Reviews: Criminal Intent:

Criminal Intent


In New York Citys Kampf gegen das Verbrechen werden die schlimmsten Straftäter von den Detectives der Major Case Squad, der Abteilung für Kapitalverbrechen, gejagt. Dies sind ihre Geschichten. – Mit diesen Worten beginnt jede Folge der US-Erfolgsserie 'Criminal Intent' um Detective Robert Goren und sein Polizeiteam. Ob Publisher Xider mit dem PC-Ableger einen ähnlichen Erfolgstitel im Programm hat, erfahrt Ihr in unserem Review.

 

 



In 'Criminal Intent' gibt es für Detective Robert Goren richtig viel Arbeit. Ganze vier Fälle wollen aufgeklärt werden, von denen zu Beginn jedoch nur drei zugänglich sind. Doch auch schon diese drei Fälle haben es in sich: In einem noblen Hotel liegt die junge Lisa Stokes mit durchgeschnittenen Pulsadern in ihrem Bett. Es hätte ein Selbstmord sein können, wären da nicht verschiedene Hinweise, wie der auf ihrem Kopf liegende Kissenbezug, die einen Suizid ausschließen. Staatsanwalt Martin Castillo schwimmt im East River. Die zahlreichen Stichwunden in seiner Brust haben seinem Leben ein jähes Ende bereitet. Auch nicht viel besser erging es dem Bank-Vizepräsident Martin Castillo. Er wurde in seinem Haus mit einem Baseballschläger zu Tode geprügelt. Während der Ermittlungen wird Detective Robert Goren klar, dass sie mit einander in Verbindung stehen, nur wie? Das ist dann auch die Aufgabe im vierten Fall, in dem sich das große Ganze hinter den drei Geschichten offenbart und in dem auch Robert persönlich betroffen ist.

Robert Goren, Major Case
In 'Criminal Intent' wird der Traum eines jeden Fans der Serie wahr, darf man doch den Serienhelden Robert Goren persönlich steuern und nicht, wie in vergleichbaren Titeln einen unbekannten Ermittler, der neu zum bekannten Team hinzukommt. Andere bekannte Figuren sind natürlich mit von der Partie. Mit Captain James Deakins treffen wir gleich die Wichtigste im kurzen Intro, bei dem uns die drei Fälle kurz vorstellt werden. Und direkt danach geht es auch schon los und wir müssen für Robert entscheiden, welchen Fall wir zuerst aufnehmen möchten. Die drei Fallakten, die auf unserem Schreibtisch liegen, beinhalten jeweils eine kleine Vorschau, die uns etwas mehr zu den Fällen erklären, einen Übungslevel, wie beispielsweise in 'C.S.I. 3' gibt es nicht, es wird aber auch nicht benötigt.

Die einzelnen Fälle laufen routinemäßig ab. Nachdem man sich für einen der drei Fälle entschieden hat, geht es direkt zum Tatort. Die ersten Informationen über die Person und den Ort bekommt Robert von einem Tatort-Techniker, danach übernehmen wir die Ermittlungen. Zuerst steht natürlich die Untersuchung des Toten und der unmittelbaren Umgebung an. Dabei fällt schon mal angenehm auf, dass die meisten Indizien gut zu finden sind. Nur bei wenigen Beweisstücken ist ein genaueres Suchen erforderlich. Wenn der Tatort komplett abgesucht ist, geht es in das Leichenschauhaus, wo die Gerichtsmedizinerin bereits mit dem Autopsiebericht auf Robert wartet. In dem Gespräch erfahren wir Dinge wie die genaue Todesursache, den Zeitpunkt des Todes oder die Art anderer Verwundungen. Berichte über ausgewertete Indizien bekommt Robert im Kriminallabor sowie im Hauptquartier, dem Major Case Squad. Hier befindet sich die Überwachungseinheit, in der man die Ergebnisse von Beschattungen verdächtiger Personen bekommt, sowie die Aufnahme- und Ermittlungseinheit, in der Personen und Indizien untersucht werden. Wenn genügend Indizien vorliegen, muss Robert ein Täterprofil erstellen. Dabei hilft ihm ein Programm auf seinem Laptop, der im Major Case Squad auf seinem Schreibtisch steht. Alle Beweise, die wir für ein Profil für wichtig befinden, werden in das Programm eingeben. Das Programm erstellt daraus das Täterprofil und versorgt uns mit näheren Hinweisen über die Persönlichkeit des Täters. Später können dann auch Verdächtige eingegeben werden, um Übereinstimmungen mit dem Profil festzustellen. Nachdem diese ersten Aufgaben erledigt worden sind, geht die eigentliche Ermittlungsarbeit los. Zeugen wollen verhört, neue Beweise unter- und neue Ort besucht werden. Im Laufe der Zeit kommen so immer mehr Personen und Orte hinzu und schließlich kann der Täter überführt werden.

Emotionen sind wichtig
Für das Dialogsystem hat sich Entwickler Legacy Interactive etwas Interessantes einfallen lassen: Neben den möglichen Themen der Vernehmung werden fünf Gesichter von Goren dargestellt, die jeweils für eine Emotion oder Fragemodus stehen. Goren kann Streitlustig, Täuschend, Schmeichelnd, Gradlinig oder Einfühlsam fragen. Je nach gewählter Fragestimmung reagieren die Befragten anders. Zwei Farbkreise zeigen uns den Fortschritt der Befragung. Wächst der grüne Kreis, war die Fragestimmung richtig und man kann zum nächsten Thema übergehen. Ist der grüne Kreis geschlossen, hat Goren alle zurzeit möglichen Informationen bekommen und das Gespräch wird beendet. Wächst hingegen der rote Kreis, war die Fragestimmung falsch. In diesem Fall verweigert ein Befragter die Antwort oder kann mit der Frage selbst nichts anfangen. Vorsicht ist geboten: Schließt sich der rote Kreis, bricht der Zeuge die Befragung beleidigt ab und verweigert unter Umständen die weitere Zusammenarbeit. Meist muss der Zeuge dann mehrfach wieder besucht werden, bis er sich beruhigt hat und wieder für Fragen zur Verfügung steht. Diese Möglichkeit, Emotionen in die Befragungen mit einzubauen, bringt zusätzliche Abwechslung in die Befragungen und schafft es, den anderen Figuren eine Persönlichkeit zu verleihen. Manchmal müssen Zeugen sogar bestochen werden, um wieder mit Goren zu sprechen. Dazu sind dann weitere Ermittlungen oder vorher eingesammelte Gegenstände notwendig.

Verschwendung von Steuergeldern
Aber nicht nur durch das Dialogsystem bekommen die anderen Figuren Tiefe. Jeder führt ein Privatleben und wirklich jeder, selbst wenn er noch so unwichtig für den Fall ist, kann beschattet werden. Robert Goren erfährt so oft viel über die Personen im Spiel. Wer hat eine Affäre, wer wird vom gleichen Geschlecht angezogen, wer hat Vorstrafen? Roberts Kollegen von der Überwachungseinheit finden alles heraus. Wer Spaß daran hat, kann also laufend Unschuldige beschatten lassen. Zumindest einen Rüffel von Captain James Deakins wegen der Verschwendung von Steuergeldern hätte es aber gern geben dürfen. So steht dem Überwachungswahn nichts im Wege.

Robert selbst hat mit der Überwachung oder dem Untersuchen von gefundenen Gegenständen gar nichts zu tun. Er muss sie nur finden, dann genügt ein klick auf das Symbol zum Untersuchen und seine Kollegen gehen an die Arbeit. Wie in der Serie ist Robert beim Einsammeln von Gegenständen nicht unbedingt zaghaft. Da werden einfach mal Gegenstände mitgenommen, ohne den rechtmäßigen Besitzer darüber zu informieren. Und wie in der Serie auch, kümmert das meist Niemanden.

Immer dabei: Roberts PDA
Bei seinen Ermittlungen nutzt Robert einen wirklichen Super-PDA, in dem Robert alle fallrelevanten Daten bereithält und der das wichtigste Werkzeug bei der Verbrechensbekämpfung darstellt. Roberts PDA dient ihm als Inventar, in das jedes gefundene Beweisstück und jeder befragte Zeuge automatisch aufgenommen wird. Das Inventar ist Übersichtlich gestaltet und in vier Kategorien aufgeteilt: Zeugen, Beweisstücke, dokumentierte Beweise und Berichte. Fährt man mit der Maus über die einzelnen Grafiken, wird der passende Name eingeblendet, ein Mausklick eröffnet weitere Optionen, wie beispielsweise Ansehen oder Benutzen.
Der PDA beinhaltet auch eine Karte von Manhattan, auf der alle für den Fall wichtigen Orte eingetragen werden. Neue Orte blinken, bis sie zum ersten Mal besucht werden. Je nach Fall gibt es unterschiedlich viele Orte zu erkunden, im ganzen Spiel warten über 70 Schauplätze auf uns.
Neben einer Telefonfunktion mit Mailbox beinhaltet der PDA auch noch Roberts Fallprotokoll, in dem er die wichtigsten Schritte der bisherigen Ermittlung festhält. Der PDA wird entweder ständig in der oberen linken Ecke des Bildschirmes eingeblendet oder per Rechtsklick eingeschaltet, diese Einstellung kann im Hauptmenü angepasst werden.

Das leuchtende Auge…
… zeigt Hotspots an. Denn immer wenn der an sich blaue Cursor zu leuchten beginnt, kann Goren etwas entdecken oder unternehmen. Sei es eine Person, mit der interagiert werden kann oder ein Gegenstand, der ins Inventar wandert. Ein Klick öffnet das Menü, in dem man je nach Objekt verschiedene Möglichkeiten hat, die allesamt selbsterklärend sind. Eine Sprechblase startet einen Dialog mit anderen Personen, Zahnräder lassen Goren den Gegenstand benutzen. Mit dem offnen Koffer steckt Goren das Objekt ein, ein Mikroskop führt zu einer weitergehenden Analyse durch die Kollegen.

Komplett deutsch…
…steht auf der Packung von 'Criminal Intent'. Und Publisher Xider verspricht nicht zu viel. Wirklich alles im Spiel ist Deutsch. Ob es sich dabei um Zeitungsartikel, Buchseiten oder Schilder handelt, englische Wörter sucht man bis auf ganz wenige Ausnahmen vergeblich. So wundert es dann auch nicht, dass Robert in New York ein Kreuzworträtsel lösen muss, in dem unter anderem nach einem bekannten Berliner Eisbären und einer nicht weniger bekannten Magdeburger Popgruppe gefragt wird. Toll, dass man sich so viel Mühe gemacht hat! Damit sich Kenner der Serie gleich zu Hause fühlen, hat man denselben Synchronsprecher für Robert Goren verpflichtet. Auch die anderen Synchronsprecher passen gut auf die Rollen und machen einen sehr professionellen Eindruck.
Die Musik stammt ebenfalls aus dem original Soundtrack, was das Gefühl live dabei zu sein, noch mehr unterstützt. Auch die im Hauptmenü abschaltbare Geräuschuntermalung passt hervorragend.

Puzzlearbeit
Außer den Dialogen, die den Hauptteil der Rätsel ausmachen, finden sich in 'Criminal Intent' auch einige Kombinationsrätsel, bei denen Robert beispielsweise vor einer verschlossenen Tür steht und erstmal den passenden Schlüssel suchen muss, sofern er den nicht zuvor schon irgendwo hat mitgehen lassen. In solchen Fällen zeigt das Spiel recht bald, das es etwas will: der Mauscursor verwandelt sich in ein Fragezeichen. Dann ist immer ein Gegenstand oder Bericht aus dem Inventar gefragt, je nachdem ob ein Zeuge zur Mitarbeit überredet oder eine Tür geöffnet werden soll. Für die restlichen Rätsel haben sich Legacy Interactive jede Menge einfallen lassen. Kein Rätsel gleicht dem anderen, immer sind andere Aufgaben zu lösen. Ob es das schon angesprochene Kreuzworträtsel ist oder per Schieberätsel ein Bild zusammengesetzt werden muss – nie verlangt man dieselbe Aufgabe zweimal vom Spieler. Als einzige Ausnahme bleibt da noch das Zusammensetzen von Papierschnitzeln, aber auch das kommt nicht allzu oft vor. Bei allen Aufgaben stehen uns drei Schwierigkeitsgrade zur Verfügung, die jederzeit während des Spiels über das Hauptmenü geändert werden können. Bei der leichtesten Stufe bekommt der Ermittler häufiger Tipps bei der Untersuchung von Indizien. Die Rätsel sind einfacher, beispielsweise sind zusammenzusetzende Papierschnipsel schon richtig gedreht und auch die Zeugenbefragung gestaltet sich um einiges leichter.

Grafik: Licht und Schatten
Die Grafik von 'Criminal Intent' hat zwei Seiten. Da sind zum einen die abwechslungs- und detailreichen zweidimensionalen Hintergründe, die zwar nur in 800x600 Pixeln vorliegen, aber dennoch gut aussehen. Jede Wohnung ist anders, jeder Schauplatz wirkt, wie man es sich von New York vorstellt. Die Hintergründe werden durch vereinzelte Animationen belebt. Es laufen andere Figuren durch das Bild, Autos fahren vorbei, Fernseher laufen und zeigen verschiedene Programme. Warum diese Animationen im Hauptmenü standardmäßig abgeschaltet sind, ist eines der Rätsel auf die selbst die Ermittler der Major Case Squad keine Antwort finden.
Und dann sind da eben die dreidimensionalen Figuren. Auch wenn Robert Goren und seine Kollegen eine große Ähnlichkeit zu den Seriendarstellern haben, ist das einer der großen Schwachpunkte des Spiels. Den Figuren fehlt sämtliches Antialyasing, jeder einzelne Pixel ist wunderbar zu erkennen. Trotz ihrer ebenso deutlichen Polygonarmut ruckeln die Bewegungen der Figuren oftmals. Einige der Figuren wirken irgendwie entstellt, bewegen sich Hüftsteif und passen so gar nicht in die Grafik. Gut, die Grafikengine ist schon zwei Jahre alt, aber dennoch wäre mehr drin gewesen. Dazu kommen dann noch Grafikfehler: Mal verliert seinen Kopf, mal läuft er durch Schienen. Andere Figuren sind in der Mitte durchgeschnitten. Das wäre nicht schlimm, zumal sie an einem Tisch sitzen. Schade ist jedoch, dass zwischen der Figur und dem Tisch ein Spalt bleibt. Das mag nicht schlimm sein, stört aber irgendwie den Gesamteindruck. Etwas gründlichere Arbeit wäre hier sehr wünschenswert gewesen.

Vom technischen Aspekt bringt 'Criminal Intent' gleich einige Probleme mit. Die Wegfindung klappt nicht immer so, wie es sein sollte. Robert bleibt dann entweder einfach stehen oder rotiert dauernd auf einer Stelle. Generell rotiert Robert gern, wie diverse Besuche im Hauptquartier belegen. Vor einem Gespräch mit seiner Kollegin Jennifer von Aufnahmen und Ermittlungen dreht er sich bis zu dreimal zu ihr um, ehe ein Gespräch zustande kommt. Nicht ausgereift zeigt sich leider auch der PDA, in dem schon mal alle Gegenstände durcheinander kommen und sich so Häufchen bilden, mit denen man nichts mehr anfangen kann. In solch einem Fall hilft dann nur noch Speichern und Neustarten des Spiels, dann ist erstmal wieder alles in Ordnung. Ein anderes immer wieder aufgetretenes Problem sind Hotspots, die angezeigt werden, obwohl sie gar nicht existieren. So kann Robert mit einem Inventargegenstand interagieren, obwohl der PDA abgeschaltet ist und der Gegenstand auch sonst gar nicht in die Umgebung passt. Einen weiteren Bug finden aufmerksame Handbuchleser im Optionenmenü. Im Handbuch wird beschrieben, dass hier die Untertitel eingeschaltet werden können, der Punkt fehlt im Spiel aber gänzlich.


Galerien

Fazit:

Wertung: 74%

Trotz der technischen Mängel, die eine höhere Wertung verhindern und der nicht mehr zeitgemäßen Auflösung von nur 800x600 Pixel schafft es 'Criminal Intent', die Stimmung der Serie einzufangen und auf den PC zu bringen. Das die spannenden und abwechslungsreichen Fälle aus der Feder eines Autoren der TV-Serie stammen, merkt man recht schnell, jeden der Fälle könnte man sich auch gut am TV ansehen. Das interessante Dialogsystem und die abwechslungsreichen Rätsel sind fair und dürften dank des einstellbaren Schwierigkeitsgrades sowohl Anfängern als auch fortgeschrittenen PC-Ermittlern einigen Spielspaß bringen. 'Criminal Intent' zählt trotz der Mängel mit zu den besten Serienumsetzungen bisher. Für Fans der Serie ein absoluter Pflichtkauf.

geschrieben am 08.07.07, Tobias Maack

Systemanforderungen Weitere Links
Windows 2000/XP/Vista
Pentium™ III 800MHz
128 MB RAM
2,4 GB freier Festplattenspeicher
3D-Grafikkarte mit 64 MB Ram
Soundkarte
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Dieses Review gehört zu  Criminal Intent.




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