Reviews: Egypt 3 - Das Schicksal des Ramses:

Egypt III - Das Schicksal des Ramses


Mit 'Egypt III - Das Schicksal des Ramses' schicken euch die Keops Studios und The Adventure Company als junge Zauberin Maya auf eine Reise durch das alte Ägypten, das neben einem bösartigen Fluch auch zahlreiche geschichtliche Fakten für euch bereithält. Ob sich ein Trip in die sagenumwobene Welt der Pharaonen lohnt, klären wir in unserem Test.
Wir schreiben das zweite Jahrhundert vor Christus: Im Alter von 60 Jahren sieht Ramses II. das Ende seiner Tage nahen. Aber wie das mit alten Menschen so ist, denkt der gute Mann noch gar nicht daran, das Zeitliche zu segnen - schließlich müsste er dazu auch sein prunkvolles Königreich aufgeben. Also bittet der Pharao den höchsten ägyptischen Gott Amon-Re um ein verlängertes Leben. Dieser willigt ein, allerdings nur unter einer Bedingung: Bis zum Beginn der Shemu-Jahreszeit soll der Gottestempel wieder aufgebaut sein, ansonsten kann Ramses sich ein verlängertes Leben abschminken. Ferner verlangt Amon-Re die Errichtung eines kolossalen Obelisken, der nur von einem einzigen Baumeister des gesamten Landes realisiert werden kann. So scheint dann aber auch alles seinen gewohnten Gang zu gehen, bis plötzlich merkwürdige Unfälle auf der Baustelle geschehen, die die Errichtung der Bauwerke ins Stocken bringen. Der Pharao scheint verflucht und Ramses' letzte Hoffnung liegt nun bei der jungen Zauberin Maya, die das mysteriöse Geschehen aufklären soll...

Drehen und klicken...

Wie im Genre der Renderadventures üblich kontrollieren wir Maya aus der Ego-Perspektive heraus. Das bedeutet, dass wir uns durch 3D-Standbilder klicken und diese durch Bewegung der Maus im 360°-Winkel nach allerlei interssanten Gegenständen oder Charakteren durchsuchen. Sollte dies geschehen, ändert sich der Mauscursor je nach Interaktionsmöglichkeit, die wir dann durch einen Klick auf die linke Maustaste ausführen können. Mit einem Rechtsklick können wir jederzeit das Inventar aufrufen, in dem wir eingesammelte Objekte näher betrachten oder auswählen dürfen. Ferner haben wir über das Inventar Zugriff auf Mayas übernatürliche Kräfte, die unter anderem die Fähigkeit des Hellsehens und der Hypnose umfassen. Da wir diese im Verlaufe von 'Egypt III' bei einigen (zeitbegrenzten) Rätseln zur Anwendung bringen müssen, ist dies ein durchaus logischer Schritt, der einen möglichst schnellen Zugriff gewährleistet. Schade ist lediglich, dass wir uns oftmals durch mehrere Bildschirme klicken müssen, um von Ort A nach B zu gelangen. Auf die Dauer kann dies recht nervig sein.
Die Rätsel sind größtenteils recht einfach gehalten und in den seltensten Fällen werden sie den Spieler für längere Zeit beschäftigen. Dabei wechseln sich klassische Invetarknobeleien mit den genretypischen Logikrätseln munter ab und in Verbindung mit den einige Zeilen oberhalb angesprochenen magischen Fähigkeiten Mayas offenbarten sich in diesem Bereich für die Entwickler einige ganz neue Möglichkeiten, Rätsel zu konzipieren.

Schatten vertreibt das Licht

Den ersten Hebel der Kritik müssen wir allerdings bei der Spielgrafik ansetzen. Während die vorgerenderten Videosequenzen, von denen wir des öfteren welche zu sehen bekommen, wirklich toll anzuschauen sind, krankt 'Egypt III' dummerweise bei der restlichen Spieldarstellung. Die Probleme beginnen schon bei den Texturen - aus der Nähe wirken sie zwar äußerst scharf, je weiter man sich jedoch von einem Ort fortbewegt, desto matschiger erscheinen sie. Hinzu kommt, dass einige Texturen, wie beispielsweise die des Himmels, scheinbar deutlich zu stark komprimiert wurden, was den Gesamteindruck weiter schmälert.
Die komplett in 3D dargestellten Nichtspielercharaktere teilen dieses Schicksal. Zwar sind sie alle korrekt proportioniert worden und die Bewegungsanimationen wissen größtenteils zu gefallen, allerdings sind die ihnen auferlegten Texturen ebenfalls von schlechter Qualität. Ein weitaus größerer Kritikpunkt ist jedoch die Leblosigkeit der Spielwelt. Würden nicht ab und an andere Menschen und Tiere in den Weiten der ägyptischen Wüste herumstehen, käme sie der Sahara in puncto Besiedlungsfläche verdammt nahe. Da bringt es auch nichts, dass wir im Hintergrund munter Vögel zwitscher hören, wenn diese sich keine Sekunde lang sehen lassen.

Ich sehe einen Esel

Womit wir beim Sound angelangt wären. Die sehr dezente Hintergrundmusik ist passenderweise orientalisch angehaucht und hätte ruhig öfter zum Einsatz kommen dürfen, da sie durchaus angenehm in des Spielers Ohren erklingt. Einzig in brenzligen Situationen, zum Beispiel wenn Maya es innerhalb einer kurzen Zeitspanne schaffen muss, sich ein Gegengift für einen Schlangenbiss zu mixen, spielt die Musik sich in den Vordergrund, was die Dramaturgie einer solchen Szene verstärkt.
Kommen wir zu einem elementär wichtigen Punkt aktueller Adventures: Die Synchronisation. Die meisten Sprecher wurden passend auf den jeweiligen Charakter ausgewählt, auch wenn die Betonung bestimmter Aussagen stellenweise etwas seltsam erscheint oder wir bei einem Gespräch unter freiem Himmel einen Hall hören, als würden wir in einem riesigen Saal stehen. Selbstverständlich wurden auch sämtliche Texte, sei es als Untertitel in den Gesprächen oder in der großen Enzyklopädie, vollständig übersetzt.
Enzyklopädie? Ja richtig. Als netter Zusatz findet ihr im Hauptmenü von 'Egypt III' eine Verknüpfung, die euch zu einer riesigen Informationssammlung zum alten Ägypten und zum Spiel selbst führt. Für Geschichtsinteressierte also ein zusätzliches Kaufargument.

Was sonst noch wichtig ist...

'Egypt III' ist seit Ende Mai hierzulande in einem hübschen Digi-Pack erhältlich. Im Lieferumfang enthalten sind drei CDs, von denen zwei lediglich für die Installation des Spiels benötigt werden, die in der höchsten Stufe knapp zwei Gigabyte Speicher auf der Festplatte belegt.


Galerien

Fazit:

Wertung: 74%

Mit dem dritten Teil der 'Egypt'-Serie haben die Keops Studios ein durch und durch nettes Adventure geschaffen. Allerdings gibt es einige Kritikpunkte, die einen Sprung in höhere Wertungsregionen verhindern. Neben der teilweise recht schwachen Grafik und den zumeist wenig fordernden Rätseln, ist das Spiel einfach viel zu schnell vorbei.
Ägypten-Interessierte und solche die es werden wollen, dürfen aber ruhigen Gewissens einen Blick auf den Titel werfen - wer aber ohnehin schon bei der Erwähnung des Wortes "Geschichte" erschrocken zusammenzuckt, sollte vielleicht doch besser zu einem anderen aktuellen Adventure greifen.

geschrieben am 20.04.04, Matthias Holz

Systemanforderungen Weitere Links
Win 98/2000/ME/XP
CPU mit 800 MHz
128 MB Ram
3D-Grafikkarte mit 16 MB Ram
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