Reviews: The Hardy Boys - The Hidden Theft:

The Hardy Boys – The Hidden Theft


JoWood brachte 2008 das Computerspiel 'The Hardy Boys – The Hidden Theft' auf den Markt. Das Spiel lehnt sich an eine sehr erfolgreiche Jugendromanserie an, die 'Hardy Boys', die in Deutschland allerdings nie einen solchen Bekanntheitsgrad erreichte wie in den USA. Hauptfiguren sind die Geschwister Frank und Joe Hardy, zwei engagierte, junge Detektive. Das Konzept ist am ehesten mit den „Drei Fragezeichen“ vergleichbar und wird daher sicher auch den ein oder anderen Liebhaber finden. Ob sich der Kauf für den Rest lohnt, verraten wir in dieser Review.


Inhalt

Nicht schlecht, Frau Specht: das Spencer-Herrenhaus. Die ' Hardy Boys ' ermitteln hier in einem Diebesfall.

Frank und Joe Hardy sind keine X-beliebigen Teenager, denn die Zwei sind für ihren Spürsinn bekannt. Nicht umsonst gehören sie einer Spezialeinheit an, der ATAK (American-Teen-Anti-Kriminalitätseinheit). Was etwas nach James Bond klingt, kommt im Spiel 'The Hidden Theft' jedoch ohne Explosionen oder viel Gewalt aus. Die 'Hardy Boys' bekommen von der ATAK den Auftrag, sich im Spencer-Herrenhaus umzusehen. Dort wurde eingebrochen und aus einem unzerstörbaren Safe Inhaberobligationen im Wert von 200 Millionen Dollar gestohlen. Frank und Joe sollen helfen, die Sache aufzuklären (die Schreiberin dieser Zeilen sieht einfach mal darüber hinweg, dass zwei Teenager alleine den Raub des Jahrhunderts aufdecken sollen). Der Verdacht liegt jedenfalls nahe, dass jemand, der die Kombination kannte, den Diebstahl begangen hat. Und schon geht es los mit den Ermittlungen für die 'Hardy Boys'.

Gameplay

Die Welt der PC-Spiele hat schon bessere Inventare gesehen.

Die zwei Spürnasen werden per Mausklick gesteuert. Bei Gebietsübergängen verwandelt sich der Cursor in zwei kleine Fußsohlen. Kann man ein Objekt benutzen oder manipulieren, nimmt der Cursor die Gestalt von zwei Zahnrädern an, die rotieren. Jede weitere ausführbare Aktion wird auf ähnliche Weise angezeigt (z. B. ein Auge-Icon, um etwas zu untersuchen oder ein Mund-Icon, um eine Unterhaltung zu beginnen).
In der rechten, oberen Ecke des Bildschirms befindet sich die Taskleiste, die bei Berührung mit der Maus ausgeklappt wird. Hier lassen sich Menü, Inventar, Karte und Handy aufrufen. Letzteres enthält neben einem Telefonverzeichnis auch ein Tagebuch und ein Questlog. Ferner ist es möglich, über einen entsprechenden Button Frank und Joe einzeln zu steuern, was allerdings ganze zwei Mal im Spiel erforderlich ist. Das Interface ist zum größten Teil übersichtlich gestaltet und auch leicht zu bedienen. Minuspunkte gibt es allerdings fürs Inventar. Dinge, die hier abgelegt werden, aber später für die Lösung des Spiels uninteressant sind, bleiben die ganze Zeit über im Inventar erhalten. Frank und Joe machen ihrer Mutter z. B. Arme Ritter zum Frühstück. Beim Showdown des Spiels schleppen sie immer noch Milch, Eier und Orangensaft mit sich herum. Schnell schon wird das Inventar unübersichtlich. Oft bemerkt man neu hinzugekommene Objekte nicht mal, zumal diese nicht immer am Ende des Inventars abgelegt werden, sondern auch schon mal mittendrin. Das hätte man besser hinbekommen können.

Grafik und Musik

Im Theater spielt eine andere Musik.

Es gibt eine ganze Reihe von Spielen mit schön gezeichneten 2-D-Hintergründen, vor denen animierte Figuren ihre Abenteuer bestreiten. 'The Hardy Boys – The Hidden Theft' gehört ganz sicher nicht dazu. Die Grafik entspricht in keinster Weise dem heutigen Standard. Bei Hintergründen hat man gemacht, was nötig war und kein bisschen mehr. Die Animationen sind unausgegoren und kantig. Bewegungen verlaufen viel zu abrupt. Durch einen Doppelklick kann der Spieler Wege abkürzen, indem diese einfach übersprungen werden. Leider funktioniert das auch nicht immer. Die Auflösung kann nicht angepasst werden. Auch musikalisch wäre bestimmt noch mehr drin gewesen. Da meistens dieselbe, alte Platte gespielt wird, gibt es hier nur wenig Abwechslung. Die beiden Hauptrollen wurden zum Glück mit passenden Sprechern besetzt, die ihre Sache auch sehr gut machen. Die Nebenrollen klingen jedoch nicht immer so gut.

Rätsel

Die Rätsel sind fordernd, aber nicht überfordernd.

Bei den Rätseln legt das Spiel richtig los. Schade, dass man so nicht auch in puncto Grafik oder Musik vorgegangen ist. Um den Dieb zu ermitteln, muss der Spieler schon mal seine grauen Zellen etwas anstrengen. Mit logischem Denken und der Bereitschaft, auch mal ungewöhnlichere Lösungswege zu beschreiten, kommt man hier ein gutes Stück weiter. Mal ein Beispiel: Frank und Joe sitzen zu Beginn des Spiels erst mal zu Hause fest. Die Mutter hegt den Verdacht, dass die beiden Sprösslinge etwas ausgefressen haben. Daher dürfen die Jungs das Zimmer nicht verlassen, ehe der Vater nach Hause kommt. Paps weiß allerdings Bescheid, dass seine Söhne zur ATAK gehören, ganz im Gegensatz zur Mutter. Daher gilt es, den Vater schnellstens anzurufen, damit Frank und Joe aus dem Haus kommen. Dumm ist nur, dass die Handys im Motorrad in der Garage liegen. Abwechselnd kann der Spieler nun Frank und Joe steuern. Joe klettert durch ein offenes Fenster nach draußen und spielt dann Klingelmännchen an der Haustür. Als die Mutter nachsehen geht, schleicht sich Frank die Treppe hinab, um die Motorradschlüssel von der Kommode zu stehlen. Diese wirft er dann Joe durchs Fenster zu. Joe kann so das Handy an sich bringen, doch der Akku ist leer. Damit Frank das Handy im Zimmer aufladen kann, klettert Joe nicht einfach wieder denselben Weg rauf, den er nach unten genommen hat, sondern Frank schickt ihm den Papageien 'Playback'. Joe bindet das Handy an den Papageien und sendet ihn wieder nach oben, wo Frank das Gerät sicher in Empfang nehmen und an die Ladestation anschließen kann. Kurz darauf erreicht er auch den Vater und die Sache ist geritzt: Nach einer kurzen Ausrede ist die Mutter davon überzeugt, dass die Kinder ihrem Vater im Gartencenter helfen müssen, und lässt die beiden ziehen.
Ganz selten müssen Objekte im Inventar kombiniert werden. Häufiger kommen Knobelaufgaben oder Puzzles vor. Die Menge ist hier genau richtig. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Rätsel nett und herausfordernd sind. Das Spiel für ist zwar für Kinder ab 6 Jahren freigegeben, doch ist es fraglich, ob bereits so junge Semester die Rätsel selbstständig lösen können. Etwas ältere Kinder werden aber vermutlich Spaß an den Aufgaben haben.


Galerien

Fazit:

Wertung: 55%

'The Hardy Boys – The Hidden Theft' ist ein Spiel, das insbesonders durch Story und Rätseldesign punkten kann. Als Zielgruppe kommen ältere Kinder und Jugendliche in Frage. Wer wollte nicht schon mal der Polizei zeigen, was Sache ist und einen Kriminalfall selbstständig lösen?
Obwohl man sich in diesen Punkten anscheinend Mühe gegeben hat, wurden andere Aspekte des Spiels vernachlässigt. Zu diesen zählen Grafik, Musik und Aufbau des Inventars. Auch die Möglichkeit, im Spiel zwei Figuren unabhängig voneinander zu steuern, wurde weitgehend verschenkt. Erfahrene Spieler werden außerdem kaum mehr als zehn Stunden zur Lösung des Spiels benötigen. Damit ist 'The Hardy Boys' recht kurz ausgefallen. Auch darüber, dass auf dem Cover des Spiels in großen Buchstaben 'Special Guest – Nancy Drew' prangt, kann man sich nur wundern, denn im Spiel tritt Nancy nie in Erscheinung. Nur telefonisch kann man mit ihr kommunizieren. Last but not least trüben lange Ladezeiten ein wenig den Spielfluss. Abschließend kann man daher sagen, dass 'The Hardy Boys' für Spieler interessant ist, die die Reihe entweder kennen und mögen oder die Spaß an Detektivspielen haben. Das Spiel bietet gute Ansätze, verschenkt aber auch viel Potenzial. Wer sich also nicht zu den Hobby-Detektiven zählt, sollte lieber die Finger von diesem Spiel lassen.

geschrieben am 05.03.09, Maren Keitel

Systemanforderungen Weitere Links
Windows 2000/XP/Vista
CPU: 1,4 GHz Pentium 3 Prozessor
RAM: 256 MB
Speicherplatz: 2 GB freier Speicherplatz
Grafikkarte: 64 MB DirectX-9-kompatibel
Sound: 16-Bit DirectX-kompatibel
DVD-Rom: 16X
Maus, Tastatur und Lautsprecher
Trailer im Adventure Corner Videoplayer


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Dieses Review gehört zu  The Hardy Boys.




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