Reviews: Her Majesty’s SPIFFING:

Her Majesty's SPIFFING


Viele Adventures hatten aufgrund ihres hervorragenden Humors Erfolg. Vor allem der schwarze Humor hält immer wieder Einzug. Da passt der typisch britische Humor eigentlich perfekt hinein. Genau in diese Kerbe schlägt 'Her Majesty's Spiffing'. Bitterböser britischer Humor mit einer ordentlichen Prise Selbstironie. Billy Goat Entertainment widmet sich den aktuellen Geschehnissen rund um den Brexit und lässt die Queen wieder ans Steuer. Sie hat dabei die neue Vision, ein Galaktisches Britisches Empire zu errichten. Dazu gründet sie S.P.I.F.F.I.N.G. (Special Planetary Investigative Force for Inhabiting New Galaxies), eine Spezialeinheit rund um Captain Frank Lee English und seinen walisischen Kameraden Aled, die ferne Planeten kolonisieren sollen. Das klassische Adventure mit Rätseln, Humor und einem ur-britischen Charme erscheint am 7. Dezember. Schauen wir genauer hinein:

 

 

 

 

Wie wärs mit einer Tasse Tee?

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Das Vereinigte Königreich und Tee

Nach dem erfolgreichen Start der HMSS Imperialise schweben Captain English und Sub-Lieutenant Jones durchs All. Der Kapitän spricht kurz ins Bordlogbuch und beim flüchtigen Blick auf die Uhr überkommt ihn ein typisch britischer Drang: Jeweils eine Tasse Tee für den Sub-Lieutenant und den Captain muss her. Unsere erste Aufgabe führt somit auch zum Tutorial. Frank erkundet das Schiff, während Jones sich um die Steuerung der Imperialise kümmert. Das Schiff erinnert dank der Menüführung an 'Star Trek' – nur dreckiger. Schon beim Betrachten der ersten Objekte oder gar beim Versuch mit ihnen zu sprechen, wird das Grinsen breiter und ein Schmunzeln begleitet einen ab hier durchs ganze Spiel. Zumindest wird das für jene gelten, die dem britischen Humor nicht ganz abgeneigt sind. Ganz klar, in dieser hoch ernsten Mission kommt Humor nicht zu kurz. Und selbst das grundlegende Verlangen nach Tee wird zum kleinen Rätsel und zur mittleren Katastrophe. Ganz klar, Chaos ist vorprogrammiert.



Klassisch. Wohin auch immer das Auge reicht


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Der altbekannte Hilfe-Assistent betont noch einmal: Rätsel!

Augen auf, Rätsel wurden schon erwähnt! In 'Her Majesty's Spiffing' geht es klassisch zu. Verrückte, faire Rätsel dürfen ebenso wenig fehlen, wie die genretypische Steuerung. Man kann Frank Lee English bequem mit Gamepad steuern oder auch auf die altbewährte Point & Click-Steuerung wechseln. Inventarrätsel, Kombinationsrätsel und witzige Einlagen wie ein Training am Laufband dürfen nicht fehlen. Da Billy Goat ursprünglich eine Animationsfirma für das Fernsehen war, sind die Animationen entsprechend handgezeichnet. Selbst das Sprechen ist lippensynchron, natürlich per Hand animiert. Für ein Indie-Adventure ist das sehr selten. Dazu kommen wirklich schöne Lichteffekte und liebevoll gezeichnete Charaktere. Das Spiel wird mit Unity befeuert und lief im Test absolut flüssig und problemlos, was man heutzutage bei Multiplattformtiteln nicht immer voraussetzen kann. Auch die unzähligen Seitenhiebe auf die britische Popkultur, den Brexit oder diverse Filme und Serien dürfen natürlichen bei einem humorvollen, klassischen Adventure nicht fehlen. Die Verpackung ist also exzellent.


Franzosen! Monty Python lässt grüßen


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Das Spiel hat sicher kein Roboter geschrieben. Großartiger Humor!

Sucht man im Spiel nach Mankos, dann muss man schon etwas tiefer graben. Ein Wermutstropfen für viele Spieler wird die fehlende deutsche Sprachausgabe sein. Dafür gibt es aber deutsche Untertitel. Zugegebenermaßen ist es allgemein sehr schwierig, den britischen Humor rund um die bitterbösen Wortspielchen zu übersetzen. Das gelang  in den Untertiteln aber ganz gut. Die Selbstironie des Spiels geht bis zu den Optionen, denn auch eine amerikanische Version des Gesprochenen darf nicht fehlen. Das für Sitcoms typische Lachen bei Gags gibt es dann auch im Spiel. Mehr als ein Gag ist das aber natürlich nicht. Die Sprachausgabe ist aber hervorragend vertont. Vom typischen französischen Erzfeind über die beiden Briten bis zu anderen Nebencharakteren sind alle ausgezeichnet vertont. 

 


Geldsorgen


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Leider nur kurz erkunden wir den Planeten

Hier kommt aber das größte Manko zum Vorschein: die Größe des Spiels. Neben dem Raumschiff mit ungefähr zehn Räumen gibt es noch wenige Bildschirme außerhalb zu erkunden. Auch Charaktere gibt es nur eine Handvoll. Der überaus witzige Spaß endet für geübte Adventure-Spieler schon nach 2-3 Stunden Spielzeit. Außer man bleibt bei einem der zum Teil recht knackigen Rätsel hängen. Hier merkt man leider deutlich, dass Billy Goat ursprünglich mehr Geld von Kickstarter haben wollte, aber im ersten Anlauf scheiterte. Sie hatten mit dem sympathischen Duo viel mehr vor. Dies schreiben die Entwickler auch ziemlich unverblümt in den Abspann. Sie hoffen auf viele verkaufte Exemplare, denn eigentlich hätten sie mit Captain Frank Lee English und Sub-Lieutenant Aled Jones mehr vor. Ursprünglich sollte es eine ganze TV-Serie werden. Erscheinen wird das Spiel am 7. Dezember für PC, PS4 und Xbox One. Ein Preis ist noch nicht genau bekannt, nur im Xbox Store kann man es derzeit für 18,49€ vorbestellen.


Galerien

Fazit:

Wertung: 83%








Was hatte ich für einen Spaß. Seit Jahren hat mich kein Spiel mehr zum Lachen gebracht. Zugegeben, der britische Humor liegt mir auch sehr, sehr gut. Mich überraschten auch die wirklich gut gelungenen Rätsel. Leider im wörtlichen Sinne, denn ich blieb bei einem auch etwas hängen. 'Her Majesty’s Spiffing' ist ein wirklich gelungenes Adventure von Billy Goat Entertainment und es ist sehr schwer, spielerisch irgendwelche negativen Punkte zu finden. Es hat durch die Bank weg ohne Pause viel Spaß gemacht. Dann kam das Ende. Leider abrupt nach nur wenigen Stunden steht man vorm Abspann, der mich wiederum zum Lachen brachte. Trotzdem wollte ich weiterspielen, denn das Spiel endet mit einem Cliffhanger. Das Geld hat einfach nicht für ein längeres Spiel gereicht. Dadurch kann ich nur hoffen, dass das Spiel den Käufern ähnlich gut gefällt wie mir, denn die sympathischen Entwickler haben mit diesem wirklich guten Adventure erstklassige Arbeit geleistet. Monty Python Fans, kaufen und spielen. Der Humor ist bitterböse und am Punkt.

geschrieben am 06.12.16, Peter Färberböck

Systemanforderungen Weitere Links
Projektseite bei Kickstarter (2. Versuch, erfolgreich)


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Dieses Review gehört zu  Her Majesty’s SPIFFING.




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Kommentare 4
ImaMightyPirate
14.12.2016, 02:19

Kommt das Game auch für iOS?

2014 gab's mal ein iPad Preview, Unity unterstützt ja iOS, aber seither gab's irgendwie keine News mehr diesbezüglich...

sinnFeiN
14.12.2016, 13:35

das wär sehr naheliegend und würde mich auch nicht wundern. Aber genaue Daten gibt es noch nicht

EverestPiek
21.02.2017, 22:54

einfach lovely...hehe...ich hab das spiel letzte nacht durchgezockt und bin noch mit einem kichern danach ins bett...das ding hat enormes potential und ich würde es sogar in eine riege mit der monkey island serie setzen. der böse englische humor und die vielen referenzen zu scifi-film- und -spieleklassikern macht das spiel mehr als liebens- und lobenswert. ich hoffe inständig, dass da noch mehr kommt.

sinnFeiN
23.02.2017, 01:07

Ging mir genau gleich. Jetzt noch mehr und ohne Cliffhanger, dann ist es eines der besten Humor-Adventures Seite den Klassikern.


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