Reviews: Mozart: Das Letzte Geheimnis:

Mozart - Das letzte Geheimnis


Mozart weilt in Prag und hat seine geliebte Constanze in Wien zurückgelassen. Das Spiel beginnt mit einem Albtraum, aus dem Mozart früh morgens erwacht. Der Traum beunruhigt ihn sehr, denn er handelte von finsteren Gestalten in den Katakomben, die Kaiser Joseph II. ans Leder wollen. Zu allem Überfluss ist Mozart knapp bei Kasse und hat Schwierigkeiten, seine Rechnungen zu begleichen. Das Leben des berühmten Komponisten ist also von so mancher Unannehmlichkeit geprägt. In Frankreich gibt es das Spiel bereits seit 2008 zu haben, denn es handelt sich dabei um Gamecos Debüt. Dank Publisher Just A Game hat 'Mozart – Das letzte Geheimnis' auch die hiesigen Läden erreicht.


Ereignisse werfen dunkle Schatten voraus

Die Sonne geht auf über Prag.

Das Spiel beginnt direkt nach Mozarts Albtraum. Um die Schrecken der Nacht erst mal ordentlich zu vertreiben, braucht der erst mal einen starken Kaffee. Dazu wird in guter, alter Adventure-Manier das Zimmer durchsucht. Da man damals noch nichts von Kaffeepads und Co. gehört hatte, ist natürlich auch wenig Einfallsreichtum bei der Zubereitung gefragt. Nach vollbrachter Tat steht plötzlich der Gastwirt vor der Tür und fordert sein Geld für Mozarts Unterbringung. Mozart kann ihn zunächst mit einem Pfand beschwichtigen, muss nun aber schleunigst zusehen, dass er Bares auftreibt. Deshalb begibt sich Mozart zur Oper, um für den Direktor noch den Schluss für ein Divertimento zu komponieren. Später am Tag hat er außerdem noch eine Verabredung im Palast und da Mozart nicht auf Schusters Rappen dort eintreffen möchte, braucht er das Geld zudem, um den Kutscher zu bezahlen.

Man ahnt hier vielleicht schon, dass die Geschichte nur sehr langsam in Fahrt kommt. In insgesamt 18 Kapiteln klärt der Spieler eine Verschwörung um Kaiser Joseph II. auf und versucht, dessen Sturz zu verhindern. Doch zunächst verbringt man einfach nur lange Zeit damit, Geld aufzutreiben. Über Mozarts dunkle Vorahnung gibt es kaum etwas Interessantes in Erfahrung zu bringen. Eine Einladung der Freimaurer, die Mozart buchstäblich ins Haus flattert, bringt auch nicht mehr Schwung in die Sache, denn der Spielfluss wird immer wieder durch kleine Minispiele gebremst.

Rätsel

Mit Hilfe des Buchs der Harmonien müssen Codes geknackt werden.

Viele der Minispiele beschäftigen sich mit Mozarts Rolle als Musiker, z. B. übernimmt er – und somit der Spieler – immer wieder die Rolle des Dirigenten. Beim Minispiel geht es nun darum, mit dem Taktstock einem weißen Kreis zu folgen, der sich über das Notenblatt bewegt. Verlässt man den Kreis, ist man aus dem Takt. Leider gibt es keine Möglichkeit, diese Spiele zu überspringen. Ein ähnliches Spiel gibt es, wenn Mozart seinen Lohn erhalten hat und zum Hotel zurückkehrt. Hier erwartet ihn nämlich eine Brieftaube in seinem Zimmer mit einer verschlüsselten Einladung der Freimaurer. Um den Code zu knacken, muss Mozart ein spezielles Buch, das Buch der Harmonien, zurate ziehen und eine Partitur hieraus lesen. Dabei steht jede Note für einen Buchstaben. Anschließend gilt es, aus einer Tabelle überzählige Buchstaben zu entfernen, damit am Ende das korrekte Losungswort übrig bleibt. Folglich baut dieses Mini-Spiel auf Mozarts Können als Dirigent auf. Denn je weniger Fehler man beim Dirigieren gemacht hat, desto weniger Buchstaben müssen entfernt werden. Dabei gibt es keinen Anhaltspunkt, welche Buchstaben falsch sein könnten. Für alle Spieler, die kein geschultes Auge haben, um den korrekten Satz aus dem Buchstabensalat zu erkennen, hilft hier nur die gute „Trial and Error“-Methode.

Nett ist hingegen die Idee, mehr aus den Inventarrätseln zu machen. Durch einen speziellen Button müssen einige Gegenstände erst voneinander getrennt werden, bevor man sie benutzen kann. Obwohl der Ansatz gut ist, stellen diese Rätsel dann hingegen gar keine Herausforderung da. Zum Beispiel muss man erst die Schnur von einem zusammengebunden Buch lösen, ehe man es benutzen kann. An einigen wenigen Stellen bietet das Spiel ferner Entscheidungsfreiheit. So liegt es am Spieler, ob Mozart zu einem kleinen Schäferstündchen etwas länger in der Oper bleibt oder ob er stattdessen den Weg zurück zum Hotel antritt. Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf haben diese Entscheidungen jedoch nicht.

Licht und Schatten im alten Prag

In hellen Räumen wirkt die Grafik etwas besser als in dunklen.

Die Grafik kommt in fester Auflösung von 1024 x 768 Pixeln daher, was für sich genommen noch ein erträgliches Manko gewesen wäre. Leider fehlt es aber auch an Animationen im Hintergrund und an Schärfe. Ein an der Wand hängendes Bücherregal wirkt zum Beispiel verwaschen, es gibt kaum Bäume, deren Blätter sich im Wind bewegen, und auch ansonsten fallen die Details sehr mau aus. In hellen Räumen mit viel Licht ist die Grafik noch einigermaßen ansehnlich, doch bei Szenen, die in dunklen Ecken spielen, wirkt sie körnig und die Beleuchtung schlecht. Betrachtet man die Charaktere genauer, so verfügen auch sie nur über wenig Animationen. Gesichter besitzen nur eine schwache Mimik und die wenigen Bewegungen der Figuren wiederholen sich schnell, insbesondere bei Mozart selbst. Zugutehalten muss man den Entwicklern jedoch, dass sie möglichst interessante Locations für das Spielgeschehen gewählt haben, wie den opulenten Konzertsaal der Oper oder die Karlsbrücke. Über die angestaubte Grafik tröstet das jedoch nur wenig hinweg.

Steuerung

Gesteuert wird in klassischer Point-&-Click-Manier.

Der Spieler bewegt Mozart mit der Maus. Ein einfacher Klick auf den Boden reicht, damit Mozart an die gewünschte Stelle eilt. Bei einem Doppelklick rennt er sogar. Mögliche Handlungsaktionen werden durch den Cursor angezeigt: Kann man einen Gegenstand benutzen, so verwandelt er sich in zwei Rädchen, die ineinandergreifen. Dialoge werden durch ein Mund-Symbol angezeigt und Gegenstände, die betrachtet werden können, durch das eines Auges. Auch Bildausgänge werden als solche gekennzeichnet. Dennoch ist es manchmal ein wenig fummelig, Mozart von einem Bild ins nächste zu bewegen, da die Hotspots sich an bestimmten Stellen befinden, die man mit dem Cursor erst mal erwischen muss.

Wo Mozart drauf steht, ist auch Mozart drin

Untertitel für Dialoge werden im unteren Bildschirmbereich angezeigt.

Wenn man ein Spiel entwickelt, in dem Mozart die Hauptfigur ist, darf Musik natürlich nicht zu kurz kommen. Das dachte man sich vermutlich auch bei der Entwicklung und hat daher Mozarts Musik bei jeder sich bietenden Gelegenheit eingebaut. Leider geht dabei stimmungsvolle Atmosphäre verloren. Setzt sich Mozart zum Beispiel in seinem Hotelzimmer ans Cembalo, um „Eine kleine Nachtmusik“ zu spielen, so ertönen nach wenigen Noten gleich eine ganze Heerschar an Streichern und dass, obwohl Mozart allein auf weiter Flur ist. Die Art und Weise, wie die Musik eingesetzt wurde, ist also nicht immer passend und im schlimmsten Fall sogar ein wenig ärgerlich.

Auch bei der Soundkulisse hätte man etwas mehr Sorgfalt walten lassen sollen. Schritte bekommt man an einigen Stellen erst zu hören, nachdem die Animation bereits eingesetzt hat. Hintergrundgeräusche wie Wind oder Vogelgezwitscher gibt es gar nicht. Man hat sich bei den Geräuschen auf das Nötigste beschränkt. Ebenfalls nicht immer stimmig sind die Dialoge. Mozart möchte später im Spiel zum Beispiel sein Pfand, eine Uhr, vom Hotelbesitzer auslösen. Die Uhr befindet sich in einem verschlossenen Kästchen und geht kaputt, als Mozart versucht, es zu öffnen. Bietet man nun dem Gastwirt Geld aus dem Inventar an, erwidert er etwas wie „Keine Uhr, kein Pfand. Ihr werdet mich bezahlen müssen, Mozart“. Die Sprecher selbst sind durchwachsen. Mozart klingt noch ganz interessant, einige der Nebenrollen lassen hingegen zu wünschen übrig.


Galerien

Fazit:

Wertung: 40%

'Mozart – Das letzte Geheimnis' wartet mit einer Geschichte im historischen Kontext auf, die durchaus spannend sein könnte. Leider kommt schnell Verdruss auf, denn die Story kommt nur quälend langsam in Fahrt. Zudem basiert ein großer Teil des Spielfortschritts darin, Minispiele zu lösen. Diese reichen von korrekter Anordnung von Noten bis hin zu mechanischen Apparaten, die erst funktionieren, nachdem man in einer bestimmten Reihenfolge diverse Knöpfe und Tasten gedrückt hat. Mozarts Musik, obwohl immer wieder gern gehört, ist zudem nicht immer passend ins Spielgeschehen integriert worden. Vor allem in den Nebenrollen können die Sprecher nicht durchweg überzeugen und die Grafik ist mittlerweile überholt. Alles in allem ist 'Mozart' ein Spiel, das man nicht unbedingt in seiner Sammlung haben muss.

geschrieben am 01.12.11, Maren Keitel

Systemanforderungen Weitere Links

Microsoft Windows XP, Microsoft Windows Vista, Microsoft Windows 7, 2,4GHz Intel Pentium 4 oder 100% kompatibel, 512MB RAM, DirectX 9.0c kompatible Grafikkarte mit mindestens 128MB Grafikspreicher, DirectX 9.0c kompatible Soundkarte, 2,2GB freier Speicher auf dem Installationslaufwerk.
Offizielle Homepage


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Dieses Review gehört zu  Mozart: Das Letzte Geheimnis.




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