Previews: The St. Christopher's School Lockdown:

The St. Christopher’s School Lockdown


Mit knapp 12.000£ wurde das Projekt 'The St. Christopher’s School Lockdown‘ von Laney Berry via Kickstarter finanziert. Unter dem Label Classroom Graffiti wurde die erste von zwei Episoden des Point-and-Click-Adventures nun umgesetzt und am 9. Oktober 2017 veröffentlicht. Versprochen wurde ein aktueller, politisch inspirierter Plot mit anspruchsvollen Rätseln und Side-Quests. Ob die erste Episode diese Versprechen hält, erfahrt Ihr in unseren Test.



 

Die St. Christopher’s School und die Children of the Revolution

{Beschreibung der Grafik}

In St. Christopher's gibt es einiges zu erkunden.

Polizeipräsenz vor einer britischen Privatschule. Unter dem Motto „Freie Bildung für alle!“ protestieren die Studenten der St. Christopher’s School gegen geplante finanzielle Änderung und haben sich in ihrer Schule verbarrikadiert.

Mittendrin findet sich am ersten Tag des Streiks die Protagonistin der ersten Episode wieder. Kayleigh wacht in ihrem Van auf. Wie sie genau auf das Schulgelände gekommen ist, erfahren wir nicht. Aber dass sie von der Polizei gesucht wird, kein Student der Schule ist und möglichst schnell untertauchen will. Und das geht am besten zwischen den Studenten. Während die anfangs noch friedliche Demo langsam problematisch wird, erfahren wir in Rückblenden, welche Ereignisse Kayleigh hierher geführt haben.


 

Kayleigh Undercover

Die erste Episode erzählt aus Kayleighs Perspektive von den ersten drei Streiktagen. Dabei geht es anfänglich noch sehr ruhig zu und die Studenten versuchen, sich zu organisieren und ihre Ziele festzulegen. Um nicht aufzufliegen, bringt Kayleigh sich ein, wo sie kann. Sie hilft beim Schreiben des Manifests und kümmert sich um anfallende Kleinigkeiten. Der Einstieg in die Story gestaltet sich etwas langsam und langweilig. Doch spätestens ab der ersten Rückblende nimmt die Geschichte endlich Fahrt auf. Das letzte Spieldrittel ist schließlich vollgepackt mit schönen Drehungen und Wendungen und gipfelt in einem echten Knaller mit offenem Ende.

{Beschreibung der Grafik}
Was wohl für Gegenstände gemeint sind?

Die Rätsel und Puzzles unterstützen dabei die Plotentwicklung auf wundervoll vielfältige Art und Weise. Es gibt keinen Rätseltypen, den es in 'St. Christopher’s‘ nicht gibt. Es wird nie langweilig und die Rätsel sind kniffelig, ohne unlösbar zu sein. Ein kleiner Minuspunkt: Wenn wir einen Gegenstand finden, der erst später im Spiel relevant wird, können wir diesen auch erst später untersuchen bzw. mitnehmen. Das hält zwar unser Inventar schlank, sorgte bei mir aber teilweise für Verwirrung und lange Suchorgien.


Ein klassisches Adventure im Comic-Stil

Der Einstieg ins Gameplay von 'St. Christopher‘s‘ ist intuitiv und das Spiel orientiert sich am klassischen Point-and-Click-Adventure. Das Inventar ist am oberen Bildschirmrand versteckt und mit einem Klick auf ein Objekt können wir aussuchen, ob wir es ansehen, benutzen oder mitnehmen wollen. Die Hotspots werden uns durch das Drücken der Tab-Taste angezeigt. Das Spielmenü ist über das Schulsymbol am unteren Bildschirmrand zugänglich. Hier finden wir unseren (Schul-)Spind und können speichern, das Spiel verlassen und verschiedene Mini-Spiele auswählen. Eine To-Do-Liste und eine Umgebungskarte finden wir hier ebenfalls.

Die grafische Umsetzung ist zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig. Die Hintergründe und Charaktere sind handgemalt und das ganze Spiel wirkt auf den ersten Blick unfertig. Der DIY-Comic-Look ist charmant, doch der einzig bewegliche Charakter ist Kayleigh. Alle anderen Protagonisten sind auf dem Bildschirm eingefroren. Wir bewegen uns durch einen großen Comic. Dialoge werden uns passend dazu am unteren rechten Bildschirm in Sprechblasen angezeigt.

Die Hintergrundmusik untermalt passend die jeweiligen Szenen, wichtige Dialoge sind vertont. Leider hat das Spiel teilweise sehr lange Ladezeiten bei bestimmten Szenen- und Bildübergängen, läuft ansonsten aber stabil. Einige Bugs sind auch noch zu finden. Wenn wir das Dach betreten, verschwindet der Ausgang. Einmal Speichern und neu Laden bringt den Ausgang zwar schnell zu uns zurück, zerrt aber dennoch an den beanspruchten Spielernerven.


Von Koi-Karpfen und Voodoo-Puppen

{Beschreibung der Grafik}

Lust auf eine Runde Vodoo Wars?

In unserem Spind finden wir neben dem Menü auch zwei Mini-Spiele. Voodoo Wars können wir gegen die anderen Studenten spielen. Wir sammeln Voodoo-Puppen und treten mit unseren Minis gegeneinander an.

Neben den Voodoo-Sammelfiguren finden wir in unserem Spind auch ein Goldfischglas mit einem Koi-Karpfen. Kayleigh ist ein sehr stimmungsabhängiger Mensch. Wie wir unsere Umgebung wahrnehmen, hängt von unserer Stimmung ab, die von total depressiv bis völlig überdreht hin und her schwankt. Je nach Stimmung verändert sich unsere Wahrnehmung, d.h. die Farbe unserer Umgebung. Ist Kayleigh schlecht drauf, ist die Welt eher grau. Ist sie gut drauf, leuchtet alles sehr intensiv. Um unsere Stimmung zu erden und wieder zu unserer Mitte zu finden, können wir mithilfe des Koi-Karpfen meditieren. Ziel des Minispiels ist es, unseren Koi-Karpfen mit Seerosenblättern zu füttern und ihn möglichst mittig im Teich zu halten. Auf den Blättern stehen Aktivitäten, die unsere Stimmung entweder pushen (Boxen, LSD, Tanzen) oder drücken (Tangram, Yoga, Tee trinken).

Die Minispiele wirken sich jedoch nicht direkt auf das Spiel aus. Beide werden uns im Rahmen der Handlung vorgestellt, spielen aber im weiteren Verlauf keine große Rolle mehr. Lediglich unsere Stimmung muss an der einen oder anderen Stelle angepasst werden. Sind wir überdreht, haben wir schlichtweg nicht die Geduld für ein hoch komplexes Rätselspiel. Sind wir depressiv, verkraften wir keine schlechten Neuigkeiten.


Galerien

Fazit:

Wertung: Gut

'The St. Christopher’s School Lockdown‘ ist ein komplexes Spiel mit vielfältigen Rätseln und einer schönen Story. Die Grafik ist durchaus gewöhnungsbedürftig und die Story läuft langsam an, doch man wird mit einer spannenden Geschichte und einem schönen Aufhänger am Schluss belohnt. Leider ist 'St. Christopher‘s‘ bisher nur in englischer Sprache verfügbar und für Geschichte und Rätsel sind gute englische Sprachkenntnisse unabdingbar. Wer über entsprechende Sprachkenntnisse verfügt und über die (noch vorhandenen) Bugs hinwegsehen kann, den erwartet ein klassisches Point-and-Click-Adventure mit wirklich guten Rätseln. Wir warten derweil auf den zweiten Teil, der die Geschichte aus der Sicht eines anderen Charakters erzählen wird. Dieser wird vermutlich etwas auf sich warten lassen und hoffentlich das vorgelegte Niveau noch steigern. Potenzial hat 'The St. Christopher’s School Lockdown‘ jedenfalls eine Menge.

geschrieben am 07.11.17, Christiane Biederbeck

Systemanforderungen Weitere Links
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Dieses Preview gehört zu  The St. Christopher's School Lockdown.




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