Reviews: Clever & Smart - A Movie Adventure:

Clever & Smart: A Movie Adventure


Nach mehreren ausschließlich für den spanischen Markt produzierten 'Clever & Smart' Adventures, finden die beiden Geheimagenten der spanischen T.I.A. nun endlich auch ihren Weg auf die deutschen Monitore. Welchen Eindruck sie dabei in Alcachofa Softs neustem Adventure hinterlassen, erfahrt ihr in unserem Test.


Der spanische Geheimdienst T.I.A. steckt in finanziellen Schwierigkeiten, nachdem der Generalinspektor angedroht hat, die finanzielle Unterstützung für Dr. Bakterius’ Erfindungen zu streichen. Nun muss schnell eine Erfindung her, die nicht nur die Meinung des Generalinspektors umstimmt, sondern am besten auch gleich etwas Geld in die leeren T.I.A.-Kassen bringt. Natürlich hat Dr. Bakterius da schon genau das Richtige: Den so genannten Teledingens, der es ermöglicht Gegenstände oder Personen aus Filmen in die reale Welt zu bringen. Doch wie es bei seinen Erfindungen üblich ist, klappt dabei nicht alles nach Plan und so kommt es, dass anstelle des erhofften Schatzes der Ägyptischen Pharaonen plötzlich die 3000 Jahre alte Mumie Impoteh in Bakterius’ Büro erscheint und sich auf den Weg macht, der Welt ihren Zorn spüren zu lassen. Nun ist es die Aufgabe der beiden Geheimagenten Fred Clever und Jeff Smart in die Filmwelt zu reisen und das Buch der Toten zu besorgen, um Impoteh doch noch besiegen zu können. Doch diese Aufgabe erweist sich als schwieriger, als zunächst angenommen.

Über den Verkleidungskünstler Fred Clever und den cholerischen Jeff Smart muss an dieser Stelle wohl nur wenig geschrieben werden. Nach inzwischen weit über hundert Comicbänden, zwei Trickfilmserien, sieben spanischen Adventurespielen und einer in Spanien sehr erfolgreichen Realverfilmung, gelten die beiden Geheimagenten schon längst nicht mehr nur in ihrer spanischen Heimat als absolute Kultfiguren.
Erfreulicherweise blieb dies auch bei den beiden Publishern Crimson Cow und Flashpoint nicht unbemerkt, so dass mit 'Clever & Smart: A Movie Adventure' endlich auch die deutschen Fans in den Genuss des neusten Spiels von Alcachofa Soft kommen.

Kein Klotzen sondern Kleckern, da muss man leider meckern

Auf den ersten Blick könnten die Screenshots aus 'Clever & Smart' direkt aus einem der zahlreichen Comicbänden entsprungen sein. Dies wird unter anderem auch durch viele skurrile Details deutlich. So hängt beispielsweise eine halbe Wurst an einem Nagel über der Tür des Büros von Mister L, während eine Hand wie eine Jagdtrophäe die Wand in einem Wild-West Friseursalon schmückt. Doch leider lässt diese Detailverliebtheit bei den Animationen stark nach. Nur selten kommt durch Animationen, wie etwa einen sich drehenden Deckenventilator, Leben in die etwas starr wirkenden Hintergründe. Manche Nebenfiguren wirken dadurch sogar wie leblose Pappfiguren, die vollkommen regungslos dastehen, bis man mit ihnen spricht. Doch selbst dann ist nicht alles perfekt. Auf Lippensynchronität wartet man ebenso vergeblich, wie auf Gesichtsausdrücke, die sich den Emotionen der Figuren anpassen.
Hinzu kommt noch eine etwas hölzerne Gangart der beiden Protagonisten, da beim Laufen auf eine Diagonalansicht verzichtet wurde. Franciso Ibañez, der Schöpfer von Clever und Smart, der auch die Arbeiten am Adventurespiel überwachte, wollte mit dieser etwas ungewöhnlichen Entscheidung dafür sorgen, dass die Figuren im Spiel besser zum Stil der Comics passen.

Ihr habt es erfasst, die Musik die passt

Die Schwächen bei den Animationen werden glücklicherweise bei der Synchronisation und der musikalischen Untermalung von 'Clever & Smart' wieder wettgemacht. Neben einigen Jazzmusikeinlagen fallen vor allen die zahlreichen Abwandlungen bekannter Filmmusikstücke auf. Egal ob Horror-, Wild West-, oder Dinosaurierparkmusik: Irgendwie wird man das Gefühl nicht los eine ähnliche Musik schon mal irgendwo gehört zu haben, so dass es dem Spieler leicht fällt sich in die jeweiligen Filmwelten, die Jeff und Fred bereisen, hineinzuversetzen.
Auch bei der Synchronisation wurde eine erstklassige Arbeit geleistet. Die Sprecher sind bis in die Nebenrollen gut gewählt. So übernimmt zum Beispiel Michael Krowas, der Sprecher von Luton aus 'Discworld Noir', die Rolle des Film Noir Detektivs Sam Spade. Aber auch Christian Stark, besser bekannt als Brian Basco aus 'Runaway', sowie 'Tony Tough' Sprecher Monty Arnold lassen sich in der erstklassig besetzten Sprecherliste wiederfinden.
Kenner der Zeichentrickserie von 'Clever & Smart' müssen sich eventuell erst ein wenig an die beiden Hauptsprecher gewöhnen, da es sich als etwas schwieriger erweisen könnte, die Stimmen von Karl Dall und Wolfgang Völz aus dem Kopf zu bekommen.
Da aber auch Lutz Herkenrath und Erik Schäffler ihre Rollen hervorragend ausfüllen, sollte nach einer kurzen Eingewöhnungsphase niemand mehr den "Originalsprechern" hinterhertrauern.
Auch die Hintergrundseräusche, wie etwa eine murmelnde Menschenmenge bei einer Versammlung von Horrorfiguren, sind durchaus passend gewählt, tauchen aber leider viel zu selten auf. Trotzdem bleibt die Vertonung eine der absoluten Stärken des Spiels.

Ist doch klor, wir haben Humor

Eine weitere Stärke von 'Clever & Smart' lässt sich im Humor und der Atmosphäre des Spiels finden. Da es Crimson Cow gelungen ist, den Übersetzer der Comics für die Überarbeitung der deutschen Texte zu gewinnen, schafft es das Spiel auf ganzer Linie an den Wortwitz und die Situationskomik der Comicvorlage heranzukommen. Besonders bei den bissigen Kommentaren von Jeff und Fred bleibt kein Auge trocken. Die Folge davon sind ein hoher Spielspaß und eine gute Comic-Atmosphäre.
Dennoch fühlt man sich nicht hundertprozentig in einen 'Clever & Smart' Comic hineinversetzt, da der für die Comics übliche Hau-drauf-Humor und die mehr oder weniger gewalttätigen Ausbrüche der beiden Agenten doch stark in den Hintergrund treten.
Für manche Spieler könnte sich der Humor auch als etwas zu derb oder sarkastisch erweisen. Wer schon mit Spielen wir 'Tony Tough' oder 'Sam & Max' nichts anfangen konnte, könnte eventuell auch mit 'Clever & Smart' seine Probleme haben.

Die Tastatur kann raus, wir steuern mit der Maus

Wie es sich für ein klassisches Point & Click Adventure gehört, lässt sich 'Clever & Smart' komplett mit der Maus spielen. Die Steuerung ist dabei sehr einfach gehalten. Mit der linken Maustaste kann man Gegenstände oder Personen ansehen, während man per Rechtsklick mit ihnen interagieren kann. Das Inventar öffnet sich, indem man den Mauscursor in die linke obere Ecke des Bildschirms bewegt. Zum Verlassen reicht es, die Maus wieder nach rechts unten zu führen.
Auch der Wechsel zwischen den beiden Spielcharakteren erweist sich als sehr einfach. Mit einem Klick auf das Bild von Fred oder Jeff in der rechten oberen Ecke des Monitors kann man zum anderen Spieler wechseln.
Es ist allerdings nicht möglich Gegenstände zwischen den beiden Charakteren auszutauschen. Dies könnte sich vor allem im Multiplayermodus als etwas hinderlich erweisen. Dazu aber später mehr.
Für ungeduldige Spieler lassen sich Gespräche und Zwischensequenzen per Mausklick ganz einfach abbrechen, während unsere Helden per Doppelklick auf einen Ausgang direkt in den nächsten Raum wechseln. Dafür gibt es aber keine Möglichkeit die Animation innerhalb eines Raumes zu beschleunigen oder abzubrechen.

Und sei es mit Gewalt – wir rätseln bis es knallt

Dank der Möglichkeit zwischen den beiden unterschiedlichen Charakteren Jeff und Fred hin- und herzuwechseln, lassen sich einige Rätsel realisieren, die bei anderen Spielen nicht machbar gewesen wären. In mehreren Fällen müssen die beiden Agenten zusammenarbeiten, um beispielsweise einen Sheriff abzulenken und ihm gleichzeitig den Schlüssel zu klauen. An anderen Stellen lassen sich Rätsel nur mit Jeff oder mit Fred lösen, da beide Figuren grundlegend unterschiedliche Eigenschaften haben. Während Jeff auch dem Glücksspiel nicht abgeneigt ist und auch zu einem Schluck aus der Flasche nicht nein sagt, ist Fred eher als Verkleidungskünstler bekannt, der als Jeffs Assistent auch schon mal niedere Tätigkeiten ausüben muss. Häufig gilt es vor allen Gegenstände zu finden und sie an anderer Stelle zum richtigen Zeitpunkt anzuwenden. Durch die zahlreichen Gespräche werden dazu oft die notwendigen Hinweise und Andeutungen gegeben.
Die Rätsel sind gut in die Handlung des Spiels eingebunden und von der Schwierigkeit her in den meisten Fällen konstant auf fortgeschrittenem Niveau angesiedelt. Fast immer lassen sie sich mit etwas Überlegung logisch bewältigen, so dass bereits nach einer recht kurzen Spieldauer von etwa zwölf Stunden der Abspann des Spiels betrachtet werden kann.

Wir sind dazu bereit und spielen auch zu zweit

Als Besonderheit von 'Clever & Smart' ist vor allem der ansonsten Genre-untypische Multiplayermodus hervorzuheben. Per lokalem Netzwerk oder Internet ist es zwei Spielern möglich, das Adventure gemeinsam durchzuspielen. Ein Spieler übernimmt dabei die Rolle von Jeff, während der andere Spieler in die Haut von Fred schlüpft. Um dieses Feature auszunutzen, müssen beide Spieler eine Originalversion von 'Clever & Smart' besitzen.
Mit F1 lässt sich ein Chatfenster einblenden, mit dessen Hilfe die beiden Spieler miteinander kommunizieren und sich gegenseitig Tipps geben können. Mit Hilfe eines Headsets können die Spieler sogar richtig miteinander sprechen.
Leider erweist sich der Multiplayermodus noch nicht als ganz fehlerfrei: In unserer Testphase kam es beispielsweise zu einem Deadend, als Jeff am Marterpfahl gefesselt war und Fred durch einen unglücklichen Zufall gleichzeitig den Raum betreten hat und diesen nun nicht mehr verlassen konnte, weil kein Ausgang anwählbar war. Da es auch keine Möglichkeit zum Speichern während des Multiplayerspiels gibt, eignet sich dieser Modus nur bedingt zum Zwischendurchspielen. Hinzu kommt noch, dass man viele witzige Dialoge und Rätsel verpasst, wenn man sich in einem anderen Raum als der Mitspieler aufhält. Da es keine Wahlmöglichkeit gibt, wer welchen Charakter übernehmen soll und da man keine Inventargegenstände austauschen kann, ist es bei mehreren Rätseln bereits vorgeschrieben, wer was lösen muss. Hier wäre etwas mehr Spielraum erfreulich gewesen.
Trotzdem ist der Multiplayermodus eine sehr nette Dreingabe, die hoffentlich für spätere Teile oder durch einen Patch noch ein wenig verbessert wird.


Galerien

Fazit:

Wertung: 84%

Alles in Allem ist Alcachofa Softs 'Clever und Smart: A Movie Adventure' ein sehr gelungenes, klassisches Adventure, das fast alles richtig macht. Die sehr gelungenen Synchronisation, die brüllend komischen Dialoge und die dadurch entstehende Comicatmosphäre, können vollends überzeugen, während der Multiplayermodus – trotz kleinerer Schwächen – zu einer der größten Innovationen des Genres seit langer Zeit zählen sollte. Nur die schwachen Animationen und die kurze Spieldauer trüben ein wenig den ansonsten hervorragenden Gesamteindruck. Fans von Spielen wie 'Sam & Max', 'Tony Tough' oder den 'Clever & Smart'-Comics können bedenkenlos zugreifen. Wer sich nicht sicher ist, ob er mit dem Humor des Spiels etwas anfangen kann, sollte zumindest auf die Demo warten und dem Spiel eine Chance geben.
Mir hat das Spiel jedenfalls sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe die beiden Geheimagenten so schnell wie möglich wieder in einem neuen Fall steuern zu können.

geschrieben am 23.11.04, Matthias Mangelsdorf

Systemanforderungen Weitere Links
Windows 98 / 2000 / XP
PII 266 CPU
64MB RAM
8fach CD- bzw. DVD-ROM-Laufwerk
3-D-Karte
Offizielle Homepage


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