Reviews: CSI 2 - Dark Motives:

CSI 2 - Dark Motives


Jeden Mittwoch zur besten Sendezeit flimmert 'C.S.I. - Den Tätern auf der Spur', die derzeit wohl erfolgreichste Krimiserie auf dem internationalen Markt, über die Bildschirme. Dank der Zusammenarbeit des Developers 369 Interactive und des Publishers Ubisoft gibt es nun mit dem Adventure 'C.S.I. 2 - Dark Motives' bereits zum zweiten Mal den spannungsreichen Krimi-Thrill auch für den heimischen PC. Ubisoft hat sich große Mühe gegeben, die Spielumsetzung möglichst seriengerecht für den deutschen Markt umzusetzen, ob sich der Kauf allerdings auch für Nicht-Infizierte lohnt, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest.


Las Vegas. Eine Stadt mitten in der Wüste, ein Paradies für Spieler und, das bleibt dabei nicht aus, auch für zwielichtige Typen. Bei einem jährlichen Anstieg der Kriminalitätsrate um 25% wundert es auch nicht, dass die Hüter des Gesetzes alle Hände voll zu tun haben. Als junger, unerfahrener Absolvent der Polizeiakademie, versetzt in die Nachtschicht des Crime Scene Lab in der schillernden "Sin City", steigt man in das unmittelbare Geschehen ein. In Deutschland würde man die Arbeit der Crime Scene Investigation wahrscheinlich unter dem Begriff forensische Spurensuche und Analyse zusammenfassen. Hier geht es hauptsächlich darum, Tatorte nach Spuren und Beweisen zu durchsuchen, diese im Labor auswerten zu lassen, Verdächtige zu verhören und so den Tathergang zu rekonstruieren. Natürlich ist man als Greenhorn nicht auf sich allein gestellt, denn die netten Kollegen von der Nachtschicht, alte Bekannte für die Serienkenner, stehen einem mit Rat und Tat zur Seite, auch, wenn es mal brenzlig wird.

Insgesamt fünf Fälle gilt es nun zu lösen und von Sabotage über ordinären Verwandtenmord bis hin zu Organhandel haben sich die Schreiber von 369 Interactive einiges einfallen lassen, um eine dichte, realistische und dennoch nicht langweilige Spielatmosphäre aufzubauen. Zur Spurensicherung steht ein gut ausgestatteter Werkzeugkoffer, der unter anderem Tupfer, Fingerabdruckpuder und einige Spezialutensilien enthält, zur Verfügung. Luminol zum Beispiel ist ein Spray, das Blut auch auf gereinigten Flächen und nach einiger Zeit noch sichtbar machen kann und es zum Leuchten bringt, einige nette Effekten mit eingeschlossen.
Gespielt wird in First Person, alle Aktionen, auch die Werkzeuge werden per Point&Click aktiviert und verwendet, ein System, welches vom Prinzip her natürlich kein Problem darstellt und simpel von der Hand geht. Die Auswahl der richtigen Werkzeuge stellt sich hier viel eher als Herausforderung, denn damit muss man sich als Neuling erst einmal einfuchsen. Die Dialoge zum Verhör von Zeugen und Verdächtigen (und generell sind alle Beteiligten verdächtig) laufen nach altgedientem Multiple Choice System ab, die Auswahl der richtigen Fragen ist einfach. Wer sich allerdings Dialoge und Cut-Scenes schenken möchte, kann diese mit einem einfachen Rechtsklick überspringen.
Zusätzlich steht einem ein Tutorialsystem zur Verfügung, das Funktion und Verwendung der Utensilien, sowie die Steuerung eingehend erklärt, so dass sich der Spieler von Anfang an gut aufgehoben fühlt. Falls Fragen zum Fall aufkommen, kann der jeweils eingeteilte Partner gefragt werden und möglicherweise wichtige Hinweise geben. Ein Zeitlimit, wie bei vergleichbaren Spielen (z.b. 'Law and Order') gibt es hier nicht, man kann sich also alle Zeit der Welt nehmen, sich eingehend mit Tatorten und anderen Schauplätzen zu beschäftigen.
Nach Beendigung jeden Falls folgt eine Bewertung, die darüber entscheidet, ob Extras freigeschaltet werden. Diese Bewertung wird davon beeinflusst, wie viele Indizien man gesammelt und gefunden hat, wie oft man bei den Kollegen um Hilfe bitten musste und wie gut die Kontrollfragen, die ebenfalls nach jedem gelösten Fall gestellt werden, beantwortet werden. Sicherlich ein Feature dessen Notwendigkeit fragwürdig bleibt.

Abra Cadaver

So vielseitig und unerwartet die Geschichten auch geschrieben sein mögen und wie viel Mühe um Realismus sich die Schreiber auch gegeben haben, das Rätseldesign an sich, lässt bei 'C.S.I. 2' deutlich zu wünschen übrig. Das immer gleiche Muster zieht sich durch alle 5 zu lösenden Fälle, übrigens eine Schwäche, mit der auch die Serie zu kämpfen hat. Man hat einen Tatort, sammelt Beweise, wertet diese im Labor aus, befragt Zeugen oder Opfer, bekommt einen neuen Ort, der wiederum untersucht werden muss, etc. So realistisch dies auch sein mag, und wie ähnlich das der wirklichen Arbeit der Forensik oder des C.S.I. auch sein mag, für ein Adventure ist der Spielverlauf einfach zu linear und einfach gestrickt. Die Rätsel, möchte man sie denn als solche bezeichnen, sind auch für absolute Neueinsteiger problemfrei lösbar. Zumindest theoretisch, denn Pixelhunting und zwar bis zur Meisterschaft getrieben, steht auf dem Plan. Wer nicht das ultimative Adlerauge, oder den bösen Blick hat, stößt hier nicht selten auf seine Gedulds-Grenzen. Hier hilft einem nur der Cursor, der sich grün verfärbt, sobald man einen der gut versteckten, aber auch angenehm großen Hot Spots gefunden hat. Wem das allerdings zu läppisch ist und wer wirklich Zeit und Laune hat, mit der Lupe vorm PC zu hocken und jeden einzelnen Pixel abzusuchen, kann dieses Feature allerdings auch abschalten, eine sehr künstliche und überflüssige Erhöhung des Schwierigkeitsgrades.
Die extreme Linearität ist leider wirklich ein Problem des Spiels und raubt einem leider oft den letzten Nerv. Hat man also nicht vorher diesen oder jenen Fingerabdruck gefunden, diesen oder jenen Teppich untersucht, oder diesen oder jenen Wind gerochen, gibt es kein Fortkommen. Auch der Zusammenhang, oder die mögliche Bedeutung eines bereits entdeckten Objekts ergeben sich häufig erst im späteren Verlauf, so dass man sich erneut auf die Suche begeben darf nach einem Objekt, das man vorher bereits entdeckt hatte.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass die C.S.I.-Mitarbeiter scheinbar nicht in der Lage sind, sich selbst Informationen zu besorgen, die nicht mehr oder minder gut versteckt an irgendeinem Tatort auf sie warten. So muss zum Beispiel nach einer Adresse beim zuständigen Polizei-Chief nachgefragt werden, anstatt wenigstens selbst den Computer zu durchsuchen, geschweige denn mal das Örtliche zur Hand zu nehmen.

Viva Las Vegas

Grafisch lässt sich 'C.S.I. 2' kaum einheitlich beschrieben, geschweige denn bewerten denn zwischen den verschiedenen Darstellungsebenen tun sich teilweise Welten auf, einheitlich wirken alle jedoch wenigstens recht realistisch.
So sind vor allem die 360° Ansichten, meist der Tatorte, allerhöchstens als durchschnittlich zu bewerten. Eigentlich wirken diese Orte durch die Bank weg eintönig und kalt, keine Spur von Wüstenflair oder schillernder Metropole. Vergleichbar mit dem Charme eines Etap-Hotels mangelt es den Tatorten vor allem an Detailliertheit, alles wirkt wie aus einem Guss, Zweckmäßigkeit vor Design. Dies und die teilweise extrem unscharfen Texturen machen das Pixelhunting und die Spurensuche nicht unbedingt zu einem Vergnügen.
Anders die unbewegten Hintergründe und Detailansichten, hier haben die Entwickler wirklich an Nichts gespart. Viele Schauplätze, wie zum Beispiel das Labor, oder das Büro von Nachtschicht-Chef Grissom wirken wie eins zu eins aus der Serie übernommen und strotzen vor Liebe zum Detail. Wahrscheinlich fiel es hier viel einfacher, eine bereits vorhandene Kulisse umzusetzen, als eine Neue zu entwickeln und zu designen. Auch die Charaktere sind äußerst realistisch und detailliert umgesetzt und sehen den Vorbildern aus der Serie tatsächlich ähnlich. Die Animationen lassen allerdings zu wünschen übrig, denn obwohl es sehr moderat ausschaut, wenn der Charakter wirklich atmet und sich alles bewegt, so wirkt es dann um so komischer, wenn sie sich die immer gleiche Animation beim Sprechen längerer Sätze wiederholt.
Auch die Cut-Scenes lassen sich nur schwer einheitlich beschreiben, es empfiehlt sich, hier eine Linie zu ziehen, zwischen animierten und realistischen Szenen. So wurden die realistischen Szenen eins zu eins aus der Serie übernommen und bieten teilweise sehr interessante Einblicke in das Innenleben eines Menschen. Medizinstudenten oder wer schon immer mal sehen wollte, wie es aussieht, wenn ein Knochen bricht, oder wie es von innen aussieht, wenn ein Mensch erbrechen muss, ist hier genau richtig. Auch die Rundflüge über Las Vegas mit den zahllosen leuchtenden Werbeflächen vermitteln ein äußerst reales Bild der Stadt und bilden einen angenehmen Kontrast.
Die animierten Cut-Scenes allerdings sind ein wenig gewöhnungsbedürftig, weniger von der szenenhaften Darstellungsweise, sondern viel mehr vom grafischen, denn die sind zum Teil ekelhaft pixelig und ein wenig grob. Auch geht, was mir besonders im Vergleich zu den Konzeptbildern, die als Feature freigeschaltet werden können, die Rekonstruktion als solche verloren, so dass die Skizzen wirklich mehr Aufschluss über den Hergang gaben, als die entsprechende Cut-Scene.

Von Larven und anderen Bugs

Auf dem Techniksektor hätte 'C.S.I. 2' deutlich ausgewogener sein können, was sich auch negativ auf das Gameplay auswirkt. So wirken zum einen besonders die Grafikbugs höchst verwunderlich, spricht man zum Beispiel plötzlich mit einem leeren Stuhl. Zum anderen stößt man leider auch auf Bug-bedingte Sackgassen, die hier und da einen Neustart erzwingen. Auch negativ fallen die besonders im Vergleich ziemlich langen Ladezeiten auf. Bei einem grafisch einwandfreien Spiel mit einer hohen Auflösung stört mich das nicht, bei einer Auflösung von 800*600 und einer ziemlich durchwachsenen Grafik schon viel eher.
Auch das Speicher- System ist etwas gewöhnungsbedürftig, denn zu Beginn des Spiels legt der Spieler sein Profil fest, wo dann von Fall zu Fall der jeweilige Fortschritt beim Verlassen automatisch gespeichert wird. Vom Prinzip her funktioniert das wunderbar, auch die Cut- Scenes lassen sich gesondert noch einmal anschauen, jedoch muss man jedes Mal von Neuem beginnen, hat man den Fall einmal gelöst. In der Mitte einsteigen und sich vielleicht einen besonders interessanten Dialog noch einmal anhören, geht nicht.

Let's talk about...

Wenn auch die Hintergrundmusik ein wenig karg ausfällt und Liebhabern von pompösen Soundtracks sicherlich nicht zusagen werden, wirken sie dennoch sehr atmosphärisch und passend. Auch die Soundeffekte lassen nichts zu wünschen übrig und entsprechen dem Serienstandard zu hundert Prozent.
Bei der Synchronisierung hat sich Ubisoft besonders viel Mühe gegeben, der Linie der Serie treu zu bleiben. Mit einer Ausnahme sind die Stimmen der Serie die gleichen und tragen somit natürlich auch zur gelungenen Umsetzung bei. Hierbei sind auch namhafte deutsche Sprecher vertreten wie zum Beispiel David Nathan, der Adventurefreunden noch aus 'Black Mirror' bekannt sein dürfte. Auch die anderen Charaktere werden sehr professionell gesprochen und schlagen sich im Großen und Ganzen gut, auch wenn einiges sehr abgelesen klingt. Außerdem hätte man ruhig zwei Synchronsprecher für zwei Rollen casten können, anstatt beide Male den gleichen Sprecher zu verwenden, besonders, wenn man das Spiel in einem Stück durchspielt, fällt das nämlich auf.
Positiv anzumerken sind hier auch die zusätzlichen Features, die nach erfolgreichem Lösen eines Falls freigeschaltet werden. Neben Konzeptbildern warten hier auch Interviews auf ihre Entdeckung und sind nicht nur für Fans der Serie interessant anzuschauen, einen solchen Blick hinter die Kulissen eines PC-Spiels erhält man auch nicht alle Tage.


Galerien

Fazit:

Wertung: 78%

Trotz deutlicher Mängel besonders im Bereich Grafik und Rätseldesign ist 'C.S.I. 2- Dark Motives' tatsächlich eine recht gute Umsetzung der Lizenz und besonders das Serienflair ist größtenteils vorhanden. Auch wenn man sich vorstellen könnte, dass eine derart erfolgreiche Serie, deren Executive Producer kein geringerer ist, als 'Fluch der Karibik' Produzent Jerry Bruckheimer, und die bereits zwei Spin- Off Serien hervorgebracht hat, eine etwas aufwendigere Umsetzung verdient hätte, haben 369 Interactive und Publisher Ubisoft hier sicherlich grundsolide Arbeit geleistet. Dennoch ist es nicht nur ein Spiel für die Fans der Serie, jeder Hobby Sherlock Holmes und wer immer Spaß an Spurensuche und zudem noch ein Interesse für chemische oder biologische Details hat, ist hier an der richtigen Adresse. Mir persönlich haben die positiven Aspekte, wie die tollen und abwechslungsreichen Storys, sowie die dichte Atmosphäre geholfen über einige Schwächen hinweg zu sehen, so dass wirkliche Rätselfreude aufkam. Angesichts der offensichtlich positiven Entwicklung im Vergleich zum Vorgänger bleibt nun zu hoffen, dass sich dieser Trend fortsetzt und vor allem grafisch weiter gearbeitet wird. Für das nächste Jahr ist übrigens bereits das Spiel zur Spin-Off Serie 'C.S.I.: Miami' angekündigt, was sich nicht nur Fans vormerken sollten.

geschrieben am 10.06.04, Ulrika Tegtmeier

Systemanforderungen Weitere Links
Win 98/2000/ME/XP
CPU mit 600 Mhz
256 MB Ram
3D-Grafikkarte mit 32 MB Ram
Soundkarte
650 MB freier Festplattenspeicher
16x CD-Rom

Offizielle Homepage


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