Previews: Undercover - Operation Wintersonne:

Undercover - Operation Wintersonne


Knapp einen Monat vor dem Release von Sproings 'Undercover - Operation Wintersonne' hatten wir Gelegenheit, eine Preview-Version des Spiels genauer unter die Lupe zu nehmen. In dem Spiel übernehmt ihr die Rolle von Dr. John Russell, der in der Spätphase des Zweiten Weltkriegs für den britischen Geheimdienst MI6 als Spion nach Deutschland reisen muss, um zu überprüfen, ob die Deutschen wirklich soweit wie befürchtet mit ihrer Uranbombe sind.
Zweiter Weltkrieg: Neuland für Adventures?




Wenn es um das Thema Zweiter Weltkrieg geht, werden wohl einige dazu geneigt sein zu sagen: Nicht schon wieder! Doch so ausgelutscht, wie das Thema auf den ersten Blick scheint, ist es nicht. Das entgegneten auch stets Publisher ANACONDA und Hersteller Sproing, wenn sie darauf angesprochen wurden: In Adventures blieb das Thema bisher relativ unberührt. Spontan fallen da nur zwei größere Titel ins Auge: 'Nibiru', das allerdings nur Bezug auf die Zeit nimmt und natürlich die 'Indiana Jones'-Reihe.

Story

Dr. John Russell, der spielbare Charakter und zugleich Doktor der Physik, wird vom MI6 eingeladen und mit Plänen einer deutschen Atombombe, Uranbombe genannt, konfrontiert, um ihre Echtheit zu bestätigen. Als er die Authenzität zumindest der Pläne bescheinigen kann, wird er an der Seite eines Geheimagenten in der 'Operation Wintersonne' nach Deutschland geschickt, um im Kaiser-Wilhelm-Institut, dem damals federführenden Physikinstitut im Dritten Reich, weitere Hinweise zu suchen. Und wie das nun mal so ist, wird es natürlich nicht bei dieser schnell erledigten Aufgabe bleiben. Als Russell feststellt, dass die Deutschen bereits weiter sind als befürchtet, muss er die Nachforschungen intensivieren bis ihm schließlich sogar ein deutscher General in die Quere kommt, der eigene Pläne mit der Bombe hat...

Die Story macht einen sehr realistischen Eindruck; so sind zum Beispiel die meisten Fakten und Institutionen auf authentische Ebenbilder der damaligen Zeit zurückzuführen. Sowohl das Kaiser-Wilhelm-Institut (heute Max-Planck-Institut) als auch die Produktionsstätte in Haigerloch haben in dieser, oder zumindest einer ähnlichen, Form existiert. Jedoch wird die Planung einer deutschen Atombombe laut offizieller Geschichtsschreibung bestritten. Die Theorien gehen hier aber weit auseinander, von nicht geplant bis sogar erfolgreichen Bombentests über der Halbinsel Bug oder einem Truppenübungsplatz in Thüringen.

Steuerung

Zur Steuerung gibt es nicht viel zu sagen: Mit der linken Maustaste kann man ein Objekt näher betrachten, mit der rechten kann man es aufnehmen oder benutzen. Benutzt man die entsprechende Taste als Doppelklick, rennt Dr. Russell, anstatt normal zu gehen, was vor allem hektischen Zeitgenossen gefallen dürfte.

Grafischer Leckerbissen

Das Spiel präsentiert sich als bekannte Mischung aus 3D-Objekten und 2D-Hintergründen. Die Kombination beider Techniken und Dimensionen wurde hier aber besonders geschickt vollführt. Schatten der 3D-Figuren fallen perfekt und richtig, Objekte sind so gut eingearbeitet in die Grafik, dass sie kaum bis gar nicht auffallen, was allerdings auch zu unschönen Nebeneffekten wie Pixel-Hunting, also dem gezwungen Absuchen des ganzen Bildschirms mit der Maus, nur um ein Objekt zu finden, führt. Die Personen an sich sehen ebenfalls sehr realistisch aus und die Hintergründe sind äußerst detailreich und liebevoll gestaltet. In Anbetracht der verhältnismäßig sehr kurzen Entwicklungszeit ist das sehr erstaunlich und sehr lobenswert. Dabei muss man auch noch beachten, dass wir keine finale Version zu Gesicht bekommen haben und laut ANACONDA einige Dinge, auch grafisch, noch überarbeitet werden: So sollen noch Rauch-, Staub- und Lichteffekte und einige Animationen die Hintergründe lebendiger gestaltet werden. Ebenso wird noch an einigen der bisher zum Großteil schon sehr gelungenen Animationen beim Aufnehmen und Bearbeiten von Gegenständen verbessert. Hier sah man in der Preview noch ein paar überhaupt nicht oder falsch eingefügte Animationen. Auch ohne diese Änderungen macht die Grafik schon einen sehr hochwertigen Eindruck, es ist also zu hoffen, dass sie dadurch noch einen Tick besser wird.

Ohrenschmaus

Auch die Audio-Abteilung hat einen guten Job gemacht. Im Spiel selbst wird man von dauerhafter Hintergrundmusik beschallt, die je nach Location gewechselt wird. Diese macht durchweg einen sehr guten Eindruck und auch die Synchronsprecher bewegen sich auf dem gewohnt hohen ANACONDA-Niveau.

Weg vom Trend

'Undercover' bewegt sich weg vom aktuellen Trend auf dem Adventure-Markt: Spiele sollen vor allem Storys erzählen, die Rätsel rücken dabei etwas mehr in den Hintergrund, bzw. beschränken sich oft auf eine Location, damit man sich nicht auf mehr als zwei bis drei Aufgaben - bzw. Rätsel - gleichzeitig konzentrieren muss. Das ist in 'Undercover' nicht der Fall, wodurch wir es mit einem richtigen knackig schwierigen Spiel zu tun haben. Viele Locations sind gleichzeitig besuchbar, oftmals weiß man nicht genau, in welche Richtung man jetzt zuerst forschen soll und wenn man, was durch teilweise extremes Pixel-Hunting durchaus vorkommen kann, einen Gegenstand nicht eingesackt hat, sitzt man unter Umständen recht lange auf dem Trockenen und kommt nicht weiter. Und selbst wenn man alle Gegenstände gefunden hat, gilt es noch sie richtig anzuwenden, denn meist hat man das Inventar prall gefüllt mit Objekten, so dass einfaches Durchprobieren der Gegenstände, von manchen Zeitgenossen ja in der Verzweiflung oftmals ausprobiert, zu einem zeitaufwendigen Akt wird.
Dem Spiel hätte hier eventuell eine ähnliche Funktion wie in 'Geheimakte Tunguska' gut getan, wo man sich auf Tastendruck alle Objekte einer Location anzeigen kann.


Galerien

Fazit:

Wertung: Sehr gut

Mit 'Undercover: Operation Wintersonne' erwartet uns ein richtiger Knaller, der vor allem versierte Adventure-Herzen ansprechen dürfte. Anfänger werden durch den relativ hohen Schwierigkeitsgrad eventuell leicht abgeschreckt und gerade das Pixel-Hunting dürfte einige zart besaitete Seelen zur Weißglut bringen. Die Story macht einen vernünftigen Eindruck, ebenso Grafik und Sound. Somit hat 'Undercover' alles, was ein anspruchsvoller Adventure-Spieler erwartet.

geschrieben am 01.09.06, Moritz Kollmann

Systemanforderungen Weitere Links
Windows 98 SE, ME, 2000, XP
Athlon/Pentium 1 GHz
256 MB RAM
Grafikkarte mit DX9 Unterstützung und min. 64 MB RAM
DirectX9c
DVD-Rom Laufwerk
DirectSound kompatible Soundkarte
Offizielle Homepage
Trailer im Adventure Corner Videoplayer


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Dieses Preview gehört zu  Undercover.




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