Reviews: The Walking Dead 2 - Season Two:

The Walking Dead- Episode 203: In Harm's Way


Nach der starken zweiten Episode ‘A House Divided’ und ähnlich stärken Auftritten von ‘The Wolf Among Us’ liegt die Messlatte für Telltale Games hoch. Dabei befinden wir uns erst in der Mitte der zweiten Staffel von 'The Walking Dead'. Ob die Fortsetzung den hohen Erwartungen gerecht wird, haben wir uns nun für Euch angesehen. Allerdings empfiehlt es sich, dieses Review nur dann zu lesen, wenn Ihr die ersten beiden Episoden bereits gespielt habt. Spoiler bleiben leider nicht aus.

‘In Harm’s Way‘ hält jedenfalls einmal mehr heftige Konflikte mit Zombies und auch Menschen parat. Eins sei vorweg genommen: der Name ist hier Programm.

 


Carvers Lagerhaus – das Anhaltelager

Lager

Nicht ganz so idyllisch

Nach den dramatischen Ereignissen in der Skihütte wurde die Gruppe rund um Clementine vom knallharten Carver und seiner ergebenen Gefolgschaft gefangen genommen. Er lässt sie im LKW zu seiner Gemeinschaftssiedlung bringen. Seiner was? Das kann man wohl nicht anders benennen, denn Carver hat hier das uneingeschränkte Sagen. Er erwartet Respekt und bestraft jedes Fehlverhalten, ohne wenn und aber. Von Beginn an wird deutlich, dass wir hier nicht sein wollen, ja, nicht bleiben dürfen. Kenny versucht es allen klar zu machen. Wir, mit Clementine als Sprachrohr und Protagonisten, können uns zu Beginn schon festlegen, ob wir das ähnlich sehen oder uns von Furcht diktieren lassen. Auf uns wartet ein Gefängnis mit einem vermeintlich psychopathischen Anführer. Welch rosige Aussichten.

Gewalt(tät)ige Geschichte eines Kindes

Clementine

Clementine kann nicht nur einstecken

90 Minuten Unterhaltung – fünf Entscheidungen. Wie in den vorigen Episoden haben wir fünf mehr oder wenige große Entscheidungen in den nächsten anderthalb Stunden vor uns. Dieses Mal aber bringen sie meist wenig oder voraussehbare Konsequenzen mit sich. Einzige Ausnahme ist das Finale. Trotzdem ist man von Beginn an gefesselt und die Grundgedanken dieser Episode hallen noch lange nach: Ist es notwendig, dass Erwachsene ihre Kinder in solchen Situationen strenger erziehen, auch unter Anwendung von Gewalt? Dürfen in Extremsituationen – wie es eine Zombie-Apokalypse nun mal ist – Kinder Gewalt ausüben? Ersteres stößt den modernen Menschen klar vor den Kopf. Trotzdem wird man hier damit konfrontiert. Letzteres ist da schon nicht mehr ganz so klar. Immerhin geht es um Leben oder Tod. Darf ein Kind trotzdem die Gräueltaten mitansehen oder sogar welche ausüben? Man erinnert sich zwangsweise an Geschichten von Kindern in Konzentrationslagern oder an Geschichten aus dem Krieg. Genau diese Dinge treffen einen empfindlichen Punkt und haben zumindest mich schwer getroffen und zum Nachdenken angeregt.

Interaktiver Spielfilm

hübsch

Hübscher als zuvor

Die Interaktionsmöglichkeiten von ‘In Harm’s Way‘ sind diesmal sehr gering. Nur in kurzen, seltenen Fällen bewegt man Clementine frei. Gegenstands-Kombinationen gibt es keine. Oft wird die Geschichte über Dialoge voran getrieben, wo meist die Wahl zwischen den üblichen vier Auswahlmöglichkeiten bleibt. Noch das eine oder andere Quicktime-Event drüber gestreut und fertig ist die neueste Ausgabe zu 'The Walking Dead'. Am spielerischen Konzept wurde seit der ersten Staffel bekanntlich wenig geändert und lediglich die Grafik ein wenig aufpoliert. Die neue Folge zieht einen trotzdem in den Bann und das obwohl man sich meist nur in der Zuschauer-Rolle sieht. Die Spannung stimmt jedenfalls.

Blutig und psychologisch harte Kost

Emotions

Aufwühlend...

Nicht nur wegen der psychologischen Fragestellungen bezüglich Gewalt ist dieses Spiel eindeutig als Stoff für Erwachsene gedacht, sondern auch wegen der doch sehr expliziten Darstellung von Gewalt. Dieses Mal geht es deutlich heftiger zur Sache, als in den anderen Episoden. Man könnte sogar soweit gehen und behaupten, dass Spieler mit labiler Persönlichkeit hier Probleme haben könnten. Dennoch ist die dritte Episode nicht mit indizierten Spielen zu vergleichen. Die Darstellung von Gewalt dient einzig dem zentralen Konflikt – der Verdeutlichung dessen, was man im Kampf ums Überleben machen soll und darf. Während zu Beginn der Staffel noch schwer zu erahnen war, ob Clementine ein ähnlich starker Hauptcharakter wie Lee Everett aus der ersten Staffel ist, wird spätestens jetzt deutlich, dass genau dieser Status eines Kindes von Telltale Games geschickt in den Dienst des Narrativs gestellt wird. Trotzdem ist es manchmal fraglich, wie schnell sich Clementine entwickelt. Klar ist, dass sie schon viel erlebt und vieles gesehen hat. Ob sie deswegen gleich so abgestumpft und abgebrüht wirkt, bleibt der Beurteilung des Spielers überlassen. Dieser Aspekt wird wohl ein Kernfaktor sein, wenn es um die Frage geht, ob ‘In Harm’s Way‘ einem nun gefällt oder nicht.


Galerien

Fazit:

Wertung: 82%

30 Stunden intensive Spielzeit später: Selten fühlte ich mich nach einem Spiel so ausgelaugt und neben mir stehend. Vor allem die letzte halbe Stunde des Spiels vergeht Schlag auf Schlag und lässt einem kaum eine Verschnaufpause. Dann kommt die Schlusssequenz und setzt noch eins oben drauf – der berühmte Finishing Move in manchen Beat ‘em ups. Für einige Spieler wird die Episode zu heftig sein, andere werden anprangern, dass Kinder und Gewalt nicht vermischt werden sollen. Fakt ist, dass die Geschichte hinter dem Spiel ein Endzeitszenario ist und genau diese Dinge hinterfragen soll und dies auch tut. Für mich ist es eine Episode, die mir lange in Erinnerung bleibt und die mir wohl eine Weile Sorgenfalten bereiten wird. Wahrlich eine Genugtuung, wenn dies heute auch Spiele schaffen. Nichtsdestotrotz muss man eingestehen, dass sie spielerisch eher eine der schwächeren Episoden ist und man sich eher passiv unterhalten lässt. Wenn man sich hierüber im Klaren ist, hat man wieder 90 Minuten hervorragende Unterhaltung und wünscht sich die nächste Episode herbei.


Fazit von Matthias Glanznig

Ähnlich wie schon bei Episode eins, bin ich auch diesmal nicht rundum überzeugt, obwohl es starke Ansätze gibt und das Setting klasse ist. Ein Problem von 'In Harm's Way' ist für meinen Geschmack, dass Telltale einerseits am Tempo schrauben möchte, gleichzeitig aber mit einem drastisch veränderten, expositionsbedürftigen Setup arbeiten muss und diese beiden Ansprüche offenbar um jeden Preis in 90 Minuten unter einen Hut bringen möchte. Letztlich bietet der dritte Teil des Episoden-Adventures einen spannungsgeladen Höhepunkt, wirkt zugleich aber überladen und überhastet. An kaum einem Ort bleibt Zeit zur Exploration. Zwar überraschen die Entscheidungen ansonsten durch die ungewohnt explizite Brutalität ihrer Konsequenz, doch so gut wie immer ist die Wirkung der Alternative leicht abschätzbar. QT-Elemente gegen Zombies bieten in diesem Sinne die einzige Herausforderung, doch dieses spielerische Element beherrschen Fans der Reihe vermutlich schon im Schlaf. Alles in allem ist 'In Harm's Way' also gewohnte Telltale-Kost, gepaart mit ungewohnt heftiger Gewalt und verlässt sich auf die Qualität der Geschichte, die diesmal allerdings wenig Raum hat, um sich voll entfalten zu können.

geschrieben am 16.05.14, Peter Färberböck

Systemanforderungen Weitere Links
Minimum PC +++++ Windows XP Service Pack 3; Prozessor: Core 2 Duo 2GHz oder vergleichbares; Speicher: 3 GB RAM; Grafik: ATI oder NVidia mit 512 MB RAM; Festplatte: 2 GB freier Speicher; ACHTUNG - das Spiel wird nicht empfohlen für Intel integrierte Grafikkarten ! Offizielle Webseite


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Dieses Review gehört zu  The Walking Dead 2.




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