Reviews: Nostradamus - Die letzte Prophezeiung:

Nostradamus – Die letzte Prophezeiung


Mit 'Nostradamus – Die letzte Prophezeiung' melden sich die Kheops Studios zurück, die zuletzt mit dem Adventure 'The Secrets of Da Vinci' von sich reden machten. Im Gegensatz zu dem populären Buch von Dan Brown spielte die Handlung damals im 16. Jahrhundert. Und genau in diese Zeitepoche verschlägt uns auch wieder das aktuelle Spiel. Ob 'Nostradamus - Die letzte Prophezeiung' unter einem guten Stern steht oder gar ein Fluch darauf liegt, verraten wir Euch im Review.


 



Frankreich, Mitte des 16. Jahrhunderts: Ein Fluch liegt auf dem Königshaus, der immer mehr Menschen aus dem direkten Umfeld der Königinmutter Katharina von Medici dahinrafft. Um die königliche Familie vor dem Fluch zu schützen, sucht Katharina ihren Arzt und Astrologen Michel de Nostre-Dame auf. Dabei handelt es sich um niemand anderen als den berühmten Weissager Nostradamus. Und von eben diesem Weissager soll auch ein Reim stammen, der die Vorkommnisse am Hofstaat der Königinmutter vorhersagen soll. Nun soll Nostradamus versuchen, diesen von ihm vorhergesehenen Fluch aufzuhalten. Nostradamus, der seinem hohen Alter Tribut zollen muss, fühlt sich schwach und sieht sich außerstande, sein Haus zu verlassen. Statt seiner schickt er Madeleine, seine Tochter. Da die Königinmutter jedoch eher konservativ veranlagt ist und keine Frauen als Arzt oder Astrologen empfangen möchte, muss sich Madeleine als Nostradamus Sohn Cesare ausgeben. Als Cesare erkundet Madeleine das Schloss und untersucht die Opfer des Fluchs. Dabei stellt sie recht schnell fest, dass dem Fluch mit gar nicht so übersinnlichen Mitteln nachgeholfen worden ist. Doch wer steckt hinter den Anschlägen auf die Vertrauten der Katharina von Medici? Und kann Madeleine es schaffen, die Vorfälle aufzuklären, bevor Mitglieder der königlichen Familie zu Schaden kommen?


Anziehpuppen und Klickorgien

Das erste Problem, vor dem Madeleine steht: Sie muss eine Verkleidung finden, damit sie wie ihr Bruder aussieht. Dazu muss sie auch lernen, seine Stimme zu imitieren und ihre Hautfarbe der seinen anpassen. Durch diese recht leichten Anfangsrätsel lernt der Spieler schnell, worauf es bei 'Nostradamus – Die letzte Prophezeiung' ankommt. Gegenstände lassen sich mit wenigen Ausnahmen schnell finden und das dreiteilige Inventar füllt sich auch schon mal bis zum Äußersten. Doch Madeleine muss auch einmal gesammelte Gegenstände bearbeiten. So findet sie eine Perücke, die zuerst gekürzt werden muss. Aus den Überresten bastelt sie sich einen Bart. Dabei kommt ihr Handwerkzeug, bestehend aus Lupe, Feder, Zirkel, Skalpell, Pinzette und Schere zum Einsatz. Nachdem sie sich das Kostüm also zurechtgemacht hat, bekommt sie die Aufgabe, eine Tönungscreme anzurühren und lernt so auch gleich die Arbeit im Labor.

Das hier gesammelte Wissen wird sie im Laufe des Spiels noch einige Male benötigen. Das Mischen der Zutaten ist dabei gar nicht so schwer, es stehen verschiedene Töpfe und Gefäße mit allen möglichen Mitteln bereit. Dennoch werden immer auch andere Zutaten benötigt, die es aber in unmittelbarer Umgebung des Hauses gibt. Wichtig ist bei dem Vermengen der Inhaltsstoffe immer die richtige Menge. Glücklicherweise muss dazu aber nichts abgemessen werden, die Angegebene Menge entspricht immer genau einem Löffel oder einer Pipette. Schwierig wird das Erstellen von Tränken und Mixturen im Labor erst im späteren Spielverlauf, wenn ganz spezielle Zutaten gefunden werden müssen oder wenn eine große Anzahl verschiedenster Pülverchen verrührt werden muss. Wirft Madeleine auch nur eine falsche Zutat in den Topf oder landet aus Versehen die Doppelte Menge darin, bleibt als Verwendung nur noch der Ausguss.

Nach der doch recht einfachen Zubereitung der Tönungscreme stellt sich Madeleine, jetzt als Cesare verkleidet, ihrem Vater Nostradamus vor. Der verlangt nun noch eine abschließende Prüfung ihrer Fähigkeiten in der Astronomie. Dabei soll man den Umgang mit Zirkel und Skalpell lernen. Wer nun jedoch eine ähnlich leichte Aufgabe erwartet, der hat sich getäuscht. Dabei ist das Ziel der Übung schnell ersichtlich. Gezeichnete Sternzeichen und Planetensymbole sollen ihrem Namen zugeordnet werden. Das Spiel gibt zwar einige Hinweise mit auf den Weg, doch selbst wenn man diese richtig gedeutet hat, steht man vor dem Problem der Steuerung. Es ist nicht einfach damit getan, die Symbole mit der Maus an die richtige Stelle zu setzen. Vielmehr verlangt das Spiel von uns, die Symbole über eine umständliche Klickorgie zu sortieren. Doch irgendwann hat Madeleine selbst das geschafft und der erste Tag ist vorbei, noch bevor sie das Grundstück verlassen hat.


Erdbeben aus der Egoperspektive

Am zweiten Tag darf Madeleine endlich das Grundstück verlassen und prompt bebt die Erde. Doch das Erdbeben ist nicht der Grund für die Leere auf den Straßen. Die Bewohner des Örtchens glauben nicht an einen Fluch sondern an eine sehr reale Bedrohung. Aus Angst vor der Pest traut sich niemand mehr vor sein Haus. Leider trifft das nicht nur auf die Dorfbewohner zu, mit denen man höchstens mal durch die verschlossene Tür ein Gespräch führt, sondern auch auf alle Tiere. Nur ein Vogelschwarm zieht am statischen Himmel seine Kreise. Leider fehlt es der Grafik generell an Bewegung. Kein Baum bewegt sich, Wolken stehen am Himmel, Wasser sprudelt nicht. Selbst Gesprächspartner stehen oft nur so in der Gegend herum und bewegen bestenfalls ein wenig den Kopf. Einzig die Flammen von Kerzen oder in Kaminen sorgen für etwas Bewegung, wenn auch wenig. Das ist besonders aufgrund der wirklich hübsch anzusehenden geränderten Hintergründe schade, denn dort haben sich die Grafiker richtig Mühe gegeben. Das Dorf und die Schlossbewohner sehen aus, als ob sie direkt aus der Zeit um 1566 stammen könnten. Auch das Haus von Nostradamus strotzt nur so vor Details. Die eingesammelten Gegenstände wirken ebenfalls sehr plastisch, so als ob sie realen Fotos entstammten. Und gerade weil die fest in 1024x786 geränderten Hintergründe wirklich gut aussehen, fällt das fehlende Leben umso stärker auf.

Gesteuert wird 'Nostradamus – Die letzte Prophezeiung' wie man es von einem Ego-Adventure kennt. Per Mausklick wird der Screen gewechselt, ein Pfeil zeigt dabei an, wo man hingehen kann. Alle Screens bieten einen kompletten rundum Blick, der nicht nur dazu dient, die hübschen Hintergründe zu bestaunen. Oftmals verstecken sich auch in entlegeneren Winkeln noch Objekte, die Madeleine zum bestehen des Abenteuers benötigt. Findet sie einen solchen Gegenstand, wird der Mauszeiger zu einer Hand und das Objekt kann mitgenommen werden. Eingesammelte Objekte landen dann zuerst in einem Sammelfeld im Inventar, von wo aus sie in das eigentliche Inventar gelegt werden müssen. Der Vorteil dabei ist, dass alle Objekte erst eingehend untersucht und dann in eines der drei Inventarfächer verteilt werden können. Der Nachteil ist, dass mit jedem Gegenstand, der gesammelt oder benutzt wurde, so verfahren werden muss. Zum Glück gibt es einen Knopf, der diese Aufgabe für uns übernimmt. Bestimmte Objekte müssen auch erst in der Spielgrafik untersucht werden, was durch eine Zange angezeigt wird. Klickt man nun auf dieses Objekt, wechselt die Kamera in eine statische Perspektive und das Spiel blendet den oben schon beschriebenen Werkzeugkoffer ein.

Im Inventar findet sich auch eine Karte des Schlosses, über die man die Wege jedoch nicht abkürzen kann. Weiterhin findet sich im Laufe der Ermittlungen eine Liste der Verstorbenen, ein Rezeptbuch, ein Gesprächsprotokoll sowie ein Tagebuch, in dem Madeleine alle Ideen und Aufgaben niederschreibt. Sollte man also einmal nicht wissen, was zu tun ist, hilft es, die letzten Seiten des Notizbuches noch einmal durchzuschauen. Doch auch in diesen ganzen Papieren hat Madeleine noch etwas zu tun. Mit der Feder und dem Zirkel bearbeitet sie immer mal wieder gefundene Papierstücke, fügt Notizen hinzu oder komplettiert Übersetzungstabellen.


Stimme verstellen

Die Übersetzung von 'Nostradamus – Die letzte Prophezeiung' ist recht gut gelungen. Die Texte machen den Anschein, aus einer älteren Zeit zu stammen, ohne dabei jedoch angestaubt zu wirken. Auch die Prophezeihungen wurden gut übersetzt und könnten wirklich vom Meister selbst stammen. Die Synchronsprecher sind ebenfalls gut gewählt und machen ihre Arbeit ordentlich. Bei Madeleine macht der Stimmwechsel Spaß, denn wenn sie als ihr Bruder Cesare unterwegs ist, spricht sie natürlich auch mit dessen Stimme. Die wenigen übrigen Geräusche sowie die musikalische Untermalung machen enbenfalls einein guten Eindruck und hauchen der durch die Grafik leblosen Welt wenigstens ein klein wenig Atmosphäre ein.


Cesare oder Madeleine?

Leider bekommt man beim Spielen immer wieder den Eindruck, dass einige Rätsel nur eingebaut wurden, um das Spiel in die Länge zu ziehen. Das eine Person erst mit uns reden möchte, nachdem wir einen speziellen Trank im Labor zubereitet haben, oder das Nostradamus sich erst hypnotisieren muss, um sich zu Erinnern – dafür wird natürlich auch wieder fleißig im Labor gearbeitet – ist nachvollziehbar und passt auch in die Geschichte. Wenn Madeleine von Nostradamus aber gebeten wird, ein Mobile zu reparieren, bei dem sie Gewichte und Planeten geschickt ausbalancieren muss, ohne dass das Rätsel irgendetwas mit dem Spielverlauf zu tun hat, erweckt das schon den Eindruck, dass man das Spiel verlängern wollte. Auch sonst kommen immer wieder Rätsel vor, die entweder unnötig schwer sind oder bei denen man sich fragt, welchen Bezug sie zu der Geschichte haben. Immerhin steigt der Schwierigkeitsgrad der Rätsel während des Spiels an und endet bei einem Rätsel, in dem Madeleine gegen die Zeit kämpfen muss. Doch auch bei den Dialogen ist es nicht nur mit Reden getan. Die Gesprächspartner reagieren anders, je nachdem ob sie Cesare oder Madeleine gegenüberstehen. Während Madeleine bei vielen Männern gut ankommt, wollen die Frauen lieber mit Cesare sprechen. Je nachdem, welche Antwort Madeleine oder Cesare in den Gesprächen auswählen, werden die Gesprächspartner mit unter auch ungehalten und werfen uns in den Kerker, was die gleichen Konsequenzen wie der durchaus mögliche Tod von Madeleine nach sich zieht. Das Spiel startet kurz vor dem letzten Fehler neu.


Am Ende wird abgerechnet

Während der rund acht stündigen Spielzeit sammelt Madeleine eifrig Punkte. Die gibt es für jede gut gelöste Aufgabe. Zusätzlich gibt es noch einige Bonusaufgaben, für die es extra Punkte gibt. Je nach Spielverlauf werden aber auch schon mal Punkte abgezogen. Das erhöht zwar die Motivation, 'Nostradamus – Die letzte Prophezeiung' erneut zu spielen. Doch wenn man das Ende erlebt hat, dürfte es damit vorbei sein. Da wird die gesamte Zeit eine durchaus spannende Geschichte um Verrat, mystische Ferse und alte Rätsel aufgebaut und nach einer sehr kurzen Endsequenz taucht dann ein Standbild von Nostradamus auf und der Text Ausgezeichnet! Sie haben das Abenteuer soeben mit einer Punktezahl von x bestanden. Hätten Sie anders gespielt, hätten Sie womöglich viel besser abschneiden können! wird angezeigt. Zu diesem Zeitpunkt ist nicht mal bekannt, ob Madeleine das Spiel überhaupt überlebt hat. Das wird auch später nicht geklärt, denn nun folgt nur noch der Abspann. Die Idee mit den Punkten ist zwar Toll, aber wenigstens hätte man am Ende verraten können, wie viele Punkte insgesamt zu erreichen sind und um alles einen motivierenderen Satz bauen können.


Galerien

Fazit:

Wertung: 69%

'Nostradamus – Die letzte Prophezeiung' ist ein technisch solides Ego-Adventure, dass eine interessante Geschichte erzählt. Die wird aber leider durch das Ende ziemlich kaputt gemacht. Es macht Spaß, auszuprobieren, wie die anderen Charaktere auf unterschiedliche Verkleidungen reagieren. Doch leider stören einige Rätsel, die irgendwie nicht so richtig zur Geschichte passen wollen. Die wirklich sehenswerten Hintergrundgrafiken leiden daran, dass ihnen einfach zu wenig Leben eingehaucht wurde und sie deswegen eher wie aus einem Fotoalbum wirken. Nicht nur deswegen bleibt das Gefühl, dass irgendetwas fehlt. Astrologen oder Anhänger von Nostradamus Fersen werden dennoch ihren Spaß an dem Titel haben.

geschrieben am 30.12.07, Tobias Maack

Systemanforderungen Weitere Links
Windows XP
PIII 800 CPU
256MB RAM
1600MB HD
3-D-Karte
Offizielle Webseite


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Dieses Review gehört zu  Nostradamus.




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