Reviews: Cognition - An Erica Reed Thriller:

Cognition - Episode 3: The Oracle


'The Oracle' lautet der klingende Name der dritten 'Cognition'-Episode und knüpft just an jenem Punkt an, an dem die Zweite so schlagartig endete. Der mysteriöse Episodenthriller von Phoenix Online Studios nähert sich damit zugleich der alles entscheidenden Phase. Es braucht Antworten und diese werden dem Spieler geboten. Und wie! Wer allerdings die ersten beiden Episoden noch nicht gespielt hat, sollte zwecks Spoiler-Vermeidung lediglich das abschließende Fazit lesen...

 

 

 



Nach dem Fall ist vor dem Fall

Cognition

Vor diesem Hochhaus ist es passiert...

Die letzte Folge endete mit einem Knall: Joey Goethals, der 'Wise Monkey'-Serienkiller, wurde von einem unbekannten Mörder imitiert, verstümmelt und eiskalt von einem Hochhaus in den tiefen Abgrund gestoßen. Zum zweiten Mal wird FBI-Agentin Erica Reed mit einem solchen Verhaltensmuster konfrontiert und wieder ist der vermeintliche Verbrecher nicht der richtige. Das kann kein Zufall sein! Doch wer steckt dahinter und warum? Fragen über Fragen. 'The Oracle' setzt unmittelbar vor jenem Hochhaus fort, wo Goethals kurz davor Bekanntschaft mit dem Erdboden machen durfte. Als Erica am Tatort ankommt, laufen die Ermittlungen bereits. Eigentlich sollte John McCoy ebenfalls vor Ort sein, doch seltsamerweise meldet sich ihr FBI-Partner nicht mehr. Noch dazu versucht Ericas neuer Boss mit allen Mitteln, diese Angelegenheit unter den Tisch kehren und die Ermittlerin zu vertreiben. Kurz und gut: Da ist was faul und die Antwort scheint im Hochhaus zu lauern...

 

 

 

 

Welche Rolle spielt Cordelia?

Cognition

Cordelia hat den Sprung miterlebt... aber wieso?

Die erste richtige Überraschung (von vielen) folgt allerdings noch, denn genau dieses Gebäude gehört Cordelia. Die spielte zuletzt nur eine unscheinbare Nebenrolle und nun rückt sie schlagartig in den Mittelpunkt. Wie Erica hat sie jemanden verloren und leidet. Allerdings ist das längst nicht ihre einzige Gemeinsamkeit. Auch sie verfügt nämlich über eine besondere kognitive Gabe der übersinnlichen Art. Zwar kann sie nicht die Vergangenheit, dafür aber in die Zukunft sehen. Wie der Titel bereits andeutet, dreht sich 'The Oracle' vorwiegend um Cordelias Rolle im Geflecht der bisherigen Ereignisse und ihr soziales Umfeld. Wir lernen somit eine Person kennen, die möglicherweise eine Entwicklung hin zum Killer machen könnte und helfen ihr sogar dabei. Ein paradoxes Gefühl, das zugleich womöglich einen Reiz dieses Adventures ausmacht.

 

 

 

 

Packende Story

Cognition

In Visionen sieht Erica immer wieder dieses Schicksal... kann sie es verhindern?

Narrativ stellt 'The Oracle' seine Vorgänger mühelos in den Schatten und ist aus Genre-Sicht zu den Highlights dieser ersten Jahreshälfte zu zählen. Phoenix Online Studios, mit Unterstützung von Jane Jansen, treibt die Spannung langsam zu einem dramatischen Höhepunkt hin. An Intensität mangelt es dem unverbrauchten Plot gewiss nicht. Daran haben die interessanten Charakter-Konstellationen einen erheblichen Anteil, wie auch der Wechsel zwischen mehreren Zeitebenen. Neben Ericas Gegenwart spielen wir einige Ausschnitte aus Cordelias Vergangenheit, die zudem sogar durch durch gegenwärtige Erfahrungen der Ermittlerin beeinflussbar sind. Unsere Protagonistin erhält somit eine weitere Fähigkeit. Die beiden Frauen können einander über unterschiedlichen Zeitzonen hinweg helfen, miteinander kommunizieren. Braucht Cordelia beispielsweise das Wissen rund um den Endstand eines aus ihrer Sicht gerade laufenden Spiels, kann Erica ihr dieses Wissen kognitiv zukommen lassen und so weiter.

 

 

 



Solide Rätsel mit Luft nach oben

Cognition

Dann untersuchen wir mal den Tatort...

Diesmal gibt es für uns weniger Ermittlerarbeit zu erledigen, dafür kommen Ericas paranormale Fähigkeiten vergleichsweise stärker zum Tragen. Wie schon zuletzt sind die Rätsel logisch und linear aufgebaut, wobei wir die Ausflüge in die Vergangenheit nicht zwangsläufig immer in einer bestimmten Reihenfolge lösen müssen. Meist sind die Aufgaben keine große Hürde, aber es gibt diesmal immerhin zwei, drei komplexere Rätsel, die länger beschäftigen können (Stichwort Kunst). Zuweilen kämpft 'Cognition' damit, dass zwar mehrere Ziele in der Episode vermengt wurden, man als Spieler aber trotzdem an einer eher linearen Leine hängt und sich nicht so richtig frei fühlt. Vereinzelt werden Aktionen erwartet, die man als Spieler in der jeweiligen Situation eigentlich noch nicht machen würde, da der Fokus woanders liegt. Abgesehen davon wird der flotte Erzählfluss durch die Rätsel grundsätzlich aber gut getragen.

 

 

 


Gewohnte technische Umsetzung mit Abstrichen


Cognition

Zwischen Cordelia und ihren Brüdern gibt es einige Spannungen...

Abseits der tollen Geschichte offenbart die technische Umsetzung ein paar Baustellen. Zum einen fällt die geringe Anzahl an Schauplätzen negativ auf, die sich auf knapp ein Dutzend Hintergründe beschränkt. Brauchen wir Informationen, die wir vor Ort nicht bekommen, wird Kollege Terence schriftlich via Smartphone kontaktiert, der prompt die nötigen Fakten transferiert. Das mag zwar bequem sein, aber eigentlich ist es schade, dass wir nicht selbst recherchieren dürfen. Grafisch gibt es keine Überraschungen (die Zwischensequenzen sind einmal mehr deutlich einprägsamer gelungen als der Rest) und musikalisch wird ebenso gewohnte Kost geboten. Bei der Wahl der Sprecher für die Nebenrollen zeigen sich diesmal allerdings kleine Aussetzer, die das Spielgefühl etwas trüben. Auch die Bedienung ist nicht optimal: Bei zwei bis drei kognitiven Fähigkeiten ging die Handhabung halbwegs passabel, aber für mehr bräuchte es ein intuitiveres System. Zudem hantieren wir später mit mehreren Vergangenheiten herum, die jederzeit zur Auswahl stehen. Eine anschaulichere Symbolik fehlt leider auch hier und so kann es leicht passieren, dass wir uns verklicken. Solche Aspekte in Verbindung mit der herkömmlichen Point-and-Click-Steuerung führen zu einem leicht überladenen Interface, was zwar den Spielspaß nicht brutal trübt, aber doch für kleine Abstriche sorgt.


Galerien

Fazit:

Wertung: 83%

'The Oracle' demonstriert, welches erzählerische Potential in Phoenix Online Studios schlummert. In drei bis vier Stunden Spielzeit wird ein unverbrauchter, richtig spannender Mystery-Thriller erzählt, der sich gekonnt über mehrere Zeitebenen erstreckt. Klar, über gewisse Mängel sollte man hinwegsehen können (u.a. leicht unkomfortable Steuerung, wenige Schauplätze und eine Grafik, die bestimmt nicht alle Geschmäcker treffen wird), aber es lohnt sich. Falls die letzte Episode dieser Staffel dieses Niveau hält, dann steht uns ein tolles 'Cognition'-Finale bevor.

geschrieben am 04.07.13, Matthias Glanznig

Systemanforderungen Weitere Links

Windows: XP/Vista/7
2.0 GHz CPU
2 GB RAM
ATI oder NVidia Grafikkarte mit 512 MB RAM
2.5 GB Festplattenplatz
Offizielle Webseite (englisch)
Bei GOG kaufen


Spiel kaufen

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Dieses Review gehört zu  Cognition.




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