Storyteller-Reviews: Inside:

Inside


Von Playdead stammt der im letzten Sommer veröffentlichte Puzzle-Plattformer 'Inside'. Dieser muss sich mit 'Limbo' messen, dem ersten Projekt des dänischen Studios. Keine leichte Angelegenheit, zählte es doch zu den erfolgreichsten Indie-Titeln der letzten Jahre. Ob das Spiel dem hohen Anspruch gerecht wird, nehmen wir im Storyteller-Test unter die Lupe.

Inside

 

Unter Kontrolle

Das Abenteuer beginnt mit einem Jungen auf der Flucht. Auf dem Weg durch das feindseelige Gebiet, trifft er Menschen und Kreaturen, die sich wie fremdgesteuert verhalten. Wer aus der Reihe tanzt, wird in dieser Realität gnadenlos bestraft. Überhaupt ist Kontrolle ein zentrales Thema, sozusagen der rote Faden, der auch im Gameplay zum Tragen kommt. Mehr möchten wir an dieser Stelle nicht verraten.

 

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Wird der Junge erwischt, wartet für gewöhnlich der Tod.

Ähnlich wie bei 'Limbo', passiert das Storytelling in 'Inside' nur durch die Umgebung. Nie wird ein Wort gesprochen, nichts kommentiert. Symbolik und diverse Anspielungen auf der Metaebene sind selbst zu deuten. Zwei Enden gibt es, nach drei bis vier Stunden Spielzeit, die ebenfalls offen für Interpretationen sind.

 

Der Puzzle-Plattformer kann aber selbst dann prima funktionieren, wenn einem der Inhalt egal ist. Atmosphäre und Setting saugen schnell in die Welt hinein und die Rätsel tragen ihr übriges dazu bei. Das Spiel erweist sich in praktisch jeder Hinsicht als würdiger Nachfolger zum großartigen 'Limbo'.


Markante Ästhetik

Besagte Verwandtschaft mit dem Indie-Hit, ist auch im grafischen und farblichen Bereich spürbar. Freilich bei einer räumlicheren Darstellung mit mehr Detail. Die stimmungsvollen Schauplätze wurden abwechslungsreich visualisiert und reichen von wissenschaftlichen Einrichtungen, bis hin sogar zu einem Unterwasserabschnitt.

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Die Schauplätze sind düster, aber stimmungsvoll

Fortbewegung erfolgt stets auf einer Ebene, also nach links oder nach rechts. Bei Puzzle-Plattformern ist das üblich. Auch die Steuerung - per Controller oder Tastatur - verzichtet auf echte Überraschungen: Wir können Objekte benutzen, tragen oder werfen. Natürlich ist die Spielfigur auch in der Lage, zu springen und zu klettern.

Fehler führen häufig zum Tod. Die automatischen Speicherstände liegen aber eng beisammen, wodurch das im Normalfall zu verschmerzen sein sollte. Stressresistenz ist dennoch von Vorteil, v.a. wenn dem Jungen bissige Hunde hinterherlaufen oder ihm eine fiese Unterwasserkreatur hinterher schwimmt. Oder wenn der Junge sich mal wieder mit einem Suchscheinwerfer konfrontiert sieht und schattige Positionen zu seinem eigenen Vorteil nutzen muss.


Abwechslungsreiche und überzeugende Rätsel

Im Spielverlauf warten zunehmend größere erkundbare Bereiche und die Komplexität der Herausforderungen nimmt zu. Oft wechseln wir zwischen mehreren Ebenen hin und her, oder müssen zurück zum Anfang des Bereichs gehen, etwa um einen Gegenstand zu holen. Das kann ein paar Minuten dauern ohne unübersichtlich zu werden.

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Auch einen längeren Unterwasser-Abschnitt gibt es

Für gewöhnlich stehen Physikrätsel auf dem Programm und Playdead zwingt den Spieler gern zum Umdenken. Zu Beginn geht es einführend noch darum, eine Kiste oder dergleichen zu verschieben, damit sie als Erhöhung dient. Ganz simpel also. Mit der Zeit gesellen sich immer mehr Zwischenschritte hinzu. Beispielsweise wenn die Spielfigur die Möglichkeit hat, den Wasserstand zu steuern und den Raum sogar bis zum Rand mit Wasser zu füllen.

Das überzeugende Rätseldesign verlässt sich nie auf nur einen Rätseltyp und sucht neue Ansätze, was für Abwechslungsreichtum sorgt. Der Schwierigkeitsgrad bewegt sich überwiegend im durchschnittlichen, aber angenehm fordernden Bereich.


Galerien

Fazit:

Wertung: 86%

Wer 'Limbo' mochte, wird mit 'Inside' seine Freude haben. Spielgefühl und Stimmung bewegen sich auf einem ähnlich hohen Niveau und es hat viel von einem spirituellen Nachfolger. Ähnlich wie dort, wird die Geschichte vorrangig durch Environmental Storytelling kommuniziert, wodurch vieles von Interpretation abhängig ist. Das ist wahrscheinlich nicht für jeden Spieler ideal. In die fremde, verstörende Welt taucht man dafür schnell ein und die durchdacht konzipierte Knobelei hält durchwegs bei Laune. Länger hätte es ruhig sein können und gegen Ende lässt der Spannungsbogen - so weit man davon sprechen kann - etwas nach. Sehr empfehlenswert ist 'Inside' aber allemal.

geschrieben am 12.03.17, Matthias Glanznig

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