Reviews: Cypher - Code der Verdammnis:

Cypher - Code der Verdammnis


Die Welt steht vor einer erneuten Bedrohung durch einen gefährlichen Computervirus und nur ein Mann kann uns vor der absoluten Katastrophe bewahren - Agent Raven! Wer? Genau der Typ, der bereits vor vier Jahren im recht unterhaltsamen 'Traitor's Gate' die Kronjuwlen der englischen Königin vor einem Diebstahl bewahren musste. Der Nachfolger hört auf den Namen 'Cypher', was zwar fürchterlich modern, aber gleichermaßen albern klingt. Aber vielleicht wussten die Entwickler selbst, warum das Spiel nicht den Namen 'Traitor's Gate 2' tragen darf - es ist einfach grottenschlecht.


Am Anfang hatten wir noch Hoffnung: Ein recht nettes Intro weist uns in die nicht ganz so innovative Story ein, eine angenehme Stimme liefert uns Fakten zu unserer Mission. Eine Gruppe von Terroristen bedroht einmal mehr die Welt und es ist an Geheimagent Raven, diese Irren zu stoppen. Mittels eines Computervirus sollen die Kommunikationsnetze dieser Welt infiziert und ein neuzeitliches Armageddon geschaffen werden.
Um nicht zu viele Texturen erstellen zu müssen, wurden die Bösen klugerweise in die Tristesse der Wüste geschickt, wo sie in unterirdischen Labors eifrig an der Umsetzung ihres fiesen Plans arbeiten. Das heißt im Klartext, dass der Spieler sich die meiste Zeit über durch ägyptisch-anmutende Gänge schlagen muss, die allesamt gleich aussehen. Absolut gleich. In zahlreichen großangelegten Räumen, die ab und zu wie aus dem Nichts vor uns auftauchen, ist es dann unsere Aufgabe ein Logikrätsel nach dem anderen zu lösen. Der ganze Trick liegt meist darin, irgendwelche Hebel zu ziehen, Räder zu drehen oder Schalter zu drücken. Das ist weder abwechslungsreich, noch sonderlich kompliziert - abgesehen davon, dass man oftmals erst gar nicht weiß, was man nun schon wieder zu tun hat. Allerdings wollen es uns die Entwickler dann doch nicht so leicht machen, und deswegen kann unser Protagonist ohne großes Zutun abertausende Tode sterben. Mal liegt eine Giftschlange völlig grundlos auf dem Boden - natürlich nur dort, wo es recht dunkel ist -, mal sprießen plötzlich riesige Hackebeile oder überdimensionale Zahnstocher aus den Wänden.

Ich will doch nur springen

Die Steuerung trägt jedoch auch noch ihren Teil zur Frustration des Spielers bei. Nicht nur, dass man selten weiß, mit welchen Objekten man interagieren kann und soll, nein, sie sorgt auch oft genug dafür, dass wir in unser grausames Verderben laufen. Präzision schien den Entwicklern ein Fremdwort zu sein, entweder ist die Maus über-sensibel oder sie reagiert äußerst träge. Ein vergleichbares Gefühl stellt sich wohl nur beim Autofahren auf eisglatter Straße ein, mit dem Unterschied, dass das gegebenenfalls noch spaßig sein könnte.
Ihr beobachtet Raven stets aus der Verfolgerperspektive im Stile von gängigen Action-Adventures wie zum Beispiel 'Outcast'. Im Gegensatz zu seinem Kollegen Cutter Slade ist Raven aber eher ein Vertreter der gemütlichen Art, denn er stapft stets recht langsam durch die Tempelanlagen.
Ein weiteres Problem stellt sich immer dann dar, sobald wir ein Objekt benutzen möchten. Nicht nur, dass man sich selten im Klaren darüber ist, welche Gegenstände überhaupt benutzt werden können, nein, viel schlimmer ist es, dass man sich millimetergenau vor einem Objekt platzieren muss, damit Raven überhaupt eine Aktion ausführt.

Das kommt mir doch bekannt vor...

Wie bereits erwähnt, schlagen wir uns mit Raven vornehmlich durch unterirdische Tempelanlagen, die sich gleichen wie ein Ei dem anderen - das macht die Orientierung nicht unbedingt leichter, wäre aber generell zu verkraften. Wenn sie denn nicht alle gleich unhübsch aussähen. Überhaupt wirkt die Grafik arg überholt und erinnert mehr an einen Ego-Shooter (aus dem Jahre 1998 wohlgemerkt) als an ein Adventure. Wiederkehrende Treppcheneffekte, verschwommene Texturen und furchtbar hölzerne Animationen werden demnach die wenigsten Spieler zu Lustgestöhne ermuntern können. Von ein paar schicken Lichteffekten abgesehen enttäuscht 'Cypher' also auch im grafischen Bereich auf ganzer Linie. ... Hab ich eigentlich die Bugs erwähnt? Jene Bugs, die es mir zum Beispiel ermöglichen mit dem Kopf durch die Wand zu gehen oder durch Treppen zu fallen? Hab ich? Ausgezeichnet.

"Aber...aber...was ist mit dem Sound? Der muss doch jetzt gut sein!" werdet ihr euch denken. Und diese Annahme ist gar nicht mal so falsch. Musikalisch gesehen werden wir, wider Erwarten, nicht durch völlig unpassendes Gedudel belästigt und für die Sprachausgabe wurden auch einige professionelle Sprecher ausgewählt. Dummerweise fallen im gesamten Spiel nicht allzu viele Sätze, denn bis auf das gut gemachte Intro und ein paar Kommentare seitens Raven - bei denen man sich dann auch gleich mal erschrickt, weil es sonst immer ganz still ist - wird kein Sterbenswörtchen gesagt.

Was ist drin?

'Cypher' kommt in einer mittlerweile zum Standard gewordenen DVD-Hülle und einem zwölfseitigen Handbuch. Wir hätten uns desweiteren auch noch über eine Packung Beruhigungstabletten und einen Gutschein für einen Besuch in einem Wellness-Hotel unserer Wahl gefreut, aber man kann ja nicht alles haben.


Galerien

Fazit:

Wertung: 28%

'Cypher - Code der Verdammnis'. Ein Spiel, das die Art und Weise wie wir das Adventure-Genre sehen, verändern wird. Ein Spiel, das man nach spätestens 15 Minuten von der Festplatte entfernen und in die dunkelste und ungemütlichste Ecke des Kellers verbannen will. Aber man hat ja noch Hoffnung, dass es besser werden könnte. Manchmal dauert es eben, bis ein Adventure seine Stärken ausspielen kann. Jedoch - es passiert gar nichts. Allerhöchstens die Motivation, sich noch weiter durch 'Cypher' zu quälen, nimmt ab. Falls ihr also noch ein Weinachtsgeschenk für euren ärgsten Feind benötigt, dann greift zu dem Spiel, das der Nachfolger zu 'Traitor's Gate' sein wollte.

geschrieben am 23.12.03, Matthias Holz

Systemanforderungen Weitere Links
Win 98/ME/2000/XP
CPU mit 700 MHz
128 MB Ram
Grafikkarte mit 32 MB Ram
Soundkarte
DirectX 8.1


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