Klassiker-Tests: Zork I - The Great Underground Empire:

Zork I - The Great Underground Empire


Wer von Euch kennt sie noch, die Grundsteine des Adventure-Genres? Noch lange bevor man die Maus zur Steuerung in Spielen nutzte und die grafische Darstellung sich auf das geschriebene Wort beschränkte, war man ausschließlich auf die eigene Fantasie und Tastatur angewiesen. Die Entwickler von Infocom wußten genau, wie man so den Spieler in ein aufregendes Abenteuer entführen konnte. Sie entwickelten schon zu ihren Studienzeiten ein Game, daß später ihr erfolgreiches kommerzielles Erstlingswerk werden sollte. Die Rede ist natürlich vom Fantasy-Textadventure 'Zork – The Great Underground Empire'. Es war nicht das erste seiner Art, jedoch das zu seiner Zeit erst das zweite tatsächlich Nennenswerte. Und genau damit begann 1981 eine fantastische Trilogie, an die sich nicht nur Sheldon aus 'The Big Bang-Theory' gerne erinnert, auch wir werfen gespannt einen Blick zurück auf ein Urgestein unseres Lieblings-Genres und berichten Euch ausführlich in diesem Klassiker-Test.

 


Zork

Lasst das Abenteuer beginnen...

Wir befinden uns westlich von einem weißen Haus auf einem freien Feld. Die Haustür ist zugenagelt. Ein kleiner Briefkasten fällt uns auf. Mmmh...vielleicht sollten wir den Briefkasten öffnen. Gedacht - getan, und zum Vorschein kommt ein Flugzettel. Auf diesem steht: "Willkommen in Zork!  Zork ist ein Spiel voller Abenteuer, Gefahren und gemeiner List. Beim Spielen wirst du einige der wundersamsten Welten entdecken, die irgend ein Sterblicher je gesehen hat. Das Spiel sollte auf keinem Heimcomputer fehlen." 

 


Keine Grafik, keine Point- & Click

Zork

Alte Spielstände lädt man mit dem Befehl "restore", gespeichert wird mit "save".

Eines interaktiven Buches ähnlich beschreibt der Autor uns als Protagonist die Umgebung, die wir sehen, inklusive Objekten und Lebewesen. Es gibt keine Pixel, keine Sprites, keine Vector-Grafiken und auch keine Polygone. Es gibt nur Text und nochmals Text. „Okaaay, und was soll ich da jetzt machen?“ kann man sich fragen.  „Was soll das für ein Spiel sein,  in dem man weder Gegenstände anklicken kann, um sie zu nehmen oder zu benutzen, noch schießen oder ähnliches kann?“  Nun ja, man stellt sich vor, es ist wie ein älteres Sierra Grafik-Adventure, wie z. B. 'Police Quest – In Pursiut of the Death Angel', in welchem Du auch Befehle eingeben musst um Deine Figur zu steuern bzw. handeln zu lassen. Bei 'Zork' ist das genauso, nur ohne visuelle Darstellung. Will man nach Norden gehen, gibt man  „north“ ein, will man nach Osten gehen, lautet der Befehl „east“ und nach jeder Tat oder Bewegung gibt Dir das Spiel entweder ein Kommentar oder eine neue Situationsbeschreibung.  Das Manual gibt bereits einige Befehle vor, die man dann mit der Umgebung verwendet. „Look“ gibt die Beschreibung der momentanen Umgebung wieder, „examine mailbox“ lässt uns den Briefkasten untersuchen. Die  Erzählung erzeugt regelrecht eine gute Atmosphäre und lässt den Spieler überraschend leicht in die mythische Welt einfühlen und macht die Erkundung von Zork rundum spannend. Dem Spieler werden sicherlich auch ein paar scherzhafte Befehle einfallen, und diese werden auch mit genauso scherzhaften Kommentaren beantwortet. Also auch für Schmunzeln wurde gesorgt.

 


Knack den Highscore

Ziel des Spiels ist es während der Erkundung alle Schätze zu ergattern und an einen bestimmten Ort zu bringen. Darunter fallen u. a. Gold, Juwelen, ein Zepter, ein

Zork

Achtung mit spitzen Gegenständen. Das Gummi-Boot ist sehr empfindlich.

Armband, ein Kunstgemälde und viele weitere. Jeder dieser wertvollen Gegenstände lässt die erreichte Punktzahl in die Höhe steigen. Hat man den Highscore von 350 Punkten erreicht, winkt einem das Ziel des Spiels.  Eine wichtige richtige Handlung oder eine erfolgreiche Lösung eines Rätsels werden jedoch nicht mit Punkten belohnt. Der Umstand, daß es so gut wie keine Hinweise auf ein Weiterkommen gibt und dabei auch Sackgassen existieren macht 'Zork' zu einem sehr abenteuerlichen, aber auch sehr sehr schwierigen Unterfangen. Eine rege Nutzung der Save-Option wird dringend empfohlen, denn eine falsche Handlung kann auch zu einem vorzeitigen Tod führen . Ein Adventure kann es in Bezug auf die Rätsel kaum besser machen. Sie sind sehr vielfältig vertreten und oft sehr logisch aufgebaut, jedoch muss man aber auch genauso oft mit Um-die-Ecke-denk-Knobeleien und einfachem Ausprobieren hadern . Der erste Teil dieser Trilogie ist an sich nicht sehr umfangreich, will man sich jedoch ernsthaft mit dem Spiel beschäftigen, benötigt man aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrades viel viel Zeit. 

 


Stift und Papier

Die labyrinthartige Unterwelt von Zork ist mit in sich verschlungenen Pfaden versehen, die man ohne Aufzeichnungen nicht passieren kann. Deshalb sollte man sich auf jeden Fall Karten anlegen. Das Adventure besteht leider auch aus viel Lauferei, immer wieder müssen die Untertage-Pfade hin- und zurück durchlaufen werden. Stift und Papier sind einfach Pflicht: Plan skizzieren, Gegenstände und Hinweise einzeichnen, alles notieren, was auf irgendeine Art wichtig sein könnte.

 

 

Wir sind nicht allein

Das Erforschen der  altertümlichen Unterwelt von Zork ist nicht ungefährlich, so trifft man auf  Diebe, kampflustige Trolle mit blutigen Waffen und Vampire. Da bleibt ein Kampf nicht aus. Ein solcher geht allerdings nicht so von statten wie bei einem Rollenspiel, also kein Abzug von Energiepunkten. Mehr geht es hier darum, die richtige Waffe zu nutzen und nicht zu zögern. „Attack troll with sword“ wäre hierbei der richtige Befehl. Ein Kampf  kann sich in diesem Stil auch über mehrere Runden erstrecken.

 


Ich packe meine Tasche und nehme mit ....


Zork

Der Befehl "Inventory" lässt uns unser Hab und Gut betrachten.

Es ist einem erlaubt diverse Gegenstände mitzunehmen, jedoch ist die Anzahl der mitzuführenden Gegenstände beschränkt. Da muss die Wahl der Gegenstände also gut bedacht sein. Auch die Größe eines Gegenstands spielt eine Rolle. Möchte man beispielsweise eine Axt mitnehmen, wir aber bereits zu viel Last mit uns herum tragen, langt es nicht, einen Brief abzulegen, nein, man muss dann schon auf das Schwert, also etwas ebenso Großes und Schweres  verzichten. Gegenstände, die abgelegt werden, können an gleicher Stelle wieder aufgenommen werden. Es bietet sich an, einen Raum auszuwählen und dort seine Gegenstände zu horten.

 


Wo bekomme ich es her und kann ich es heutzutage überhaupt noch spielen?

Damals entwickelt für Plattformen wie dem C-64, Amiga, Mac Os und MS-Dos  macht es die DosBox möglich dieses Urgestein wieder auf einem Windows-Rechner zum Laufen zu bekommen. Die Originalversion erschien ausschließlich in englischer Sprache. Diverse Online-Händler bieten die 'Zork'-Anthology oder die 'Zork'-Collection zum Kauf an. Beide Zusammenstellungen beinhalten  u. a. die ersten drei Teil der Zork-Trilogie. Diese gibt es aber auch ganz legal gratis zum Download im Netz zu finden, sowie eine deutsche Fan-Übersetzung des ersten Teils. Wem das noch nicht langt, 'Zork – The Great Underground Empire' steht auch als App für iOS-  und Android-User zum kostenfreien Download zur Verfügung. 


Galerien

Fazit:

Wertung: 3 / 5

Es ist das erste Textadventure, mit dem ich mich ernsthaft beschäftigt habe und ich muss sagen, es macht definitiv Lust auf mehr. Klar, man muss sich drauf einlassen können. In der heutigen Zeit, in der man Grafiken so lebensecht wie möglich sehen möchte, ist so ein Spiel nicht mehr zeitgemäß. Gamer werden sagen, sie wollen kein Buch lesen, sie wollen Spielen. Das verstehe ich. Darüber hinaus bringt das Spiel auch einige negative Aspekte mit. Ich habe mehrere Anläufe gebraucht, um zu verstehen, daß es überhaupt darum geht Schätze zu sammeln. Beim zehnten Mal war die Motivation dann natürlich nicht mehr ganz so groß. Auch empfand ich das Ziel, Schätze zu sammeln, dann als etwas sehr langweiliges, zumal man dadurch sehr oft die selben Gänge abgehen muss. Eine Story gibt es nicht, es ist mehr ein Exploration-Game. Nichtsdestotrotz besitzt 'Zork' die Seele eines echten Adventures. Die Rätsel darin sind überraschend gut und man bekommt durch die Atmosphäre das Feeling eines Indiana Jones. Das Spiel hat meiner Meinung noch jenes Quäntchen „Abenteuer“, dass vielen zeitgenössischen Adventure-Games fehlt. Ein Genre-Fan sollte auf jeden Fall zumindest mal einen Blick drauf werfen.

geschrieben am 29.10.14, BTao

Systemanforderungen Weitere Links
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Dieser Klassiker-Test gehört zu  Zork I.




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Kommentare 2
Zorki
01.11.2014, 09:39

Mal kurz noch zum Thema Inventar.
Ich bin mir nicht mehr sicher, aber ich glaube es gab da einen witzigen Trick in Zork wie man das Inventar vergrößern konnte. Man musste nur, wenn man das Schlauchboot hatte, das Boot entfalten und die Sachen in das Boot legen. Danach das Boot wieder zusammenfalten und wieder aufnehmen. So hatte man die ganzen Sachen dabei ohne das sie ins Gewicht gingen, da nur das Gewicht vom Boot gerechnet wurde.

Ich glaube ich sollte das Game mal wieder zocken und meine Aussage mal überprüfen. Nicht das ich jetzt gerade etwas Falsches erzählt habe :):

BTao
01.11.2014, 20:28

Wenn der Trick funktionieren sollte, würde das die ganze Lauferei ersparen. Gib mal bescheid, ob es geklappt hat.


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