Reviews: Die Kunst des Mordens 3 - Karten des Schicksals:

Die Kunst des Mordens 3: Karten des Schicksals


Bereits zweimal konnte die FBI-Agentin Nicole Bonnet gefährliche Serienkiller fassen. Jetzt steht sie vor der wohl schwierigsten Aufgabe ihrer noch recht kurzen Karriere: Ein brutaler Serienmörder spielt mit der jungen Ermittlerin eine grausame Schnitzeljagd, bei der Nicole selbst eine Hauptrolle spielt. Ob Nicoles dritter Fall dieselben Fehler macht wie die Vorgänger oder ob uns nach den eher durchwachsenen Abenteuern ein besseres Spiel erwartet, verraten wir in unserem Test.

 


Die Serienmörder sind los!

Eine Zeitungsseite, auf der der eigene Name und das Wort Serienmörder markiert sind, verheisst selten etwas Gutes.

New York scheint ein Magnet für Serienmörder zu sein, oder vielleicht ist es auch nur die attraktive FBI-Ermittlerin Nicole Bonnet, die grausame Straftäter anzieht, wie Motten das Licht. Was auch immer es ist - auch in 'Die Kunst des Mordens 3' gibt sich wieder ein eiskalter Serienmörder die Ehre. Dabei wollte die junge Ermittlerin doch nur Urlaub machen und sich von den vergangenen Strapazen erholen. Immerhin überführte Sie in ihrem ersten Fall ihren Vorgesetzten und bekam es im zweiten Fall mit einem Marionettenspieler zu tun, der seine Opfer Marionettengleich aufhängte. Mitten im Urlaub klingelt nun also ein Paketbote an der Tür der jungen Ermittlerin und übergibt ihr ein seltsames Päckchen. Der Inhalt: Eine alte Glühbirne, ein rostiger Bolzen und ein Zeitungsausschnitt. Neben dem Inhalt fällt Nicole eine merkwürdige Zeichnung auf dem Verpackungspapier auf, zwei Quadrate und ein Ausrufezeichen, ansonsten gibt es keinerlei Anzeichen auf den Absender. Wer schickt ihr so etwas? Ein Blick auf den Zeitungsausschnitt lässt nichts gutes Ahnen: Ihr Name ist rot umkringelt, genauso wie das Wort „Serienkiller“. Das Interesse der Ermittlerin ist geweckt und einen Anruf später hat sie schon eine erste Spur. Dank des allwissenden Rechners im FBI-Labor findet sich schnell ein Ort in New York, dem sich die Glühbirne und der rostige Bolzen zuordnen lassen: Ein altes, lange geschlossenes Kino. Dort findet Sie nicht nur einen mysteriösen Film mit Ausschnitten aus ihren vergangenen Abenteuern sondern wird kurze Zeit später auch Zeugin eines schrecklichen Unfalls. Als sie am Ort des Geschehens weitere Nachrichten des Päckchenversenders findet, beschließt Nicole, der Spur nachzugehen. Kurz entschlossen nimmt sie ihre Arbeit wieder auf und erlebt die nächste große Überraschung: Ihr Partner Nick hat – angeblich freiwillig - dem FBI den Rücken gekehrt und eine Privatdetektei eröffnet. So ganz mag Nicole das zwar nicht glauben, etwas an der Entscheidung ändern kann sie freilich auch nicht. Noch dazu scheint ihr neuer Partner Dick einige Geheimnisse zu haben und ist bei der Mördersuche alles andere als hilfreich. Als ein weiteres Päckchen eintrifft, steht für Nicole fest: Das mörderische Spiel geht erst los…

Spannende Schnitzeljagd

Ein Hinweis führt Nicole zu einem abrissreifen Vergnügungspark. Wird sie dem Killer zuvorkommen?

Ihre Nachforschungen führen Nicole immer wieder aus ihrem Büro in der Bronx an düstere Orte. Neben dem alten, lange leerstehenden Kino sind das beispielsweise ein abrissreifer Vergnügungspark inklusive Geisterbahn, ein stillgelegtes Kraftwerk, ein alter Bauernhof oder ein verlassenes Sumpfgebiet. Doch wo sie auch immer hingeht: Der Killer war schneller. Stets lockt er seine Opfer in grausige Fallen, die so Fantasievoll gesichert und angelegt werden, dass es einem Superschurken aus den 'James Bond' Filmen oder der 'Batman' TV-Serie ebenbürtig wäre. Darüber hinaus leistet sich Nicoles Gegenspieler auch bei seinen Hinweisen keine Schwächen: Die Päckchen, die er verschickt, beinhalten immer anspruchsvollere Rätsel, weisen aber stets den Weg zum nächsten Tatort. Daraus erwächst eine spannungsreiche Schnitzeljagd, die so manche Überraschung bereithält. Immer wieder hofft man, dem Killer zuvor zu kommen und eines der Opfer retten zu können.

Die Rätsel, die Nicole auf ihrem Weg zu lösen hat, bewegen sich im Allgemeinen eher auf leichtem Niveau und bestehen größtenteils aus gängiger Genrekost. Da oftmals auch nur ein begrenztes Gebiet zur Verfügung steht und Nicole sich unbenötigter Gegenstände immer wieder entledigt, steht immer recht schnell fest, was vom Spieler erwartet wird. In der Regel hat man für die Rätsellösung benötigte Gegenstände also schon im Inventar oder findet sie ganz in der Nähe.

Gepfählte Logik

Das "Pfahlrätsel": Ohne Lösung dürfte hier jeder Spieler beim ersten Versuch sterben - Solche Abschnitte gibt es häufiger.

Was die Logik der einzelnen Lösungen angeht, muss die Frage gestattet sein, was sich die Entwickler bei einigen der Rätsel gedacht haben. Um nur ein Beispiel zu nennen: Nicole muss einen Weg über einen Sumpf finden, in dem sich hungrige Krokodile tummeln. Eine ehemals vorhandene Brücke ist eingestürzt, es finden sich allerdings einige Pfähle, die im Sumpf vor sich hinmodern und die dicht genug beieinander stehen, um darüber hinweg zu springen. Also lassen wir Nicole von Pfahl zu Pfahl hüpfen. Dass sie auf den Pfählen nicht abrutscht und ins Wasser fällt, kann man ja noch akzeptieren. Nun steht Nicole also auf einem Pfahl und hat die Wahl zwischen zwei Pfählen als nächstes Ziel. Ausnahmslos jeder Spieler wird jetzt auf den Pfahl klicken, von dem aus ein weiterer Pfahl erreichbar ist. Wählt man jedoch diesen Pfahl, ist die Ermittlung recht schnell beendet. Der Pfahl knickt um und Nicole nimmt an einer unfreiwilligen Krokodilfütterung teil. Wählt man aber stattdessen den Pfahl, der nach „Sackgasse“ aussieht, taucht vor unseren Augen ein neuer Pfahl aus dem Sumpf auf. Dieser neue Pfahl bietet sicheren Halt für den weiteren Weg. Auf dem Weg durch den Sumpf gibt es einige dieser Pfähle - Ein Umstand, der dafür sorgt, dass der Spieler auf jeden Fall stirbt, sofern er keine Lösung zur Hand hat. Gut, das Spiel legt automatisch einen Speicherstand an, wenn Nicole eine lebensbedrohliche Szenerie betritt, aber so absichtlich muss man den Spieler wirklich nicht sterben lassen. Spannung wird dadurch jedenfalls nicht erzeugt. Dass die Entwickler es besser können, beweist ein anderer Spielabschnitt, der in einem alten Kraftwerk spielt: Das Opfer liegt gefesselt unter einem riesigen Zahnrad, das an einem Kran hängt. Alle paar Sekunden sorgt eine Zeitsteuerung dafür, dass das Zahnrad sich tiefer senkt und der für Nicole unerreichbaren Frau näherkommt. Zu allem Überfluss ist die Kransteuerung mit einer Bombe gesichert, die Nicole erst einmal entschärfen muss. Wer hier keinen kühlen Kopf behält und den falschen Draht wählt, segnet ebenfalls das Zeitliche. In diesem Fall aber nachvollziehbar und spannend inszeniert.

Die Kartenanalyse birgt für ungeduldige Spieler ebenfalls Frustgefahr.

Für Rätselfrust dürfte auch die Untersuchung einer vom Killer am Tatort hinterlassenen Spielkarte sorgen, die im FBI-Computer durchgeführt wird. Um Verbindungen zu anderen Fällen zu finden, muss Nicole markante Stellen auf der Karte markieren, das Spiel bietet Einige zur Auswahl. Es sollten jedoch nicht zu viele sein, sonst bricht Nicole die Suche mit dem Hinweis ab, dass sie nicht so lange warten möchte. Nur welche soll man wählen? Es bietet sich eine schier unbegrenzte Auswahl möglicher Kombinationen. Natürlich gibt es keinen Hinweis, wenn eine oder mehrere der gewählten Punkte richtig sind. Auch hier bleibt ungeduldigen Spielern nur der Griff zur Lösung.

Die hier genannten Beispiele, in denen man Augenrollend vor dem Monitor sitzt, bilden jedoch eine Ausnahme: Zwar sind die meisten Rätsel streng linear aufgebaut, bieten aber recht selten solche Frustmomente.

Stimmungsvolle Grafik

Trotz geringer Auflösung bietet Die Kunst des Mordens 3 stimmungsvolle Grafiken.

Bereits in unserer Vorschauversion konnten wir von den stimmungsvollen Szenerien berichten. Dieser erste Eindruck wird jetzt von dem fertigen Spiel mehr als bestätigt. Ausnahmslos alle Hintergründe wurden detailliert und stimmungsvoll gestaltet, angefangen bei dem schaurigen Vorplatz zur Geisterbahn über einen stimmungsvoll ins Bild gesetzten Friedhof bis hin zu den düsteren Sümpfen Louisianas. Viele kleine Animationen sorgen dafür, dass die Schauplätze belebt wirken: Im FBI-Büro treffen sich andere Agenten, Vögel fliegen herum, Angler versuchen ihr Glück an einem Fluss. Schade, dass die Grafik unter einer niedrigen Auflösung zu leiden hat, die aber immerhin auch Widescreen-Monitore unterstützt.
Etwas hölzern kommen die Bewegungen der dreidimensionalen Charaktere zwar noch daher, im Vergleich zum Vorgänger hat sich hier aber auch etwas getan, was besonders in den Gesprächen auffällt, wenn das Spiel an die Gesprächspartner heranzoomt und wir uns davon überzeugen können, dass die Dialoge Lippensynchron ablaufen.
Die häufigen Zwischensequenzen sorgen schon aufgrund ihrer Inszenierung immer wieder für Spannung und überzeugen – genau wie die Hintergründe – trotz der nicht ganz aktuellen Technik.

Red’ mit mir

Für einige Dialoge gibt es eine Zoomfunktion.

Kenner der Vorgänger werden erfreut feststellen, dass Nicole Bonnet ihre deutsche Stimme behalten hat und wieder von derselben Sprecherin vertont wird, so wie auch die übrigen Charaktere, die in den Vorgängern dabei waren. Das Manko: Obwohl in 'Die Kunst des Mordens 3' viel gesprochen wird, wirken viele Dialoge eher als Mittel zum Zweck, was entweder an einer Teils unglücklichen Übersetzung liegen kann oder an Dialogen, die schon im Original nicht viel mehr sind. Schade, denn gerade im Zwist mit ihrem neuen Kollegen könnte Nicole einiges an bisher vermisster Tiefe gut machen. Die größte vertane Chance, den Charakter menschlicher zu machen ist aber ein kurzes Telefonat, das Nicole mit ihrem Vater führt. Dieser teilt ihr mit, dass ihre Mutter im Krankenhaus liegt. Nicole kann natürlich nicht einfach so von der Arbeit verschwinden und verspricht ihrem Vater schweren Herzens, sich gleich am nächsten Tag auf den Weg zu machen. Und das ist es dann auch schon. Im gesamten weiteren Spielverlauf unternimmt Nicole keinen Besuch bei ihren Eltern und ruft nicht einmal wieder an, um sich nach dem Krankenstand zu erkundigen. Hier wäre es vielleicht besser gewesen, das Telefonat ganz aus dem Spiel zu lassen. Doch zurück zu den Dialogen und Sprechern: In den Dialogen, die je nach Sprecher in ihrer Qualität etwas schwanken, hat der Spieler die Wahl zwischen verschiedenen Gesprächsthemen, die Nicole dann anspricht. Am Ende eines Gesprächs sind dann meist alle Themen angesprochen worden, oftmals steht gar nur ein Thema zur Auswahl, was den Spieler in eine eher passive Rolle drängt. Theoretisch hätte man auf den Knopf auch einfach „Weiter“ schreiben können, da das Thema ohnehin angesprochen werden muss, um in der Geschichte voran zu kommen. Dennoch sieht man auch hier wieder einen deutlichen Schritt nach vorn, denn die Dialoge sind besser als noch in den Vorgängern. Leider verzichtet man noch immer nicht auf nervige Standarddialoge. Besser macht es da die musikalische Untermahlung, die sehr gut zu den einzelnen Szenerien passt und die Atmosphäre gut unterstützt.

Bewährte Steuerung

Natürlich gibts auch in Nicoles drittem Abenteuer die bewährte Hotspothilfe.

Wer die Vorgänger kennt, wird sich in 'Die Kunst des Mordens 3' gleich wieder zu Recht finden, denn City Interactive hat nichts geändert und das ist eigentlich auch gut so. Mit der linken Maustaste steuern wir Nicole über den Bildschirm, kleine Symbole neben dem Mauszeiger zeigen weitere Möglichkeiten an. Ein Doppelklick auf einen Ausgang wechselt sofort die Szene und sollten wir einmal nicht weiter wissen, zeigt uns ein Hotspot-Finder alle interaktiven Objekte. Was die Entwickler durchaus verbessern hätten können, ist ein Problem, mit dem Spieler schon in Nicoles erstem Fall zu kämpfen hatten: Gegenstände lassen sich nur in einer Reihenfolge kombinieren: Klebeband und Schere führt zu einem Standardkommentar a la „Das wird nicht passieren“. Klicken wir aber zuerst die Schere und dann das Klebeband an, erfreuen wir uns schon kurze Zeit später an einem sauber abgeschnittenen Streifen klebrigen Plastiks im Inventar.


Galerien

Fazit:

Wertung: 74%

Die Geschichte um den Serienmörder, der Nicole immer einen Schritt voraus zu sein scheint und sie sogar zu einem wichtigen Bestandteil seines grausamen Spiels macht, ist wirklich spannend und versteht es, den Spieler an 'Die Kunst des Mordens 3' zu fesseln, dazu tragen auch die stimmungsvolle Grafik und Soundkulisse bei. Dass das Spiel trotzdem kein Top-Adventure ist, liegt zum Teil an verschenkten Möglichkeiten, dem Charakter mehr Tiefgang zu verleihen und den immer noch vorhandenen handwerklichen Fehlern, die auch schon mal für Spielfrust sorgen können. Unter dem Strich muss man aber anerkennen, dass City Interactive ein rundum solides und spannendes Adventure abgeliefert hat, an dem auch Spieler Spaß haben können, denen der erste Teil gar nicht zugesagt hat, denn 'Die Kunst des Mordens 3' ist der beste Teil der Serie, trotz der angesprochenen Mängel.

geschrieben am 28.01.10, Tobias Maack

Systemanforderungen Weitere Links


Windows XP/Vista, DirectX 9.0c
2.0 GHz Prozessor
512 MB RAM (1 GB für Vista)
Geforce oder ATI Radeon mit 128 MB, DirectX 9.0 kompatibel
4GB Festplattenplatz
DVD-ROM


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Dieses Review gehört zu  Die Kunst des Mordens 3.




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