Reviews: Die drei ??? - Unter Verdacht:

Die drei Fragezeichen unter Verdacht


Das berühmte Detektivtrio aus Rocky Beach will endlich einmal Urlaub machen. Da kommt die Einladung zu einer Mississippi-Kreuzfahrt wie gerufen. Doch wieder einmal wird es nichts mit der Erholung: Kurz nach dem Ablegen des historischen Raddampfers werden die Detektive in ein Verbrechen verwickelt. Ein Dieb treibt auf dem Schiff sein Unwesen und sogar die drei Fragezeichen geraten unter Verdacht. Zeit, den Detektiven unter die Arme zu greifen. Das haben wir natürlich gemacht und uns das neueste Abenteuer um Justus, Peter und Bob von Publisher USM angeschaut.


Eine Schifffahrt die ist lustig…

Die drei Detektive Justus, Peter und Bob machen eine Schifffahrt.

Allerdings nicht, wenn man in der eigenen Kabine eingeschlossen wird. So ergeht es den drei Detektiven gleich zu Beginn ihres neuesten PC-Abenteuers, das zur Abwechslung einmal nicht auf dem Schrottplatz von Rocky Beach beginnt. Stattdessen stecken die drei Fragezeichen in Anzügen und wollten eigentlich zum Kapitänsempfang im Salon. Allerdings hat ein Unbekannter die Kabinentür mit einem Seil an der Reling festgebunden, so dass die Detektive in ihrer Unterkunft festsitzen. Es sieht also ganz so aus, als ob Justus, Peter und Bob einen neuen Fall hätten. Wenig später entlässt sie der Unbekannte aus ihrem Gefängnis und die drei erreichen endlich den Salon. Dort wurde der Empfang bereits beendet, ehe es richtig los ging. Der Grund ist schnell gefunden: Eine Opernsängerin, die ebenfalls Gast auf dem Schiff ist, wollte zur Begrüßung eine Aufführung ihrer neuesten Oper zum Besten geben. Allerdings wurde ihr an Bord das Script dazu gestohlen. Sie ist außer sich und der Kapitän des Schiffes beauftragt die drei Detektive mit den Ermittlungen. Schnell finden sie heraus, dass auch andere Passagiere bestohlen wurden und längst nicht jeder der ist, der er vorgibt zu sein. Nach und nach kommen immer mehr Details über die anderen Passagiere zu Tage, da taucht plötzlich auch das Opernscript wieder auf: In der Kabine der drei Fragezeichen. Die drei Detektive geraten nun selbst unter Verdacht…


… eine Schifffahrt die ist schön

Leider sind die Detektive selbst nicht vertont. Dafür aber alle anderen Charaktere.


Im Vergleich zum Vorgänger 'Das Gold der Inkas' aus 2007 wurde die Grafik deutlich verbessert. Alle gängigen Auflösungen werden unterstützt und auch insgesamt kann die Grafik auf den ersten Blick mit anderen aktuellen Titeln mithalten. Auf den zweiten Blick stellt man fest, dass der Raddampfer insgesamt recht statisch wirkt. Animiert sind neben den Figuren nämlich nur das Schaufelrad, das Wasser oder der unendliche Wald, vor dem der Raddampfer vorbeifährt, also Dinge, die für die Fahrt des Schiffes erforderlich sind. Schwingende Seile oder gar ein Schaukeln des Schiffes fehlen hingegen. Die Charaktere selbst bewegen sich auch recht hölzern und rutschen ein wenig über den Boden, da die Laufgeschwindigkeit nicht genau mit den Animationen abgestimmt ist. Etwas irritierend ist auch, dass es von einigen Figuren scheinbar nur eine Version gibt - so hantiert der Koch nicht nur am Herd mit seinem Pfannenwender herum, sondern auch im Lagerraum. Unter dem Strich sind das aber Kleinigkeiten.
Anders sieht es bei den Gesprächen aus: Keiner der Charaktere bewegt beim Sprechen den Mund. Darüber hinaus bleiben ausgerechnet die drei Hauptcharaktere Justus, Peter und Bob komplett stumm. Hier muss man also zwangsläufig auf die Dialogfenster zurückgreifen, um zu wissen, worum es geht. Damit ist das Spiel ganz eindeutig nichts für Leseanfänger.

Die übrigen Charaktere sind komplett vertont und haben auch recht passende Sprecher bekommen. Auffällig ist, dass alle gesprochenen Dialoge mit gleicher Lautstärke abgespielt werden - Egal, ob jemand flüstert oder schreit. Das mag aber auch der Tatsache geschuldet sein, dass das Spiel für Kinder ab acht empfohlen wird. Zwischen den Kapiteln und bei wichtigen Ereignissen meldet sich übrigens ein Erzähler, der kleine Texttafeln vorliest.


Das Kreuz mit dem Inventar

Im Inventar haben pro Detektiv nur fünf Gegenstände Platz.

Adventure-Spieler sind es gewohnt, alle möglichen Gegenstände ins Inventar zu legen. So findet man vom überdimensionalen Q-Tip über Schnabeltiere bis zu tausenden Schlüsseln alles in den grenzenlosen Taschen der Adventure-Hauptcharaktere. In diesem Fall ist es anders: Maximal fünf Gegenstände kann jeder der drei Detektive mit sich herumtragen. Das führt in späteren Kapiteln zwangsweise dazu, dass einzelne Objekte in einer Truhe abgelegt werden müssen, die in der Kabine der Fragezeichen herumsteht. Da man zu Beginn eines Kapitels in der Regel nicht wissen kann, welche Objekte nun zum Einsatz kommen müssen, sieht man sich oft auf dem Weg zurück in die Kabine, um weitere Gegenstände zu holen oder abzulegen. Da die Charaktere weder rennen können, noch eine Schnellreise-Funktion existiert, geht für diese Wege einiges an Spielzeit drauf.

Eine kleine Hilfe sind in solchen Momenten sind die übrigen Detektive, die vielleicht noch in der Kabine herumstehen und dringend benötigte Gegenstände zum Ort des Geschehens bringen können. Dadurch ist eventuell nur ein Weg notwendig. Da sich alle Detektive identisch spielen und nicht auf ihre besonderen Fähigkeiten eingegangen wird, ist es auch völlig egal, wer welche Aufgabe angeht. So könnte man das Adventure eigentlich auch mit einem Detektiv durchspielen. Wären da nicht ein paar wenige Momente, in denen ein Charakter räumlich gebunden ist und nicht mehr frei gesteuert werden kann. In diesen Fällen übernimmt dann einer der Kollegen die weiteren Nachforschungen.

Wichtige Momente werden von einer Texttafel und einem sehr guten Erzähler begleitet.


Die Steuerung läuft ähnlich ab wie in 'Jack Keane 2': Die Figuren laufen solange in Richtung des Mauszeigers, wie man die linke Maustaste gedrückt hält. Hindernissen weichen sie dabei leider nicht automatisch aus, weswegen man hin und wieder stecken bleibt. Besonders gern bleiben Justus, Peter und Bob an einem der anderen Detektive hängen, wenn diese zufällig im Weg stehen. Zwar versuchen sie sich dann, aus dem Weg zu gehen, doch stoßen die Figuren dabei gern zusammen und laufen Bauch an Bauch solange weiter, bis sich der Spieler für einen anderen Weg entscheidet. Interaktionen werden über ein Fly-Out Menü gesteuert. Dazu klickt man mit der linken Maustaste auf den Namen eines Objekts (die jeweils angezeigt werden, sobald man sich dem Objekt nähert), zieht den Cursor auf eine der möglichen Optionen und lässt die Taste dann wieder los. Dass die Detektive dennoch manchmal keinerlei Regung zeigen, liegt daran, dass sie nicht nah genug am Objekt stehen. Während des Testens hatten wir einige Male Schwierigkeiten beim Einsammeln von Gegenständen oder beim Tausch der Gegenstände zwischen den Detektiven. Der Grund war jedes Mal, dass man einfach etwas dichter oder in einem anderen Winkel stehen musste.

Umständlich geht es auch bei den Dialogen weiter, deren Textausgabe in Sprechblasen erfolgt. Hier muss jede einzelne Textblase weg geklickt werden. Sicher hilfreich für junge Spieler, die mit dem Lesen nicht so schnell sind. Leider aber unglücklich gelöst, weil die Sprechblasen immer auf unterschiedlichen Positionen erscheinen, so dass man regelmäßig mit der Maus zum nächsten Text fahren muss.


Galerien

Fazit:

Wertung: 65%

Das neue PC-Abenteuer der drei Detektive aus Rocky Beach ist in allen Belangen besser gelungen als der Vorgänger von 2007, was zuerst bei der Grafik auffällt. Zwar offenbaren sich auch hier einige Schwächen, über die kann man aber aufgrund des Preises hinwegsehen. Die Geschichte ist kindgerecht und speziell für das Spiel geschrieben. Allzu viel Tiefgang sollte man hier aber nicht erwarten, an die Qualität der Hörspielreihe kommt die Story nicht heran. Dennoch unterhält sie für einige Stunden gut und liefert überraschende Wendungen. Unschön fallen die etwas umständliche Steuerung auf, auch die Begrenzung auf nur fünf Inventargegenstände pro Detektiv ist nicht recht nachvollziehbar. Dass die drei Hauptfiguren über die gesamte Spielzeit keinen Ton von sich geben, mag daran liegen, dass die Original-Synchronsprecher teuer sind, es nimmt dem Spiel aber auch einen Großteil seiner Atmosphäre. Am Ende bleibt es aber trotzdem ein gutes Einsteiger-Adventure für Kinder, die Gefallen an den Geschichten der 'Drei ???' haben.

geschrieben am 26.12.12, Tobias Maack

Systemanforderungen Weitere Links

CD-Rom Laufwerk: 12x speed
DirectX Version: 9.0
Grafikkarte: mit Pixel-Shader Support 2.0, mit Vertex-Shader Support 2.0
Arbeitsspeicher: 1024 MB
Prozessor: 2.0 GHz, Intel Pentium, AMD kompatibel
Festplattenspeicher: 400 MB
Soundkarte: 16-bit Soundkarte
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