Previews: Kona:

Kona - Vorschau


Nach einer Welle von Exploration-Adventures mit wenig bis null Interaktion, häufen sich allmählich explorative Spiele mit etwas komplexerem Gameplay. Das Québecer Mystery-Adventure 'Kona' passt gut in diese Kategorie. Die Geschichte führt uns ins verschneite Kanada, wo ein Detektiv einen Klienten treffen soll. Etwas stimmt hier aber gar nicht.

Unsere Vorschau bezieht sich auf die bereits erhältliche Early Access Fassung. Bis zum finalen Release (derzeit geplant: 1. Quartal 2017) soll sich noch einiges tun, weshalb unser vorläufiges Urteil mit Vorsicht zu genießen ist.

Kona


Eine frostige Ankunft

Oktober, 1970. Der Ermittler Carl Faubert wurde von einem gewissen Hamilton angeheuert, dem reichen Besitzer einer Kupfermine. Er soll einen Fall von Vandalismus gegen das Eigentum des Magnaten untersuchen. Klingt vielleicht gar so nicht spannend, doch irgendwie muss ein nicht mehr gar so junger Detektiv seinen Unterhalt verdienen.

Kona

Notizen lassen uns einige Personen näher kennenlernen.

Die Ankunft im nördlichen Québec ist unfreundlich. Ein Blizzard verpasst der Landschaft allmählich einen nahezu einheitlichen weißen Anstrich. Es wird immer schlimmer, immer kälter. Beim Autofahren ist die Straße später kaum noch zu erkennen. Ohne Karte wäre Carl aufgeschmissen.

 

Am Treffpunkt ist Hamilton nirgendwo zu sehen, wie auch in der Umgebung kein menschliches Wesen zu entdecken ist. Einige Spuren werfen Fragen auf. Irgendwas ist in dieser Ortschaft vorgefallen und es betrifft alle Einwohner. Nur was? Paraboles Mystery-Adventure bringt schrittweise Licht ins Dunkel.


Survival im Schneetreiben

Die Early-Access-Version von 'Kona' ist darauf konzentriert, ein Gefühl für das Setting zu vermitteln sowie einen Teil der Umgebung durch Notizen und Gegenstände vorzustellen. Die Mystery-Haupthandlung wird lediglich angeteasert. Wer jetzt schon einen Blick darauf werfen möchte, kann das so gesehen tun, ohne das Gefühl zu haben, zu viel zu wissen.

Kona

Feuer machen ist wichtig! Nur nahe Wärmequellen darf gespeichert werden.

Besonders auffällig ist der Survival-Aspekt: durch die gnadenlose Kälte ist es essentiell, schnell und oft Wärmequellen zu finden oder zu kreieren. Carls Körpertemperatur ist immer abrufbar (daneben gibt es auch z.B. einen Stresswert). Obwohl dieser Wert nur langsam sinkt, ist man gut beraten, sich vor einer längeren investigativen Untersuchung darum zu kümmern. Zum Beispiel befasst man sich mit einem deaktivierten Stromgenerator: Welcher Schalter bewirkt was? Mit welchen anderen Geräten hängt der Generator zusammen? Ist irgendwo eine Anleitung versteckt? Wer wiederum die dafür erforderlichen Gegenstände gesammelt hat, kann diese nutzen, um den Ofen in Gang zu setzen.

Gründliches Erkunden lohnt sich. Meist liegen viele Gegenstände herum, also nicht nur Notizen, Lampen und Schlüssel, sondern zum Beispiel Äxte oder eine Schrotflinte. Man weiß nie, wann etwas nützlich sein könnte. Und nein, wir sind nicht völlig allein, Vorsicht ist also geboten. Allerdings gibt es ein Gewichtslimit und wer irgendwann keinen Platz mehr im Inventar hat, der lagert einen Teil im Auto aus, wo es jederzeit verfügbar ist. Fraglich ist, wie viele der herumliegenden Objekte tatsächlich einsetzbar sind.


Investigation und Exploration

Hotspots werden in Reichweite durch einen kleinen Punkt gekennzeichnet. Das betrifft nicht nur Ressourcen oder Werkzeuge, sondern auch Notizen. Diese vermitteln dem routinierten Detektiv ein besseres Bild der vergangenen Ereignisse. Manche Informationen helfen dabei, die Gebäude auf der Karte zuzuordnen, was für einen anderen Hinweis bedeutsam werden kann. Oder man schaltet das Radio ein, um es sich gemütlich zu machen...

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Mit Fortdauer der Geschichte wird das Schneetreiben wilder, was die Sicht behindert

Wo wir mit der Erkundung starten, bleibt uns überlassen. Zu Fuß zu gehen, wäre ein tödliches Unterfangen. Somit ist das Auto unser ständiger Begleiter. Wir steuern es in der Ego-Perspektive, vergleichbar mit diversen Open-World-Spielen (entweder per Maus und Tastatur, oder mittels Controller). Auch getankt will es werden. Eine Schnellreisefunktion gibt es nicht und selbst die Fahrt von A nach B kann zur Tortur ausarten. Inmitten der chaotischen weißen Landschaft verliert man leicht die Orientierung und muss nicht nur einmal die Karte auspacken oder zwischendurch im Schneckentempo fahren.

Natürlich trägt all das zur Immersion bei. Auf Dauer könnte es jedoch zum Spaßkiller ausarten. Lästig wird das Autofahren insbesondere dann, wenn man sich verfahren hat und umdrehen möchte. Der Rückwärtsgang erfordert viel Platz, den man nicht immer hat. Fraglich ist auch, welche Rolle der Einsatz von Waffen im fertigen Mystery-Abenteuer spielen wird? Der Survival-Aspekt hält in den ersten ein bis zwei Stunden bei Laune, auf Dauer könnte er womöglich zu sehr von der Story ablenken.


Gute Umsetzung mit ausbaufähiger Sprachausgabe

Kona

Eigentlich ein idyllischer Ort... wenn die Ereignisse hier nicht so verdächtig wären...

Visuell wird ansprechende First-Person-Kost geboten. Bis zum Release im nächsten Jahr soll die Grafik sogar noch weiter verbessert werden. Während die dezente musikalische Untermalung, samt Geräuschkulisse, zur bedrohlich-verschneiten Blizzard-Stimmung beitragen, überzeugt die Sprachausgabe nicht immer. Zuweilen wirken die Kommentare der Hauptfigur deplatziert. Auch in diesem Bereich sind Verbesserungen geplant. Gespannt sein dürfen wir obendrein auf eine neue Einleitung, das erweiterte erkundbare Gebiet und die gesamte Story.

Das kanadische Indie-Studio Parabole empfiehlt, auf den finalen Release zu warten. Aufgrund vieler geplanter Änderungen sei nicht einmal zu garantieren, dass alte Speicherstände beim finalen Release funktionieren. Deutsche Untertitel sind übrigens geplant. Derzeit gibt es sie allerdings noch nicht. Als Einstimmung ist diese Version dennoch lohnenswert, zumal auf Spoiler großteils ohnehin verzichtet wurde.


Galerien

Fazit:

Wertung: Gut

'Kona' ist ein Early-Access-Titel mit Hit-Potenzial. Zugleich besteht das Risiko, dass sich die kanadischen Indie-Entwickler zuviel zumuten und es am Ende eine halbgare Angelegenheit wird. Die Story zeigt interessante Ansätze, hält sich jedoch bedeckt, um Spoiler zu vermeiden. Beim Spielen wurde mir regelrecht kalt bei all dem Schnee. Ich konnte mich gut in Carls Situation hineinversetzen. Auch die Survival-Aspekte sind vielversprechend. Dennoch bleiben zu viele Fragezeichen für die Höchstwertung. Wir warten gespannt auf das fertige Mystery-Abenteuer.

geschrieben am 25.10.16, Matthias Glanznig

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Dieses Preview gehört zu  Kona.




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Kommentare 2
Amberl
25.10.2016, 15:41

Hört sich ganz interessant an. Sind auch Umsetzungen für Konsolen geplant?

Mikej
25.10.2016, 15:45

PS4 und Xbox One soll es ein paar Monate später auch geben, ja.


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