Previews: Duke Grabowski:

Duke Grabowski


Piraten und Point&Click-Adventures verbindet eine lange Tradition und das spendenfinanzierte Piraten-Adventure 'Duke Grabowski' möchte daran anknüpfen. Vielversprechend ist dieses Spin-off zu 'Ghost Pirates of Vooju Island' nicht nur deshalb, weil mit Bill Tiller jemand mitverantwortlich ist, in dessen Portfolio 'Monkey Island 3' zu finden ist. Episode eins von fünf bietet ein erstes Kennenlernen mit Duke Grabowski, der drei Frauen “verführen“ soll, um als Kapitän anerkannt zu werden. Ob uns sein Charme überzeugen kann, sehen wir uns im Preview an...

Duke Grabowski

Prüfungen und Piraten

Duke Grabowski

Probleme löst Duke bevorzugt auf diese Art und Weise

Seit Guybrush Threepwood kennt man den Drill: ein echtes Piraten-Adventure braucht Prüfungen, am besten drei an der Zahl. Damit kann 'Duke Grabowski, Mighty Swashbuckler' dienen. Allerdings geht es nicht darum, Pirat zu werden, sondern Kapitän.

 

Nach dem Tod des bisherigen Oberhaupts, ist die Crew auf der Suche nach einem Nachfolger. Der geistig beschränkte Duke fühlt sich dazu berufen, erntet für seine Ambitionen jedoch nur Gelächter. Das treibt ihn so zur Weißglut, dass er das tut, was er am besten kann: er verprügelt die halbe Mannschaft. Zwecks Besänftigung macht ihm Slewface einen Vorschlag: drei Frauen soll er verführen, um die Mannschaft von seinen Qualitäten als Säbelrassler zu überzeugen und zum Kapitän aufzusteigen. Doch in Wahrheit verfolgt Slewface eigene Ziele und sieht sich selbst als nächster Anführer. Damit, dass der groß gewachsene Matrose Erfolg haben könnte, rechnet er nicht. Wenn er sich da nicht täuscht.



Ausbaufähige Story

Duke Grabowski

In Episode eins soll Duke drei Frauen "verführen" - was ihm so gar nicht liegt

In narrativer Hinsicht ist die erste Episode (Dauer etwa 90 Minuten) sehr dünn gestrickt. Weiß man drei Frauen endlich auf seiner Seite, sind die Credits da. Der deutlich interessantere Konflikt zwischen Slewface und Duke wird bloß angeteasert. Zugleich lebt das Kapitel ohnehin mehr vom Humor, von Anspielungen auf Genre-Klassiker und schrägen Gesprächen.

 

Die Sprachausgabe ist zufriedenstellend, wobei der englische Piratenjargon mitunter schwer zu verstehen ist. Immerhin gibt es deutsche Untertitel. Mit vielen Charakteren sind längere Konversationen möglich. Ein Großteil der Gesprächsoptionen ist optional und nicht für den Story-Fortschritt essentiell. Das hält bei Laune. Was dem Comic-Adventure von Venture Moon Industries bislang aber fehlt, sind echte Sympathieträger. Selbst Hauptfigur Duke Grabowski ist stark gewöhnungsbedürftig: Einem nicht ganz hellen Schläger dabei zu helfen, Frauen anzumachen... selbst wenn es lustig gemeint ist, er einen weichen Kern hat und niemand sich wirklich verführen lässt... das ist nicht die glücklichste Ausgangslage für die Geschichte in einem Spiel.


Spielerisch und visuell ausbaufähig

Duke Grabowski

Manche Charaktermodelle sind etwas... verunglückt

Überzeugen kann das bunte Piraten-Adventure bei den toll gezeichneten 2D-Schauplätzen, denen man die Handschrift von Bill Tiller sofort ansieht. Zusammen mit dem netten Soundtrack, fühlt man sich vereinzelt tatsächlich nostalgisch an 'Monkey Island 3' von LucasArts erinnert. Leider sehen manche 3D-Charaktermodelle hässlich aus und lenken auf negative Weise vom Inhalt ab. Die Gesichtsmimik bleibt statisch und die kurzen Zwischensequenzen wirken nicht selten unausgereift. Jene Charaktere, die man bereits von 'Ghost Pirates of Vooju Island' kennt (einige Assets wurden 1:1 übernommen), sehen dafür stimmiger aus. Zu hoffen bleibt, dass im grafischen Bereich noch Verbesserungen folgen.

Das geringe Budget ist schnell ersichtlich und an Tillers 'A Vampyr Story' kommt 'Duke Grabowski' wohl auch deshalb nicht heran. Neben der Grafik gilt das für die Rätsel, die dennoch sehr passabel sind (für den Anfang gehen die einfacheren Aufgaben völlig in Ordnung). Erwarten darf man vorwiegend kombinatorische Rätselkost der klassischen Art. Ungewohnt ist höchstens, dass Fähigkeiten anderer Personen ab und zu im Inventar vermerkt werden, wo sie benutzbar sind. Obwohl im Inventar im Normalfall lediglich zwei oder drei Gegenstände zu finden sind und es an Herausforderungen mangelt, vermag das Piraten-Abenteuer bei Laune zu halten. Nahezu sämtliche Schauplätze sind von Anfang an frei begehbar und einige Rätsel in beliebiger Reihenfolge lösbar. Auch Dialoge spielen bei der Lösung zuweilen eine wesentliche Rolle.


Galerien

Fazit:

'Duke Grabowski' wirkt sehr bemüht, ohne richtig zu glänzen. Der Humor hat gute Momente, die Rätsel sind passabel und die Schauplätze durchwegs schön gezeichnet. Leider mangelt es dem Piraten-Adventure an Sympathieträgern und manche Charaktermodelle jagen einem kalte Schauer über den Rücken. Für geteilte Meinungen sorgen dürfte die Story, die allerdings sehr am Anfang steht. 'Duke Grabowski' wird vermutlich vorwiegend Genre-Fans ansprechen, als Zeitvertreib für Zwischendurch passt es bislang durchaus. Abzuwarten bleibt, ob die Entwickler in einigen Bereichen nachlegen können und wie es inhaltlich weitergeht. Für eine Preview-Wertung ist es noch zu früh.

geschrieben am 05.10.16, Matthias Glanznig

Systemanforderungen Weitere Links
Betriebssystem: Windows XP SP2+ Prozessor: Unterstützung für SS2-Instruktionen Arbeitsspeicher: 2 GB RAM Grafik: Unterstützung für DX9 (Shader-Modell 2.0) Speicherplatz: 3 GB verfügbarer Speicherplatz Projektseite bei Kickstarter
Duke Grabowski bei Steam


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