Reviews: The Walking Dead:

The Walking Dead - Episode 103: Long Road Ahead


Mit der dritten Episode ist die Hälfte des Weges in der ersten 'The Walking Dead'-Staffel beinahe zurückgelegt. Während bereits einige schwerwiegende Entscheidungen getroffen wurden, bleiben auch weiterhin die Fragen offen, wie stark sich diese Handlungen über die noch kommenden Episoden auswirken werden und ob Telltale in Sachen Gameplay und Schwierigkeitsgrad zum Ende hin noch einmal in die Trickkiste greift. Wir haben uns in der apokalyptischen Welt einmal angesehen, inwieweit sich 'Long Road Ahead' diesen Themen annimmt und ob die fortsetzende Handlung auch weiterhin zu fesseln weiß. Oder ob sich diese vor den vorerst letzten beiden Episoden eine kleine Halbzeitpause zum Luftholen gönnt.


Ein letzter Blick auf Macon

Das Motel in Macon steht förmlich unter ständiger Belagerung.

Selbst nach Monaten des Ausharrens in der neuen Heimat, dem Schutz gebenden verlassenen Motel in Macon, wirkt die Lage noch immer nicht rosiger. Nicht nur, dass sich die kleine Gruppe immer wieder den gefährlichen Angriffen der Zombies auf der Suche nach neuer Nahrung erwehren muss, auch die Banditen aus dem umliegenden Wald werden zu einer weitaus größeren Bedrohung. Diese dauerhafte Belagerung durch inzwischen zwei Feindgruppen macht der Zweckgemeinschaft das Leben noch schwerer, als es ohnehin schon ist und sorgt neben der Beeinträchtigung des mittlerweile angeknacksten Nervenkostüms für zusätzliche zwischenmenschliche Spannungen. Der Zusammenhalt beginnt dabei immer weiter zu bröckeln, was auch auf das stetig wachsende Misstrauen innerhalb der Gruppe zurückzuführen ist - und das vielleicht nicht ganz unbegründet. Vorräte scheinen zu verschwinden und Anführerin Lilly hegt bereits eine Vermutung, dass sich einer aus ihren eigenen Reihen an den wertvollen Nahrungsmitteln zu schaffen macht. Als jedoch die Banditen angreifen und nur wenig später auch noch die untoten Walker über das Motel herfallen, bleibt wenig Zeit für lange Reden. Vorerst bleibt die Flucht aus Macon für das weitere Überleben die letzte verbliebene Möglichkeit. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben und die große Krise könnte schon bald ihren Höhepunkt erreichen.

Sherlock, übernehmen sie!

Proviant ist in derartigen Zeiten neben Vertrauen das höchste Gut.

Natürlich stützt sich 'The Walking Dead' auch in der dritten Episode wieder vermehrt auf die Handlung und stellt das Erlebnis über spielerische Aspekte wie Handlungsfreiheit oder allzu harte Kopfnüsse. Allerdings wird man inzwischen nicht mehr nur durch eine Aneinanderreihung von Dialogen und Entscheidungen geführt, sondern es dürfen auch etwas häufiger kombinatorische Aufgaben erledigt werden, als noch zuletzt. So sucht Lee zunächst auf dem Motelgelände nach vorhandenen Spuren, die zum Vorratsdieb führen könnten oder es müssen im späteren Episodenabschnitt Hinweise gesammelt und mit ihnen Maschinen wieder in Gang gebracht werden, um so das Vorankommen zu garantieren. Besonders große Erwartungen sollten an diese Einlagen allerdings erneut nicht gestellt werden, denn für Adventure-Spezialisten stellen diese auch weiterhin keine wirklich großen Herausforderungen dar.

Kleinere Schusswechsel sind das spielerisch einzig neue Element.

Während sich an der Einfachheit des Gameplays bei 'The Walking Dead' also wohl eher nichts mehr ändern wird, hat sich Entwickler Telltale dennoch eine neue kleine Spielerei ausgedacht. Um noch direkter in das Geschehen eingreifen zu können, darf man in der Haut von Lee nun auch einmal selbst zur Waffe greifen. Dabei müssen dann auch nicht wie üblich einfach nur wild irgendwelche Tastenkombinationen eingehämmert werden, sondern es werden vielmehr in typischer Shooter-Manier und mittels Fadenkreuzanzeige die Köpfe der Infizierten ins Visier genommen. Auch hier hat Telltale den Schwierigkeitsgrad allerdings bewusst moderat gehalten, denn allzu große Sorgen um die eigenen Zielfähigkeiten muss man sich nicht machen, da in der Regel bereits die ungefähre Ausrichtung der Waffe ausreichend ist, um einen sauberen Treffer zu landen. Daher sorgt die zusätzliche Action-Einlage auch für wenig Frust, sondern erfüllt vielmehr den Zweck einer neuen, willkommenen Abwechslung zu den überschaubaren und bislang bereits bekannten Handlungsmöglichkeiten, um kurz darauf doch wieder den Fokus voll und ganz auf die Story legen zu können.

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Kaum spürbare Auswirkungen, aber starke Emotionen.

Und die hat es erneut wieder gewaltig in sich. Während man in'Starved for Help' rückblickend in eine immer düster werdende Handlung verstrickt wurde, steht bei 'Long Road Ahead' besonders die emotionale Komponente im Vordergrund, denn im Spielverlauf haben dieses Mal einige Charaktere harte Entscheidungen zu treffen sowie schwerwiegende Rückschläge hinzunehmen. Damit das Konzept der emotionalen Beteiligung in der dritten Episode allerdings aufgeht, rücken die bisherigen Entscheidungen des Spielers gefühlt etwas in den Hintergrund und verlieren damit auch merklich an Bedeutung. So wird an einigen Stellen die Frage aufgeworfen, warum bislang eine Vielzahl von Entscheidungen in den vorangegangenen Episoden überhaupt getroffen werden mussten, wenn nun die Handlungen in bestimmten Situationen doch ineinander zusammenlaufen und zu den immer gleichen Konsequenzen führen. Dennoch bleibt sich die Reihe treu und setzt auch weiterhin die zahlreichen Entscheidungsmomente ins Zentrum der Geschichte, weshalb Lee erneut nicht umhin kommt, unter wenigen Alternativen auszuwählen, die ihn, wie auch immer sie aussehen mögen, auch in Zukunft wahrscheinlich noch moralisch beschäftigen werden. Ob diese allerdings auch wirklich auf die zukünftigen Geschehnisse Einfluss nehmen werden, bleibt nach 'Long Road Ahead' mehr denn je offen.


Galerien

Fazit:

Wertung: 81%

Trotz einer gestiegenen Anzahl an kleineren Aufgaben, die Lee dieses Mal zu erledigen hat, wird man bei der dritten Episode das Gefühl nicht los, doch eben nur zu einem Statisten einer fixen Handlung zu verkommen. So habe ich mich an einer bestimmten Stelle im Spiel dabei ertappt, nach und nach alle möglichen Varianten durchzuprobieren, um die vorliegende Situation doch irgendwie auf eine andere Weise enden lassen zu können - schlussendlich jedoch erfolglos. Einerseits zeigt dies recht drastisch auf, wie wenig Einfluss man selbst eigentlich auf die Handlung nehmen kann, obwohl 'The Walking Dead' durch Design-Entscheidungen wie die Dialogführung unter Zeitdruck stets etwas anderes suggeriert. Andererseits schafft es das Spiel durch dieses Vorgehen ebenso, gezielt Emotionen beim Spieler hervorzurufen ohne dabei zu vernachlässigen, von der ersten Minute an die so wichtige Spannung zu erzeugen. So geht dem Titel glücklicherweise auch nach der dritten Episode noch nicht die Puste aus und es darf auch weiterhin auf einen imposanten Endspurt gehofft werden, der die bisherigen Erlebnisse noch einmal in den Schatten stellt.

geschrieben am 01.12.12, Andreas Baumann

Systemanforderungen Weitere Links

Windows XP SP3/Vista/7
2.0 GHz Pentium 4 oder besser
3 GB RAM
2 GB Festplattenplatz
ATI oder NVidia Grafikkarte mit 512MB Ram
Direct X 9.0c
Direct X 9.0c kompatible Soundkarte
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