Storyteller-Reviews: Splinter Cell: Conviction:

Splinter Cell: Conviction


Im mittlerweile sechsten Teil der 'Splinter Cell'-Reihe schickt Ubisoft die Spieler erneut in die spannende Welt der Spionage. Wer jedoch eine schnöde Fortsetzung mit Lizenz zum Geld drucken vermutet, hat falsch gedacht! Denn obwohl Protagonist Sam Fisher mittlerweile sichtlich in die Jahre gekommen ist, wurden Konzept und Gameplay einer gründlichen Frischzellenkur unterzogen. Ob Sam Fisher jedoch auch als Storyteller taugt, erfahrt ihr in unserem Review.


Zurück aus dem Ruhestand

'Splinter Cell: Conviction' spielt drei Jahre nach dem Ende von 'Splinter Cell: Double Agent'. Mittlerweile hat sich Sam vom Spionagegeschäft abgewendet und auf Malta zur Ruhe gesetzt. Einsam und zurückgezogen trauert Sam um seine kleine Tochter, die bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben kam. Ein Anruf seiner ehemaligen Kollegin Anna "Grim" Grímsdóttir reißt ihn jedoch unsanft aus seiner Lethargie. Scheinbar war sein Eintritt in den Ruhestand etwas voreilig und als seine Vergangenheit ihn, in Form eines Teams bis an die Zähne bewaffneter Männer, droht einzuholen, bleibt Sam nur die Flucht nach vorne. Schneller als ihm lieb ist, findet sich Sam wieder im Mittelpunkt des Geschehens und wird wider Willen in eine Verschwörung verwickelt, die ihn am Ende bis ins Weiße Haus führt.
Wer sich hier an die teilweise sehr dünnen Plots der Vorgänger erinnert fühlt und mitleidig abwinkt, täuscht sich jedoch gewaltig. Die offensichtlich an TV Serie "24" erinnernde Agentengeschichte ist spannend, herrlich düster, dramaturgisch äußerst geschickt erzählt und überrascht immer wieder durch rasante Wendungen. Protagonist Sam Fisher erscheint als runder, dreidimensionaler Charakter mit nachvollziehbaren Motiven und wenig Geduld für die Spielchen, in die er verwickelt wird.

Reichlich Abwechslung im Action-Alltag

Das wirkt sich auch auf das Gameplay deutlich aus, denn immer wieder wird dieses aufgelockert, u.A. durch Verhöre, in denen Sam so richtig den knallharten Typen markieren darf. Das Missionsdesign wurde einer Generalüberholung unterzogen und glänzt zwar nicht gerade durch Innovationen oder schickt sich an, das Rad neu zu erfinden. Dennoch haben die Entwickler für Abwechslung gesorgt, denn sei es auf dem Jahrmarkt, auf Malta oder am Washington Monument, Langeweile kommt garantiert nicht auf. Episoden aus Sams Vergangenheit lockern das einst so starre Missions- Schema auf. So muss der Spieler in einer solchen Rückblende zum Beispiel als Victor, einem ehemaligen Truppenmitglied von Sam, selbigen aus einer brenzligen Situation während dem (ersten) Golfkrieg befreien. Generell sind die Missionen nun deutlich Action-orientierter und erinnern eher an einen guten 3rd-Person-Shooter als an die altbekannte, ein wenig angestaubte Schleicherei. Zwar gibt es zwischendurch immer wieder Passagen, in denen Sam unentdeckt bleiben muss, diese bleiben jedoch übersichtlich und sind definitiv nicht die einzige Abwechslung, die sich die Entwickler bei Ubisoft haben einfallen lassen.

Die neue Ausschalt- Funktion, mit der Sam mehrere, zuvor per rechter Schultertaste markierte Gegner effektiv und ausgesprochen stylisch zum Schweigen bringen kann, hilft hier natürlich massiv. Auch Rollenspielelemente wurden integriert, denn durch erfolgreich ausgeführte Spezialaktionen, zum Beispiel das Erledigen eines Gegners von Oben, sammelt Sam Erfahrungspunkte, die wiederum zum Aufrüsten von Waffen, etc. verwendet werden können.
Während die Steuerung auf dem PC zwar ein wenig übersichtlicher erscheint, händelt sich 'Splinter Cell Conviction' auf der XBox 360 dennoch mit Bravour, die präzise Steuerung lässt kaum etwas zu wünschen übrig und ermöglicht ein durchgängig flüssiges Gameplay. Gesetzt den Fall, dass es das ist, was der Spieler gerne möchte, denn auch ein langsames, taktischeres Vorgehen ist möglich.

Filmreife Inszenierung

Optisch erinnert 'Splinter Cell Conviction' denn auch eher an eine gut gemachte TV Produktion im Stile von "24", eine entsprechend gedeckte Farbpalette sorgt für das passende, düstere Flair. Ist Sam vor seinen Gegnern verborgen, färbt sich der Bildschirm schwarzweiß, wird er entdeckt, hinterlässt er eine geisterhafte Hülle (und sollte sich tunlichst verstecken). Sehr schön implementiert wurden auch die Missionsziele, denn diese werden direkt auf Wände o.Ä. im Spiel eingeblendet, so dass ein unnötiges Aufsuchen durch Submenüs unnötig wird. Diese stilsicheren Elemente, sowie die cineastische Inszenierung lassen schnell über kleine Unschönheiten hinweg sehen.
Selbstverständlich ist 'Splinter Cell Conviction' vollständig lokalisiert und die gute, professionelle Synchronisation hinterlässt einen sehr guten Eindruck, bleibt jedoch, wie so oft, hinter dem englischen Original zurück. Für ein großartiges Ambiente sorgt auch der stimmungsvolle Soundtrack, der von stimmigen Ambient- Sounds bis hin zu dynamischer Elektro- Music eine ausgesprochen breite Palette abdeckt und immer perfekt zur jeweiligen Szene passt.
Freuen dürfen sich Spieler auch auf die Mehrspieler-Optionen, die 'Splinter Cell Conviction' bietet. Neben 4 verschiedenen Spielmodi, die entweder online oder per Splitscreen gespielt werden können, gibt es auch eine Koop-Kampagne, die vor der eigentlichen Handlung des Spiels stattfindet.


Galerien

Fazit:

Wertung: 84%

Dichte Atmosphäre und eine kinoreife Story sind nicht immer Garanten für einen potentiellen Hit, gepaart mit der Abwechslung und der griffigen Inszenierung kann jedoch nichts mehr schiefgehen. Die Frischzellenkur hat Sam Fisher offensichtlich gut getan, denn wir erleben einen vollkommen neuen, ein wenig ergrauten, aber besseren Sam Fisher denn je. Auch die Multiplayer-Modi machen richtig Laune und sind eine schöne Ergänzung zu einem astreinen Gesamtpaket. Achtung PC-Besitzer, wie bereits 'Die Siedler 7' und 'Assassins Creed 2' ist auch 'Splinter Cell Conviction' mit dem berüchtigten Ubisoft-Kopierschutz versehen, der den Spieler dazu zwingt, während des gesamten Spiels mit dem Internet verbunden zu sein. Wer die Wahl hat, greift lieber zur Xbox-Version. Die hohe USK Wertung steht in diesem Fall übrigens auf keinen Fall für stupide Balleraction, sondern für ansprunchsvolle Erwachsenenunterhaltung, die jedoch aufgrund einiger sehr intensiver Bilder nicht für Kinder und Jugendliche geeignet sind.

geschrieben am 18.06.10, Ulrika Tegtmeier

Systemanforderungen Weitere Links

Xbox 360
Windows XP/Vista/7
Intel Core 2 Duo (1.8 GHz) oder Athlon X2 64 (2.4 GHz)
1.5 GB RAM (WinXP), 2 GB RAM (Vista/Win7)
Nvidia GeForce 7800 oder ATI Radeon X1800 mit 256 MB
10 GByte freier Festplattenplatz
Internetverbindung mit 1 MBit/s
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Dieser Storyteller-Test gehört zu  Splinter Cell: Conviction.




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