Reviews: Submerged:

Submerged


Die australische Entwicklerschmiede Uppercut Games zählt zu jenen Indie-Studios, die von ehemaligen Irrational Games-Mitarbeitern gegründet wurden. Das erste größere Projekt ist das recht entspannte 3-D-Indie-Abenteuer 'Submerged', welches jedoch in eine gänzlich andere Richtung geht, als 'BioShock'. Gewählt wurde nämlich ein explorativer Zugang, bei dem lediglich Klettereinlagen für Auflockerung sorgen. Wie uns dieser Ausflug gefallen hat, könnt Ihr im ausführlichen Test nachlesen. Das Review-Exemplar hat uns Uppercut Games freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Submerged


Die versunkene Stadt

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Zu Beginn eines jeden Kapitels wird deutlich gemacht, was benötigt wird

Im kleinen Boot erreicht Miku zusammen mit ihrem schwer kranken Bruder Taku die versunkene Stadt. Tiere des Wassers und der Luft scheinen hier zunächst die einzigen Lebensformen zu sein. In einer der Ruinen, die aus dem unbekümmerten Wasser emporragen, findet sie schließlich ein sicheres Plätzchen für ihren Schützling. Viel mehr wissen wir zunächst allerdings nicht über dieses junge Duo. 'Submerged' schlüsselt ihre Vorgeschichte erst nach und nach auf. Eins steht jedoch außer Frage: Taku benötigt schleunigst unsere Hilfe, denn sonst wird er sterben...

In jedem Kapitel setzt Miku alles daran, etwas Bestimmtes für ihren Bruder zu finden, sei es nun Nahrung, Wasser, Medikamente oder ähnliches. Ihre aufopferungsvolle, selbstlose Hingabe ist vielleicht der emotional bewegendste Aspekt des Spiels. Mit jedem Abschnitt, den wir erfolgreich bewältigen, erfahren wir mehr über die Vorgeschichte der beiden. Erzählt wird diese anhand von vielen Zeichnungen. Besonders wichtige Ziele eines Abschnitts werden jedoch kurz und bündig in schriftlicher Form festgehalten, wobei es auch deutsche Untertitel gibt. Wer die Umgebung gründlich erforscht, entdeckt zudem zahlreiche weitere Artefakte, die die Vorgeschichte der versunkenen Stadt aufschlüsseln. Auch das passiert in nonverbaler Form.


Sehr entspannt... zu entspannt?

Submerged

Die Vorgeschichte wird anhand solcher Zeichnungen vermittelt

Eines sei an dieser Stelle deutlich hervorgehoben: 'Submerged' ist ein sehr spezielles Spiel und ungeeignet für jene, die nach Herausforderung suchen. Das Spielprinzip ist simpel und jedes Kapitel funktioniert nach demselben Schema. Es braucht keinen Hellseher um zu erahnen, dass dieser Zugang polarisieren wird. Wer hingegen gerne unbehelligt durch eine hübsch visualisierte Umgebung mit dem Boot gondelt, um gedankenverloren nach Fundstücken zu suchen und zwar ohne jemals um sein Leben fürchten zu müssen... für den könnte 'Submerged' tatsächlich ein heißer Tipp sein.

Damit die Erzählung rund um Miku und Taku ihre Wirkung bis zum Schluss nicht verfehlt, sollte man sich jedoch tatsächlich mit den vielen Zeichnungen beschäftigen, auf die man im Spielverlauf stößt und die fortan im Menü vermerkt sind. Wer das nicht tut, auf den wartet ein eher unbefriedigendes, überhastet scheinendes Ende. Überdies bietet es sich an, die Vorgeschichte der versunkenen Stadt zu entschlüsseln. Doch dazu müsste man jedes Fleckchen absuchen um weitere Artefakte zu finden, die solche Informationen bewahren. Angesichts des monotonen Gameplays ein eher zweifelhaftes Vergnügen.

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Hat man ein Paket gefunden, ist das Kapitel beendet

Wer den Fokus primär auf das Geschwister-Duo legt, ist in etwa zwei Stunden fertig. Selbst in diesem Fall kann der mangelhafte Abwechslungsreichtum heftig am Spielspaß nagen. Die etwas überhastete narrative Auflösung ist auch nicht so komplex, wie man es sich vielleicht erhoffen würde und es ist schade, dass das Storytelling nicht mehr aus dem Gameplay hervorgeht. Zumindest was das angeht, so hätte sich Uppercut Games einiges von Indie-Abenteuern wie zum Beispiel 'Brothers: A Tale of Two Sons' abschauen können, bei denen Story und Gameplay eine sehr viel homogenere Einheit bilden.


Zum Spielprinzip von Submerged

Manches wurde bereits im Test angedeutet, doch wie genau funktioniert die direkte Steuerung von 'Submerged'? Wir spielen Miku und durchstreifen per Boot die versunkene Stadt. Während wir das tun, halten wir mit dem Fernrohr Ausschau nach weiteren Fundstücken und Paketen. Haben wir ein solches Objekt entdeckt, wird es in der Karte vermerkt, die wir jederzeit zur Orientierung im Spiel nutzen können. Dieses Prinzip funktioniert gut, obgleich es schade ist, dass man auf der Karte nicht auch manuell Zielorte anwählen kann, die man als nächstes ansteuern möchte.

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Ein paar mal nach links, dann hinauf, dann wieder nach links und wieder hinauf... in etwa so darf man sich die Fortbewegung in diesem Bild vorstellen

Zumal das Spiel wie ein kleines Open-World-Spiel konzipiert ist, sind wir bei der Erkundung niemals eingeschränkt und können uns frei umsehen. Eindrucksvolle Sehenswürdigkeiten sind hier versteckt, wie auch ein paar Tierarten, die für ein lebhaftes Ambiente sorgen. Zentrales Ziel jedes von insgesamt zehn Abschnitten ist es, ein Paket zu finden. Darin befindet sich das, was der schwerkranke Taku gerade benötigt. Ob man nun zunächst alle Pakete auskundschaftet und dann mit dem Sammeln startet, oder schrittweise an die Sache herangeht, bleibt dem Spieler überlassen. Auch auf die Reihenfolge der Pakete kommt es nicht an.

Wer die Klettereinlagen von 'Submerged' sieht, die zum Erreichen der Pakete essentiell sind, mag eine falsche Vorstellung vom Spiel bekommen. Trotz Anleihen von 'Assassin's Creed' hat es wenig damit zu tun. Das Schlimmste was passieren kann, ist, dass man kurz die Orientierung verliert und realisiert, dass ein anderer Zugang besser gewesen wäre. Gesteuert wird die Kletterei primär anhand der Richtungstasten, wodurch die Steuerung per Tastatur nicht allzu umständlich sein sollte. Getestet wurde das Spiel nur auf der Playstation 4 mittels Gamepad. Wir suchen also nach Vorsprüngen, Rohren, Leitern und Pflanzen, die wir zur Fortbewegung nutzen können, um dem Ziel näher zu rücken. Gesprungen wird nicht und auch Fallen ist niemals möglich.


Optisch und akustisch überzeugend

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An stimmungsvollen Momenten mangelt es diesem Abenteuer nicht

Weniger zu meckern gibt es sowohl an der stimmungsvoll visualisierten 3-D-Grafik, als auch im Hinblick auf die Musik. 'Submerged' ist als reines 3rd-Person-Abenteuer konzipiert. Im Spiel warten zahlreiche hübsch, wie detailliert visualisierte Gebäude, Denkmäler und weitere Konstruktionen, die mitunter an Städte der Gegenwart erinnern. Manches davon dürfen wir erklettern, anderes dient nur als Zierde. Obendrein demonstriert die Unreal 4-Engine, dass man mit ihr sehr gelungene Lichtstimmungen kreieren kann. Tag, Nacht, Dämmerung und vieles mehr erlebt man im Laufe des mit zwei bis vier stündigen Abenteuers. So erhalten selbst vertraute Ecken immer wieder eine andere Wirkung. Begleitet wird das optische Vergnügen vom betont gefühlvollen, klavierlastigen Soundtrack von BAFTA-Preisträger Jeff Van Dyck . Dieser bleibt vermutlich in Erinnerung, hätte allerdings zumindest zwei, drei Nummern mehr vertragen können. Man hat leider recht früh alles gehört. Eine Problematik, die sich leider wie ein roter Faden durch das gesamte Abenteuer zieht.


Galerien

Fazit:

Wertung: 64%

Zumindest was Optik und Atmosphäre anbelangt, hat mir 'Submerged' gefallen. Leider fand ich das monotone spielerische Konzept auf Dauer zu dürftig, weshalb ich nie so richtig in die Geschichte eintauchen konnte. Wer nach drei von zehn Kapiteln auf eine veränderte spielerische Richtung oder einen höheren Schwierigkeitsgrad hofft, nun ja, der wartet vergeblich. Schade ist auch, dass die Story vorwiegend über Zeichnungen kommuniziert wird und wenig Niederschlag im Gameplay findet. Im Ansatz vergleichbare Spiele wie 'Brothers: A Tale of Two Sons', 'Contrast' und 'Papo & Yo' bieten eine stimmigere Mischung von Story und Gameplay. 'Submerged' bleibt ein Spiel mit gelungenen Ansätzen, dass jedoch in diesem Ansatz stecken bleibt und auch narrativ das Potential nicht ausschöpfen kann. Wer primär nach einem sehr entspannten und nicht allzu komplex gestrickten Spielvergnügen der explorativeren Sorte sucht, der könnte an diesem hybriden 3-D-Indie-Abenteuer aber trotzdem seine Freude finden.

geschrieben am 13.08.15, Matthias Glanznig

Systemanforderungen Weitere Links
Minimum: Windows 7 64Bit; Dual Core 2.0+ GHz; Speicher: 4 GB RAM; Grafik: GeForce 9800GTX oder ATI Radeon HD 4770; DirectX: Version 10; Festplatte: 3 GB freier Speicher Webseite der Entwickler
Bei Steam


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Kommentare 1
Digitalis.purpurea
27.09.2015, 12:23

Eines sei an dieser Stelle deutlich hervorgehoben: 'Submerged' ist ein sehr spezielles Spiel und ungeeignet für jene, die nach Herausforderung suchen. Das Spielprinzip ist simpel und jedes Kapitel funktioniert nach demselben Schema. Es braucht keinen Hellseher um zu erahnen, dass dieser Zugang polarisieren wird. Wer hingegen gerne unbehelligt durch eine hübsch visualisierte Umgebung mit dem Boot gondelt, um gedankenverloren nach Fundstücken zu suchen und zwar ohne jemals um sein Leben fürchten zu müssen... für den könnte 'Submerged' tatsächlich ein heißer Tipp sein.

- Das Spiel werde ich nächstes Semester spielen. Einfach vor sich hindaddeln, das Spiel auch mal ein paar Tage ruhen lassen können - perfekt.


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