfahren, dass man dann wieder nach A laufen muss.


Solide technische Umsetzung

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Der Charakter-Editor ist zwar sehr langweilig, doch der Spielfigur kann man durch diverse Accessoires einen sehr individuellen Anstrich verpassen

Während die abwechslungsreiche Spielwelt wundervoll visualisiert wurde und sehr zum Erkunden einlädt, wirken die schlichten aussehenden Charaktere sehr gewöhnungsbedürftig. Eine Sprachausgabe fehlt zudem - dafür wurden sämtliche Dialoge und Texte auf Deutsch übersetzt. Die musikalische Vertonung ist ansonsten dezent eingesetzt, passt aber gut zur netten Stimmung.

Gesteuert wird das 3D-Abenteuer auf der Konsole mittels Gamepad, was gut von der Hand geht. Allerdings verfügt die Spielfigur nach einer Weile über sehr viele Werkzeuge, zwischen denen man immer manuell wechseln muss. Um einen Baum zu fällen, muss man zum Beispiel die Axt aktivieren, für andere Aktivitäten ist wiederum die Sichel oder ein Hammer erforderlich. Bei mehr als zehn Gegenständen kann das Hin- und Herwechseln auf Dauer umständlich sein. Man gewöhnt sich aber daran. Am PC ist 'Yonder' ist alternativ natürlich auch mittels Tastatur und Maus spielbar, doch das konnten wir nicht testen, da uns die PlayStation-4-Fassung zur Verfügung stand.


Galerien

Fazit:

Wertung: 69%

'Yonder: The Cloud Catcher Chronicles' ist grundsätzlich ein interessantes Abenteuer, das insbesondere von einer visuell eindrucksvollen Spielwelt lebt. Leider ist das Schnellreisesystem noch nicht ausgereift und die vielen Botengänge sind auf Dauer monoton. Obendrein haben es die Entwickler verabsäumt, die tolle Spielwelt mit interessanten Charakteren zu füllen. Schade, denn das fantasievolle Setting wäre perfekt dafür gewesen und selbst die Spieldauer ist mehr als ordentlich - 15 Stunden und mehr sind keine Seltenheit. Auf spielerischer Ebene ist 'Yonder' vielleicht etwas zu schlicht, um ein erwachseneres Zielpublikum zu fesseln, doch für Jugendliche und Kinder könnte es dennoch gut passen.

geschrieben am 02.08.17, Matthias Glanznig

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Dieses Review gehört zu  Yonder: The Cloud Catcher Chronicles.




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