Reviews: Thorgal - Der Fluch des Odin:

Thorgal - Der Fluch des Odin


Nach 'Amenophis' folgt nun DreamCatchers Launchtitel Numero 2 für Deutschland: 'Thorgal - Der Fluch des Odin'. Ob das Point & Click-Adventure gefallen kann erfahrt ihr in diesem Review...


Wir schreiben das 7. Jahrhundert nach Christus. Unser Held Thorgal Agirsson ist auf dem Weg auf seine Heimatinsel, wo seine Gemahlin und seine beiden Kinder bereits auf ihn warten. Ein großes Unwetter hindert ihn allerdings daran seine Reise fortzusetzen und Thorgal beschließt erst weiter zu reisen, wenn sich die Stürme gelegt haben. Solange findet er in einem kleinen Wikingerdorf Unterschlupf, in dem er auf den geheimnisvollen und auf den ersten Blick suspekt erscheinenden Greis Noral trifft. Dieser hält Thorgal einen magischen Spiegel vor die Nase und zeigt ihm eine düstere Vision: Thorgals Sohn Jolan wird von einem Pfeil durchbohrt und fällt zu Boden - und, oh Schreck, Thorgal selbst ist offenbar der Attentäter. Oder ist es doch nur ein ihm bis aufs Haar gleichender Doppelgänger? Eines ist jedenfalls sicher: unser Hauptcharakter muss so schnell wie eben möglich zurück in seine Heimat, um seinen Sohn zu retten.
Dafür muss er aber zuerst aus dem Dorf gelangen, was sich als keine einfache Aufgabe herausstellt: das Dorfoberhaupt will ihn nicht eher gehen lassen, bis sich das Unwetter gelegt hat und weiterhin hält er es für keine gute Idee, den Weg durch die mit Gefahren gepflasterten Wälder zu nehmen. Dort treibt nämlich allerhand Diebesgesindel sein Unwesen und dunklen Gerüchten zufolge sollen auch einige mystische Kreaturen nur darauf warten, dass sich ein ahnungsloser Wanderer auf ihre Wege verirrt..
Thorgals Abenteuer führen ihn durch die eben bereits erwähnten Wälder des Landes Midgar, hin zu einer Räuberburg bis er schließlich auch auf seiner Heimatinsel umherstiefeln darf. Und wie es sich für ein mystisch angehauchtes Adventure - Thorgals Reise wird als göttliche Prüfung bezeichnet - gehört, verbringen wir auch einige Momente zwischen Zeit und Raum.

Von der Comicvorlage bis zum fertigen Spiel

Das Adventure basiert auf den in Frankreich sehr erfolgreichen Comics von Jan van Hamme und Grzegorz Rosinski, wobei van Hamme für das Drehbuch und Rosinski für die Grafiken der Comics und des Spiels verantwortich ist. Während des Spielens wird außerdem nach dem erfolgreichen Abschluß eines Kapitels einige handgezeichnete Comicseiten freigeschaltet, so dass man am Ende des Spiels einen kompletten Comic zur Hand hat. Ein nettes kleines Feature, wie ich finde.
Allerdings weicht 'der Fluch des Odin' auch von seiner Vorlage ab. Im englischen trug das Spiel den Untertitel 'Curse of Atlantis' und spitzfindige Leser werden bereits herausgefunden haben, dass dies sicherlich nicht aus purer Langeweile geschehen ist. Offenbar wollte man im Hause Cryo um jeden Preis eine Verbindung zu der bekannten und erfolgreichen 'Atlantis'-Reihe herstellen, was im Endeffekt aber nur einen faden Beigeschmack im Hinblick auf die Story hinterläßt.

Hintergründe hui, Animationen...?

Grafisch kann das Spiel im Prinzip recht gut gefallen, die vorgerenderten Hintergründe sind detailliert und bringen die düstere Atmohsphäre gut auf den heimischen Bildschirm. Allerdings ist Thorgals Welt entweder tot oder leidet an Arthrose, viel Bewegung ist jedenfalls nicht vorhanden und das führt insgesamt dazu, dass alles etwas steril wirkt. Mit Beachtung der schön anzusehenden Hintergrundgrafiken wurde an dieser Stelle auf jeden Fall Potential verschenkt. Das gleiche gilt auch für die Darstellung der Charaktere: komplett in 3D gehalten wurde auf augenscheinlich an den Polygonen gespart, Thorgal und Co. sind beileibe nicht so detailliert wie die Hintergründe, vor denen sie sich bewegen.

Seichte Klänge und Sparmaßnahmen

Die Musik von 'Thorgal' hält sich dezent im Hintergrund ohne besonders hervorzustechen, allgemein könnte man dies als solide bezeichnen. So verhält es sich auch mit den Soundeffekten, so hört der Spieler zum Beispiel ein Lagerfeuer knistern - schade nur, dass die dazugehörigen Animationen nicht vorhanden sind.
Einen festen Schlag auf den Hinterkopf hat DreamCatcher Europe für die nicht existente deutsche Synchronisation verdient. Lediglich die Untertitel (die öfter mal über den Bildschirmrand hinausragen), das Cover der DVD-Hülle und das dünne Handbuch sind übersetzt worden, die Figuren selbst sprechen englisch. Die Sprecher sind zwar noch recht annehmbar, allerdings ist auch hier noch Raum für Verbesserungen vorhanden. Noch besser wäre es hingegen gewesen, wenn man die englische Sprachausgabe auch auf der Rückseite der Verpackung vermerkt hätte - einige Spieler werden sicherlich enttäuscht ob dieser Sparmaßnahme sein.

Hakelige Steuerung und häßliche Actioneinlagen

Point & Click-Adentures werden gemeinhin dafür gelobt, dass sie schön übersichtlich und entspannend sind, da man die meisten Gegenstände nach ein wenig Suchen aufspüren und man sich keine Kämpfen mit anderen Charakteren liefern muss. Bei 'Thorgal' ist dies jedoch anders: oft muss der gesamte Bildschirm nach einem Gegenstand abgesucht werden, der Cursor ist dabei leider auch keine große Hilfe. Er verändet sich zwar, sobald er über ein anklickbares Item fährt, aber dafür muss man eben jenes Objekt erst mal im Hintergrund aufspüren - auf die Dauer wird das nervig.
Außerdem hielten es die Entwickler wohl für nötig, das Spiel mit "ein paar" Actioneinlagen anzureichern. Das sieht dann so aus, dass Thorgal sich mit seinem Bogen an vielen Stellen gegen zahlreiche Gegner zu Wehr setzen muss, die ganz im Gegensatz zu ihm nicht darauf achten müssen, ob im Hintergrund vielleicht irgendetwas brauchbares zu finden ist. Unser Held muss nämlich immer mal wieder Hintergrundobjekte miteinbeziehen, um seinen Widersacher niederzuringen, während dieser solange uns freudestrahlend Schaden zufügt, bis wir den hübschen Game Over-Schriftzug lesen können.
Als weiteres Mittel das Spieltempo zu erhöhen wurden von mir so getaufe Zeiträtsel eingebaut, das heißt, dass man in einer bestimmten Zeit eine bestimmte Aktion durchführen muss, andernfalls droht das Laden eines alten Spielstandes. Das auch diese Aktionen nicht sonderlich gut gelungen sind, lasse ich an dieser Stelle außen vor. Die restlichen Rätsel sind zumeist nicht besonders anspruchsvoll, womöglich als Ausgleich für die teils unfairen Actioneinlagen.


Galerien

Fazit:

Wertung: 66%

'Thorgal' ist ein nettes, kleines Spiel. Nicht mehr und nicht weniger. Für meine Begriffe hätte man viel mehr aus dem Spiel machen können, es wurde eindeutig Potential verschenkt. Wer allerdings momentan auf der Suche nach neuem Adventurefutter ist, der sollte das Spiel mal antesten - schlecht ist es nämlich auch nicht.

geschrieben am 04.05.03, Matthias Holz

Systemanforderungen Weitere Links
Win 95/98/ME/2000/XP
CPU mit 400Mhz
64 MB Ram
Grafikkarte mit 16 MB Ram
Soundkarte
450 MB freier Festplattenspeicher
8x CD-Rom
Direct X 8.1
Offizielle Homepage


Spiel kaufen

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Dieses Review gehört zu  Thorgal.




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