Previews: The Walking Dead: Michonne:

The Walking Dead - Michonne: Episode 1 In Too Deep


Telltale Games hat in letzter Zeit einiges an Kritik einstecken müssen. So war 'Minecraft: Story Mode' umstritten und 'Game of Thrones' eines der schwächsten Abenteuer des Studios bis jetzt. Gleichzeitig wurden die Rufe nach mehr Interaktion lauter. Hier kommt 'The Walking Dead: Michonne' gerade recht. Die beiden Zombie-Staffeln sind bis jetzt die erfolgreichsten Telltale Spiele und kamen bei Spieler und Presse ziemlich gut an. Trotzdem waren sie mit wenig Interaktivität ausgestattet. 

Michonne ist in den Comics und in der TV-Serie einer der beliebtesten Charaktere und auch bekannt für ihre Action-Einlagen mit dem Katana. Das könnte die Möglichkeit sein, mehr Spiel und weniger selbstlaufende Sequenzen einzubauen. Gleichzeitig handelt es sich nur um ein Intermezzo, denn es geht um jene Zeit, wo Michonne kurz aus den Comics verschwindet, nur um später wiederaufzutauchen. Nehmen wir das Ganze unter die Lupe.

 


Eine Schifffahrt, die ist lustig

{Beschreibung der Grafik}

Es gibt auch schöne Momente in der Apokalypse

Michonne erinnert sich an zwei Kinder. In ihren Gedanken vermischen sich Realität und Wahn ineinander. Sie tötet Streuner (Anm. Zombies bei 'The Walking Dead') im Wald und immer wieder taucht das Bild eines Hauses auf. Im Haus schwingt sie ihr Markenzeichen – das Katana. Im Wald eine Machete. Schlussendlich ist sie umzingelt von Streunern. Mit gekonnten Hieben erledigt sie alle, aber die Anstrengungen zeichnen sie schwer. Blutüberströmt hört sie dumpf noch jemanden rufen. Dann wird alles schwarz.

 


Sie wacht auf einem kleinen Segelboot auf. Alles war also nur ein Traum. Der Kapitän Pete kennt ihre Albträume bereits und sorgt sich um sie. Die kurze düstere Note wird plötzlich unterbrochen, denn aus dem Funkgerät hört man eine verrauschte weibliche Stimme. Nach kleinen Feinjustierungen ist es gewiss – an einem unbekannten Ort namens Mobjack sucht die Dame nach Hilfe. Vielleicht verbirgt sich dahinter auch eine ganze Gruppe. Wir wissen es nicht. Unverhofft kracht es plötzlich und das Boot steht still. Irgendetwas hält das Schiff auf. Nur was?

Unglaublich! Interaktion!

{Beschreibung der Grafik}

Nicht nur die Quicktime-Elemente wurden verbessert

Gleich zu Beginn können wir die etwas überarbeiteten Quicktime-Elemente austesten. Groß und farbig werden die entsprechenden Tasten mitten im Geschehen eingeblendet. Es erinnert ein wenig an einen der Väter der Quicktime-Elemente: 'God of War'. Sie wissen auf jeden Fall zu gefallen und prompt drückte ich auch die entsprechenden Tasten. Ein blutiger Schmierfleck auf der Taste bestätigt mir die richtige Eingabe und Michonne setzt ihre Machete gekonnt ein. So beeinträchtigen die großen bunten Buttons zwar die Immersion, aber sie passen sehr gut ins grafische Bild und motivieren mehr, als sie stören. Nur 15 Minuten nach Beginn des Spiels können wir uns auch explorativ bewegen. Wie üblich mit WASD und der Maus als Interaktions-Zeiger. Gleich funktioniert es mit dem linken Analogstick zur Bewegung dem rechten zum Umsehen. Das Herausragende dabei ist nicht, dass es schon nach 15 Minuten eine frei begehbare Szene gibt, sondern mehrfach in der einen Episode vorkommt. So gibt es in 'In Too Deep' fast schon mehr Interaktion, als in der gesamten 'Game of Thrones' Staffel – sieht man von den unzähligen Quicktime-Effekten ab. Diese sind zwar vom Timing nicht schwerer geworden, dafür kann man jetzt an deutlich mehr Stellen wirklich sterben, wenn man etwas falsch macht. Ein willkommenes Novum. Hervorragend ist wiederum die Musik, die die Stimmung wunderbar einfängt. Nach ungefähr zwei Stunden ist die Episode zwar zu Ende, aber spielerisch bietet sie für Telltale sehr viel. Hut ab, da hat jemand die Kritik wahrgenommen und direkt umgesetzt.

Michonne als Zugpferd

{Beschreibung der Grafik}

Außen hart, innen aber ein weicher Kern

Neuigkeiten bietet das neue Intermezzo von 'The Walking Dead' natürlich ziemlich wenig. Es fällt nur auf, dass die Grafik-Engine mit dieser Thematik deutlich besser funktioniert, als beispielsweise mit 'Game of Thrones'. Gleichzeitig beweisen sie aber, dass Adventures auch stark von den Charakteren abhängen. Michonne ist hier ein wahrer Publikumsmagnet. Zurecht, denn sie ist eigentlich eine von »den Guten«, hat aber so viel in der Zombie-Apokalypse erlebt, dass sie teilweise abgestumpft und blutrünstig wird. Tief im Inneren brodelt es aber. Dieser interne Konflikt erzeugt viel Spannung im Spiel. Man weiß insgeheim, dass sie überlebt und nach den drei Episoden wieder zu ihrer Gruppe stößt. Nichtsdestotrotz will man wissen wie, und vor allem kann man mit ihr dem Spiel jene Färbung geben, die einem gefällt. Ist sie die schroffe Einzelgängerin oder die Verständnisvolle, die ihre Begleiter aufmuntert. Die Entscheidungen sind zwar, wie üblich, nicht ausschlaggebend, was in der Geschichte passiert, gleichzeitig kann man sich aber besser in die Rolle hineinversetzen. Blickt man auf die letzten beiden Staffeln zurück, waren mit Lee und Clementine auch starke Charaktere das Zugpferd. Michonne kann dies gleich mit der ersten Episode perfekt erweitern. Man ist gespannt, wohin das führt, auch wenn man (leider) schon weiß, was ungefähr die Endkonsequenz für Michonne sein wird. 


Galerien

Fazit:

Wertung: Gut

Telltale hat es den Fans in letzter Zeit nicht leicht gemacht. Zwar gab es mit ‘Tales from the Borderlands‘ ein gutes Episodenspiel, gleichzeitig zertrümmerte ‘Game of Thrones‘ jegliche Erwartungen. So blickte ich doch ängstlich ‘The Walking Dead – Michonne‘ entgegen. Dass es dann wieder ein souveräner Auftritt in Form der ersten beiden Staffeln wurde, war schon eine kleine Überraschung. Grafik, Bedienung und Atmosphäre passen wieder wie Zahnräder eines präzisen Uhrwerks ineinander. Dann konnte ich erstmals auch mehr als nur kurze Zeit Michonne selbst steuern und etwas erkunden. Es ist, als hätte Telltale doch die viele Kritik notiert und sich zu Herzen genommen. Dabei haben sie natürlich das Glück bzw. das Händchen, dass sie auf Michonne zurückgreifen können. Sie zählt nicht zu Unrecht zu den beliebtesten Charakteren der Comics und der TV-Serie. Leider handelt es sich aber nicht nur um ein Intermezzo zwischen der zweiten und der dritten Staffel der Spiele, aber auch um ein Intermezzo in der Geschichte. Man weiß, dass sie vorher Teil der Gruppe rund um Serien-Ikone Rick Grimes ist und man weiß, dass sie zurückkehrt. Das nimmt etwas die Spannung und die Sorge und man mag etwas leichtsinniger agieren. Trotzdem reicht die Charakterstärke aus, um mitzufiebern und sich auf den nächsten Teil zu freuen.

geschrieben am 27.02.16, Peter Färberböck

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Dieses Preview gehört zu  The Walking Dead: Michonne.




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