Wo sind die Adventurespieler hin?

Fachsimpeln über Adventures
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ManuelSchenkGames
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Wo sind die Adventurespieler hin?

10.08.2020, 18:52
Ende der 80er war für mich die Hochzeit der Adventurespiele. Diverse Programme von Sierra und Lucasarts waren das Highlight auf dem Spielesektor und legen heute noch die Messlatte für narrative Spiele sehr hoch.

Doch wo sind die ganzen Spieler hin, die früher mit Begeisterung gerätselt haben? Liegt es daran, dass das Interesse abgeflacht ist und die Gamer von damals sich jetzt verstärkt um Arbeit und Familie kümmern müssen? Oder gibt es heutzutage dank Engines wie Unity, Godot, AGS und Visionaire Studio ein Überangebot an Adventures?
Vielleicht ein bisschen von beidem. Vor allem scheint die heranwachsende Generation sich eher auf andere Genres zu stürzen.

Immerhin ist das Spielelement "Adventure" oft ein Teil eines Vertreters eines anderen Genres. Selbst wenn nicht "Action-Adventure" draufsteht, sondern eher "Rollenspiel" gibt es dort meist an Adventure angelehntes Dialogsystem oder kleinere Logikrätsel. Das klassische Point & Click scheint es heutzutage sehr schwer zu haben. Selbst "Beneath a Steal Sky" wechselte vom 2D Pixel Art Stil im Nachfolger "Beyond a Steal Sky" zu 3D inkl. Schulterperspektive.

Lohnt es sich noch ein klassisches 2D Point & Click Adventure mit handgezeichneten Hintergründen zu erstellen? Selbst ein toll gezeichnetes Projekt wie "Shakes & Fidget" hat es bei Kickstarter leider nicht geschafft.

Der erste Teil von "Nelson and the Magic Cauldron" hat es auch erst im zweiten Anlauf geschafft, aber nur, weil das erste Ziel bei 2000 EUR lag. Natürlich kann man davon kein Adventure produzieren, Das Geld sollte nur für die Musikproduktion verwendet werden. Den Rest der Kosten (Übersetzung, Hardware, Software, Online-Werbung, ...) habe ich selbst beigesteuert, sodass es nicht 2500 EUR waren (das erreichte Ziel) sondern eher 5000 EUR.

Auch diese Summe wirkt ziemlich klein. Das liegt daran, dass ich mir selbst natürlich für mehrere hundert Stunden Arbeit (Zeichnen, Animieren, Programmieren, Konzeptionieren, Texten, ...) kein Gehalt zahlen musste. Wenn doch, hätte das Spiel eher ein Budget von geschätzten 40.000 EUR gehabt. Zudem haben die Sprecher das alles freiwillig und mit viel Herzblut eingesprochen.
Auch die Einnahmen durch Verkäufe bei Steam oder im AppStore von Apple decken nicht mal die Anschaffung der Hardware und Software für das Projekt. Traurig aber leider Realität.

Ich bin sehr gespannt, ob der Nachfolger von Nelson die 5000 EUR Hürde nehmen wird. Selbst das heißt für mich, dass meine eigene Arbeit als Hobby zu verbuchen ist.

Also bleibt weiterhin die Frage: Wo sind die Adventurespieler hin?

Den Blogeintrag findet Ihr auch hier:
http://www.magiccauldron.de/blog.php

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sinnFeiN
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

10.08.2020, 19:34
Sind noch da.

Ich vergleich es gern mit Shootern. Wenn alle Shooter wie in den späten 80ern und frühen 90ern wären, wärs langweilig. Wenn es einige davon gibt, sind sie eine nette Abwechslung. Der Großteil sind aber moderne Shooter. Da tummeln sich mal RPG-Elemente, mal Dialoge und sehr oft Rätsel. Ebenso sind auch Elemente aus Jump & Run reingekommen.

Das gibt es bei den Adventures auch. Die Kernfeatures von alten Adventures sind geblieben. Sie finden sich in vielen Mixes wieder. Einige Adventures sind rein narrativ geworden (für viele die Stärke der alten Adventures), andere haben, wie früher schon Myst, den Weg der Puzzles genommen. Adventures im Sinne der alten gibt es noch, nur wenige und noch weniger gute. Warum?

Nun klassische Shooter gibt es derzeit (Single Player) auch nur eine Handvoll, weil das Zielpublikum für mehr zu klein wäre. Action RPG ist derzeit wahrscheinlich das Genre mit der meisten Vielfalt, weil sehr viele andere Spiele RPG-Elemente bekommen haben. Da fallen auch die meisten Verkaufsschlager rein - zumindest jene, die ernsthaft einen Fokus auf die Single Player Erfahrung stecken.

Man hört es von den meisten Entwicklern, dass sich hochqualitativ produzierte Adventures kaum rentieren (hochqualtitative Non-Mainstream-Spiele allgemein - das wäre meine These). Revolution Software machts über Apple, sonst wär da auch schwer was möglich. Das wär die einzige Schmiede, die klassische Adventure ohne RPG-Elemente mit relativ hohem Budget noch machen.

Spiele produzieren ist halt teuer und das klassische Adventure von anno dazumals ist nicht mehr Mainstream, sondern anachronistisch - wie die meisten Genres aus dieser Zeit :).

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Rosangela Blackwell
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

11.08.2020, 00:45
Also ich persönlich bin erst recht spät auf Adventures getroffen so 2006 entdeckte ich sie voller Begeisterung für mich. :D Als Kind hatte ich keinen eigenen Computer und daher war nicht viel mit Adventures. Aber heute spiele ich sie immer noch gerne und wünschte mir mehr Leute mit denen ich mich über Adventures austauschen kann. :)

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Mikej
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

11.08.2020, 11:06
Schwierig, im Zuge des Kickstarter-Booms wurde das Genre mit Spielen auch regelrecht überschwemmt, die oft eher enttäuscht haben oder nur okay waren. Gleichzeitig hatten die KS-Backer eine Zeit lang viele Adventures der letzten Jahre nachgeholt, was ebenfalls zu einer Übersättigung beigetragen haben dürfte (und zu einer Ernüchterung, weil in nicht wenigen Fällen die neuen KS-Spiele nun mal nicht mit den oft viel kostspieliger produzierten Hits des Genres mithalten konnten).

Und man merkt einfach, dass viele der heutigen Adventures kaum Budget haben und oft Autoren am Werk sind, die keine echte Erfahrung in diesem Bereich haben (Ausnahmen gibts natürlich). Wenn man dann auch noch oft exakt die gleichen Gags und Anspielungen sieht, wird es schnell ermüdend.

Dass die Casualisierung auch bei klassischen Adventures passiert, ist in diesem Kontext zusätzlich schwierig, weil dadurch Geschichte und Charaktere viel stärker in den Vordergrund rücken. Früher lenkten die Rätsel zwischendurch gerne mal von einer 08/15 Story ab. Heute ist das oft nicht der Fall.

20-30 Jahre sind eine lange Zeit. Da verliert ein Genre zwangsläufig Spieler. Und für junge Spieler gibts nun mal sehr viele Alternativen die oft sehr viel mehr Budget und ein professionelles Umfeld zur Verfügung haben.

Und ja, das Thema ist sicherlich noch viel komplexer. Da schwingen viele Faktoren mit.

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Indiana
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

11.08.2020, 12:39
Die Frage habe ich mir auch schon öfter gestellt. Ich denke auch, dass viel von dem, was hier schon geschrieben wurde zutrifft und es am Ende eben die Summe ist.

Bei mir selbst ist es so, dass durch Familie, eigenes Haus und Job einfach generell weniger Zeit zum Spielen vorhanden ist und leider auch für diese Seite hier. Wenn man mal 10 Jahre zurückschaut, sind vielleicht garnicht so viele Adventures erschienen. Da haben Titel wie 'A New Beginning', 'Gray Matter' und 'Lost Horizon' sich um den Titel Adventure des Jahres geprügelt. Die Spiele ab Platz 4 (z.B. 'Alter Ego', 'Die Kunst des Mordens 3' oder 'Tales of Monkey Island') wären aktuell durchaus auch Kandidaten für eine solche Wahl, einfach weil die Konkurrenz schlechter geworden ist. Warum aber lohnt es sich nicht mehr, Adventures zu entwickeln? Da hilft manchmal auch ein Blick in die Kommentarspalten unter unseren News:

Zum Teil wirklich gute Indie-Spiele für wenige Euro werden nicht gekauft, weil keine deutsche Sprachausgabe geboten wird. Wenn deutsche Sprachausgabe dabei ist, wird wiederum auf einen Steam-Sale gewartet, bis das Spiel unter 10 € kostet. Dann lohnt es sich für Entwickler einfach nicht, große Adventures zu produzieren, wie Du ja auch selbst feststellen musstest. Dadurch ist die Qualität der Spiele oftmals nicht so hoch, wie sie sein müsste, um neue junge Spieler zu finden. Die sehen nämlich die Grafik und die Action der anderen Spiele und fragen sich zu Recht, warum man sich so ein doch recht unzugängliches Spielprinzip antun soll.

Adventures bestehen seit jeher aus interessanten Geschichten, guten Rätseln und einer Steuerung, die nicht stören soll. Aufgrund der Geschichte und der zum Teil langen Rätselketten eignen sie sich aber nicht für "zwischendurch", also die Fahrt mit der S-Bahn für ein paar Stationen. Ebensowenig klappen Adventures, wenn Du kleine Kinder zu Hause hast, weil da dann vielleicht mal eine Viertel bis Halbe Stunde zum Spielen ist.

Gute (oftmals leider sogar bessere) Geschichten erzählen inzwischen auch viele andere Genres. Ob nun ein Strategiespiel, ein RPG oder sowas wie GTA - Selbst Fifa hat inzwischen einen Storymode. Dafür brauche ich also kein Adventure mehr spielen. Rätsel sind für die "Alten Hasen" oft zu leicht, neue Spieler frustrieren aber vielleicht schon auf den ersten Metern. Da bekommst Du also auch nur schwer alle unter einen Hut. Vielleicht siehst Du das als Entwickler aber auch anders?

Dann bleibt da noch die Steuerung/das Gameplay. Ich habe mal versucht, mit meiner Frau ein Adventure zu spielen. Ich habe sie vor Monkey Island gesetzt. Wenn ein Adventure überzeugen kann, dann muss es doch die Geschichte um Guybrush sein, dachte ich. Weit gefehlt. Guybrush taucht auf, spricht ein paar Sätze und meine Frau fragt: "Und wo ist nun das Spiel? Da passiert ja garnichts." Dass sie mit anderen reden muss, dabei aber oftmals sogar alle Sätze des Dialogbaums anklicken muss, hat für sie keinen Sinn ergeben: "Dann kann das doch gleich automatisch ablaufen, wenn ich sowieso alles anklicken muss". Irgendwie hat sie mit der Aussage recht. Dann ist aber ein Großteil der Interaktivität auch schon weg. Bis zum ersten Rätsel war sie dann schon wieder weg. So sehr wir diese Art von Spielen auch lieben, befürchte ich doch, dass es fürs Genre immer schwerer wird, insbesondere weil es inzwischen auch zu viele gute Alternativen gibt. Die gab es in der Zeit von LucasArts und Sierra nicht in dem Maße.

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Rosangela Blackwell
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

12.08.2020, 23:11
Ich denke die Leute, die früher Adventures gespielt haben, sind tatsächlich jetzt beschäftigt mit Familie und Arbeit und haben es vielleicht auch irgendwie vergessen, dass ihnen Adventures mal Spaß gemacht haben.

Aber ich habe das Gefühl, dass gerade beim Adventure Genre eine gute Chance besteht, dass frühere Spieler zurück kehren, wenn es etwas ruhiger in ihrem Leben wird. :) Weil Adventures ja für alle Altersgruppen gut spielbar sind, im Gegensatz zu diesen ganzen Spielen wo es auf super schnelle Reflexe ankommt.

ganon
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

13.08.2020, 03:06
Bei mir ist es auch so, dass quasi all jene aus meinem Umfeld, die damals die Hochzeit der klassischen Adventures mitgemacht haben, durch Job und Familie so eingenommen sind, dass sie gar keine Zeit mehr haben, um zu spielen. Das sind alles Menschen Mitte/Ende 30. Ich bin da als einzige Ausnahme übriggeblieben, da ich keine Kinder habe. :D

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advfreak
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

13.08.2020, 15:45
Das Problem ist ganz einfach das die klassischen Adventures irgendwann in ihrer Entwicklung stecken geblieben sind. Ein Super Mario schaut doch heute auch ganz anders aus als wie in den 90igern auf dem Super Nintendo. Heutzutage lockt man eben keinen mehr mit einem 2D Comicadventure für 50,- Euro hinter dem Ofen hervor.

Z.B. ein Geheimakte war seinerzeit wirklich Top, heute ist der Stil einfach altmodisch und in die Jahre gekommen. Wer kauft sowas heute denn noch?

Wohin sich das Adventure hätte entwickeln sollen zeigt z.B. ein Sherlock, Until Dawn, Life is Strange aber auch ein The Raven. Auch Men of Medan spiegelt heute das klassische Adventure wieder. Ebenso waren die Telltale Sachen zumindest atmosphärisch am richtigen Weg, das die teuren Lizenzkäufe die Firma runiert haben heißt nicht das deren Games kein Erfolg waren.

Die Adventurespieler sind heute eben bei einem The Last of Us 2 oder LiS 2 gelandet und wollen technische moderne und grafisch ansehnliche Games. Das ist auch der Grund warum bei Kickstarter und Co nicht mal mehr 1000,- Euro für altbackende Point & Klick Adventures zusammen kommen.

Die Adventurespieler von damals sind jetzt nicht alle treusorgende Familieväter und Mütter geworden die keine Zeit mehr haben. Die Adventurespieler von damals wollen schöne Adventures im Stile eine The Last of Us und nicht auf ihren PS4´s und modernen PC´s altmodischen Käse im Look der 2000er Jahre. Das ist die bittere Wahrheit!
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sinnFeiN
Adventuregott
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

13.08.2020, 16:31
Nicht vergessen: Die Versprechen der vielen Games as a Service. Ein Spiel, das über die Zeit ständig unterhalten soll, immer neues bietet und in der Regel so viel auf Lager hat, dass daneben kaum mehr groß andere Spiele stattfinden. Die saugen sehr viel vom Markt auf und davon gibt es eine Unzahl - zum Großteil auch Free 2 Play:
- Call of Duty: Modern Warfare (der Battle Royale Part Warzone F2P)
- Apex Legends (F2P)
- Rainbow Six Siege
- Valorant (F2P)
- Overwatch
- League of Legends (F2P)
- DOTA 2 (F2P)
- Counter-Strike: Global Offensive (F2P)
- FIFA
- GTA V
- Red Dead Online
- Warframe (F2P)
- Path of Exile (F2P

Das ist nur ein Auszug der Spiele, die das bieten und allesamt sind höchst erfolgreich. Ein Singleplayer-Spiel wird gefeiert, wenn es insgesamt ein paar Millionen verkauft. Währenddessen hat CoD und Apex Legends 50 Millionen Spieler und aufwärts. Ein FIFA und GTA V sind da noch weit drüber.

Gerade diese Spiele sind beliebt - auch beim älteren Publikum. Viele bei mir Bekanntenkreis spielen eines davon mit alten Zockerkumpeln oder einfach abends zwischendurch. Meist haben sie eine relativ kurze Session-Zeit, da kann man kurz mal eine oder ein paar Partien einstreuen.

Das frisst aber gerade das Publikum. Hochqualitative Singleplayer-Spiele sind meist an Exklusivplattformen gebunden (siehe Sony Exklusivtitel dank Naughty Dog und Santa Monica, Spiele wie Metro: Exodus, die durch den Epic Games Story schon rentabel sind oder Outer Worlds, das von Microsoft und dem Game Pass getragen wird). Selbst ein Beyond a Steel Sky wäre ohne den Apple Arcade Deal nur schwer möglich.

ganon
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

17.08.2020, 19:27
advfreak hat geschrieben:
13.08.2020, 15:45
Die Adventurespieler von damals sind jetzt nicht alle treusorgende Familieväter und Mütter geworden die keine Zeit mehr haben. Die Adventurespieler von damals wollen schöne Adventures im Stile eine The Last of Us und nicht auf ihren PS4´s und modernen PC´s altmodischen Käse im Look der 2000er Jahre. Das ist die bittere Wahrheit!
Du meinst also, dass die Adventurespieler von damals jetzt lieber 3D-Action-Adventures ohne Rätsel wie TLoU spielen und 300 Gegner pro Spiel niedermetzeln wollen? Mit klassischem Point-and-Klick hat das ja gar nichts zu tun. :D

Jehane
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

27.08.2020, 11:11
ganon hat geschrieben:
17.08.2020, 19:27
advfreak hat geschrieben:
13.08.2020, 15:45
Die Adventurespieler von damals sind jetzt nicht alle treusorgende Familieväter und Mütter geworden die keine Zeit mehr haben. Die Adventurespieler von damals wollen schöne Adventures im Stile eine The Last of Us und nicht auf ihren PS4´s und modernen PC´s altmodischen Käse im Look der 2000er Jahre. Das ist die bittere Wahrheit!
Du meinst also, dass die Adventurespieler von damals jetzt lieber 3D-Action-Adventures ohne Rätsel wie TLoU spielen und 300 Gegner pro Spiel niedermetzeln wollen? Mit klassischem Point-and-Klick hat das ja gar nichts zu tun. :D
Glaub nicht, dass das so gemeint war - da geht es eher um die Grafik und die Technik, die bei Adventures oft nicht mit solchen Titeln mithalten kann bzw. teilweise auch gar nicht mithalten will. Das sieht man ja an den zig Spielen im Retro-Design mit Pixelgrafik, oft ohne Sprachausgabe, teilweise mit unnötig komplizierter Steuerung und meistens auch noch mit dem inzwischen echt nervigen Anspruch, in der Tradition von LucasArts zu stehen. Anstatt dass mal was Neues versucht wird, klammern sich viele Entwickler grade im Indie-Bereich an alte Spiele - gut, das hat sicher auch mit dem normalerweise sehr kleinen Budget zu tun. Und damit, dass seitens der Spieler immer wieder gejammert wird, dass moderne Adventures "nicht so sind wie Monkey Island".

Mir persönlich hängt das ja zum Hals raus. Der Vergleich ist oft nicht angebracht, grade, wenn es sich um ein thematisch ernsteres Adventure handelt, mit moderner Grafik, komplett anderem Gameplay... ich find ja, dass die Spiele, die mit "Das ist aber nicht wie Monkey Island" abgeschasselt werden, dadurch auch komplett ab- und entwertet werden. Weil sie dem Vergleich nicht standhalten können und aus meiner Sicht auch gar nicht sollen. Entwickler beschneiden sich selbst in ihrer Kreativität, und ich find den Vergleich auch gegenüber den LucasArts-Spielen nicht fair. Weil die so bis zu einem gewissen Grad ihrer Einzigartigkeit beraubt werden.

Kurz: Die Entwicklungen im Genre sowohl auf Entwickler- als auch Spielerseite gehen aus meiner Sicht auch auf eine sehr konservative Haltung zurück, die wenig Spielraum für Neues lässt. Das gilt natürlich längst nicht für alle Entwickler und Spieler, aber es ist eine Grundhaltung, die sich durchs Genre zieht. In anderen Genres wäre das so nicht möglich, weil die von Innovation leben (Shooter, RPGs und so weiter) und Neuerungen (und sei's "nur" bei Grafik und Gameplay) von den Spielern dort auch eingefordert werden. Wenn man einem Shooter-Fan einen Shooter im Stil von Wolfenstein oder Doom vorlegt, wird der bestenfalls nostalgisch, weil er die Spiele damals selbst gezockt hat, wird aber nicht drauf bestehen, dass ein moderner Shooter bitte genauso auszusehen und sich exakt so zu spielen hat wie Wolfenstein. Weil's nicht mehr zeitgemäß ist.
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

27.08.2020, 11:48
Gestern kam ja der neue Call of Duty Trailer raus.

Der unterstreicht Jehanes Aussage:
Kurz: Die Entwicklungen im Genre sowohl auf Entwickler- als auch Spielerseite gehen aus meiner Sicht auch auf eine sehr konservative Haltung zurück, die wenig Spielraum für Neues lässt. Das gilt natürlich längst nicht für alle Entwickler und Spieler, aber es ist eine Grundhaltung, die sich durchs Genre zieht. In anderen Genres wäre das so nicht möglich, weil die von Innovation leben (Shooter, RPGs und so weiter) und Neuerungen (und sei's "nur" bei Grafik und Gameplay) von den Spielern dort auch eingefordert werden. Wenn man einem Shooter-Fan einen Shooter im Stil von Wolfenstein oder Doom vorlegt, wird der bestenfalls nostalgisch, weil er die Spiele damals selbst gezockt hat, wird aber nicht drauf bestehen, dass ein moderner Shooter bitte genauso auszusehen und sich exakt so zu spielen hat wie Wolfenstein. Weil's nicht mehr zeitgemäß ist.
Konservativ ohne Ende. Jetzt nicht nur politisch, sondern einfach 80er-Jahre-Action mit böser Weltverschwörung der Russen mit Militärfetisch. Innovation bei Spielen mit großen Budgets gibt es nur selten - wenn, dann in First Party Titeln.

Gerade Wolfenstein - The New Order und Doom (2016) galten im Shooter-Genre als extrem mutig, weil sie so unglaublich altmodisch waren. Deren Vorteil: Es gab so gut wie keine Konkurrenz mit ähnlich altmodischen Zügen. Deswegen auch verhältnismäßig gute Verkaufszahlen. Ein paar Jahre später ist Doom: Eternal und Wolfenstein: Youngblood schon wieder weit weg von alter Schule.

Adventures geht es ähnlich, nur dass es noch immer eine relativ hohe Flut an Retro-Mechaniken gibt und ganz wenig Innovation und Auswüchsen. Wenn sie das machen, werden sie leider oft nicht mehr als Adventure abgestempelt.

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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

27.08.2020, 13:40
Bei den Shooterb hab ich aber offenbar danebengehauen, ich hab die eher als innovatives Genre im Kopf bzw. als eines, in dem Innovationen viel eher akzeptiert werden. Oder eben Neuerungen z.B. im Gameplay, auch wenn die nicht immer einfach zu handhaben sind - Kingdom Come: Deliverance ist zwar vom Konzept her echt lässig, aber auch sehr umständlich in der Handhabung. Ich hab seit Monaten nicht gespielt, weil keine Zeit, und müsste von vorne anfangen, weil die Steuerung nicht intuitiv ist und man die komplett verlernt. In dem Fall ist Innovation zwar gut gemeint, kann aber nach hinten losgehen und Spieler verschrecken.

Bei Assassin's Creed ist mir wiederum aufgefallen, dass der bevorstehende nächste Teil jetzt schon kritisiert wird, weil es a) nur wenig Neues gibt und b) gleichzeitig die Distanz zu den ursprünglichen Titel immer größer wird - weil sich das Ganze ja in Richtung RPG entwickelt, weg vom Action Adventure und auch immer weiter weg von den Assassinen als solchen. Das find ich schon sehr spannend. Einerseits wird erwartet, dass Ubisoft die Reihe immer wieder neu erfindet, andererseits soll's aber bitte schon so weit konservativ bleiben, dass es noch zur Reihe passt, Stichwort "echtes Assassin's Creed". Wobei solche Titel immer Abnehmer finden werden, weil die für den Massenmarkt einfach besser geeignet sind. Ein Adventure ist nach wie vor ein Nischenprodukt mit einem vergleichsweise kleinen und z.T. fürchterlich konservativen Markt. Wie konservativ das Publikum oft ist, merkt man auch daran, dass die wenigen Neuerungen mit "Das ist kein Adventure mehr" abgetan werden und sofort eine Diskussion entbrennt, was ein richtiges Adventure eigentlich ausmacht.
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advfreak
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

27.08.2020, 14:49
ganon hat geschrieben:
17.08.2020, 19:27
advfreak hat geschrieben:
13.08.2020, 15:45
Du meinst also, dass die Adventurespieler von damals jetzt lieber 3D-Action-Adventures ohne Rätsel wie TLoU spielen und 300 Gegner pro Spiel niedermetzeln wollen? Mit klassischem Point-and-Klick hat das ja gar nichts zu tun. :D
Nein nein, so meinte ich das natürlich nicht. 😉
Ich kann ja selber auch nichts mit einem TLOU2 anfangen.

Aber bei mir persönlich ist es halt so das ich spätestens bei Baphomets Fluch 4 gemerkt habe das mich, aufgrund von moderneren gespielten Adventures, so ein träges Ding einfach nicht mehr fesseln kann.

Wenn du mal ein Detroit, Life is Strange, Men of Medan oder auch ein Sherlock und The Raven gespielt hast dann magst du dir sowas w. z. b. ein Säulen der Erde aber auch ein Trüberbrook nicht mehr antun.

Deswegen denke ich das da auch über Kickstarter kein Blumentopf mehr zu holen ist.

Ausgenommen ist da das Pixel Adventure Genre das wohl seine Zielgruppe gefunden haben dürfte.Die laufen eigentlich ganz gut.

Aber auch Plattformenspezifisch sollte man vielleicht mehr in Richtung Konsolen gehen und einer Joypad Steuerung den Vorzug geben. Die Zeiten wo Leute sich auf den Bürosessel sitzen und mit der Maus sich durch klassische Adventures durchrätseln ist auch eher vorbei. Selbst der PC Zocker sitzt heute mit Joypad und am TV angeschlossenen PC im Wohnzimmer und daddelt da.

Ich bin also immer noch der Meinung das klassische Adventures aus der Mode gekommen sind und ich weine denen jetzt auch keine Träne mehr nach wenn ich z. b. daran denke wie gut mich ein Telltale Guardians of the galaxy unterhalten hat, aber auch neulich ein Creaks oder Jenny Leclue.

Da würde mir selbst die Ankündigung eines neuen Geheimakte Tunguska Teils nur mehr ein leichtes Gähnen entlocken.

Ich zumindest freu mich für dieses Jahr auf den neuen Larry Lafer, der aufgrund der genialen Story im letzten Teil gut funktioniert hat, aber auch Little Hope, Blade Runner Remaster, Oak Island, Born Punk und The Wolf among Us 2 sollte die Herzen der Adventure Fans wieder höher hüpfen lassen. Eigentlich für jeden Geschmack was dabei. 😻👍🏻
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

27.08.2020, 15:37
Man kann ja auch einen Mix spielen - ich mag Point and Click nach wie vor sehr gerne, vorausgesetzt, das ist auch gut umgesetzt, und unterm Strich muss sowieso die Story passen. Da ist es mir dann auch herzlich egal, wie das optisch aussieht - naja, weitgehend, da gibt es auch Grenzen :D Im Großen und Ganzen bin ich diesbezüglich aber relativ schmerzbefreit, solange mich die Geschichte interessiert. Das darf dann auch ruhig etwas gemächlicher erzählt werden. Ich hab erst vor ein paar Monaten The Longest Journey noch mal durchgespielt, und das ist einfach nach wie vor grandios - man muss sich nur drauf einstellen, dass sehr viel geredet wird und dass man auch viel lesen muss. Aber qualitativ gibt's da echt nix zu meckern

Ich find, das zeichnet auch ein gutes Adventure oder überhaupt ein gutes Spiel aus: wenn man es Jahre später noch mal zocken kann, weil es einen beim ersten Mal so begeistert hat. Das ist aber nur bei wenigen Spielen der Fall; die Adventures (oder sonstigen Spiele), die ich öfter als einmal gespielt hab, kann ich an einer Hand abzählen. Naja, vielleicht an zwei Händen :) Die Liste der Spiele, bei denen mir ein Durchgang gereicht hat, ist um einiges länger *g*

Ein Vorteil, den viele neuere narrative Spiele haben, ist sicher, dass sie kompakter erzählt werden - Telltale hat das eigentlich gut gemacht, die haben auch meistens wirklich spannende Geschichten auf Lager gehabt. Spielerisch null Anspruch außer rasch reagieren (aber gegen die QTEs von Fahrenheit ist das ein Klacks), aber dafür gute Storys, die ohne Umschweife auf den Punkt kommen und nach gut zehn Stunden vorbei ist. Man bringt zehn Stunden einfach leichter im Alltag unter als ein 30-Stunden-Adventure wie TLJ. Und wenn die Geschichte rund und schlüssig erzählt ist, reichen auch wenige Stunden. Overclocked hatte ich damals in acht Stunden durch, aber da war am Ende auch alles erzählt, was es zu erzählen gab.

Guter Punkt übrigens mit der Steuerung. Gamepad/Joystick sind einfach komfortabler, und auf der Konsole zu spielen ist halt insofern sehr bequem, weil man einfach auf der Couch liegen kann, wenn man das will. Installationsprobleme oder gar Kompatibilitätsprobleme gibt es auch selten - auch das ist gegenüber dem PC komfortabler. Und Adventures bzw. ihre Nachfolger funktionieren ja auch auf Konsolen. Den letzten Sherlock hab ich auf der PS4 gespielt, und grade in den Actionszenen war das echt Gold wert. Die spielen sich mit Gamepad einfach flüssiger, und bei der Grafik war der große Fernseher schon auch ein Vorteil :)

Im Endeffekt ist vieles sicher Geschmacksache, und es gibt ja auch eine Menge Auswahl. Mir fällt halt oft in Online-Diskussionen auf, dass die Bereitschaft, sich auf was Neues einzulassen, bei vielen Adventure-Freunden sehr gering ist und sich viele einfach auf dem oben erwähnten Monkey Island-Vergleich bzw. an der Pixelgrafik aufhängen sowie dem "Früher war alles besser". Ich halte nix davon, in der Vergangenheit zu leben, weder bei Spielen noch IRL.
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

27.08.2020, 16:12
Eben, ich denke halt es wird jeder seinen eigenen Grund haben warum der Adventurespieler von damals weggegangen ist.

Und wie schon gesagt macht mir einen Art Genremix mit moderner Grafik eben mehr Spaß als 2D Comic, Point-and-Klick. Aber nur solange sich Kämpfe bzw. Shooter Passagen und Scheichen wirklich in Grenzen halten. 🤪
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giuseppe
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

27.08.2020, 18:09
Wäre super wenn mal wieder ein Baphomets Fluch Teil kommen würde. :)

Jehane
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

28.08.2020, 10:11
advfreak hat geschrieben:
27.08.2020, 16:12
Eben, ich denke halt es wird jeder seinen eigenen Grund haben warum der Adventurespieler von damals weggegangen ist.

Und wie schon gesagt macht mir einen Art Genremix mit moderner Grafik eben mehr Spaß als 2D Comic, Point-and-Klick. Aber nur solange sich Kämpfe bzw. Shooter Passagen und Scheichen wirklich in Grenzen halten. 🤪
Wenn ich kämpfen, ballern und schleichen will, spiel ich sowieso einen Shooter oder ein Action Adventure und nix Narratives :) Genremix find ich immer spannend, wenn das gut gemacht ist, und 2D- bzw. 2.5D-Grafik bzw. Point and Click macht mir nach wie vor Spaß, wenn der Mix passt. Ich glaub, man muss da einfach flexibler sein. Wenn man sich zu sehr an was klammert, das es in der Form nicht mehr oder nur selten gibt, verbaut man sich damit u.U. jede Menge toller Spielerlebnisse - ist ja auch schade :)
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

28.08.2020, 11:57
Wenn ich kämpfen will dann spiele ich am liebsten Doom VFR, es ist so ein unglaubliches Gefühl wenn man in dem Shooter quasi selbst drinnen steht und dann noch den Aim-Controller im Arm hat der dir das Gefühl vortäuscht ein Maschinengewehr in der Hand zu haben. Eine ganz tolle Erfahrung die man bis jetzt einfach noch nie so erlebt hat. 👍🏻😊🤪
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

31.08.2020, 10:04
Das klingt ziemlich cool :D
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

31.08.2020, 11:58
Jehane hat geschrieben:
31.08.2020, 10:04
Das klingt ziemlich cool :D
Aber irgendwie auch ziemlich unheimlich und creepy, wenn du dann plötzlich so aus dem Augenwinkel siehst das dir ein Monster gerade knapp hinter dir ins Genick schnauft... :twisted: :cry: :lol: :D
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

31.08.2020, 14:54
Yikes. Das wär nix für mich, auch wenn das cool klingt - aber ich würd mich nur erschrecken :D Und von VR wird mir dezent schlecht. Hab das mal bei Freunden ausprobiert - gut, das war kein ausgereiftes Spiel, da hatte man nicht mal sichtbare Beine und die Grafik war auch eher mäßig. Aber mir ist trotzdem schlecht geworden, nach nicht mal fünf Minuten hab ich mich vom Equipment befreit und befunden, dass das nix für mich ist. Eigentlich schade, vom Erlebnis her könnte das schon lustig sein :)
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

31.08.2020, 15:28
Das passiert mir heutzutage auch immer ab und zu noch das mir bei Titeln manchmal schlecht wird, das ist fast immer wenn die Grafik nicht scharf genug und detailliert ist. 😢

Aber bei so Games wie einem Astro Bot Jump & Run oder dem Party Hit Beat Saber solltest du keine Probleme haben.

Muss aber auch sagen das ich nur einen Playstation VR habe und die eigentlich schon ihren Zenit überschritten hat, die Hardware ist einfach nicht mehr richtig Leistungsfähig. Denke mal das man so in 5 bis 10 Jahren dann endlich auch mal was hat mit Grafik in PS5 Niveau. Oder VR ist in der Versenkung verschwunden, bin gespannt wie es sich entwickelt. 😉😁
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Ateyu
Replikant
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

31.08.2020, 22:23
@ManuelSchenkGames Sorry, aber es gibt immer noch genug Point and Click Adventure Fans und nur weil dein eigenes Spiel fast nicht finanziert wurde, heißt es nicht, dass alle Fans des Genres plötzlich weg sind weil diese ja sonst dein Spiel finanziert hätten. Broken Age von Tim Schäfer hat 3.336.371 $ Dollar auf Kickstarter eingenommen, Baphomets Fluch 5 771.560 $ und Thimbleweed Park von Ron Gilbert 626.250 $. Das ist aber auch nur möglich gewesen weil die Entwickler absolute Koryphäen des Genres waren.
Auch gibt es immer noch großes Interesse am Genre, man muss sich nur mal die Klickzahlen von diversen Let's Plays anschauen, wo die Klickzahlen von neueren Titeln wie Deponia oder Leisure Suit Larry Wet Dream don't dry zwischen 100.000 und 500.000 schwanken. Natürlich weiß ich, dass Klickzahlen nicht gleichbedeutent mit Käufen sind, aber trotzden würde man sich die Videos ja nicht angucken wenn man mit dem Spiel nichts anfangen könnte.

ganon
Niedlinger
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Re: Wo sind die Adventurespieler hin?

01.09.2020, 01:41
Jehane hat geschrieben:
27.08.2020, 13:40
Ein Adventure ist nach wie vor ein Nischenprodukt mit einem vergleichsweise kleinen und z.T. fürchterlich konservativen Markt. Wie konservativ das Publikum oft ist, merkt man auch daran, dass die wenigen Neuerungen mit "Das ist kein Adventure mehr" abgetan werden und sofort eine Diskussion entbrennt, was ein richtiges Adventure eigentlich ausmacht.
Welche Neuerungen, bzw. Spiele meinst du denn?

Wenn ich das klar definierte Genre "Point-and-Klick-Adventure" spielen möchte, dann möchte ich weder interaktive Filme, Quick-Time-Events oder Physik- und Schieberätsel haben.
advfreak hat geschrieben:
27.08.2020, 14:49
Aber auch Plattformenspezifisch sollte man vielleicht mehr in Richtung Konsolen gehen und einer Joypad Steuerung den Vorzug geben. Die Zeiten wo Leute sich auf den Bürosessel sitzen und mit der Maus sich durch klassische Adventures durchrätseln ist auch eher vorbei. Selbst der PC Zocker sitzt heute mit Joypad und am TV angeschlossenen PC im Wohnzimmer und daddelt da.
Was soll ich denn mit nem Joypad, wenn ich Echtzeitstrategie oder Shooter spiele? Die Behauptung, der PC-Zocker sitze heutzutage generell im Wohnzimmer und daddelt da, stelle ich infrage. :D
Zuletzt geändert von ganon am 01.09.2020, 02:10, insgesamt 2-mal geändert.

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