Reviews: Replica:

Replica


Manchmal stolptert man im unübersichtlichen virtuellen Warenregal von Steam über kleine, unscheinbare Spiele von unbekannten Entwicklern. 'Replica' ist eines davon. In dem interaktiven Roman knacken wir ein Handy und erforschen so die Geheimnisse eines uns vormals völlig Fremden. Ob sich das lohnt, verraten wir in unserem Kurztest.

 

 

 

 

Terror und die nationale Sicherheit

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Wie kommen wir an die Daten?

Ich finde mich in einem Gefängnis wieder, des Landesverrats beschuldigt. Aber die Sicherheitsbehörde gibt mir eine Chance: Wenn ich das Handy eines anderen Gefangenen knacke und Beweise dafür liefere, dass dieser als Terrorist unterwegs war, legt man ein gutes Wort für mich ein und lässt mich frei. Aber was ist eigentlich passiert? Nach einem Anschlag mit vielen Toten und noch mehr Verletzten hat die liberale Regierung neue Gesetze erlassen. Die Sicherheitsbehörde hat nun das Recht, alles und jeden zu überwachen. Schon der geringste Verdacht reicht aus, um ins Gefängnis zu wandern. Aus dem freiheitlichen Staat wurde ein autoritäres Regime, das den Zugang zu freien Informationen einschränkt und die Einwohner bespitzelt.

Und so bin auch ich im Gefängnis gelandet. Offensichtlich wiegen die Vorwürfe gegen mich aber nicht so schwer, weswegen ich mich über einen Handyhack rehabilitieren kann. Die Sicherheitsbehörden selbst haben offenbar auch nicht genug Leute, um alles zu untersuchen und so darf ich mich durch das Handy eines Terrorverdächtigen wühlen.


Pin-Abfrage

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Der Heimatschutz gibt mir klare Ziele

Das ist leichter gesagt als getan, denn natürlich kenne ich nicht einmal den PIN des Handys. Einige SMS, die ähnlich wie bei modernen Smartphones in einer Vorschau angezeigt werden, geben mir Hinweise auf den ersten Code, den ich bald entschlüsseln kann. Das gibt mir Zugriff auf die Oberfläche eines üblichen Smartphones, auf dem ich einige Apps starten kann. Und schon erhalte ich einen Anruf. Es ist die Sicherheitsbehörde, die mir die Regeln erklärt und eine virtuelle ToDo-Liste übermittelt. Klar, ich soll Hinweise für eine Verbindung zum Anschlag finden. Und ich darf mit niemand anderen Kontakt aufnehmen. Schnell erfahre ich, dass der Verdächtige eine Freundin und Eltern hat, die sich Sorgen um ihn machen.

Und nun habe ich die Wahl: Wie tief dringe ich in das Handy vor? Welche Informationen selektiere ich für die nationale Sicherheit? Spioniere ich freiwillig weiter als ich eigentlich muss? Eine schwere Entscheidung, denn die Belohnung für geknackte Passwörter oder Pins kommt sofort. Jedes Mal gibt es mehr Informationen über den Handybesitzer, jedes Mal erfahren wir weitere Hintergründe der Geschichte, die via SMS oder anderen Texteinblendungen in unterschiedlichen Apps erzählt wird - Übrigens auch komplett auf Deutsch. Eine Sprachausgabe gibt es nicht. Neben dem Knacken von Zugangsdaten müssen wir auch Informationen wie z.B. den Namen der Freundin oder die Schule des Verdächtigen aus Adressbüchern oder Fotos ermitteln. Die Bedienung geht leicht von der Hand. Wer schon einmal ein Smartphone bedient hat, hat auch hier keine Schwierigkeiten.


Pixel-Smartphone

Replica

Smartphone in Pixelart

Während das Smartphone in seiner Bedienung recht modern wirkt, ist die Optik von 'Replica' auf alt getrimmt. Das gesamte Spiel kommt im 8-Bit-Retro-Look und minimalistischer Auflösung daher. Für den Spielspaß ändert das hingegen nichts, denn die Grafik spielt hier nicht die Hauptrolle. Genauso ist es übrigens auch mit der Musik, die man über den Player im virtuellen Smartphone wechseln darf. Nein, die Hauptrolle in 'Replica' spielt die Geschichte, die den Spieler immer wieder mit unangenehmen Fragen konfrontiert. Ähnlich wie im Hit 'Orwell' entscheidet der Spieler über die Zukunft eines zunächst Unbekannten. Je nachdem, was wir mit dem Handy anstellen, erspielen wir eines von zwölf unterschiedlichsten Enden. Das erste Ende erreicht man übrigens schon nach rund zwei Stunden, denn 'Replica' ist recht kurz. Das bedeutet leider auch, dass die Geschichte nicht sonderlich tiefgreifend ist. Man würde gern noch mehr über die Hintergründe des Anschlages, das Land oder einen selbst erfahren, doch damit lässt uns 'Replica' alleine. Gespeichert wird übrigens jeder Fortschritt, allerdings muss vor dem Weiterspielen erneut der PIN eingegeben werden - wie man es von Handys kennt, die aus dem Standby zurück kommen.


Galerien

Fazit:

Wertung: 64%

'Replica' ist ein nettes Spiel für zwischendurch. Auch wenn die Geschichte um einen Terroranschlag und die damit einhergehende Veränderungen eines freien Staates zu einem autoritären Regime deutlich mehr verspricht, als sie in den zwei Stunden halten kann - Die stetige Gewissensfrage "Wie weit gehe ich? Mache ich das Richtige?" in Verbindung mit den kleinen Story-Häppchen, die mir jedes neue Passwort gibt, motiviert zum Weiterspielen und noch offene Geheimnisse sowie die zwölf verschiedenen Enden sorgt für Wiederspielwert.

geschrieben am 11.01.17, Tobias Maack

Systemanforderungen Weitere Links
Betriebssystem: Windows XP/Vista/7/8
Prozessor: 1.6GHz

Arbeitsspeicher: 2 GB RAM
Grafik: 1280 * 720
Speicherplatz: 240 MB verfügbarer Speicherplatz
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Dieses Review gehört zu  Replica.




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