Reviews: Das Mysterium von Zelenhgorm:

Das Mysterium von Zelenhgorm Episode 1


Bereits seit Sommer 2003 steht das ehrgeizige Adventure-Projekt 'Das Mysterium von Zelenhgorm' in den Läden. Angelegt als erster Teil einer Trilogie entführt euch 'Zelenhgorm' in eine mystische Welt und schickt euch mit Hauptcharakter Arrik Vaheir auf eine Reise ins Unbekannte.


Nach einer Nacht voller wirrer Träume erwacht Arrik Vaheir, Mitglied des Stammes der Deyrec und Einwohner des kleinen Fischerdörfchens Seneva, um in seinem Garten ein riesiges, fremdartig aussehendes Schiff vorzufinden. Da die Deyrec keine großen Schiffe bauen und nicht weiter reisen als zu den Reisfeldern am gegenüberliegenden Ufer, ist die Aufregung groß und ein Schuldiger für dieses unheilvolle Omen ist schnell gefunden. Als Linkshänder eh als "Befleckter" bezeichnet und stets schräg angeguckt, geben die Ortsbewohner Arrik die Schuld an dem Vorfall. Davon lässt sich dieser jedoch nicht behelligen und begibt sich auf die Suche nach der Antwort auf die alles entscheidende Frage: Woher kommt das rätselhafte Gefährt in seinem Garten?

Rätsel und Co.

Zelenhgorm ist ein First-Person Adventure und erster von drei Teilen, die den Protagonisten Arrik durch die sagenhafte Welt Zelenhgorms führen werden. Im ersten Teil bekommt man von dieser großen Welt nur Arriks Heimatstädtchen und dessen Einwohner zu sehen, gespielt von professionellen Schauspielern, die zum Großteil allerdings eher Statistenrollen in bekannteren Filmen übernahmen. So steht man also gleich zu Beginn ziemlich ahnungslos in Arriks Haus, ins kalte Wasser geschmissen, herauszufinden, worum es denn nun eigentlich geht. Im Laufe des sehr kurzen Spiels hat man nun das ein oder andere Rätsel zu lösen, um dem Mysterium auf die Spur zu kommen. Hauptsächlich beschäftigt man sich jedoch damit, Perlen zu sammeln, die gängigen Zahlungsmittel in Seneva, und ziemlich wahllos alle möglichen Dinge einzukaufen. Die wenigen, andersartigen Rätsel sind allerdings, dank der taktisch geschickt überall in Seneva herumliegenden Gegenstände, entweder so offensichtlich, dass sie sich beinahe von alleine lösen, oder so zusammenhangslos und aus der Luft gegriffen, dass sie nur durch wildes Herumprobieren lösbar sind. Auch sind Gegenstände teilweise einfach nicht als solche zu erkennen, da der spielbare Charakter sich nicht die Mühe gibt, diese zu beschreiben und sie so nur optisch als solches zu erkennen sind. Hilfe bietet einem Arriks Notizbuch, allerdings scheint die künstlerische Begabung bei ihm irgendwo in der Familie auf der Strecke geblieben zu sein, denn größtenteils kann man nur raten, was er mit diesem oder jenem wilden Strichsalat zum Ausdruck bringen wollte. Die anderen Charaktere sind einem auch nicht wirklich nütze, eine falsche Antwort oder Frage ausgewählt und schon darf man eine lange Nacht am Pranger verbringen oder einen in einen ziemlich unfairen Kampf über sich ergehen lassen. Ein ordentliches Maß an Geduld kann auf jeden Fall nicht schaden, wenn man sich denn daran macht das Geheimnis von Zelenhgorm zu lösen. Allerdings nicht zuviel, denn sterben kann man auch wenn man z.B. mitten im fröhlichen Perlentauchen vergisst, wieder aufzutauchen, um Luft zu holen.

Arg zusammengewürfelte Grafik

Auch grafisch bietet Zelenhgorm, trotz der eingearbeiteten Schauspieler oder vielleicht gerade deretwegen, einige Angriffsfläche für Kritik. Denn die real aufgenommenen Menschen wirken in der 3D Umgebung irgendwie fehl am Platze. Die Bewegungen des Gegenüber wirken allerdings, steht man ihnen kurz tatenlos gegenüber, als haben sie eine Zwangsneurose einen Bewegungsablauf in einer Endlosschleife ununterbrochen zu wiederholen. Auch das Zusammenspiel aus hübschen, wenn auch bewegungslosen 3D-Hintergründen, gehalten in einem sehr kindlichen, beinahe comichaften Stil und den realen Schauspielern will einfach nicht funktionieren. Weiterhin bewegt sich in dem von der nordischen Mythologie angehauchten Dörfchen kein Blatt, das Wasser, mittlerweile Standard in jedem anderen Genre, weist keinerlei Animation auf und auch unter Wasser ist alles totenstarr. Krassen Gegensatz dazu bieten allerdings die Kamerafahrten wenn sich der Charakter von einem Bild zum nächsten begibt, denn die rasanten Schwenke wirken selbst auf einen stabilen Magen teilweise übelkeiterregend. Zusätzlich wirkt die Umgebung, besonders innerhalb des Dorfes, gleichermaßen kalt wie eintönig. Eine Ecke sieht absolut genauso aus wie die nächste, was einem teilweise auch zum Verhängnis werden kann.

The Sound of Silence

In Bezug auf den Soundtrack haben die Entwickler von 'Zelenhgorm' scheinbar sparen wollen, denn obwohl er so klingt, als käme er aus einem Hollywood-Streifen, ist er ziemlich spartanisch ausgefallen und nur an wenigen Stellen bekommt man überhaupt etwas davon zu hören. Die Sprachausgabe ist Englisch geblieben, jedoch mit Deutschen Untertiteln versehen worden, und ist im allgemeinen recht ordentlich, auch wenn dem geübten Ohr sofort auffällt, dass Englisch nicht die Muttersprache der Schauspieler ist. Allein beim Abmischen sind teilweise grobe Mängel festzustellen, denn teilweise sind Hintergrundgespräche im Flüsterton so laut, dass man von dem eigentlichen Gespräch nichts mehr mitbekommt.

Steuerung und Lokalisation

An der Steuerung gibt es eigentlich nichts zu meckern, das einfache Point& Click Interface geht schnell in Fleisch und Blut über und ermöglicht einen flüssigen Spielablauf. Im Grunde lassen sich alle Aktionen mit der linken Maustaste ausführen, während die rechte Maustaste das Inventar öffnet, in welches alle aufgesammelten Gegenstände automatisch wandern. Im sogenannten Kampfmodus, den man allerdings mit ein wenig Überlegung vermeiden kann, wechselt die Perspektive in die 3rd-Person-Perspektive und mit der linken Maustaste schlägt man zu, mit der rechten blockt man ab.
Nervig sind allerdings die CD-Wechsel, die einem an jeder Ecke passieren können. Ist man also einmal versehentlich falsch abgebogen, was leicht passiert, muss man erst einmal zwei CD-Wechsel über sich ergehen lassen, bis man wieder dort ankommt wo man losgegangen ist. Dies dürfte nicht nur Besitzern von etwas älteren PCs übel aufstoßen. Auch hat man keine Möglichkeit, Cut-Scenes, etwa wenn man mal wieder versehentlich eine Nacht am Pranger verbringen muss, abzubrechen. Was ebenfalls nicht unbedingt positiv auffällt ist die etwas spärliche Lokalisation: kann man noch darüber hinwegsehen, dass das mitgelieferte Handbuch dreisprachig und ein wenig unübersichtlich ist, so fragt man sich doch, was zu solchen schlampigen Fehlern wie z.B. "einen lehren Platz" bei den Speicherplätzen geführt hat.


Galerien

Fazit:

Wertung: 52%

Insgesamt betrachtet, überwiegen bei "Das Mysterium von Zelenhgorm" deutlich die Schwächen. Von der eigentlichen Story bekommt man bis kurz vor Ende des Spiels so gut wie gar nichts mit und das wenige, was entscheidend ist, bekommt man von Arriks Großmutter erzählt. So kommt leider nur wenig von der vom Setting und Thema eigentlich gelungenen Atmosphäre auf und allein das Ende gibt einen kurzem Einblick in die scheinbar doch komplexe, an die nordische Mythologie erinnernde, Hintergrundstory. Auch die spartanisch angesiedelten Rätsel und die extrem kurze Spieldauer (max. vier Stunden) reichen einfach nicht aus, machen allerdings gewissermaßen neugierig auf das, was von der Trilogie noch kommen wird. Wer First-Person- oder FMV-Adventures mag, sich mit kniffeligen Rätseln nicht großartig aufhalten will und sich für nordische Volkssagen begeistern kann, sollte jedoch ruhig mal einen Blick auf das 'Mysterium von Zelenhgorm' werfen.

geschrieben am 21.12.03, Ulrika Tegtmeier

Systemanforderungen Weitere Links
Win 98/2000/ME/XP
CPU mit 266 Mhz
64 MB Ram
3D-Grafikkarte mit 8 MB Ram
Soundkarte
650 MB freier Festplattenspeicher
16x CD-Rom
DirectX 7
Offizielle Homepage


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Dieses Review gehört zu  Das Mysterium von Zelenhgorm.




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