Reviews: Indiana Jones 6 - Und die Legende der Kaisergruft:

Indiana Jones und die Legende der Kaisergruft


Wer kennt nicht den wohl berühmtesten Archäologen der Welt, Dr. Indiana Jones. Nach vier Jahren Pause wird er nun von LucasArts auf ein neues Abenteuer geschickt. Also haltet eure Peitsche griffbereit und lest, ob LucasArts den Spagat zwischen Adventure und Action geschafft hat...
Indiana Jones ist gerade auf einer seiner archäologischen Expeditionen, in der er gegen Elfenbeinjäger bestehen muss, als ihm zwei Vertreter der chinesischen Regierung eröffnen, er habe einen Teil des Schlüssels zur Kaisergruft gefunden, einen der drei Spiegel der Finsternis und ihn anheuern. Der berühmteste Archäologe der Welt kann natürlich nicht widerstehen und begibt sich auf die Suche nach der Kaisergruft, einem mythenbeladenen Ort nahe der Stadt Xian, wo der Kaiser Ch'In Shi-Huang-Ti begraben liegen soll. In dieser Gruft soll das Herz des Drachen sein, mit dem man den Willen aller Menschen brechen kann. Und wo eine potentielle Waffe ist, da dürfen die Deutschen in Indiana Jones natürlich nicht fehlen. So macht sich auch Dr. Beck auf die Suche nach dem Herz des Drachen, um damit den Deutschen eine neue Waffe im 2. Weltkrieg zu liefern.
Einer der Regierungsvertreter ist eine Frau und entwickelt sich im Laufe das Spiels zur Wegbegleiterin von Indy. So wäre auch in diesem Teil eine Frau an Indys Seite gefunden.
Der Spieler wird zunächst ohne Vorspann in das Spielgeschehen entlassen und der erste richtige Vorspann folgt erst, als die chinesischen Regierungsvertreter auftauchen.
Die Story wird spannend erzählt und ist in gewohnter Indiana Jones-Qualität. Bei den Zwischensequenzen wurde komplett auf die Spielgrafik zurückgegriffen, sie können sich aber dennoch von Grafik und Erzählweise sehen lassen.

Die Grafik

Die Grafik kann sich sehen lassen und kann durchaus mit heutigen Standards mithalten, auch wenn man keine Grafik-Wunder erwarten darf, so haucht sie dem Spiel doch eine starke Brise Indiana Jones ein. So sieht Indy seinem Vorbild aus den Filmen, Harrison Ford, sehr ähnlich und erfreut den Spieler durch gute Animationen und hervorragenden Moves in den Faustkämpfen, dazu jedoch später an gegebener Stelle mehr.
Die gehäufte Anzahl Clipping-Fehler hingegen, die dem Spieler immer wieder ins Auge springen, oder Gegner, die sich in (jawohl, in) Türen verfangen und die unabwechslungsreichen Gegner-Models sind jedoch noch deutlich verbesserungswürdig.

Die Gegner

Was bei 'Indiana Jones und der Turm von Babel' leider etwas zu kurz kam, findet in 'Indiana Jones und die Legende der Kaisergruft' endlich genügend Geltung: Die Faustkämpfe. Indy kann zwar auch auf Schusswaffen zurückgreifen, doch steht ihm im Normalfall nicht genügend Munition zur Verfügung, um alle Gegner mit solchen Waffen zur Strecke zu bringen und so findet oft die Faust ihren Einsatz. Indy und seine Gegner glänzen hier durch ausgefeilte Moves und Aktionen, vom Schwitzkasten bis zum Heranziehen der Gegner mit der Peitsche ist beinahe alles vertreten, was dem Abenteurer-Herz Vergnügung bereitet.
Besonders einfallsreich: Diverse Gegenstände kann Indy einsammeln und als Waffe benutzen, um so mehr Schaden anzurichten (z.B. Stühle, Tischbeine) oder dem Gegner schon aus der Ferne Schaden zuzufügen (z.B. Weinflasche werfen). Aber auch die Gegner sind nicht dumm und wissen solche Zusatzwaffen zu benutzen.
Wenn ein Gegner getroffen umfällt, verliert er seine Waffe und man selbst kann sie aufnehmen. Falls man wiederum nicht schnell genug ist und sie sich direkt nach dem Aufprall auf den Boden schnappt, könnte der Inhaber oder einer seiner Mitstreiter sich das praktische Utensil bereits zu eigen gemacht haben und erneut gegen Indy richten.
Trotzdem zeigt die KI der Gegner neben positiven auch negative Seiten: Zwar gehen die Kontrahenten immer nach den gleichen Schemata vor und bieten dem Spieler oftmals nur recht wenig Widerstand. So sind sie jedoch trotzdem in der Lage, herumliegende Gegenstände oder fallengelassene Waffen aufzunehmen und zu benutzen. Weiterhin sind sie dazu fähig, Indiana Jones über Treppen und Leitern zu folgen. Wenig Mühe gegeben zu haben scheinen sich die Entwickler von The Collective bei den Models und dem Wortschatz der Gegner. So begegnet man pro Level nur ca. 2-5 unterschiedlichen Gegnern (dem Aussehen nach) und diese labern den Spieler immer wieder mit den gleichen, auf Dauer nervigen, und nicht sehr mühevoll ausgearbeiteten Sprüchen voll (Zitat Gegner in Istanbul: "Ich mach dich zu Döner Kebab").

Die "Rätsel"

Ich habe "Rätsel" hier bewusst in Anführungszeichen geschrieben, denn das, was dem Spieler hier an Denkarbeit abgefordert wird, kann sich nicht als Rätsel bezeichnen lassen. Zumeist beschränken sich die "Rätsel" im Suchen eines Gegenstandes und dem Kombinieren mit einem stationären Objekt, was wohl selbst geistig umnachteten Personen nicht mal ein müdes Lächeln kosten dürfte. Und sollte der Spieler doch mal ein Brett vor dem Kopf haben und nicht sehen, was er als nächstes tun muss, so wird ihm mit einem eindeutigen Kamerawink ein mehr als überdeutlicher Hinweis gegeben. Hier hätte ich definitiv deutlich mehr erwartet!

Sound

Als Synchronsprecher von Indiana Jones konnte das Synchronisations-Team den deutschen Original-Sprecher gewinnen und der macht seine Arbeit auch gewohnt gut, allerdings bekommt er auch nicht allzuviel zu sagen, wie er das von Filmen oder anderen Adventures (man denke da an 'Runaway' und 'The Curse of Monkey Island' mit schier unzähligen Sprach-Samples) gewohnt sein dürfte.
Nervig sind jedoch die Gegner, gegen die Indy kämpfen muss. Abgesehen von den sinnlosen Sätzen, die sie zu sprechen habe, stöhnen sie bei jedem Schlag den sie einstecken müssen und setzen dann mit einem Mega-Stöhner noch eins drauf, wenn sie endgültig zu Boden gehen. Das verleitet bei längerem Spielen doch eher schon zum zwischenzeitlichen Ausschalten der Boxen, was bei der sehr gut gelungenen Hintergrundmusik, die an Indiana Jones-Tradition (sowohl auf der Leinwand als auch auf dem Bildschirm) anknüpft, schade ist.

Gameplay

Die Steuerung bekam im Vergleich zum direkten Vorgänger einige sehr sinnvollen Verbesserungen verpasst, sie führt aber dennoch zu einingen kleineren Problemen, denn Indy über enge Kisten zu steuern erfordert das ein oder andere Mal die vollste Konzentration des Spielers, um nicht im Nirwana einer Schlucht zu enden.
Am störendsten bei der Steuerung wirken sich die teilweise sehr unglücklichen Kamera-Schwenks auch, die vor allem beim nahen Stehen an Wänden sehr viel Präzision wegnehmen.
Im Gegensatz zu 'Indiana Jones und der Turm von Babel' kann der Spieler in 'Indiana Jones und die Legende der Kaisergruft' erstmals auch mit dem Fadenkreuz zielen. Während man aber zielt, kann man Indy nicht bewegen und so verkommt das Spiel nicht zum Ego-Shooter. Das Zielen mit dem Fadenkreuz empfiehlt sich vor allem bei entfernten Gegnern oder dem Zerstören von explodierenden Fässern, denn Indy zielt selbstständig (wenn man sich nicht im Ziel-Modus befindet), wie man es aus dem Vorgänger oder 'Tomb Raider' gewohnt ist.

Warum darf ich nicht speichern, wo ich will?

Die im Spielebereich zur Zeit häufig gestellte "Speicherfrage" taucht auch bei 'Indiana Jones und die Legende der Kaisergruft' auf, denn der Spieler kann unter dem Spielen nicht speichern, lediglich ein Autosave nach jedem Unterkapitel schützt den Hobby-Abenteurer davor, große Parts des Spiels wiederholen zu müssen, nachdem er Indy einmal in den Tod geschickt hat. Diese Unterkapitel sind zwar meist erfreulich kurz, doch an einigen kniffligen Stellen zwischendurch wäre ein freies Speichern sicherlich praktisch gesehen, vor allem wenn einige Unterkapitel bis zu 15 Minuten lang sind. Ob ein Quicksave das Spiel langweilig gemacht hätte, bleibt zu bezweifeln und so hätte ich persönlich eine ordentliche Speicherfunktion bevorzugt.


Galerien

Fazit:

Wertung: 75%

Die Wertung des Spiels fiel mir außerordentlich schwer: Auf der einen Seite ist 'Indiana Jones und die Legende der Kaisergruft' ein sehr gelungenes Spiel, das den Spieler schnell in das Indiana Jones-Universum entführt, eine recht lange Spielzeit verspricht und verdammt viel Spaß macht. Auf der anderen Seite hat das Spiel jedoch leider nicht mehr viel mit Adventures zu tun und die Rätsel sind viel zu einfach bis nicht existent. Und so reicht es leider nur zu 75%.

geschrieben am 02.06.03, Moritz Kollmann

Systemanforderungen Weitere Links
Win 98/ME/2000/XP
CPU mit 733 Mhz
128 MB Ram
Grafikkarte mit 16 MB Ram
Soundkarte
4x CD-Rom
Maus und Tastatur
DirectX 8.1

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Dieses Review gehört zu  Indiana Jones 6.




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