Reviews: CSI 3 - Mord in 3 Dimensionen:

CSI 3 – Mord in drei Dimensionen


Wenn in der Krimiserie 'C.S.I. – Den Tätern auf der Spur' das Team um Chef Gil Grissom spannende Fälle löst, sind immer viele Zuschauer dabei. Grund genug, für Publisher Ubisoft mit 'C.S.I. – Mord in drei Dimensionen' einen weitere Umsetzung auf die heimischen PCs zu schicken. Im Gegensatz zu den Vorgängern, war dieses mal Telltale dafür verantwortlich, das Flair der Serie einzufangen und möglichst originalgetreu wiederzugeben. Ob das Spiel halten kann, was die erfolgreiche Serie verspricht, oder ob der Spielspass schwerer zu finden ist als der entsprechende Mörder, steht in unserem Fallbericht.


Der Anfänger
Las Vegas – Das Paradies der Spieler und Vergnügungssüchtigen. Wohl nirgendwo sonst wird das Glücksspiel so gelebt. Doch Glücksspiel zieht auch immer viele zwielichtige Gestalten an und so verwundert es kaum, dass die Polizei der Wüstenmetropole alle Hände voll zu tun hat. Als Neuling wird man dem Team um Gil Grissom zugeteilt und darf in fünf verschiedenen Fällen seine Fähigkeiten in der Forensik unter Beweis stellen. Die Fälle selbst sind interessant gestaltet. Gleich im ersten Fall gibt es den Mord in einer Galerie aufzuklären und wie es so oft ist, ist erstmal jeder Verdächtig. Der Freund der Verschiedenen, der Galeriebesitzer, ein Künstler... Jeder der Verdächtigen scheint ein Motiv zu haben. Um den wahren Mörder zu überführen sind einige Untersuchungen notwendig. Dabei steht dem Spieler ein erfahrener Ermittler aus dem C.S.I. Team zur Seite, der bei der Untersuchung des Tatorts und der Spuren hilft. Im zweiten Fall treffen wir auf einen recht toten Chef eines Herstellers von Computerspielen, der nur noch Ego-Shooter produzieren lässt und kürzlich erst die Entwicklung eines Spiels eingestellt hat, in dem zwei Comic-Tierdetektive die Hauptrolle spielen sollten. Wem das irgendwoher bekannt vorkommen sollte, dem sei gesagt, dass Produzent Telltale bald 'Sam & Max 2' herausbringt. In den weiteren Fällen trifft der neue Ermittler auf einen Tatort voller Blut, dafür aber ohne Leiche, einen Toten Camper und einen mysteriösen Toten in einer Kiste. Beim letzten Fall ermittelt sogar der Chef Gil Grissom persönlich mit dem Spieler.

Leider fehlt dem Spiel ein Vorspann. Es wird lediglich ein Trailer mit verschiedenen kurzen Szenen aller C.S.I.-Serien gezeigt, mit der Information, dass man alle Staffeln der Serie auf DVD kaufen kann. Darauf hätte man gut verzichten können. Selbst wenn man den normalen Vorspann der Serie gezeigt hätte, würde das besser passen als eine schlichte Werbung. Nach dem Hinweis auf die DVDs findet man sich im übersichtlichen, aber auch recht lieblosen Hauptmenü wieder. Hier kann man neben den Einstellungen für die Schwierigkeit auch den Trainingslevel finden, der jederzeit wiederholt werden kann. Man lernt den richtigen Umgang mit dem Interface und den Werkzeugen zur Beweissicherung. Wenn man zum ersten Mal ein Spiel der C.S.I.-Serie spielt, sollte man sich gut mit den Möglichkeiten vertraut machen. Man kann zwar keine Beweise vernichten, aber dennoch geht die Beweisfindung dann besser von der Hand.

Fang’ den Bösewicht
Startet man hingegen ein neues Spiel, darf man dem Ermittler zuerst einen Namen geben und gelangt dann in die Auswahl der zur Verfügung stehenden Fälle. Hier geht es immer der Reihe nach, erst wenn ein Fall abgeschlossen ist, kann der Nächste gestartet werden. Zu Beginn eines jeden Falls bekommt man vom Chef eine kurze Einweisung in den Fall, in dem der Tatort und alles bisher Bekannte erklärt werden. Danach geht es dann raus zum Ermitteln. Bevor man einen neuen Ort besucht, wird - wie auch in der Serie - ein kurzes Video der Stadt Las Vegas gezeigt. Diese Videos hätte man gut als Füller für die Ladepausen nehmen können, aber leider erwartet den Spieler nach den Videos nur der Schriftzug C.S.I. und ein Fingerabdruckpinsel – Der Ladebildschirm. Wenn dann der Tatort geladen ist, wird dem Spieler per Kameraschwenk einmal der komplette Tatort gezeigt. Ein Kollege wartet bereits und in manchen Fällen auch ein Zeuge. Nach einer weiteren kurzen Übersicht der Lage, die man vom C.S.I. Kollegen erhält, darf man selbst den Tatort untersuchen. Dabei sind die Hilfefunktionen des Spiels sehr nützlich, sofern man sie denn eingeschaltet hat. So verfärbt sich beispielsweise der Mauszeiger grün, wenn man etwas Interessantes entdeckt hat oder einen Bereich näher untersuchen kann. Klickt man in diesen Bereich, kommt man in eine Nahansicht, in der dann meist die Werkzeuge zur Beweissicherung zum Einsatz kommen. Auch hier gibt es eine Hilfsfunktion, die unpassende Werkzeuge ausblendet. Für Anfänger ist das sicherlich eine gute Sache, aber eigentlich dürfte auch ohne die Hilfe klar sein, dass man zur Sicherung eines Fingerabdrucks beispielsweise keine Taschenlampe braucht.

Hat man alle Beweise gesichert, geht es weiter ins Labor, wo die Beweise weiter untersucht werden müssen. Hier findet man alle erdenklichen technischen Hilfsmittel, die auch aus der Serie bekannt sind. Neben dem DNA-Computer stehen noch ein Vergleichsmikroskop, ein Montagetisch, ein Gerät zur chemischen Analyse und ein Computer für alle möglichen anderen Spuren zur Verfügung. Der Ablauf der Untersuchung ist bei allen Geräten identisch, man zieht die Spur oder den Beweis auf den entsprechenden Bereich und lässt entweder nach bereits bekannten Vergleichsmustern suchen oder vergleicht zwei gefundene Spuren direkt miteinander. Oft ergeben sich so neue Hinweise auf weitere beteiligte Personen oder Motive. Aber nicht nur die Beweise warten auf eine nähere Untersuchung. Wie es sich für einen echten Forensiker gehört, darf auch die Leiche näher untersucht werden.

Hat man für einen Verdächtigen genügend Beweise gefunden, kann man beim Chef einen Durchsuchungsbeschluss bekommen, mit dem man dann weitere Räume untersuchen kann. Da es in keinem der Fälle nur einen Ort zu untersuchen gibt, werden Orte, die für den Fall wichtig sind in einer Leiste im unteren Bildschirmbereich festgehalten. Per Mausklick gelangt man recht einfach von einem Ort zum Anderen. Leider bekommt man bei jedem Ortswechsel erst wieder den Ladebildschirm zu sehen, das hätte besser gelöst werden können, zum Beispiel über die schon angesprochenen Videos von Las Vegas.

Talk to me!
Ein weiterer wichtiger Schritt zum Erfolg sind Gespräche mit den Verdächtigen, in denen man per Multiple-Choice die Möglichkeit hat, Fragen zum Tathergang, dem Opfer oder dem Verdächtigen selbst zu stellen. Leider wurde dabei auf eine deutsche Vertonung verzichtet, dem Spieler bleiben nur die deutschen Untertitel. Dafür tönen aber die Stimmen der US-Originalbesetzung aus den Lautsprechern, wenn ein Kollege aus dem C.S.I.-Team etwas sagt.
Alle Beweise, Motive und Aussagen werden in der Fallakte gesammelt, die jederzeit zur Verfügung steht. Eine schnelle Übersicht über die Verdächtigen und den aktuellen Stand der Ermittlungen bildet dabei das Beweisdreieck, in dem die Verdächtigen mit dem Opfer und dem Tatort in Verbindung gebracht werden. Hat man es geschafft und einen Verdächtigen überführt, wird man zum Schlussgespräch in Grissoms Büro geladen. Man wird entsprechend der Leistung eingeschätzt. Zum Meister schafft es nur, wer alle Beweise findet und dabei nicht auf die Hilfe des Kollegen zurückgegriffen hat.

Wie im Bilderbuch
Die Grafik von 'C.S.I. – Mord in drei Dimensionen' wirkt veraltet. Während der Gespräche bewegen die Figuren zwar Ihren Mund und die Augen, aber weitere Animationen gibt es nicht. Und selbst diese Bewegungen nimmt man kaum wahr, da man ja damit beschäftigt ist, den deutschen Untertitel zu lesen. Außerdem stehen die polygonarmen Kollegen wie angewurzelt in der Gegend herum, die ebenfalls absolut statisch ist. Kein Windhauch bewegt ein Blatt. Ähnlich enttäuschend geht es bei der Beweissicherung zu, die Animationen, mit denen zum Beispiel ein Fingerabdruck genommen wird sind immer absolut identisch. Dadurch wirkt das Spiel sehr steril und leblos, fast wie ein Bilderbuch. Einige kleinere Hintergrundanimationen und etwas Bewegung bei den Figuren hätten dem Spiel sehr gut getan. Auch die Beweise selbst bieten nicht wirklich Unterschiede. Zu ähnlich sind sich einzelne Spuren und Gegenstände, auf denen sie zu finden sind. Dabei bleibt auch das schon aus den vergangenen Teilen der Serie gefürchtete Pixelhunting nicht aus. Zwar sind viele Hotspots groß genug, um sie problemlos zu finden. Oftmals findet man den entscheidenden Hinweis aber erst beim millimetergenauen Absuchen des Bildschirms. Eine Ausnahme bilden jedoch die Zwischensequenzen, in denen Rekonstruktionen der Tat gezeigt werden. Hier bewegen sich die Figuren und alles wird ein wenig lebendig.

Leider ist die Grafik aber nicht der einzige Schwachpunkt des Spiels. Die Fälle laufen immer nach demselben Muster ab: Am Tatort eine Spur finden, diese im Labor untersuchen, einen Verdächtigen damit konfrontieren und wieder eine Spur finden. Zu oft wird auch für einfachste Überprüfungen der Chef benötigt. So darf der Spieler nicht selbst auf die Suche nach einer Telefonnummer gehen oder eine Hotelbuchung überprüfen. Solche Arbeiten werden nur im Gespräch mit Chef Grissom geklärt. Sicherlich kann so eine Aufgabe auch stören. Warum kann man jeden beliebigen Beweis selbst im Supercomputer untersuchen, aber nicht mal eine simple Telefonnummer herausfinden?

Der Schwierigkeitsgrad von 'C.S.I. – Mord in drei Dimensionen' hängt entschieden von den aktivierten Hilfen ab. Spielt man einen Fall zum ersten Mal und komplett ohne Hilfssystem, dürfte man Stunden brauchen, bis alle Hotspots gefunden sind. Mit eingeschalteter Hilfe hingegen ist es manchmal fast schon zu einfach. Im Schnitt braucht man dann noch rund zwei Stunden pro Fall, so dass man auch mal kurz am Abend einen Fall lösen kann.


Fazit:

Wertung: 69%

Mit dem Sprung in die dritte Dimension hat sich bei C.S.I. nicht viel zum Besseren gewendet. Das Spiel leidet wie schon die Vorgänger unter zu wenig Abwechslung. Dazu kommt dann noch die Grafik, die nicht wirklich den heutigen Ansprüchen genügt und einfach zu steril daher kommt. Außerdem vermisst man wirklich eine deutsche Sprachausgabe. Besonders störend im Spielfluss sind die Ladebildschirme. Fans der Serie und Hobbydetektive werden trotzdem Spaß an den fünf Fällen haben und können bedenkenlos zugreifen.

geschrieben am 24.08.06, Tobias Maack

Systemanforderungen Weitere Links
Win 98/ME/2000/XP
CPU mit 1Ghz
256 MB Ram
Grafikkarte mit 32 MB Ram
DirectX 9.0 kompatible Soundkarte
1.4 GB freier Festplattenspeicher
CD/DVD Rom Laufwerk

Offizielle Homepage


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Dieses Review gehört zu  CSI 3.




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