Previews: The Westerner:

The Westerner - Hands On


Ein von Grund auf witziges Adventure mit einem Westernszenario als Aufhänger, garniert mit Point & Click-Steuerung und wunderbarer 3D-Grafik - Herz, was willst du mehr? Eine möglichst lange Spielzeit wenn's geht, denn 'The Westerner' konnte uns bereits beim Probespielen vor Ort bei Publisher Crimson Cow fast vollständig überzeugen und ohne das Spiel übermäßig hochloben zu wollen: Hier erwartet uns ein absolutes Top-Adventure aus Spanien.


Wir alle kennen diese Situation nur allzu gut: Da reitet man als einsamer Cowboy nichts ahnend durch den Wilden Westen und stößt auf eine recht belebte Farm, in der eine Familie gerade ihr Abendessen zu sich nehmen will. Plötzlich tauchen drei garstige Halunken aus dem Dunkel der Nacht auf und wollen den Farmbesitzer dazu zwingen, sein gesamtes Grundstück zu verkaufen. Normalerweise ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, an dem man sich ganz schnell verzieht und auf nimmer Wiedersehen verschwindet. Doch problematisch wird es dann, wenn wie aus dem Nichts ein Kaktus erscheint, der uns mit einem unsagbar sanften Stich ins Rampenlicht des Geschehens rückt und wir uns einem echten Duell stellen müssen. Natürlich ist so etwas für einen Cowboy unseres Kalibers kein großes Problem - nur: Warum soll man selbst dann auf einmal als Anführer einer Rebellion gegen einen gewissen Starek, dem geldgierigen und machtbessenen Stadtbesitzer, fungieren und dabei noch alles alleine organisieren? Und wo zum Henker sind eigentlich meine Revolver?

Money makes the World go around

Ihr merkt schon, das Leben des Fenimore Filmore ist nicht einfach. Knapp acht Jahre nach seinem Debüt in '3 Skulls of the Toltecs' kehrt er nun also auf den heimischen Rechenknecht zurück und stürzt sich direkt in ein atemberaubendes Abenteuer voller Leidenschaft, wilden Schießereien und sogar Liebe.
Um sich aber überhaupt auf den Weg machen zu können, benötigen wir erst einmal ein paar Karotten für unser Pferd Rayo. Eine Besonderheit bei 'The Westerner' ist nämlich, dass unser bevorzugtes Fortbewegungsmittel einen Energiebalken hat, der regelmäßig aufgeladen werden muss. Wollen wir zum Beispiel von der Bannister-Farm zur Schule reiten, verschwinden zwei der insgesamt fünf Balken - eine Wegstrecke kostet also eine Karotte. Dabei haben die spanischen Entwickler von Revistronic darauf geachtet, dass ihr in jeder der sieben Hauptlocations (die jeweils unzählige weitere Spielorte bieten) Nahrung für euren Unpaarhufer findet.
Eine weitere wichtige Rolle spielt in Fenimores neuem Abenteuer der überall verehrte schnöde Mammon. In zahlreichen Schubladen, Schränken und Kisten wird euch immer wieder ein grünlicher Geldschein entgegen lächeln, den ihr dann auch sogleich in eurem Inventar, das übrigens am oberen Bildschirmrand platziert ist, verstauen solltet. Mit einem prall gefüllten Portmonee dürft ihr in dem Shop in der Stadt einkaufen gehen und euch so das Spiel etwas erleichtern. 'The Westerner' erlaubt es dem Spieler nämlich beinahe alle für die Lösung des Spiels relevanten Objekte entweder auf typische Adventureart in stundenlanger Kleinstarbeit zusammenzutragen, oder mit wenigen Klicks zu kaufen.
Eine weitere Hilfestellung wird in Form von Plakaten oder Zeitungen geliefert, die überall in der Spielwelt untergebracht sein können. Wenn ihr eure Augen also immer schön offen haltet, wird euch 'The Westerner' bei Bedarf immer wieder mit kleineren Tipps auf die Sprünge helfen.

Uuuund ... Action!

Wir kennen sie alle: Action-Sequenzen und Mini-Spiele in Adventures. Bereits in frühester Vorzeit fanden einige dieser oft als designtechnische Ausrutscher angesehenen Einlagen ihren Weg in Spiele unseres Lieblingsgenres und auch bei 'The Westerner' werden eure Reaktionsfähigkeiten einige Male geprüft. Diese Sequenzen haben jedoch nur einen Anteil von ungefähr 2% am gesamten Spiel und sollte man eine von ihnen nicht auf Anhieb schaffen, wird man direkt zum Anfang der Szene zurückgesetzt. Überhaupt ist es in 'The Westerner' zu keinem Zeitpunkt möglich, dass Fenimore stirbt und der Spieler womöglich ein uraltes Savegames ausgraben muss.

Die Überschrift des vorangegangenen Absatzes ist auch ein gutes Stichwort für die grafische Darstellung des Western-Adventures. Hollywoodreife Kameraschnitte lassen ein behagliches Gefühl von echter Kinoatmosphäre aufkommen und der sehr an den Animationsfilm 'Toy Story' erinnernde Grafikstil trägt sein Übriges zu der gelungenen Gesamtdarstellung bei. Allein die Gesichter (!) der Charaktere bestehen aus bis zu 150 000 Polygonen, und die Auflösung lässt sich je nach Hardware auf mehr als 1600*1200 Pixel hochschrauben. Wir brauchen jetzt nicht weiter darauf einzugehen, wie gestochen scharf das Bild dann ist und wie wundervoll die Spielwelt aussieht, oder?

Trinkduelle

Für alle Nostalgiker unter euch haben sich die Jungs von Revistronic etwas ganz Besonderes ausgedacht: Wie in den großen 'Monkey Island'-Spielen liefert sich Fenimore im Laufe des Spiels Beleidigungsduelle mit zahlreichen anderen Charakteren. Diese Beleidigungen müssen sich selbstverständlich reimen - denn tun sie das nicht, ist die Runde verloren und unser Cowboy spuckt im wahrsten Sinne des Wortes Feuer. Als erstes Magazin weltweit können wir euch an dieser Stelle Bilder dieses Wettbewerbs präsentieren:

 

Der Beweis: Point & Click in 3D funktioniert

Etwas Skepsis ist ja immer angebracht, wenn irgendein Entwickler irgendwo auf der Welt die nächste große Innovation für sein Spiel ankündigt. Bei 'The Westerner' ist diese Innovation das gewohnte Point & Click-Interface in einer komplett dreidimensionalen Spielwelt. Und nach mehr als fünf Stunden des Anspielens bleibt festzuhalten: Revistronic und Crimson Cow haben zu keiner Zeit zu viel versprochen, die Steuerung funktioniert bereits nach wenigen Minuten absolut tadellos und geht sofort in Fleisch und Blut über.
Umschauen kann man sich, in dem die Maus an einen der Bildschirmränder geführt wird. Die Kamera schwingt dann automatisch mit, während Fenimore selbst den Cursor auch stets im Blick behält. Die Interaktionsmöglichkeiten mit den Objekten in der Umgebung lassen sich durch einen Klick auf die rechte Maustaste bequem durchschalten, mit der rechten Maustaste führt man dann die betreffende Aktion durch. Alle verwendbaren Gegenstände sind durch einen Hotspot gekennzeichnet, der in der von uns gespielten Previewversion stellenweise noch recht klein ausgefallen war. Dies soll für die deutsche Version jedoch noch verbessert werden, so dass uns ein Pixelhunting in 3D erspart bleiben wird.
Etwas unkonventionell sind auch die gänzlich fehlenden Kommentare unseres Titelhelden. Wir können zwar jedes Objekt problemlos betrachten, jedoch schaltet die Kamera dafür lediglich in die 1st Person-Ansich und Fenimore bleibt stumm. Anfangs mag das ungewohnt sein, mit fortschreitendem Spielverlauf hat man sich allerdings daran gewöhnt, trotzdem wird man sich manchmal wohl doch noch vorstellen, was unser Cowboy denn zu diesem oder jenem Gegenstand sagen würde.

Spieglein, Spieglein an der Wand...

Wo wir gerade beim Thema Verbesserungen sind: Speziell für die deutsche Version des Westerners hat Crimson Cow etliche neue Grafik- und Soundfeatures bei den spanischen Entwicklern in Auftrag gegeben. Bei der voraussichtlich im März hierzulande erscheinenden Ausgabe des Adventures soll das Spielerherz unter anderem mit zahlreichen Spiegeleffekten, einer deutlich belebteren Umgebung in Form von umherfliegenden Blättern, Schmetterlingen oder anderem Getier und einem komplett neuen, pompöseren Soundtrack erfreut werden. Ferner sollen noch die knapp 300 Bugs, die in der spanischen Fassung von 'The Westerner' ziemlich stark den Spielspaß trübten, allesamt ausgemerzt werden.

(Anmerkung: Alle in diesem Artikel verwendeten Screenshots findet ihr hier noch einmal in einer hochauflösenden Version!)


Galerien

Fazit:

Wertung: Sehr gut

Allen Unkenrufen zum Trotz erbringt 'The Westerner' den ultimativen Beweis, dass 3D nicht immer gleichbedeutend mit "direkter Steuerung" sein muss. Das Spiel machte bereits ohne deutsche Sprachausgabe - noch in dieser Woche soll's übrigens ins Tonstudio gehen - mächtig Spaß und wenn die versprochenen Verbesserungen ordentlich umgesetzt werden, dann spricht eigentlich überhaupt Nichts mehr dagegen, dass Fenimore Filmores neuestes Abenteuer in Deutschland ein ähnlich großer Erfolg wie im spanischen Heimatland wird.

geschrieben am 28.08.03, Matthias Holz

Systemanforderungen Weitere Links
Win 98/ME/2000/XP
CPU mit 733 Mhz
128 MB Ram
3D-Grafikkarte mit 32 MB Ram
Soundkarte
DirectX 9.0
Offizielle Homepage
Trailer im Adventure Corner Videoplayer


Spiel kaufen

Bei Amazon kaufen (Affiliate Link)
Ähnliche Spiele

Dieses Preview gehört zu  The Westerner.




+1 Gefällt mir
Kommentare 0

Als Gast kommentieren

Benutzername
Zeichenkombination eingeben: 5e3822


Anmelden

Name
Passwort

[ Registrieren | Passwort vergessen? ]
 







PCGamesDatabase.de Tayrint-Lets Play Adventures-Kompakt Adventuresunlimited.de Tentakelvilla.de All-Inkl Serverhosting

Der Adventure Corner Award
 Newsfeeds!  Twitter!  Become a fan!