Storyteller-Reviews: Mass Effect: Andromeda:

Mass Effect Andromeda


Die 'Mass Effect'-Trilogie zählt für viele Rollenspiel-Fans zu den Highlights von BioWare. Der erwartungsfrohe Rummel um den Nachfolger 'Mass Effect Andromeda' war im Vorfeld also wenig verwunderlich. Diesmal schlüpfen wir nicht in die Rolle von Shepard, sondern freunden uns mit Ryder an. Hunderte Jahre sind seit dem Krieg mit den Reapern verstrichen und eine neue Galaxie wartet für die Milchstraßen-Bewohner auf Erkundung. Natürlich gibt es auch dort nicht nur freundlich gesinnte Geschöpfe. Ob der Neuanfang geglückt ist, sehen wir uns in diesem Test unserer Storyteller-Rubrik an. Am Ende werfen wir zudem einen Blick auf den Multiplayer-Modus.

 

Mass Effect Andromeda

 

Der Weltraum, unendliche Weiten

Wir schreiben das Jahr 2819. Die Hyperion hat nach über 600 Jahren endlich ihr Ziel erreicht, die Andromeda Galaxie. Bei der Ankunft des Raumschiffs wird Hauptfigur Ryder aus dem Tiefschlaf geholt. Wie üblich bei Rollenspielen hängen Aussehen und Geschlecht vom Spieler ab. Nur ein menschliches Wesen steht zur Auswahl, doch dafür darf man sich bei der Hautfarbe austoben.

Mass Effect Andromeda

Aussehen, Fähigkeiten und Rüstung können wir selbst bestimmen

Ihren Vater Alec soll Ryder nach dem Erwachen bei einer Erkundungsmission begleiten. Er ist ein sogenannter Pathfinder, der durch ein spezielles Implantat eng mit der künstlichen Intelligenz SAM verbunden ist und der für die Menschheit den Weg für eine bessere Zukunft ebnen soll. Leider ist nichts in dieser Galaxie mehr so, wie erwartet. Habitat 7, einst als strahlende Zukunft für die Menschheit gehandelt, erweist sich als unbewohnbarer Planet. Ein Schock.

Die Mission wird zum Horrortrip: Die Kett, eine fremde und keineswegs friedlich wirkende Alienrasse, treiben auf dem Planeten ihr Unwesen. Sie scheinen an sonderbaren Relikten interessiert zu sein, die dort überall verstreut sind. Der erste Kontakt mündet im tragischen Tod von Alec Ryder und unsere Spielfigur muss die Nachfolge als Pathfinder antreten. Ab sofort ist sie eng mit SAM verbunden und wird ins kalte Wasser geworfen. Das Abenteuer beginnt.


Klassische Rollenspielformel

Die Andromeda Galaxie soll weiter erkundet werden, um bewohnbare Planeten zu entdecken und Geheimnisse zu entschlüsseln. Für die Reise steht uns die Tempest zur Verfügung, ein kleines Raumschiff samt Crew. Wie wir unsere Rolle als Pathfinder interpretieren wollen, bleibt teilweise uns überlassen: Kümmern wir uns einzig um die Interessen der Menschen oder geht es uns um eine bessere Welt für alle? Stellen wir das Team ins Zentrum, oder zelebrieren wir die eigene Person?

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Die Angara sind eine neue Spezies. Ihr Vertrauen müssen wir uns erst verdienen.

Anzumerken ist, dass sofort klar ist, auf welchen Endkampf es letztlich hinauslaufen wird. 'Mass Effect Andromeda' folgt brav jener Formel, die man u.a. von 'Dragon Age Inquisition' und anderen Genre-Vertretern kennt: ein übermächtiger Feind steht auf der einen Seite und zerstrittene Gruppierungen, sowie voneinander abweichende Interessen auf der anderen. Klar, dass Verbündete gegen den gemeinsamen Feind später kein Nachteil sind. Klar, dass Aufgeben fatal ist.

 

Neben den vertrauten Alienrassen (Asari, Kroganer, Turianer und Salarianer), wartet mit den Angara eine neue Spezies, die zu Beginn misstrauisch – teilweise feindselig – den Neuankömmlingen gegenüber eingestellt ist. Von Ryder und ihrem Team wird abhängen, ob und mit wem eine Zusammenarbeit möglich ist. Selbst die Freundschaft mit einzelnen Teammitgliedern muss erst erarbeitet werden. Positiv ist anzumerken, dass die hierfür relevanten Loyalitätsquests bei 'Andromeda' üblicherweise erst am Ende einer längeren Questreihe stehen, bei der nicht immer sofort klar ist, ob diese irgendwann in einer solchen Mission münden.

Während der Kampf gegen die Kett vertraut schmeckt, hat der Aufbau einer neuen Zivilisation in einer neuen Galaxie seinen Reiz. BioWare ist gut darin, in die Rolle als Pathfinder eintauchen zu lassen. Das recht spannende SciFi-Drama ist routiniert aufbereitet und bietet ein klares Ende. Zugleich stehen die Tore für ein größeres Abenteuer offen.


Shooter oder Rollenspiel?

Mass Effect Andromeda
Bei Gefechten ist Deckung essentiell - schwierige Umgebungsbedingungen wie z.B. Kälte setzen manchmal unter Druck

Trotz erhöhtem Ballergehalt werden die Rollenspielwurzeln nicht vernachlässigt. Es ist erstaunlich, wie viel Konversation möglich ist. Selbst nach Abschluss der Hauptkampagne tauchen immer wieder neue Themen auf. Ähnliches gilt für die Erkundung der Planeten, wo die beiden NPC-Begleiter zwischendurch Smalltalk führen, oder auf Vorkommnisse reagieren. Es lohnt sich, das Team an Quests anzupassen: Wenn es um die Angara geht, ist man wohl beraten, den Angara Jaal mitzunehmen. Hat man es hingegen mit Kroganern zu tun, kann Drack nützlich sein.

 

Auch Mails landen in Ryders Postfach, zum Beispiel mit Dank, Kritik, oder Gedanken zu einem Gespräch. Jedes Teammitglied ist anders gestrickt, mit einem speziellen persönlichen Konflikt. Mit der Zeit lernt man die Crew wirklich kennen. Die einfachen zwischenmenschlichen Konversationen sind es oft, bei denen ein Gefühl dafür entsteht, wie die Spielfigur ist, weil man in diesen Situationen nicht immer ein größeres Ganzes berücksichtigen muss. Moralische Entscheidungen sind diesmal zwar subtiler und weniger dramatisch, als man es von der Trilogie kennt, aber sie bringen dennoch oft zum Grübeln: Behält man eine Forschung zu einer tödlichen Pflanze zum eigenen Vorteil? Oder zerstört man alle Informationen? Gibt man den Kroganern etwas, dass später einmal für kriegerische Zwecke missbraucht werden könnte?

 

Selbst flüchtige Bekanntschaften nehmen in Gesprächen gern Bezug auf aktuelle Entwicklungen. 'Mass Effect Andromeda' wirkt sehr bemüht, mit solch feinen Details ein lebendiges Spielgefühl zu erzeugen. Die Spielwelt reagiert deutlich auf die Aktionen des Spielers und das ist gut so. Was die Dialog-Quantität anbelangt, so ist der Ausflug in die Andromeda Galaxy klar über die letzten Rollenspiele von BioWare zu stellen. Gleichzeitig ist kritisierbar, dass das Niveau ein bisschen schwankt. Wir empfehlen übrigens, bei wichtigen Gesprächen stehen zu bleiben, weil sonst das Risiko besteht, dass das Gespräch mittendrin abbricht.

Mass Effect Andromeda

 

Unterschiedliche Aktivitäten

'Mass Effect Andromeda' bietet unterschiedliche Aufgaben, wenngleich der Großteil auf eine unvermeidbare Schießerei hinausläuft. Manche Questtrigger werden erst aktiv, sobald alle Feinde flach liegen, was nicht immer logisch erscheint. Schade, dass die Entwickler nicht öfter eine friedliche Lösung anbieten.

Mass Effect Andromeda

Per Scanner verfolgen wir Leitungen zurück zu wichtigen Terminals. Wir können damit aber auch Morde und dergleichen aufklären.

Die interessanteren Aktivitäten sind oft jene, bei denen man z.B. Diebstähle, Mordfälle, oder Sabotageakte untersucht, Monolithe durch Sudoku-artige Rätsel reaktiviert und das zugrundeliegende Gewölbe erkundet, um das Ökosystem einzelner Planeten auf Touren zu bringen. Davon hätte es ruhig mehr geben können. Wer wiederum Näheres über Ryders Vater und die Familiengeschichte erfahren möchte, kann Erinnerungsfragmente sammeln, die auf mehreren Planeten verstreut wurden. Streng genommen eine fade Aktivität, aber am Ende lohnt es sich. Zuletzt verfügt das Raumschiff noch über die Fähigkeit, Planeten zu scannen, was zumeist nützliche Ressourcen und Erfahrungspunkte bringt.


Überfülltes Questlog

Der Großteil der Herausforderungen trägt zur Verbesserung der Lebensfähigkeit auf dem jeweiligen Planeten bei. Ein bestimmtes Maß ist - neben etwas Politik - notwendig zur Errichtung von Außenposten, was großteils bereits durch die Verbesserung des Ökosystems gelingt.

 

Mass Effect Andromeda

Mit einigen Relikt-Terminals interagiert man durch solche Rätsel. Wem das nicht gefällt, der kann sich Relikt-Dechiffrierungsschlüssel besorgen, die es bei manchen Händlern gibt.

Wer eine perfekte Lebensfähigkeit anstrebt, muss nicht sämtliche Aufgaben erledigen. Vieles ist optional. Selbst der als Bonus verfügbare Multiplayer-Modus ist für ein optimales Ende irrelevant. Problematisch ist, dass man mit Quests regelrecht überschüttet wird. Manche Aufgaben verzichten auf Hilfestellungen und laufen auf exaktes Absuchen der riesigen Open-World-Umgebung hinaus. Gelingt das nicht, bleiben sie bis zum Ende offen. Hinzu kommen Questreihen ohne fixen Endpunkt, die parallel zur Hauptgeschichte mitlaufen und die immer wieder aktiv werden. Phasenweise tummeln sich im Questlog deshalb dreißig bis vierzig Quests, wodurch sich jede Übersichtlichkeit verabschiedet. Die Möglichkeit Nebenaufgaben aufzugeben, wäre von Vorteil gewesen.

Die Spielzeit dürfte je nach Gründlichkeit im Bereich zwischen 30 und 90 Stunden liegen. Einige Missionen erstrecken sich über mehrere Planeten, was mit heftigen Lauf- und Erkundungswegen einher gehen kann. Insbesondere vor der Ökosystem-Verbesserung ist das zäh, zumal mit Strahlung, Hitze und giftigen Dämpfen zu rechnen ist, was der eigenen Lebenserhaltung schadet. Man muss oft sichere Orte aufsuchen, um die Lebenserhaltung wieder auf 100% zu bringen. Hat man die Monolithe aktiviert und das Gewölbe des Planeten absolviert, wird es leichter. Nur auf Voeld plagt man sich weiterhin mit Kälte herum, was angesichts der dichten Eisdecke nachvollziehbar ist.


Facettenreiche Kampfstile

Mass Effect Andromeda

Unterwegs sind wir immer mit zwei NPCs

Verglichen mit der Trilogie bringt 'Mass Effect Andromeda' mehr Tempo, Action und Dynamik mit. Wie man es von der Reihe gewohnt ist, hängt im Gefecht viel von Deckungsarbeit ab. Da auch die Gegner in Bewegung bleiben, muss man immer wieder auch die Position wechseln und die Umgebung im Auge behalten.

 

Der Schwierigkeitsgrad ist auf normaler Stufe ähnlich wie 'Fallout 4' und schwerer, als zum Beispiel 'Rise of the Tomb Raider'. Einiges hängt natürlich von der gewählten Ausrüstung und Modifikationen ab. Die guten Stücke werden aber erst nach vielen Stunden verfügbar. Unterwegs ist Ryder mit zwei wählbaren NPC-Gefährten. Diese sind nützlich im Kampf, obwohl man sich bei sehr starken Gegnern (z.B. Architekt, Kett-Ältester) nicht auf sie verlassen sollte. Taktisches Positionieren ist möglich, um Angriffe zu bündeln, doch das wird erst bei hohem Schwierigkeitsgrad notwendig. Auf normaler Stufe reicht es, das Team selbstständig agieren zu lassen.

Abseits herkömmlicher Waffen stehen uns im Gefecht Tech-Kräfte (u.a. taktische Tarnung) und Biotik (u.a. Schockwellen) zur Verfügung. Wer sich darauf spezialisiert, kommt später großteils ohne Munition aus. Angesichts der vielen verfügbaren Fähigkeiten (36) sind variable Kampfstile möglich, was auch für den optionalen Multiplayer-Modus spannend sein könnte. Wer spontan etwas Neues ausprobieren möchte, kann die Fähigkeitspunkte jedes Charakters zurücksetzen und neu verteilen. Ansonsten besteht die Möglichkeit, der Spielfigur ein Profil zuzuweisen, welches zur Spielweise passt und einen individuellen Bonus bietet (z.B. Unsichtbarkeit beim Ausweichen, höhere Präzision und vieles mehr). Im Action-Bereich macht BioWare unterm Strich einiges richtig, auch wenn die etwas schwammige Controller-Steuerung lästig sein kann.

 

Mass Effect Andromeda

 

Fünf Schwierigkeitsgrade

Wer sich auf die Story konzentrieren möchte und mit stressigen Kämpfen und Strategien wenig anzufangen weiß, für den gibt es zwei leichte Schwierigkeitsgrade. Selbst dann ist der Einstieg aber womöglich unsanft, da man ins Gefecht geworfen wird, ohne sich an die Steuerung gewöhnt zu haben. Der früh besuchbare Planet Havarl ist obendrein heftig zugepflastert mit wilden Tieren, Robotern, Kett und Rebellen, die einem hartnäckig an die Rüstung wollen. Da stolpert man zwangsläufig von einem Shootout ins nächste, was auch deshalb mühsam sein kann, weil die Gegnervielfalt überschaubar ist - nach der Hälfte des Spiels hat man nahezu sämtliche Varianten gesehen.

Mass Effect Andromeda

Zwischen den Kampfeinlagen düsen wir viel im Nomad herum...

Von dieser Anfangsphase sollte man sich nicht abschrecken lassen. Mit zunehmender Spieldauer wird 'Mass Effect Andromeda' entspannter. Auf Planeten wie Voeld kann man Konflikten per fahrbaren Untersatz (Nomad) leichter ausweichen und sich immer besser auf das Wesentliche fokussieren. Auch dieses recht kugelsichere Gefährt kann man durch den Einsatz von Ressourcen kontinuierlich verbessern. Gefasst sein sollte man aber auf mitunter weit auseinanderliegende, automatische Speicherpunkte. Manuelles Speichern ist während wichtiger Quests oft deaktiviert. Was das anbelangt, dürfte einer der nächsten Patches immerhin für Verbesserung sorgen.


Verbesserungswürdige Perfomance

 

UPDATE 7. April 2017: Kürzlich wurde Patch 1.05 veröffentlicht, der einige der hier genannten Kritikpunkte entschärfen soll. Die Augen sämtlicher Charaktere wurden überarbeitet und wirken dadurch deutlich natürlicher. Auch so erfuhren die Gesichter kleine Verbesserungen und die Performance auf der Konsole läuft stabiler. Selbst Lippensynchronität ist jetzt über weite Strecken gegeben. Abstürze und sonstige technische Ungereimtheiten können jedoch immer noch öfter vorkommen, als man es auf diesen Geräten erwarten würde. Der Patch ist dennoch ein ordentlicher Schritt in die richtige Richtung. Bis Juni dürften weitere Verbesserungen folgen.

 

Im visuellen Bereich ist 'Mass Effect Andromeda' mitunter ein Wechselbad der Gefühl. Bei der Planeten-Erkundung warten schöne Impressionen und manche Zwischensequenzen sind hervorragend, während Stationen, Stützpunkte und Gesichter oft eher langweilig wirken. Einige Figuren haben zudem den Anschein, aus dem Wachsfigurenkabinett geklaut worden zu sein und so mancher Kopf wirkt wie per Zufallsgenerator erstellt – teilweise betrifft das wichtigere Figuren, wie z.B. Addison. Zu Beginn mag das irritierend sein. Mit Fortdauer des Spiels bessert sich das Niveau aber und die Grafik wirkt zunehmend atmosphärischer.

Mass Effect Andromeda

... und natürlich dürfen auch Flirts und Beziehungen nicht fehlen

Bei der Sprachausgabe ist offensichtlich, dass bei der englischen Fassung diesmal die großen Namen fehlen. Das Resultat geht dennoch in Ordnung und selbst die deutsche Vertonung leistet solide Arbeit. Charaktere aus der Trilogie trifft man leider nicht, doch bei manchen Audiologs bekommt man vereinzelt vertraute Stimmen zu hören (z.B. jene von Liara T'Soni). Keinen bleibenden Eindruck hat hingegen der sehr zweckmäßige Soundtrack hinterlassen - weder positiv, noch negativ. Er kommt kaum zur Geltung.

Auf der herkömmlichen PlayStation-4-Konsole gesellt sich die durchwachsene Performance als Problemzone hinzu: Abstürze sind keine Seltenheit und das Bild stockt vereinzelt ein paar Sekunden lang - wenigstens bleibt einem das im Gefecht erspart. Zudem werden Teile der Umgebung manchmal etwas spät geladen, was dazu führen kann, dass z.B. NPCs, Pflanzen, wie auch Texturen auftauchen, nachdem die Spielfigur diesen Punkt bereits erreicht hat. Manchmal verharren Gegner überhaupt komplett regungslos und können ohne Gegenwehr erledigt werden. Nervig wird das, wenn ein solcher Gegner getarnt ist, man aber sämtliche Gegner vor Ort eliminieren muss, um eine Quest fortsetzen zu dürfen. Auch das kann - selten aber doch - passieren. Die PC-Fassung läuft hingegen relativ rund.

 

 

Vier Spieler sollen es sein: Der Multiplayer-Teil (geschrieben von Peter Färberböck)

Wer den Mehrspieler-Modus aus 'Dragon Age Inquisition' oder 'Mass Effect 3' kennt, dem kommt einiges bekannt vor: Im Horde-Modus hageln Wellen von Gegnern auf das Spieler-Team ein. Zusätzlich muss man Punkte verteidigen, Computersysteme hacken und verteidigen, oder bestimmte Gegner beiseiteschaffen. Wer Innovationen sucht, wird enttäuscht.

Mass Effect Andromeda

Ein Zielfernrohr kann bei größeren Distanzen praktisch sein

Zwischendurch bereitet das durchaus Spaß und die eine oder andere Partie sorgt für Spannung. Dabei muss man auf vorgefertigte Charaktere mit vorgewählten Fertigkeiten zurückgreifen und kann diese nur hochstufen und verbessern. Weder das Aussehen, noch die Fertigkeiten sind anpassbar, sondern nur die bevorzugten Waffen und Verbesserungen. Trotzdem gibt es bereits jetzt eine Vielzahl verschiedener Charaktere, da durch Rassenvielfalt und Geschlechter einiges möglich ist. Electronic Arts wirkt bemüht, den Spielmodus frisch zu halten und führt immer wieder neue Charaktere ein. Diese bekommt man aus Kisten, die man sich erspielen, oder durch echtes Geld kaufen kann.

Zwingend ist der Kauf dieser Elemente nicht, könnte aber dennoch interessant werden, denn diese Kisten sind auch die Quelle für seltene, bessere Waffen. Leider muss man entweder zu viert sein oder per Gruppen-Finder die Gruppe auffüllen. Die Gegnermassen passen sich nicht an die Menge der Spieler an. Damit vollständige Gruppen auf Dauer gefordert werden, sind drei Schwierigkeitsgrade verfügbar: Bronze, Silber und Gold. Außerdem kündigte Electronic Arts im Vorfeld an, dass sämtliche Multiplayer-Erweiterungen kostenlos erhältlich sein sollen, d.h. Spielmodi und Maps wird man wohl auch in Zukunft ohne Investition genießen können.


Galerien

Fazit:

Wertung: 79%

'Mass Effect Andromeda' ist in vielen Punkten ein zeitgemäßes Action-Rollenspiel mit grundsolider Hauptstory, das sich oft das Leben selbst schwer macht. In den ersten Stunden wird man von einem Gefecht ins nächste gejagt, oder mit Quests zugeschüttet. Kontinuierlich bessert sich das, auch in visueller Hinsicht. Gefallen hat mir die enorme Bandbreite an Dialogen und bei den Fähigkeitsbereichen im Kampf. Schade bloß, dass die meisten Feinde demselben Schema folgen und kaum Finesse erfordern. Unterm Strich bleibt 'Andromeda' für mich ein gutes Spiel mit viel Potenzial, bei dem weniger gesünder gewesen wäre – und dafür mehr Feinschliff im Detail. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass die Entwickler zuviel wollten und dieser Titel zu früh aus dem Ofen geholt wurde. Wer kein Problem mit dem auf Dauer etwas eintönigen Ballerkorsett hat und beispielsweise den Erkundungsaspekt von 'Dragon Age Inquisition' zu schätzen wusste, der sollte hier trotzdem voll auf die Kosten kommen. Mit der Zeit hatte ich mich sehr mit dieser Spielwelt und ihren Charakteren angefreundet und würde mich über weitere Geschichten freuen. Die Ausgangslage dafür ist nämlich wirklich spannend.

geschrieben am 03.04.17, Matthias Glanznig

Systemanforderungen Weitere Links
Minimum: Windows 7 und besser; Speicher -> 8GB Ram, Grafik -> GTX 660 2 GB oder Radeon 7850 2 GB; Prozessor -> Intel Core i5-3570 oder AMD FX-6350; Festplatte: 55 GB Offizielle Webseite


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Kommentare 3
stew2017
23.04.2017, 23:54

Also ich hab's jetzt durchgespielt. Mit der obigen Wertung von 79% stimme ich voll überein. Bereits die vorherigen Teile (Mass Effect 1 bis 3) habe ich mehrfach durchgespielt. Ich weiß also, wovon ich spreche, wenn ich sage: Dieser Teil ist einfach anders. Dann gehe ich es mal Step by Step durch.

Grafik: 8 von 10 Punkten
Mit der neuen Frostbite-Engine macht die Optik einen überwiegend guten Eindruck. Hakelige Animationen wurden inzwischen verbessert. Manches wirkt sehr detailliert, anderes dann wieder zu grob geschnitzt (einige NPCs & deren Texturen).

Sound: 8/10 Punkten. Die Musik ist oft unauffällig u. wird kaum wahrgenommen, fällt aber auch nicht negativ auf, drängt sich in jedem Fall nicht in den Vordergrund. Im Gegensatz dazu habe ich die Stücke aus Teil 1 noch gut in Erinnerung. Geräusche soweit o. k. Sprache in der deutsche Version o. k. (bis auf einige wenige Sprecher).

Umfang: 9/10 Punkten.
Die Anzahl der Quest ist der Wahnsinn. Spielzeit bei mir zwischen 120 u. 150 Stunden. Viele Nebenquest sind auch sehr abwechslungsreich u. keineswegs so billig wie im ersten Teil (wirklich kein (!) Vergleich). Andererseits aber auch eine Menge Füll-Quest vom Typ: "Scanne diese 5 Kett-Geräte".

Atmosphäre: 8/10 Punkten. Jetzt kommen wir zum für mich zentralen Punkt. Eine super Atmo gab es z. B. damals bei KotoR 1 auf dem Wookie-Planeten Kashyyyk (am Fuße der riesigen Bäume). Ähnliches gibt es auch hier, z. B. der Dschungel auf dem Planeten Havarl. Auch die sogenannten Gewölbe sind sehr atmosphärisch, wiederholen sich aber im Laufe des Spiels zu oft (mit nur geringen Variationen).

Im Grunde gibt es also nichts worüber man sich beschweren könnte, oder?

Folgende Punkte haben mir nicht so gut gefallen (und führten neben den bereits o. g. Einschränkungen zu Abzügen):

- Bugs: z. B. ewig ladende Spielstände, nicht abschließbare Quests
- Viel ist nicht gleich gut = das waren für meinen Geschmack einfach zu viele Aufgaben, nämlich so viel, dass die Hauptstory zeitweise aus dem Blick geriet (u. einige davon waren eher langweilig u. aufgrund der Anzahl sehr anstrengend)
- die Story war insgesamt weniger mitreißend u. emotional; ich war bei ME 1 z. B. sehr von der Begegnung mit der Asari beeindruckt, die man vor dem Thorianer rettete ("Wir sind alle eins")
- Crafting: furchtbar aufwendig, nicht notwendig u. meine Geduld überstrapazierend (5 Wummen die man irgendwo findet oder käuflich erwerben kann hätten mir gereicht)
- die ständigen Kämpfe (hunderte, wenn nicht tausende); noch mehr Ballern als in ME 3; für meinen Geschmack lag darauf zu viel Betonung
- einige Kämpfe waren hingegen frustrierend schwer (Architekten)

Zusammengefasst hatte das Spiel, nicht zuletzt auch aufgrund der Open-World-Konstruktion, einen deutlich anderen Charakter, so dass mein Urteil lautet: GUT - aber: nicht mehr mein Mass Effect - schade!!!

Mikej
24.04.2017, 10:17

Exakt, wenn man offen an den Teil herangeht, kann schon gut unterhalten werden. Es hat natürlich nicht dasselbe Flair von Meisterwerken wie z.B. ME2. Dass BioWare in eine andere Richtung gehen würde, war schon nach DA Inquisition stark zu vermuten.

Ich hoffe aber, dass es bald mal DLC-News gibt :). Ich würde gern ein bisschen den letzten Planeten erkunden und da nicht auf ein Sequel warten müssen.

sinnFeiN
24.04.2017, 11:02

den Mass Effect Faktor hab ich eigentlich nicht vermisst, weil es für mich noch immer dieses typische ME-Feeling hat. Ich wüsste nicht mal, wie ich das definiere, aber von Planet zu Planet mit der Tempest fahren, dort erkunden, fühlt sich schon sehr nach ME an :).

Ballereien fand ich auch eigentlich nur in Havarl richtig nervig, weil man dort kaum auskommt (und ich ihn als ersten der beiden genommen habe). Später ist dank Kombos (und einem Fusions-Mod) bei mir alles, was nicht Boss-Kampf ist, eh nach wenigen Sekunden vorbei gewesen, denn dann hieß es Combos spammen bis alles tot ist. So muss ich sagen, dass das Spiel wieder mal anfangs relativ anspruchsvoll war (auf Hardcore) und später immer einfacher wird. Die in den ersten 10% so oft gestorben wie im Rest des Spiels. Deswegen war es dann für mich auch nicht schlimm ein wenig Action zu haben, weil es stets ein kurzes Intermezzos war. Dann wirkt die Geschichte und Atmosphäre auch gut.

Wären die Bugs und die optischen Mängel nicht, wärs für mich auf einer Stufe mit den alten Titeln. So steht der Teil knapp dahinter, bleibt aber immer noch einer meiner GOTY-Favoriten, weil ich das Universum einfach liebe :)


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