Reviews: Another Lost Phone: Laura’s Story:

Another Lost Phone: Laura's Story


Wer 'A Normal Lost Phone' gespielt hat, wird mit dem Spielprinzip von 'Another Lost Phone: Laura's Story' sofort vertraut sein: Wir finden erneut ein ungesichertes Smartphone, das wir nach Hinweisen auf den Verbleib der Besitzerin durchstöbern können. Dabei stellt sich natürlich wieder die Frage: Darf man das überhaupt? Oder geht es einen nichts an, was mit der Besitzerin passiert ist? Darf man in die Privatsphäre eines fremden Menschen so tief eindringen? Für spielerische Zwecke haben wir uns entschlossen, die letzte Frage mit „Ja“ zu beantworten und haben Lauras Telefon ausgiebig durchforstet.

 

Lost Phone



Wo ist Laura?

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Alles beginnt mit einer Flut an SMS.

Beschließt man, das fremde Smartphone zu durchsuchen, dann entdeckt man rasch: Die Besitzerin heißt Laura, hat eine Schwester namens Carmen und einen Freund namens Ben, in den sie offenbar bis über beide Ohren verliebt ist. Bens Kurznachrichten führen uns dann auch direkt in die Geschichte ein: Wir können nachlesen, wie die beiden die ersten Monate ihrer Verliebtheit genossen haben, erfahren gleichzeitig, dass Laura schon nach kurzer Zeit zu Ben gezogen ist, ihn bekocht, selbst einen neuen Job hat... kurz, ehe wir's uns versehen, sind wir mitten drin in Lauras Leben. Bens letzte Textnachrichten geben Anlass zur Sorge: Laura hat sich seit Stunden nicht bei ihm gemeldet. Er ist besorgt und schreibt Nachricht um Nachricht, auf die Laura logischerweise nicht antworten kann, da wir ja im Besitz ihres Telefons sind.

Schnell stellen wir fest: Wir kratzen durch das Lesen der zahlreichen SMS von Ben, aber auch von Lauras Freunden gerade mal an der Oberfläche ihrer Geschichte. Und dann sind da noch gesperrte Bereiche des Smartphones, die wir nur durch gründliche Lektüre aller Nachrichten und E-Mails nach und nach freischalten können. Manche Nachrichten lassen uns stutzen: Hat Laura ein Doppelleben geführt? Und warum hat sie im Kalender die tägliche Erinnerungsnotiz für die Einnahme der Pille tageweise deaktiviert? Was sollen die vielen Arztbesuche, die im Kalender verzeichnet sind? Und welche Probleme hat Laura in ihrem Job? Warum arbeitet sie von Zuhause aus?

Ich will hier nicht zu viel verraten, denn wie schon bei 'A Normal Lost Phone' ist auch in 'Another Lost Phone: Laura's Story' die Geschichte die große Stärke des Spiels. Wieder wird ein sehr sensibles Thema in Angriff genommen, die Aufbereitung ist teilweise sehr realistisch geraten und erinnert einen immer wieder daran: Geschichten, wie die von Laura gibt es wirklich.


Das kenne ich doch...

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Die Spieloberfläche ist Smartphones nachempfunden.

Wieder haben wir es mit einer Spieloberfläche zu tun, die an ein Smartphone erinnert. Auf dem Startbildschirm finden sich verschiedene Apps, die wir durchforsten können, wobei Lauras Telefon um einiges aufgeräumter bzw. übersichtlicher wirkt, als das von Sam aus dem Vorgänger-Spiel. Grafisch ist 'Another Lost Phone: Laura's Story' sehr einfach gehalten, was aber nicht weiter stört, da es nicht um Schauwerte, sondern um die Geschichte geht. Am Computer kann man entweder mit dem Mausrad scrollen oder die Wisch-Bewegung imitieren, indem man die Maus gedrückt hält und nach unten, oben, links oder rechts zieht.

In Sachen Sound bleibt es ähnlich minimalistisch. Begleiten uns zu Beginn noch ruhige Klaviertöne, setzt die Geräuschkulisse nach einer Weile ganz aus. Wir können dieses Mal auch keinen integrierten Musikplayer im Hintergrund mitlaufen lassen und selbst für Sound sorgen. Eine Sprachausgabe gibt es ebenfalls nicht. Übersetzt wurde das Spiel wieder in mehrere Sprachen, unter anderem ins Deutsche. Über das Optionsmenü, das sich wie gehabt in einer App (Einstellungen) versteckt, kann man die Sprache je nach Belieben anpassen.


Nachrichten lesen, Codes knacken, versteckte Infos finden – das Gameplay

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Eines der wenigen Rätsel.

Spielerisch unterscheidet sich 'Another Lost Phone: Laura's Story' praktisch gar nicht vom Vorgänger 'A Normal Lost Phone', den Begriff „Gameplay“ anzuwenden erscheint schon fast etwas übertrieben. Denn im Grunde tut man nicht viel mehr, als sich durch alle SMS und Mails zu scrollen und dabei Ausschau nach Codes zu halten, die einem Zugang zu den gesperrten Bereichen des Telefons gewähren, etwa auf die Cloud oder auf Lauras Account bei einer Job-Plattform.

Die Codes sind dabei entweder direkt in den Nachrichten auffindbar oder müssen zusammengesetzt werden. So können wir auf die App „SecuryChest“ erst zugreifen, wenn wir herausgefunden haben, in welchen Jahr Lauras erster Freund geboren wurde, welche Ziffer auf der Bürotür ihres ehemaligen Chefs stand und welche Hausnummer der Ort hat, an dem sich Laura zum ersten Mal mit einer ihrer Freundinnen getroffen hat. Die Quersumme daraus ergibt dann den Code für die App. Komplexer als das sind die Aufgaben nicht, mit etwas Kombinationsgabe lassen sie sich auch problemlos lösen. Die meiste Zeit verbringt man auch in diesem Spiel damit, jede Menge Texte zu lesen. Länger als eineinhalb bis zwei Stunden wird man vermutlich nicht brauchen.


Galerien

Fazit:

Wertung: 72%

Wie schon beim Vorgänger, so hat mich auch bei 'Another Lost Phone: Laura's Story' die gut erzählte Geschichte überzeugt, die ein realistisches Thema aufgreift, ohne in diverse Klischees zu verfallen. Wieder ist es den Entwicklern gelungen, sämtliche Charaktere rein über Textnachrichten und E-Mails plastisch zu gestalten und sie authentisch wirken zu lassen. Hauptfigur Laura kommt dabei sehr sympathisch, aber auch verletzlich herüber – ich mochte sie auf Anhieb. Das ist durchaus eine Leistung, wenn man bedenkt, dass es weder Sprachausgabe noch bewegte Bilder gibt, sondern nur Texte. Die Aufgaben sind wie gehabt sehr einfach, stellen aber auch nicht den Kern des Spiels dar, ebenso wenig wie die Optik. Anders als in 'A Normal Lost Phone' wird hier am Ende nicht direkt an das moralische Empfinden des Spielers appelliert, sondern man bekommt eine ganz klare Aufforderung auf den Bildschirm. Man kann sich zwar dazu entscheiden, dieser nicht nachzukommen, aber einem moralischen Konflikt wird man dabei nicht ausgesetzt. Unterm Strich liefern Accidental Queens wieder ein Spielerlebnis der anderen Art, das einen mitunter unangenehm an reale Probleme und Konflikte erinnert.

geschrieben am 28.09.17, Susanne Lang-Vorhofer

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