Storyteller-Reviews: Uncharted 2 - Among Thieves:

Uncharted 2


Rund zwei Jahre ist es her, dass Playstation 3-Spieler erstmals auf Nathan Drake trafen. Einen Abenteurer und Schatzsucher, der sich durch ein Spiel kämpfen durfte, das nicht nur aufgrund der gelungenen Steuerung, schicken Grafik und interessanten Geschichte erst zum Geheimtipp und schon bald zum ernsthaften Konkurrenten von Indiana Jones und Lara Croft wurde. Jetzt steht mit 'Uncharted 2: Unter Dieben' die Fortsetzung in den Regalen. Wieder kämpfen, hangeln, klettern und rätseln wir uns mit Nathan Drake durch große Level. Ob 'Uncharted 2' auch eine große Story zu bieten hat, klären wir in unserem Test für Adventure Corner Storytellers.


Was zum Geier?

Auf gehts in ein neues Abenteuer mit Schatzsucher Drake.

Wenn man völlig unvorbereitet an 'Uncharted 2' herangeht und das Spiel einfach startet, ohne vorher irgendwelche Trailer oder dergleichen gesehen zu haben, verschlägt es einem gleich erst einmal die Sprache: Wir treffen Nate in einem ziemlich ramponierten Zustand. In einem Zug sitzend, erwacht er aus einer Ohnmacht und stellt fest, dass Blut aus einer Wunde an seinem Bauch sickert. Was Nate nicht ahnt: Diese Wunde ist in den nächsten Minuten sein kleinstes Problem. Ein Blick aus dem Fenster des Zugabteils verheißt nämlich nichts Gutes: Irgendwie verläuft der Horizont senkrecht. Die Erklärung ist ganz einfach. Der Waggon, in dem Nate gerade zu sich kommt, hängt an einer Klippe und droht jeden Moment endgültig abzustürzen. Schon lösen sich erste Bänke und krachen durch den Waggon in die Tiefe. Auch Nate wird mitgerissen, kann sich im letzten Moment aber noch an einem Geländer festhalten. Die folgende Kletterpartie an dem zerfallenden Waggon entlang ist nur ein erster Vorgeschmack auf noch kommende Kapitel und endet knapp genug auf einem Vorsprung, auf dem Nate sofort wieder Ohnmächtig wird. In einer Rückblende treffen wir Nate in einer sehr entspannteren Situation: In einer Strandbar genießt er das Leben, als Harry Flynn und Chloe Frazer auftauchen und ihm von einem Plan erzählen. Im Palastmuseum von Istanbul soll eine alte Öllampe zu finden sein, die einst Marco Polo gehörte. Und eben diese Lampe beherbergt das Geheimnis, wo die Flotte des großen Entdeckers zu finden ist - Und mit ihr der gigantische Schatz, den sie transportierte. Schnell ist Nates Interesse geweckt und er willigt ein, die beiden Schatzsucher bei ihrem Plan zu unterstützen.

So verwundert es kaum, dass wir uns nachdem Nate das erste Kapitel überstanden hat, einige Monate vor dem verhängnisvollen Zugunglück im Istanbuler Museum wieder finden, denn hier beginnt die Geschichte eigentlich. Und hier zeigt sich auch erstmals das wahre Ziel der Reise: die sagenumwobene Stadt Shangri-La. Bis Nate und seine Kumpanen schließlich dort ankommen, vergehen gut und gerne elf Stunden, in denen wir uns durch einen Urwald in Borneo, eine Stadt in Nepal, eisige Hügel, versteckte Tempel und uralte Ruinen kämpfen, hangeln, schleichen und wieder kämpfen.

Im Kampf gegen einen Panzer

Keine gute Idee für einen der spektakulärsten Kämpfe: Nur mit einer Pistole ist der Panzer nicht auszuschalten.

Ja, in 'Uncharted 2' wird viel und oft gekämpft. Die Höhepunkte sind sicher der Kampf gegen einen Armee-Hubschrauber oder einen Panzer, der Nate durch ein kleines Dorf verfolgt. Das Kampfsystem muss aufgrund dieser Vielzahl von Gegnern natürlich gut funktionieren. Und das tut sie auch: Schon nach wenigen Kämpfen geht die Handhabung in Fleisch und Blut über. 'Uncharted 2' setzt dabei auf die schon aus dem ersten Teil bekannte Steuerung. Neu sind die Schleicheinlagen, die ein dezimieren der Gegner ermöglichen, ohne sofort entdeckt zu werden. Früher oder später bleibt jedoch immer nur der Griff zur Waffe, um weiterzukommen. Und spätestens dann müssen auch taktische Überlegungen getroffen werden: Greife ich zuerst den Scharfschützen auf dem Dach an? Oder schalte ich den MG-Schützen hinter der Mauer aus? Und was ist mit dem Schildträger, der immer näher kommt? Am Besten sucht man sich zuerst eine gute Deckung, hinter der man sich aber auch nicht ewig aufhalten kann, denn irgendwann kommen die Gegner auch von der Seite oder lassen Granaten auf Drake regnen. Oder die Deckung wird gleich komplett zerlegt. Und spätestens dann ist es schnell vorbei mit der Suche nach der verborgenen Stadt Shangri-La.

Mehr als Kämpfe

Hin und wieder darf auch gerätselt werden. Hier wollen die Arme richtig angeordnet werden.

Außer den Shooter-Leveln, in denen es wirklich fast Ausschließlich darum geht, Gegnerscharen zu dezimieren, findet sich Drake auch oft vor eigentlich unüberwindbaren Mauern, Felsen, Flüssen oder Schluchten. Hier darf dann geklettert werden. Dazu eignen sich beispielsweise hervorstehende Steine, die dank der guten Grafik nicht immer sofort zu finden sind. Wenn man sich die Zeit nimmt und die Umgebung ein wenig anschaut – was man vor allem wegen der schicken Grafik wirklich öfter einmal machen sollte – findet man den Weg aber immer. Dorthin zu kommen, ist dann meist nicht mehr das Problem. Die Steuerung funktioniert äußerst präzise, ist aber vor allem bei Sprüngen so großzügig, Nate nicht sofort in den Abgrund stürzen zu lassen. Stattdessen findet Nate fast immer Halt an einem Vorsprung, wenn wir ihn in die richtige Richtung springen lassen. Besonders zum Tragen kommt das in einem der letzten Levels, wenn um Nate herum wieder einmal alles zusammenbricht und der trotz der ausgezeichneten Sprungkünste Nates zu den schwersten Aufgaben des Spiels gehört. Die Geschicklichkeitspassagen sind in etwa genau so häufig anzutreffen, wie Schießereien. Zwischendrin wurden auch immer wieder einige leichtere Rätsel eingestreut. In diesen Fällen leistet das Tagebuch unseres Abenteurers wertvolle Dienste und beschreibt gut, was zu erledigen ist.

Mitmach-Achtionfilm

Dank realistischer Animationen und nahezu perfekter Gesichtsgrafiken wirkt Uncharted 2 schon fast wie ein Film.

Naughty Dog macht viel, damit der Eindruck eines interaktiven Actionfilms entsteht. Dazu gehört als Erstes sicherlich die gute Grafik mit flüssigen Animationen, realistischen Gesichtern und Bewegungen und atemberaubenden Szenarien, die hin und wieder einfach mal zum Verweilen und Staunen einladen – Wenn denn die Zeit dazu bleibt. Eine gute und realistische Physik gehört aber ebenso dazu. Wenn zum Beispiel etwas einstürzt – und das passiert in 'Uncharted 2' häufiger, als es Nate gefallen kann – sieht das nicht nur hervorragend aus, auch die Bruchstücke verhalten sich recht real. Für die Sprünge von Nate und seinen Freunden gilt das zum Glück nicht so sehr, denn sonst wäre wohl an so manchem Abgrund Schluss der Geschichte. Der stimmige Soundtrack, der sich von der Dynamik dem Geschehen auf dem Bildschirm anpasst, tut sein Übriges dazu. Doch was wäre das Alles ohne eine ordentliche Story? 'Uncharted 2' bietet hier eine Mischung aus Tomb Raider und James Bond, garniert mit Indiana Jones. Und genau diese Mischung lässt 'Uncharted 2' zu einem fast perfekten interaktiven Film werden. Bei einem Action-Adventure hatte man selten den Eindruck näher am Geschehen zu sein. Leider kann die deutsche Synchronisation stellenweise nicht ganz mithalten, schlecht ist sie aber dennoch nicht. Immerhin wurden die Sprecher aus 'Uncharted' wieder engagiert, auf neue Stimmen müssen wir uns also nicht einstellen.

Was bleibt

Neben verschiedenen Schwierigkeitsgraden, bei denen auch an blutige Anfänger gedacht wurde, finden wir in 'Uncharted 2' die üblichen Trophies, die durch Aktionen im Spiel oder gefundene Schätze frei geschaltet werden. Mit dem durch Schätze gesammelten Geld können wir uns dann zum Beispiel neue Waffen, Outfits oder Grafiken kaufen. Als wäre das noch nicht genug, haben Naughty Dog dem Spiel einige interessante Mehrspieler-Optionen spendiert. Neben den allseits bekannten kompetitiven Modi wie Deathmatch, besteht auch die Möglichkeit, im Team Level zu meistern, in denen oft auch zusammenarbeiten muss, um ans Ziel zu kommen.


Galerien

Fazit:

Wertung: 90%

'Uncharted 2' zählt zweifellos zu den Top Titeln dieses Jahres für die PS3. Neben der eingängigen Steuerung überzeugt das Spiel vor allem durch sehr abwechslungsreiche Level, in denen nicht einmal das Gefühl aufkommt, das sich etwas wiederholt – Außer in einem kurzen, für die Geschichte wichtigen Abschnitt. Dazu kommt dann noch die Grafik, die immer wieder einmal zum Staunen einlädt. Die Geschichte selbst ist interessant und spannend aufbereitet und liegt irgendwo zwischen Action und Abenteuer, für Liebhaber beider Genres aber in einem guten Mischungsverhältnis. Schade, dass der Spaß – je nach Schwierigkeit - nach knappen 12 Stunden schon vorbei ist.

geschrieben am 14.11.09, Tobias Maack

Systemanforderungen Weitere Links
Sony Playstation 3
Offizielle Seite


Spiel kaufen

Bei Amazon kaufen
Ähnliche Spiele

Dieser Storyteller-Test gehört zu  Uncharted 2.




+1 Gefällt mir
Kommentare 0

Als Gast kommentieren

Benutzername
Zeichenkombination eingeben: 16c29f


Anmelden

Name
Passwort

[ Registrieren | Passwort vergessen? ]
 







PCGamesDatabase.de Tayrint-Lets Play kingdom-of-games.de Adventuresunlimited.de Adventure-Treff.de Tentakelvilla.de All-Inkl Serverhosting

Der Adventure Corner Award
 Newsfeeds!  Twitter!  Become a fan!  del.icio.us