Monkey Island 1 - The Secret of ...:

Monkey Island... Zum 20. Geburtstag

Ein Held unserer Kindheit feiert dieser Tage seinen 20. Geburtstag. Die Rede ist von niemand geringerem als Guybrush Threepwood. So ganz genau erinnert sich zwar niemand mehr an das Datum, zu dem das Spiel in den Läden stand, es war aber irgendwann Ende 1990. Und ist es nicht eigentlich auch egal, wann genau dieses erst im Nachhinein so wichtige Spiel erschienen ist, wenn man doch den ungefähren Zeitraum kennt? Grund genug, das Spiel mit einem Rückblick zu würdigen ist es allemal. Wir laden Euch ein auf eine Reise in die Vergangenheit…



Tief in der Karibik: Die Insel Meleé Island… Vor 20 Jahren.

Endlich ist es da, das neue Computerspiel von Lucasfilm Games. Schnell wird die Schachtel aufgemacht, die erste von vier Disketten in das PC-Laufwerk gestopft und die Installation gestartet. Während das Laufwerk fröhlich vor sich hin knatternd die nächsten zehn Minuten damit verbringt, eine gewaltige Datenmenge von gut fünf Megabyte auf die Festplatte zu schaufeln, gehe ich auf Entdeckungsreise und durchforsche die Schachtel. Oha, eine Scheibe mit lustigen Piratengesichtern drauf, die sich drehen lässt. Das scheint der Kopierschutz zu sein. Besser also gut darauf aufpassen. Ansonsten finde ich noch ein recht dünnes Handbuch. Naja, kann man später mal einen Blick hineinwerfen, ich möchte jetzt lieber mit dem Spiel anfangen. Wie, sonst keine Beilage? Fast schon ein wenig enttäuscht darüber, dass „nur“ das Spiel in der Schachtel liegt, warte ich auf die Installation und denke an tolle Gimmicks wie das Nachtecho aus 'Zak McKraken', das Gralstagebuch aus 'Indiana Jones und der letzte Kreuzzug' oder das Hörspiel aus 'Loom'. Da, endlich vermeldet das Installationsprogramm, dass es fertig ist. Schnell wechsle ich auf die Festplatte und schaue nach wenigen Befehlen auf einen Piratenkopf. Ich werde gefragt, wann dieser Pirat in Nebraska aufgeknüpft wurde. Die erwarteten Zahlen finde ich mithilfe der Codescheibe. Und dann geht es endlich los: Ein Typ, bekleidet mit weißem Hemd und schwarzer Hose taucht auf der Bildfläche auf. Er stellt sich als Guybrush Threepwood vor und wundert sich über einen fast blinden Späher auf einem Ausguck. Ich erfahre auch, was Guybrush auf der Insel überhaupt vorhat: Er möchte Pirat werden. Nun gut, dem Mann kann und muss geholfen werden, also geht es wie vom Ausguck vorgeschlagen in die Scumm Bar, wo Guybrush sich mit einigen Piraten und einem Hund über so ziemlich alles unterhalten kann. Schon damals war ich mir sicher, dass der Hund die Lösung des Spiels kennt oder in dem Gespräch vielleicht sogar das Geheimnis von Monkey Island verrät. Aber leider verstehe ich ihn nicht. Einen Raum weiter sitzen in einer Art Separee drei Piraten an einem Tisch und tun das, was Piraten halt so machen: Sie trinken Grog. Immerhin sind sie bereit, mich – oder besser Guybrush in ihre Piratencrew aufzunehmen, wenn ich denn die drei Prüfungen bestehe.

In den nächsten Stunden, Tagen und Wochen verlaufe ich mich zusammen mit Guybrush in Wäldern, lasse mich aus Kanonen schießen, klaue wertvolle Kunstschätze und erfahre, was passiert, wenn man 10 Minuten unter Wasser bleibt (weil ich nicht auf die Idee komme, das Idol mitzunehmen). Irgendwann stehe ich LeChuck dann wirklich gegenüber und bespritze ihn mit Malzbier, das ich damals noch gern mochte. Der böse Geisterpirat haucht daraufhin sein untotes Leben aus und spendiert mir zum Abschluss ein tolles Feuerwerk. Nebenbei habe ich aber auch etwas für die Schule gelernt: Auf dem Pausenhof wird seit einiger Zeit gefechtet und ich weiß nun, dass die passende Beleidigung auf „Du kämpfst wie ein dummer Bauer“ eben nicht „Ich schaudere, ich schaudere“ ist.

Irgendwo in der U-Bahn, heute

Jemand tippt auf seinem 'iPhone' herum und wippt mit den Füßen im Takt einer Musik, die er dank Kopfhörer allein genießt. Hin und wieder huscht ein Lächeln über sein Gesicht. Bei genauerem Hinsehen stelle ich fest, dass auf dem Handy gerade die Neuauflage eines Klassikers von 1990 läuft. Es ist 'The Secret of Monkey Island'. Sofort sind sie wieder da, die Erinnerungen an die Zeit vor 20 Jahren, als ich die ersten Schritte auf dem Weg zum Piraten machte. Zuhause schalte ich den Rechner ein und starte wieder einmal das Adventure, dem ich schon so viel Zeit meines Lebens geopfert habe. Ich fühle mich dabei, als ob ich nach langer Zeit wieder einen besonderen Ort besuche. Am Ende sind es aber nur ein paar Pixel, die da vor meinen Augen herumflimmern. Dazu noch in einer Auflösung, die heutzutage nur Kopfschmerzen verursachen würde. Trotzdem kommt man von dem Spiel nicht so ganz los und auch, wenn es inzwischen eine Neuauflage mit deutlich besserer Grafik, neu eingespieltem Soundtrack und englischer Sprachausgabe gibt – Die Urversion mit 16 Farben hat noch immer ihren Reiz. Nicht nur für den Autor dieser Zeilen: Auf die Frage nach dem besten Computerspiel antworten viele Spieler noch immer mit 'The Secret of Monkey Island'. Ein Grund mehr, zum 20. Jubiläum wieder einmal einen Ausflug nach Monkey Island zu starten.


geschrieben am 20.11.2010, Tobias Maack




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