Reviews: Anna:

Anna


'Anna' ist ungewöhnlich. In dem First-Person Horror-Adventure von Dreampainters bewegt man den Protagonisten hauptsächlich in einer Sägemühle und löst dabei so einige Rätsel mit grusligem Ausgang. Das alles, um zu erfahren, warum er überhaupt dort ist und wer diese Anna ist. Das ist auch das Ziel des Spiels: Herausfinden, was passiert ist und warum ihn solche Albträume plagen. Tauchen wir einmal ein wenig in diese Albtraumwelt ein und versuchen dem Spiel ein wenig auf den Zahn zu fühlen.

Stimmen in meinem Kopf

{Beschreibung der Grafik}

Sieht ja ganz idyllisch aus...

Man beginnt in einer idyllischen Lichtung, umgeben von Bergen, vor einer alten Sägemühle. Bewaffnet mit einem Feuerzeug, einem Messer, einer leeren Feldflasche, einem Notizbuch und einem Handy steht man da oben und weiß eigentlich nicht warum und wie es weitergeht. Der Protagonist erkundet außen alles, findet einiges zum Aufheben, Ansehen und Benutzen und man bemerkt schnell: Ich soll in die Mühle. Das Auge über der Tür fällt schnell auf und schon geht die Rätselei los. Brandschatzen, kleine Türen mit dem Messer öffnen und noch ein paar Dinge muss man zusammentragen, dann brennt schlussendlich das Türschloss und nach einer behelfsmäßigen Löschaktion ist man drin. Man hört beim Öffnen der Tür und später immer wieder die Stimmen von Anna und des Protagonisten. Der Weitergang der Story wird durch diese Stimmen und manchmal auch durch Verstreichen von Zeit weitergetrieben. Das ganze klingt nach einem klassischen Adventure, ist es auch, denn Sterben kann man nicht, das aber leider die Angst etwas mindert und einen schnell nur mehr durchklicken lässt, denn Dialoge gibt es nicht. Die Story ist trotzdem das Interessanteste am Spiel, denn man fragt sich schon wer Anna ist und was hier überhaupt vorgefallen ist. Es gibt auch drei verschiedene Enden, wobei eines davon bereits nach 1-2 Stunden Spielzeit gewählt werden kann und die Geschichte nicht wirklich aufklärt. Nach der selben Spielzeit nochmal ist man aber dann am bestmöglichen Ende angelangt und man erfährt genaueres, was denn in der Sägemühle vorgefallen ist.

Ich muss verrückt sein


{Beschreibung der Grafik}

Der Hauptcharakter scheint durchaus verrückt zu sein

Kommen wir zum weniger erfreulichen Teil des Spiels: Die Steuerung. Die Steuerung in der ersten Person wäre kein Problem, aber das relativ träge Auswählen zwischen Ansehen, Benutzen, Nehmen und das noch trägere Kombinieren zwischen Inventargegenständen und der Umwelt nerven einen schon nach wenigen Minuten. Schräg sind aber auch einige Kommentare, wenn man etwas falsch kombiniert, denn oft glaubt man, dass das Spiel den Spieler für nicht sonderlich intelligent hält: „Ich muss verrückt sein oder ein kompletter Idiot, daran auch nur gedacht zu haben.“ Solche Kommentare liest man nicht selten, wenn man per Trial & Error ausprobiert, welche Kombinationen einen weiterbringen könnten.

Bei den Rätseln benötigt man schon etwas Geduld. Manchmal sucht man nur verzweifelt irgendwo nach einem Gegenstand, den man erst nach etwas stöbern, oder herumräumen findet, manchmal sind es aber auch Aktionen, die einen kurz stutzig machen, wie z.B. ein Felsen gleich zu Beginn, den man nicht per Hand wegräumen kann, weil er zu schwer ist, aber ein zerbrechliches kleines Hilfsmittel kann ihn weghebeln – hier werden wohl einige kurz die Augenbrauen nach oben ziehen oder einfach lachen. Durch das Spiel sind die Rätsel dann zwischen sehr einfach und doch ein wenig Denkarbeit angesiedelt.

Wenig Licht führt zu viel Schatten

{Beschreibung der Grafik}

Gruseliges Potential wäre da

Das First-Person Adventure sieht auf den ersten Blick eigentlich ganz gut aus, bei genauerem Hinsehen merkt man aber sofort die Schwächen der Grafik. Von niedrig aufgelöster Hintergrund-Berglandschaft bis schwachen Texturen gibt es alles. Die Beleuchtung und die Lichteffekte im Haus können gut zur Atmosphäre beitragen, genauso wie manch schöne Grafikeffekte in der Höhle im späteren Spiel. Auch Artwork, Zeichnungen an der Wand, mit Kreide und Blut, sind stimmig und erzeugen eine beklemmende Stimmung. Leider wird diese liebevoll aufgebaute Atmosphäre zu oft von Fehlern im Spiel und Schlampigkeiten ruiniert. Achtung! Wer nicht regelmäßig speichert, ist bei 'Anna' auf verlorenem Posten, denn manchmal muss man gewisse Dinge ansehen, bevor das nächste Ereignis passiert. Ähnlich läuft es ab, wenn man zu schnell ist, dann muss man manchmal einfach im Spiel warten, bis der Timer im Hintergrund abläuft. Das sind Unschönheiten, die auch dazu führen können, dass man gar nicht im Spiel weiter kommt und schlimmsten falls neu anfangen muss.


Galerien

Fazit:

Wertung: 56%

'Anna' hätte sehr viel Potential, denn an manchen Stellen im Spiel ist sowohl Atmosphäre als auch Story sehr vielversprechend. Jedoch wird das von der Technik gewaltig getrübt. Schlechte Steuerung und andere Glitches überwiegen leider und reißen einen zu oft aus der Spielwelt heraus. Somit bleibt leider ein Indie-Adventure mit Potential, das jedoch sehr viel herschenkt und nur wenig Spaß hat. Schade eigentlich, trotzdem bin ich gespannt, was Dreampainters als nächstes macht, denn mit Feinschliff können sie ein gutes Adventure schaffen. Leider nur zu empfehlen für absolut Hartgesottene, die über Bugs und zähe Steuerung hinwegschauen können und die einen Lückenfüller brauchen, wenn keine besseren Adventures in Reichweite sind.

geschrieben am 03.03.13, Peter Färberböck

Systemanforderungen Weitere Links

Betriebssystem: Windows XP
Prozessor: Dual Core
Speicher: 2 GB RAM
Grafik: Shader model 3 Grafikkarte
DirectX®: 9.0c
Festplatte: 850 MB HD frei
Sound: Stereo Soundkarte
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